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Disruption in jedem Bereich: Wenn Entwickler überflüssig werden [Kolumne]

Disruption in jedem Bereich: Wenn Entwickler überflüssig werden [Kolumne]

Die Digitalwirtschaft ist gut darin, Wasser zu predigen und Wein zu trinken. Was wird da den Kunden nicht alles erzählt, man müsse dies oder jenes, könne solches und anderes. Und wer jetzt nicht sofort transformiert, ist für immer verloren. Die Transformation-Kolumne von Alain Veuve.

Disruption in jedem Bereich: Wenn Entwickler überflüssig werden [Kolumne]

(Foto: Lightspring / Shutterstock)

Und ja, natürlich stimmt das. Die Unternehmen müssen handeln und das tun sie auch in zunehmendem Masse. Das ist gut so. Dabei vergessen die meisten Agenturen jedoch, dass die digitale Transformation nicht vor ihnen Halt macht. Entsprechend findet darüber in der Digitalwirtschaft kein Diskurs statt. Jetzt wo wir noch Zeit und Muße hätten.

Die Kosten müssen runter

Die Kosten müssen minimiert werden. (Foto: Olivier Le Moal / Shutterstock)
Die Kosten müssen minimiert werden. (Foto: Olivier Le Moal / Shutterstock)

Auch wenn aktuell viel investiert wird, dürfen wir nicht vergessen, dass es für Unternehmen noch immer sehr teuer ist, wirklich gute, umfassende (online und offline) Lösungen zu erstellen. Dabei fallen die Erstellungskosten für Lösungen durch die Agentur zwar auch ins Gewicht. Viel heikler sind jedoch die versteckten Kosten. Der Prozess, eine Lösung zu erarbeiten, ist für den Kunden extrem aufwändig. Quasi von Beginn weg: Das Finden und Auswählen von möglichen Anbietern ist mühsam, technologische Integration ist kostspielig und das Fehlen von Best-Practice tut das übrige dazu.

Und wir Agenturen und Anbieter spielen da nicht gerade eine rühmliche Rolle. Wir bieten dem Kunden unsere Liefergegenstände an und das war’s. Okay, die meisten Kunden haben auch das Gefühl, sie könnten und müssten etwas ganz Besonderes erschaffen – um dann doch nur das Rad neu zu erfinden. Umso teurer wird es subjektiv gesehen.

Das können wir besser!

Besser von Anfang bis zum Schluss der Wertschöpfungskette von digitalen Lösungen. Bis jetzt sind wir eine Armee von „Einzelanfertigern“. Die durchschnittliche Unternehmung ist jedoch derart im Rückstand mit der digitalen Transformation, dass es viele „No-Brainers“ gibt, die einfach mal gemacht werden müssen. Einfach grundlegende Funktionalitäten wie eine kostengünstige, standardisierte Online-Bestellmöglichkeit. Wir liefern sie aber nicht, sondern machen jeweils Riesen-Einzelanfertigungs-Geschichten daraus. Und das ist teuer und mühsam für den Kunden. Schlimmer noch, wir behindern die Kunden damit in ihrer digitalen Transformation. Das Ziel wäre ja eigentlich genau das Gegenteil.

Trampelpfade

Und so bewegen wir uns in den immer selben Trampelpfaden. Wir denken in Softwareherstellern, Integrationspartnern, Produkten und Schnittstellen. Wir können schlicht von Glück reden, hat niemand so richtig erkannt, welches Potential in diesem Markt ist und denkt und investiert von Anfang an groß und baut etwas wirklich Neues. Eine Firma, die zum Beispiel direkt mit dem Kunden eine Plattform einsetzt, die Softwareprodukte baut. Ohne Entwickler.

Software, die Software schreibt

VW hat über das Elektroauto nachgedacht und wird seinen eigenen Frühling erleben, wenn Tesla ein gesellschaftsfähiges Auto präsentiert. (Foto: josefkubes / Shutterstock.com)
VW hat über das Elektroauto nachgedacht und wird seinen eigenen Frühling erleben, wenn Tesla ein gesellschaftsfähiges Auto präsentiert. (Foto: josefkubes / Shutterstock.com)

Und kommt mir bitte jetzt nicht damit, das sei nicht möglich. Natürlich ist es nicht möglich – in unserem Denkschema. Es ist nicht möglich, außer man tut es. So haben BMW, VW und Audi auch über das Elektroauto gedacht und sie werden ihren ganz eigenen brutalen Frühling (oder Sommer) erleben, wenn Tesla den 35.000-Euro-Volks-Tesla rausbringt. Alles ist möglich, auch Software, die Software schreibt. Gute Software, bessere Software als wir es manuell könnten.

The Next Big Thing

Die grundlegende Idee dahinter ist uralt. Die Gretchenfrage: Wie schnell können wir eine Engine bauen, die es ermöglicht, Spezifikation und Development und Produktion zu automatisieren? Was bleiben würde, ist Business-Engineering, Konfiguration und Verbesserung. Mit einer solchen Lösung können Berater und der Kunde direkt, ohne den Mittelmann „Developer“, Software für ihre Zwecke produzieren. Zu einem Bruchteil der Kosten und der Zeit.

Kosten der Disruption

Ich glaube, es ist eine Frage der Zeit, bis wir einen Player sehen werden, der sich ernsthaft daran macht, so etwas zu lancieren. Es wäre im besten Sinne der digitalen Transformation. Und wir tun gerade richtig viel, damit es geschehen wird. Denn je länger wir unsere Leistungen kompliziert und teuer verkaufen, desto höher wird der Anreiz, ein krankhaft hohes Investment zu tätigen, um eine 100 prozentig konfigurierbare Software-Engine zu lancieren. Reißender Absatz ist einem solchen wirklich guten Produkt gewiss.

Besser werden

Was können wir besser machen? Ich bin der Letzte, der hier auf Protektionismus plädiert. Was wir aber erstmal tun können, um den Strukturwandel in der Software-Branche angenehmer zu gestalten, ist, dass wir diesen Anreiz für einen neuen Player, diese Branche zur Disruption zu bringen, erheblich verkleinern. Zum Beispiel indem wir die Kosten für den Kunden drastisch senken. Das tun wir, indem wir viel modularer arbeiten, Best-Practice für „No-Brainer“ entwickeln, schneller liefern und leaner organisiert sind. Und endlich nur noch da Individuallösungen entwickeln, wo diese wirklich gefragt sind.

Strukturwandel in der Software-Branche

Du wirst denken, er hat sie nicht mehr alle, was soll denn bitte der Strukturwandel in der Software-Branche sein. Tatsächlich ist davon noch nicht viel zu sehen. Und ich bin wohl mit meinen Ausführungen ein paar Jahre zu früh. Dass aber die digitale Transformation vor der Software-Branche nicht Halt machen wird, muss jedem einleuchten. Es ist einfach viel zu viel manuelle Arbeit im Prozess und wir sehen in den anderen Branchen genau dieselbe Entwicklung. Anstatt also nur digitale Transformation zu „predigen“, tun wir gut daran, möglichst früh entsprechende Überlegungen und Maßnahmen in Angriff zu nehmen. Dann werden wir von der digitalen Transformation auch nicht überrascht – wie so viele unserer Kunden. Sondern können als Branche mitgehen und daran wachsen. Sonst werden wir Opfer unseres eigenen Treibers.

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32 Antworten
  1. von Dudelduden am 29.11.2015 (14:59 Uhr)

    das Maß|neh|men,
    das Maß,
    in dem Maße
    aber: die Masse

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  2. von Fabian am 29.11.2015 (16:18 Uhr)

    This is absolutely bang on. Squarespace and grid.io are just a few that really make development heavy agencies obsolete.

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  3. von Anonymous am 29.11.2015 (18:13 Uhr)

    "Das tun wir, indem wir viel modularer arbeiten, Best-Practice für „No-Brainer“ entwickeln, schneller liefern und leaner organisiert sind."
    Ich habe nicht wirklich viel vom Artikel verstanden; dafür steht viel zu viel Unausgesprochenes zwischen den Zeilen, aber: Was genau ist an der Idee jetzt irgendwie neu? Das ist doch offensichtlich. Als Agentur (ich habe keine Ahnung von Agenturen) würde ich doch natürlich hingehen und schauen, dass ich möglichst selten das Rad neu erfinde, mir möglichst meine eierlegende Wollmilchsau von CMS zusammenbaue und damit möglichst günstig möglichst viele Kuden bediene, was doch automatisch heißt, dass die Software möglichst nur noch konfiguriert und wenig programmiert wird. Aber das ist doch - als Denkansatz - trivial? Indiviuallösungen zu entwickeln kostet mehr Geld als eine Standardlösung, die man dann immer und immer wieder einsetzt. Ist doch klar?!

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    • von Tom am 30.11.2015 (09:40 Uhr)

      Vielen Dank - aus der Seele gesprochen ...

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    • von Thomas Döring am 01.12.2015 (00:46 Uhr)

      In dem Artikl sollten lediglich Buzzwords gestreut werden. Und man wollte Panik unter entsprechenden Firmen verbreiten, damit sie dann nutzlose Berater suchen und buchen, die ihnen erzählen, dass sie machen sollen, was sie eh schon machen. Keine Agentur fängt jedes Mal bei 0 an. Gerade Typo3-Agenturen haben oftmals Images, mit denen sie das Grund-Setup in wenigen Minuten machen, aber dem Kunden entweder in Tagen oder per Pauschale abrechnen.

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  4. von André am 30.11.2015 (03:02 Uhr)

    Ich weiß zwar nicht in was für einer Agentur Sie - Herr Veuve - arbeiten, aber den Markt und den Prozess der Softwareentwicklung scheinen Sie nicht zu durchblicken. Geschweige denn den Prozess hinter der Auswahl und Pflege der eigenen IT-Landschaft. Recht haben Sie, dass - insb. in KMUs - einige Unternehmen dies auch nicht tun, aber hier scheint der Einäugige unter den Blinden zu schreiben.

    Software entwickeln ohne Programmierer ist wie ein Auto zu bauen ohne Mechaniker/Techniker. Und natürlich soll es noch viel besser sein als das, was die Leute vom Fach machen - die blöden Programmierer. Natürlich kostenlos, schließlich fallen die Programmierer weg, dann kann das gar nichts mehr kosten. Logisch.

    Natürlich müssen wir auch alle verstehen, dass Digitalisierung = Automatisierung ist (Bestimmt hat sich das die böse Industrie ausgedacht als ein Mittel zur Rationalisierung von Arbeitskräften). Nicht die Überführung von Analogem zu Digitalem - wer hat das überhaupt behauptet? Bestimmt diese Forscher, die wissen ja auch nicht was sie tun.

    Stellt sich also die Frage warum noch z.B. keine IBM mit einer Lösung gekommen ist, warum es keine Codegeneratoren gibt. Gut wäre ja eine Software die dem Nutzer ermöglicht sich nur auf die Inhalte zu konzentrieren ... Content System ... nein ... Content Management System.

    Und wenn wir uns den Softwareentwicklungsprozess anschauen sehen wir quasi nichts von Digitalisierung. Noch immer heften die Praktikanten den ausgedruckten Code alphabetisch nach Programmname ab. Was könnten wir nicht alles leisten, wenn der Großteil der Softwareentwicklung digitalisiert und automatisiert wäre? Aber diese verdammten Programmier verwehren sich ja gegen alles was digital ist. Gut, dass wir da die ganzen voll digitalisierten und automatisierten Agenturen haben - unsere Vorreiter der Digitalisierung.

    Begnügen wir uns mit qualitativ ausreichender Software - ohne große Aspekte von Zuverlässigkeit, Wartbarkeit, Sicherheit o.Ä.; den ganzen Overhead - wir habens in den 80er nicht gebraucht, warum also jetzt? Dann finden Sie in der automatischen Erzeugung von Software durchaus Lösungen. Aber Programmierung ist nicht einfach nur festgelegte Ziele in strukturierten Code umzusetzen. Dazu gehört Kreativität sowie Interpretation und das liefert ein Computer aktuell noch nicht. Doch seien Sie beruhigt, sobald ein Computer bzw. eine KI auf diesem Maß der Kreativität und Interpretation arbeiten kann, sind es nicht nur Programmierer - und diese noch nicht mal als Erste - die durch einen Computer ersetzt werden. Oh! Natürlich bleiben die Vorreiter dabei außen vor.

    Wenn Sie sich ein wenig mit Softwareentwicklung beschäftigen würden, dann wüssten Sie, dass das Programmieren, d.h. Code schreiben, nur ein kleiner, wenn nicht sogar der kleinste Teil der Softwareentwicklung ist. Darunter zählt u.a. auch Anforderungsmanagement, Projektmanagement, Verifizierung und Validierung, Qualitätsmanagement sowie Delivery und Deployment. Womit dem Kunden nämlich die ganze Arbeit abgenommen werden kann insb. nachträgliches Customizing sowie technologische Integration.

    Natürlich ist eine individuell erstellte Software teurer als eine auf Masse ausgelegte Standardsoftware. Dafür ist sie ja aber auch individuell. Die von Ihnen bezeichneten "No-Brainers" sind nicht zwangsläufig "No-Brainers" - zumindest nicht wenn man sein Hirn dabei abschaltet. Was bringen denn eine Vielzahl von Standardlösungen? Lösungen die alle administriert, betrieben und gemanged werden müssen; die sich evtl. im Umfang überschneiden und sinnlose Kosten verursachen (das sind übrigens wirklich versteckte Kosten und nicht die von Ihnen erwähnten, die nur auf Mangel eines guten Projektmanagements zurückzuführen sind); die mich evtl. von Produkt-Landschaften abhängig machen oder Brücken/Schnittstellen zu anderen Produkten dann doch wieder individuell erstellt werden müssen? Hier können individuelle Lösungen durchaus mehr Sinn machen. Aber Ihrem Artikel nach sollen die ganzen Unternehmen - und gerade die KMUs haben ja das Geld locker - einfach erstmal Standard zukaufen? Glauben Sie denn mit 0815-Software ohne Entwickler oder Standardlösungen haben Sie oder Ihre Kunden weniger Aufwand beim Finden von Anbietern oder der technologischen Integration?

    "Jetzt wo wir noch Zeit und Muße hätten." Sie meinen, nachdem wir den globalen Markt verpennt haben und unsere Politiker noch heute darüber diskutieren was wir machen könnten, um nicht weiter zurückzufallen?

    "[...] ohne den Mittelmann 'Developer' [...]" schrieb der Mann von der Agentur?

    Ich lese hier nur den Wunsch des Händlers (ich schätze Sie meinen diese Art von Agenturen) ohne Produzenten klar zu kommen.

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    • von Armin Eitzen am 30.11.2015 (14:32 Uhr)

      Sehe ich auch so. Als Entwickler geht nur ein minimaler Teil meiner Zeit in "automatisierbare" Tätigkeiten. Und die werden einem, wenn man's mag, schon von jeder halbwegs vernünftigen IDE abgenommen (z.B. Codegeneratoren für Getter-Setter-Methoden). Der Rest ist Anforderungsanalyse, Modellierung, Dokumentation - und die sind nur schwerlich automatisierbar. Ich stelle mir gerade vor wie ein Tool bei der Anforderungsanalyse verzweifelt versucht, einen Kunden zu verstehen der meint, der Prozess solle benutzerfreundlicher werden.
      Während meines Informatikstudiums vor 15 Jahren gab es auch einen Professor, der uns genau denselben Vortrag gehalten hat - er hat seine Meinung im Nachhinein revidiert.

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      • von Marco S. am 30.11.2015 (16:36 Uhr)

        Sehe ich ebenso auch so! :) Besonders auf das Wort "Modellierung" möchte ich noch etwas eingehen. Es mag zwar stimmen, dass in der Welt der (Web-Design-)Agenturen 90% der Arbeit hochgradig redundant (und meiner Erfahrung nach größtenteils überflüssig) ist, aber sobald man sich in komplexere Gebiete vor wagt - wie etwa Spiele-Engine-Entwicklung, KI-Programmierung, Cloud-Development, Programmierung in Forschung und Entwicklung, Simulationen, Sicherheitssysteme und vor allem die Entwicklung hoch-individualisierter und komplexer System (für beispielsweise Raketen von SpaceX) - dann kann man hier von Automatisierung nur träumen. Um diese Prozesse zu automatisieren, bedarf es einer wahren künstlichen Intelligenz - und die gibt es noch nicht. Zugegeben, sobald es diese gibt, sind wir Entwickler WIRKLICH obsolet. Aber ich hoffe das dauert noch ein Weilchen.

        Komplexe Systeme modellieren und planen ist in etwa wie einen mathematischen Beweis formulieren: Es bedarf viel Kreativität und Ausdauer. Nichts, was mit einfachem Klicken von Baukästen erledigt werden könnte. Dazu kommt beim Programmieren noch die chaotische Komplexität. Das Verhalten von deterministisch chaotischen Systemen können wir höchstens mit Simulationen erfassen - und so performant sind unsere Computer noch nicht. Wir können ja noch nicht einmal eine Maus vollständig simulieren. VIEL zu komplex. Wie bitteschön soll man diese Prozesse automatisieren.

        Wenn man sich heute in der IT umsieht, könnte man meinen, es fände Programmierung nur noch im Web oder in Unternehmen statt. Auch wenn das der Löwenanteil ist, so ist dies doch die einfachste und primitivste Art, Programme zum Leben zu entwickeln. Schon bei Betriebssystemen wird es wesentlich komplizierter, und jeder Client und jeder Server läuft auf einem Betriebssystem. Also... Nix da! :)

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  5. von Frank Ockenfuß am 30.11.2015 (09:25 Uhr)

    Sehr geehrter Herr Veuve, tun Sie sich selbst einen Gefallen und ziehen Sie diesen Artikel zurück. Was Sie da schreiben ist einerseits trivial, wie einige andere Kommentatoren bereits ausgeführt haben, andererseits praxisfremd. Sie haben sich noch nie in den Niederungen der Softwareentwicklung aufgehalten, stimmt's?

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  6. von Carsten am 30.11.2015 (09:25 Uhr)

    Hallo Herr Veuve,

    ich weiß nicht ob und, wenn, welches Agenturtreiben Sie miterleben durften, aber nach einer erfolgreichen Softwarwschmiede mit zufriedenen Kunden hört sich das nicht an.

    Glauben Sie ernsthaft es ist schon heutzutage rentabel für jeden Kunden das Rad neu zu erfinden, und vor Allem den Kunden das bezahlen zu lassen? Es sollte doch absolut das Tagesgeschäft sein Kundenwünsche mit eigens entwickelten Modulen als Hauptbestandteil der Lösung zu liefern.
    Selbstverständlich wird dem Kunden mehr Entwicklung verkauft, obwohl doch Einiges doch nur konfiguriert wird. Denn genau so fährt man profitabel.

    Das Agenturgeschäft ist ein Löwenkäfig. Entweder Sie sind bereits der Alpha-Löwe und man wirft Ihnen sowieso täglich das größte Stück Fleisch zu, oder, und das ist wahrscheinlicher, oder Sie müssen sich mit den anderen Löwen streiten. Und da gewinnt dann doch der genügsamste.
    Der Konkurrenzkampf ist groß. Wenn Sie neue Kunden aquirieren wollen, überzeugen Sie eben nicht nur mit einem guten Leumund sondern mit einem besseren/günstigeren Angebot als die Mitbewerber.

    Darüber hinaus schließe ich mich den Ausführungen von André an und beende damit meine Rezension Ihres "Artikels".

    Beste Grüße
    Carsten

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  7. von manfred am 30.11.2015 (09:44 Uhr)

    Nun, einer unserer Profs sagte immer: "In 20 Jahren werden Sie sowieso nicht mehr gebraucht, das Entwickeln erledigt dann die Software für Sie." Allerdings ist das jetzt über 35 Jahre her ...

    Wieviel Ansätze es bis dato schon gab, "Lego"-Software zu etablieren, Lösungen in "Blister-Verpackungen" zu verkaufen u.ä. - in kurzen Abständen wird immer mal wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Und unter der Haube ... wird immer noch gehackt wie damals, als C64 und der IBM PC gerade geboren wurden ...

    Solche Artikel wie diesen hat man schon vor 10, 20 oder 30 Jahren geschrieben - ich finde das irgendwie peinlich ... vielleicht sollte man erst mal recherchieren, was andere so zu dem Thema gesagt haben, bevor man mächtig vom Leder zieht ...

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  8. von Josef Krammer am 30.11.2015 (09:47 Uhr)

    Hört sich der Autor einfach nur selber gerne reden? Dieser Artikel ist eine inhaltslose Anhäufung von hippen Wörtern, ein echter 'No-Brainer'.

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  9. von Tom am 30.11.2015 (09:49 Uhr)

    Ich kann und will mich nur ALLEN Vorpostern anschließen: die dargebrachten Inhalte und dieselben als solche können weder aus Praxiserfahrung noch aus ernsthaften und durchdachten Meinungen erwachsen sein. Denn die Praxis sieht definitiv anders aus.

    Gegenvorschlag (um nur einen der vielen Kritikpunkte aufzugreifen): bevor die Programmierer nicht mehr benötigt werden, weil sich Software gänzlich selbst entwickelt (schon dieser Vorgang "entwickeln" würde auf diese Weise in die Hose gehen), sollten sie einen Schutzmechanismus einbauen, damit nicht auch Artikel in Medien aller Art ohne Journalisten geschrieben werden können. Denn dann bräuchte man diese ja auch nicht mehr ... - think before you write.

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  10. von Heidemarie am 30.11.2015 (10:30 Uhr)

    So selbstsicher ware aich an Stelle der Agentueren mal lieber nicht.
    ich bin gerade auf der "Gegenseite", will für einen Fachhandelsbetrieb eine Webseite mit tieferer Integration in die wichtigsten Geschäftsprozesse konzipieren. Vor Agenturen hab ich ein bisschen Angst, weil die gute Ideen haben, aber von "programmieren" sprechen, wo ich denke dass "konfigureren" ausreichen sollte.

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    • von Peter Quiel am 30.11.2015 (12:22 Uhr)

      Hallo Heidemarie,

      ob nun programmieren oder konfigurieren, wo ist der Unterschied?
      Konfigurieren hoert sich so schoen nach ein bis zwei Minuten ein paar Buttons klicken an und fertig.
      Dabei ist das Unsinn. Konfiguration kann teuerer werden als ein individueller Programmteil. Naemlich dann, wenn erst spaeter Funktionen gefordert werden, die auf einmal die Konfiguration nicht mehr hergibt.
      D.h. die Anforderungen verlassen den Sprachraum der Standardloesung oder die Standardloesung stellt nicht die entsprechenden Variationspunkte bereit.

      Und es kann niemand sagen, wo die Reise hingeht.

      Oder um es in Worten von John Galsworthy zu sagen:
      We can predict everything, except the future.

      Gruss,
      Peter

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  11. von gboss am 30.11.2015 (10:52 Uhr)

    Lieber Herr Veuve,

    ein wunderbares Thema! Bitte bleiben Sie dran. Es tummeln sich bestimmt schon einige Unternehmen auf dem evolutionären Pfad in die Zukunft, die es zu recherchieren gilt.

    Mir erscheint diese Abstraktion der Softwareentwicklung durchaus realistisch, auch wenn es viele Poster nicht wahrhaben wollen. Es mag zwar noch ein paar Jahre dauern und die Form eine andere sein, als wir uns heute vorstellen können, aber erste Ansätze sind überall zu sehen und beginnen mit so einfachen Dingen wie Webseiten-, Shop-Baukästen oder Salesforce, die vielen Unternehmen bereits die seinerzeit notwendige Softwareentwicklung abgenommen haben. Automatisiert erstellte Texte, Sportmeldungen, Börsenberichte, ... Software? Ansätze gibt es überall: The Painting Fool, Facebooks Hack Codegen, ...

    Beste Grüße Gerald

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    • von Alain Veuve am 30.11.2015 (11:20 Uhr)

      Hallo Gerald

      die Kommentare sind nicht komplett unbegründet, nicht auf meine Person bezogen natürlich, denn eine simple Google Recherche hätte gezeigt, dass ich sehr wohl umfassende Development Erfahrung habe.

      Ich habe den Artikel genau mit diesem Hintergrund geschrieben. Denn, wenn man in einem Bereich tief drin ist, hat man mit der Zeit das Gefühl, dass etwas nur auf genau diese eine Art und Weise erbracht werden kann.

      Leute die Branchen umbrechen, haben dieses Wissen meist nicht. Sie nutzen die Technologie um bessere Resultate auf andere Weise zu realisieren. Den Ballast von "wie man so etwas macht" tragen sie aber eben nicht mit sich rum.

      Es gibt sehr wohl schon entsprechende Player. Einer der vielversprechendsten Player ist Appway. Ich habe hier schonmal was dazu geschrieben: http://www.alainveuve.ch/software-development-im-umbruch-the-next-big-thing/

      Es ist eine Frage der Zeit, bis jemand wirklich Geld in ein solches Venture investiert. Das heisst nicht, dass es dann gar keine Developer mehr braucht, aber dass, wie in vielen anderen Branchen auch, ein Trend zu mehr Digitalisierung und Automatisierung stattfinden wird.

      Liebe Grüsse
      Alain

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      • von Peter Quiel am 30.11.2015 (12:04 Uhr)

        Lieber Herr Veuve,

        Softwareenwicklung ist kein Prozess (zumindest nicht im Sinne eines gerichteten Ablauf), auch wenn viele Leute davon reden oder es glauben. Forschung ist schliesslich auch kein Prozess in diesem Sinne und auch sehr aufwendig. Trotzdem schreibt aktuell niemand ueber die Automatisierung der Forschung.

        Appway: Sieht fuer mich wie eine DSL fuer ERP Probleme aus. Was ist, wenn dieser Baukasten nicht die Steine fuer meine Anwendung bereitstellt? Wer und wie wird der Umfang fuer diesen Baukasten bestimmt?
        Das Erlernen des Baukastens wird aufwendig sein!
        ERP Probleme sind sehr vielseitig und verlangen deshalb ein grosses Vokabular, das erlernt werden muss und jeder, der mittels diesem Vokabular ein Problem beschreibt, ist ein Programmierer.

        Fachleute zu programmieren machen? Ein automatisierte Loesung zu einem Problem mittels einem Vokabular zu formulieren, ist dennoch schwieriger, als es einfach "unvollstaendig" in einem formlosen Text zu verfassen.

        Unvollstaendig ist die Beschreibung deshalb, weil sie nicht in automatisierter und nachweislich funktionierender Form gespeichert ist.

        Viele Gruesse,
        Peter

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      • von Marco S. am 30.11.2015 (20:23 Uhr)

        Lieber Herr Veuve,

        der Trend zur Automatisierung findet nicht in der Software-Entwicklung statt, Software-Entwicklung IST Automatisierung! Das ist die Idee dahinter.

        Ich garantiere Ihnen etwas: die letzten, die ihre Arbeit verlieren, sind die Programmierer, des diese schließlich sind es, die künstliche Intelligenzen entwickeln. Und bis diese Intelligenzen sich selbst entwickeln können, werden vorher alle Ökonomen, Anwälte, Steuer- und Unternehmensberater arbeitslos. Immerhin ist dies die Königsdisziplin: nicht nur automatisierte, sondern sich selbst entwickelnde Roboter bzw. Programme zu entwickeln.

        Sie können ja mal am DFKI (Deutschen Forschungsinstitut für künstliche Intelligenz) in Saarbrücken nach einem Prof. Dr. Peter Loos fragen. Der kann ihnen da einen ganzen Vortrag drüber halten, wie wichtig Programmierer sind.

        Ach und noch etwas: Statt Entwickler weg zu rationalisieren, sollten Unternehmen lieber die Ökonomen aussortieren. Ich hatte mich in meinem Studium leider für das Nebenfach Betriebswirtschaftslehre entschieden... DARIN steckt sehr viel Optimierungsbedarf. Ich meine was tut man als BWLer? "Einkaufen wenn billig, verkaufen wenn teuer." Wirklich mehr ist es nicht. Es gibt einen Grund, warum die erfolgreichsten Unternehmen von heute von Informatikern gegründet und geleitet werden - und nicht von Ökonomen oder "Managern"!

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  12. von Peter Quiel am 30.11.2015 (11:34 Uhr)

    Software ist kein Produkt, es wird nicht Designed, auch nicht geplant dann umgesetzt. Zumindest nicht wie es in der industriellen Fertigung verstanden wird.

    Software ist automatisiertes, gespeichertes Wissen und Softwareentwicklung ein wissenschaftlicher Prozess. Softwaresprachen und Werkzeuge entwickeln mit denen man besser/schneller Wissen in ausfuehrbarer Form speichern kann? Gerne, mach ich taeglich, denn: Don't do things a computer can do for you!

    Aber: Das technische Wissen um das fachliche Wissen zu speichern muss ich mir trotzdem erarbeiten und damit ich das gut mache, muss ich auch das fachliche Wissen wissen. Dieses Wissen muss auch einem automatisiertem System zugaenglich sein.

    Fazit: Softwareentwicklung ist eine menschliche Taetigkeit. Selbst wenn wir das Lernen lernen automatisieren, koennen wir nicht automatisiert das Wissen lernen von dem wir nicht wissen das wir es nicht wissen.

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  13. von Jörg am 30.11.2015 (12:09 Uhr)

    Alles was digital ist, ist auch irgendwann automatisierbar, z.B. Börsenhändler wurden schon längst durch spezielle Software ersetzt, die in Echtzeit Newsticker auswerten und Transaktionen platzieren.
    Fotografen, Journalisten und Musiker spüren das heute schon hautnah, sie sehen sich tagtäglich einer wahren Flut anderer Werke ausgesetzt, weil mit der billigen Digitaltechnologie jeder Mensch in der Lage ist, zu schreiben (bloggen), forografieren (mit dem Smartphone), Musik zu machen (mit Musik-Software).
    Die Frage die sich mir dabei stellt, ob man diese in ihren Auswirkungen gesamtgesellschaftliche Entwicklung einzig unter dem rein ökonomischen Gesichtspunkt "Kostenersparnis" betrachten sollte, wie der Autor das tut. Diese "Geiz ist geil"-Mentalität wird irgendwann dazu führen, das dabei alle verlieren, weil arbeitslose Softwareentwickler auch weniger konsumieren können.
    Dieses kurzfristige gewinnorientierte Denken scheint mir auch in diesem Artikel zu unreflektiert opportunistisch zu sein.
    Auch in Hinsicht auf Qualität und Freiheit (Unabhängigkeit) ist diese Entwicklung problematisch, da durch immer stärker standardisierte Prozesse und ausgelagerte "No-Brain"-Lösungen im Software-Bereich eigene technische Innovation verloren geht und die Abhängigkeit zu zentralen Konzernen zunimmt. Dadurch findet auch eine unglaubliche Machtkonzentration statt, die bei den Kunden solcher Lösungen schnell zur "Ohnmacht" werden kann.
    Das ist vergleichbar wie mit den neuen Autos, wo man nichts mehr selbst reparieren kann. Nur "was man selbst nicht reparieren/warten (lassen kann), das BESITZT man auch nicht".

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    • von Peter Quiel am 30.11.2015 (12:38 Uhr)

      Hallo Joerg,

      das Boersenhaendler durch Programme ersetzt wurden, halte ich fuer blanken Unsinn.

      Boersenhaendler nutzen Programme um automatisiert zu handeln, so weit so gut. Aber nach welcher Strategie handeln diese Programme? Zufall?
      Viele - und nicht alle - Trader entwickeln Trading-Strategien und speichern dieses Wissen in Progammen, die dann automatisiert handeln.
      Das funktioniert, mal mehr, mal weniger.

      Gruss,
      Peter

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      • von Jörg am 30.11.2015 (13:48 Uhr)

        Schon mal etwas von Hochfrequenzhandel gehört? Das findet in Millisekunden statt, wobei schon die Entfernung zum Zentralrechner eine Rolle spielt. So schnell können keine Menschen mehr handeln. ;)
        Vergleiche doch einfach mal die Anzahl der Arbeitsplätze vom alten Börsenpakett vor der Computertechnologie und heute. Das ist wie Autobau vor und nach Henry Ford.
        Natürlich benötigen die Programme eine Konfiguration, handeln dann aber weitestgehend autark.
        Das ist z.T. auch die Erklärung für starke Kursbewegungen an den Börsen, weil da nicht Menschen reagieren, sondern Programme!

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      • von MA am 01.12.2015 (17:20 Uhr)

        Wissen sollte man nicht mit Nicht-Wissen bestreiten ;-)

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  14. von manfred am 30.11.2015 (12:19 Uhr)

    ... und wie es mir scheint, wäre es sinnvoll, mal die Begrifflichkeiten klar zu definieren. Denn mir scheint, je nach dem, wo man sich in der Kette befindet, bedeutet oft das selbe Wort ganz etwas anderes. Was dann zu heftigen Diskussionen bis hin zur Konfusion führt. Bevor dieses Problem nicht gelöst ist, wird alles andere ein verblassender Traum sein.

    Denn wieviele Ansätze gab es denn schon, den Prozess der Softwareentwicklung zu automatisieren ...

    Beispielsweise habe ich in meiner Diplomarbeit einen Codegenerator entwickelt, der es erlaubt, mittels einer Beschreibung in einer DB Daten in verschiedenen Formaten hin und her zu konvertieren. Den erzeugten Code konnte man dann ins eigene Projekt fliessen lassen und musste nicht immer die Import/Export-Routinen neu schreiben ... So eine Art "BizzTalk-Server light" ... und das war ... 1990! Heute wird das Thema als "Data-Wrangling" unter dem "Buzzword-Dach" Big-Data vermarktet. Neu? Funktionell gesehen überhaupt nicht, vom Handling und der Geschwindigkeit her natürlich schon ...

    Oder: Irgendwann wurde einmal UML als der Zopf gepriesen, an dem man sich aus dem Sumpf zu ziehen vermag ... hm, ok, UML wird zwar hier und da genutzt, aber sicher anders, als es sich die "Erfinder" bei Rational Rose damals vorgestellt hatten ... Damals hieß es, dass man Prozesse damit abbilden könne und vor allem, dass man diese Projekte wiederverwenden könnte ... nun, was draus geworden ist, weiss man ja.

    Dann kam die Welle der agilen Softwareentwicklung ... Sterne gingen am Entwicklerhimmel auf (eXtreme Programming) und verschwanden wieder ... vor allem, weil es tausend ähnlich gestrickte Konzepate gab ...

    Mein persönlich Eindruck bis dato war: die ganzen Bestrebungen, Softwareentwicklungsprozesse zu automatisieren und wirklich ein Konzept zu haben, wo der Kunde ohne Entsicklungskenntnisse mit ein paar Klicks (oder früher einfachen Befehlen) sein System zusammenstellt, sind schon seit > 50 Jahren ein erwünschtes Paradigma, dass aber nie erreicht wurde. Denn es fehlte immer an der letzten Konsequenz: einmal an den Tool-Entwicklern, diese auch so zu gestalten, dass sie von Nutzern ohne Diplom eingesetzt werden können (wie der Getränke- oder Süßwarenautomat im Büroflur), dann die Bereitschaft der Unternehmen, dieses Konzept auch bis zum Ende durchzuboxen. Denn meistens passt natürlich der Zeitplan nicht, und dann werden halbgare Konzepte "into the wild" losgelassen - und diese manifestieren sich, und somit ist das Konzept schon wieder hinfällig. Und nicht zuletzt muss der Kunde mitspielen, der bei individuellen Änderungen keinen Hack "unter der Haube" erwartet, wie es heute üblich ist, sondern bereit ist, längere Turn-Around-Zeiten zu akzeptieren. Erst wenn diese drei Prämissen erüllt sind, kann es klappen.

    Meine Einschätzung: machbar wäre das schon lange, nur benötigt es einen langen Atem, eine hohe Frustrationsschwelle und finanzielle Mittel bis zum Abwinken ...

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  15. von Alex am 30.11.2015 (12:31 Uhr)

    Ich beschäftige mich seit 10 Jahren mit genau diesem Thema (Generierung von Softwarecode). Und ja, es ist möglich und es gibt viele Lösungen dafür. Codegenerierung funktioniert, aber nur wenn man versteht sie richtig einzusetzen. Dann erhält man sehr hohe Gewinne an Produktivität und Qualität. Das Problem ist eher, dass Codegeneratoren heutzutage noch sehr aufwändig, komplex und unflexibel sind und deshalb nur selten erfolgreich eingesetzt werden können. Ich gründe selbst gerade ein Startup, welches genau diese Probleme lösen soll. Und ich bin nicht der Einzige. Es tut sich also schon etwas in der Richtung.
    Die meisten Kommantare in diesem Forum bestätigen meine Beobachtung der letzten Jahre: Dieses Thema wird in Deutschland und USA ganz unterschiedlich angenommen. Hier nur blinde Skepsis und Bedenken, drüben Offenheit und gesunder Optimismus. Deswegen wird die im Artikel vorausgesagte Innovation wahrscheinlich wieder (wie schon immer) von einem digitalen Global Player aus den USA beherrscht werden. Geschichte wiederholt sich eben.

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    • von Peter Quiel am 30.11.2015 (12:56 Uhr)

      Hallo Alex,

      ich bin ein grosser Freund von Werkzeugen, die die Softwareentwicklungsproduktivitaet steigern. Aber automatisierte Softwareentwicklung und Codegenerator sind wohl nicht das Gleiche.
      Sonst waere ja jeder Compiler, Interpreter, Cross-Compiler, Model-Transformation und Reduktion schon die Loesung.

      Dieser Artikel drueber Softwareentwickler ueberfluessig zu machen.

      Wenn es darum geht, mit z.B. einer Language Workbench DSLs zu entwickeln, die der Kunde direkt fuer sein Problem einsetzten kann, dann ist das keine automatisierte Softwareentwicklung sondern der Kunde hat die Loesung fuer Problemklasse und nicht nur fuer ein spezielles Problem bekommen.
      Diese Loesung steigert die Komplexitaet und Kosten, kann sich aber lohnen. Entweder fuer den Kunden, da er damit mehrere Probleme loesen kann. Z.b. eine spezielle Sprache in der Mustererkennungsalgorithmen schnell und verstaendlich formuliert werden koennen oder fuer die Agentur, weil sie somit unterschiedlichen Kunden schneller eine spezielle Loesung anbieten kann.

      Trotzdem wird in diesen Faellen die Softwareentwicklung selbst nicht automatisiert.

      Wenn du - Alex - an einer Loesung zur besseren/flexibleren Beschreibung von Software zur Loesung von Problemklassen arbeitest, dann wuensche ich dir viel Erfolg und ich bin selbst von diesem Ansatz ueberzeugt.

      Viele Gruess,
      Peter

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  16. von Fair Use am 30.11.2015 (12:45 Uhr)

    Man wieder-benutzt Code nicht weil man die paar Zeilen neu schreiben muss, sondern weil man sie nicht(oder zumindest weniger) neu testen muss.

    Die einzige mit den Interessen der Kunden ist anscheinend @Heidemarie:
    http://t3n.de/news/entwickler-ueberfluessig-werden-657807/#comment-191528

    Sie hat Recht. Doch werden Leute wie ich abgemahnt und existenzvernichtet nur weil man die SQL-Datenbank von Supermärkten in deren Auftrag die Verfügbarkeit und Endkundenpreis in Apps verfügbar macht. Die SQL-Datenbank wäre patentiert usw.

    Siemens hat in USA wohl eine Elektro-Motoren-Fabrik gekauft und ist dort wohl unter diesem Namen heimlicher Marktführer.
    Modellbau-Flugzeuge (es gibt schöne Doku-TV-Sendungen "Die Modellbauer" usw. auf den kleineren Free-TV-Sendern) sind zwar individuell mit hunderten Arbeits-Stunden gebaut aber viel Krams kommt doch vom Standard-Herstellern. Gleiches für Eisenbahnen wo die Landschaft selbstgemacht aber Schienen, Waggons und Triebwagen natürlich von Märklin o.ä. sind..
    Standard-Base + Individualisierung = Super-Model oder C-Promi-Casting-Show...
    Spinnweben bestehen aus harten und flexiblen Teilen und daher überlegen. Individual+Standard...
    Östrich meinte doch mal: Wer die Datenhaltung selber programmiert setzt das Projekt in den Sand. D.h. sowas ist heute schon Standard. Vermutlich weitere Dienste dank Clouds wo man vieles früher wirklich selber programmieren musste und natürlich nicht den hohen Leistungs- und reifegrad von z.b. node.js, nginx o.ä. selber hinbekommen hätte. Vom Aki-Aka/Steganos-Gründer gibts ein Online-TV-Interview wo er sowas auch schon vor ein paar Jahren sagte.
    Aber man kann natürlich auch die üblichen M8/M9/...-Gewinde usw. ablehnen und proprietären Krams bauen. Der Kunde bezahlt es ja....

    Excel ist ein Vorzeigebeispiel. Das kann jede Hausfrau.
    Bekannte belieferten einen DAX-Konzern und deren wöchentlichen Bestell-Listen waren in M$-Access. Das ist viel einfacher zu bedienen als MySQL per Command-Line.
    Früher mussten Schmiede jedem Pferd die Hufe aus Metall individualbasiert anschmieden. Heute geht man (nicht vergessen, Winterreifen) zur Tankstelle und für ein paar Euros ratz fatz Winter- vs. Sommer-Reifen wechseln.

    Eine Lösung wären z.b. definierte APIs (.ini, .xml, .csv,...). Der Individual-Programmierungs-Freund hingegen bevorzugt EDI. Das hassen viele und ist viel komplizierter also krass viel unnötig teurer als z.b. xml.
    Die Universitäten bekamen ihre Studenten nicht angemeldet. Die Zentralvergabe hätte den Unis einfach XML-Files rüberschieben müssen mit den Daten der Studenten und fertig. Danach das große Outing inclusive Namen wessen Software den XML-Input-Standard nicht beherrscht und an welcher Universität man vielleicht besser nicht Informatik studiert.
    Von Elster und Online-Banking will ich schon lange Interfaces. Aber Kassenbons kopieren statt die Betriebsausgaben inclusive Empfänger-Konto-Nummern gleich dem Finanzamt per Mausklick im Onlinebanking rüberzuschieben finden Individual-Programmierer vielleicht viel besser...

    Wenn Du jede Maschine mit unterschiedlich viel Volt anschliessen musst, wird es krass teuer. USB-C-Anschluss, Euro-Stecker, Kaltgeräte-Stecker zeigen auf wie ratz fatz schnell geht. Zwei Bekannte haben jeweils ihren Gas-Brenner austauschen müssen (Heizung und Warmwasser). In beiden Fällen waren es 1500 für den Brenner und 1500 für die Arbeit. Das muss nicht sein wenn es Standards gäbe. Diese (simpel vermeidbaren) Kosten bezahlt auch Ihr jeden Tag über Eure Miete. Elektro-Warmwasser waren 300 für den Brenner und 150 oder so für die Arbeit. Wer ist also vorbildlicher ? Elektro-Tesla oder Hochpreis-Öl-Barone ?

    Der Billig-Tesla kommt wohl leider erst übernächstes Jahr. Der Staat ist natürlich nicht vorbereitet und tausende Tankstellen schliessen, Aldi und Lidl haben keine Loader-Parkplätze und VW usw. müssen mal wieder auf Steuer-Kosten gerettet werden und Strom wird wie in der DDR rationiert und je nach Stadtteil stundenweise eingeschaltet... In der DDR gabs auch keine freien WiFis und Besserstellung: Intershops dort, hier LTE Netflix und LTE-Spotify die wir kleinen Kunden uns nicht leisten können und freies WiFi im ICE wo wir uns auch meist nicht leisten können...

    IBM hat damals SQL erfunden. Im Prinzip ist es (damals) ASCII für Terminals und alles als Text. Pfennige usw. haben ja keine endlosen Nachkommastellen und vieles im Business geht ohne Float per Festkomma oder Ganz-Zahl=Integer=krasso viel schneller! wenn mans schlau anstellt und z.b. in Cents rechnet oder hunderstel Cents oder was das Finanzamt vorgibt.

    IBMs Idee mit XML und UDDI damit Robots alls Firmenbilanzen z.b. von Startups automatisiert einsammeln und durchchecken welches der nächste Fail (Shorten) oder Erfolg(Long gehen) wird, wurde von der Bilanz-Industrie bis heute nicht unterstützt und die UDDI-Server still und leise abgeschaltet... . Wäre ich das Handels-Register würde ich XML-Bilanzen vorschreiben und automatisiert downloadbar machen...

    Datev ist auch ein Beispiel für Vereinheitlichung. Oder halt Elster auch wenn das sehr viel besser sein könnte und müsste. Elster ist wie Onlinebanking und Benzin-Autos krass optimierbar.

    @Alain Veuve: Danke für den Text. Hätte konstruktiver sein können. Aber statt Agenturen passt natürlich vermutlich auch "Systemhäuser" usw.
    Du könntest mal beim Segment Wirtschaft in den Appstores (auch MacOS, nicht nur M$-Phone, iOS und Android) usw. die Top100 Apps durchgehen und die Hersteller-Firmen bei den Appstores listen. Vielleicht finden sich ein paar Hersteller/Programmierer die MEHRERE verschiedene Apps ähnlicher Art produziert haben und als Referenz gegen die Hochpreis-Freunde Dir einen bestätigenden Bericht schlauer Reusability ermöglichen.
    Vielleicht gibts herausragende Hersteller mit vielen oder zumindest 5-10 iPad-Pro-Business-Anwendungen.

    Die Hochpreis-Freunde meinen natürlich vielleicht das ein Dominos-Pizza-Taxi einen ganz anderen Motor und Chassis und alles andere braucht als ein Uber-Taxi oder als ein Luigi's-Pizza-Taxi.
    Ein paar Autokonzerne wollten auch die Bauteile vereinheitlichen. Aussen geht es nicht so gut weil jedes Auto aussehentechnisch optimiert werden muss. Aber alles unsichtbare also z.b. die Motoren und Mechanik für Seitenspiegel, Fensterscheiben-hoch-runter, Scheibenwischer, TürSchlösser!, Tank-Anschluss innen, Tank-Stutzen (nicht aber die Tankform welche wiederum vielleicht individuell sein muss) usw. können einheitlich sein. Fragt doch mal bei Bosch und Ina/FagKugelfischer (halt diesem Konzert der oft viel am Antriebsstrang macht während Bosch eher Auto-Elektrik liefert). Oder Glühbirnen. Da haben die LED-Lampen einfach krass mal eben die 220-Volt-Glühbirnen-Anschlüsse übernommen und sich durchgesetzt. Har har har...
    Laser-Drucker und Tintenstrahldrucker hingegen machen das Gegenteil und jedes Modell hat unterschiedliche Patronen (siehe Mediamarkt/Saturn oder Metro) obwohl in beide nur einheitliches Papier reinkommt... Was davon (Toner, Patronen, Papier) ist unnötig teuer ? Was ist dank Wettbewerb gut und billig ? Na also.

    Hochpreis-Freunde sind ja vermutlich auch der Meinung das jedes Handy Treiber braucht bevor man es an einen PC anschliessen kann. Windows hat seit M$-DOS zigtausende Druckertreiber.
    Auch Mäuse, Tastaturen, 150Tasten-Gamer-Joysticks, Festplatten, SD-Karten, USB_Sticks, MMC-Karten, Compact-Flash und Memory-Sticks brauchen unbedingt jeweils eigene Treiber weil sie zwar über USB angeschlossen werden so wie damals alle Drucker an die Parallele Schnittstelle aber nicht (so wie alle Modems) per AT-Commando-Set einheitlich angesprochen werden können. SD-Karten sind sogar Schreibschützbar!!! während jede Platte beim Kunden gefraggt oder von Viren verseucht werden kann obwohl es derselbe Treiber ist... Die USB-Foundation hat leider bis heute keine Bild-Geräte (Kameras, Scanner) und Drucker vereinheitlichten Treibern unterworfen obwohl alle Geräte per OTG an alle aktuellen Handies anschliessbar wären...
    Auch der HDMI hat vieles verbessert und Monitore und Fernseher vereinheitlicht angebunden wie schon das 220/110-Volt-Strom-Netz oder damals die 5/12-Volt-Stecker von IBM in den PCs mit den roten/2Schwarzen/gelben Leitungen...

    Bei den PC-Bauern (Lenovo, Dell, HP, Medion,...) wird das konsequent durchgezogen: Festplatten sind von SD-Karten abgesehen (USB-Sticks sind immer zu dick siehe Chromecast-1) vielleicht die am einheitlichsten einbaubaren PC-Teile überhaupt ! Denkt mal nach. Und Festplatten, SD-Karten und RAM-Speicher (dank JEDEC-Foundation-Spezifikationen) entwickeln sich auch konsequent weiter und werden stetig billiger und auch noch größer(Vollbit-Volumen-mäßig) und oft sogar noch kleiner(abmess-technisch).

    Excel ist das Vorbild. Der Kunde müsste sich seine App selber zusammenstellen können so wie bei Access die SQL-Abfragen.
    90% der Business-Software sind ja keine krass individuellen Spiele sondern Preise, Produkte, Verfügbarkeit, Termine abfragen usw.

    ARIS sollte man als Beispiel auch im Hinterkopf haben. UML ist halt nur die Buchstaben und vielleicht mit den Patterns noch ganz nette Sprichworte und Bauern-Regeln aber halt keine halbwegs vollständige HowTo-Anleitung.

    In USA gibts fair use. Hier hingegen kann man SQL-Warenwirtschafts-Datenbanken vielleicht als Software-Patentierte geschütztes Firmen-Eigentum der Agentur/Systemhaus deklarieren und Zugriff nur gegen viel Geld erlauben...
    Vergleiche NTFS oder FAT32.

    Bei Autos wird keiner existenzvernichtend auf Milliarden-Patente klagen wenn man z.b. Autos auf Rapsdiesel umbaut oder (in England sehr üblich aber auch hier gibts Vorbilder) mit Fritten-Fett betreibt. Vieles was bei Autos erlaubt und sogar durch explizite EU-Gesetze erlaubt wurde, ist bei PCs und Software oft quasi verboten.

    In Österreich oder Schweiz kann man Deine Ideen vielleicht durchsetzen. Einer der beliebtesten Preisvergleicher sitzt vielleicht deshalb auch dort.

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  17. von Sigspl.org am 30.11.2015 (14:36 Uhr)

    Software die Software schreibt? Soso. ;-)
    Was wahr ist, auch an Entwickler werden die Erwartungen steigen, auch heute gibt es sogar für diese Rolle schon den digitalen Spalt.
    Für Menschen ganz ohne Technik Verständnis wirds in der Tat nicht einfach. Ob ich es persönlich gut heisse, weiss ich nicht.
    Aber was ist wenn es eine aehnliche Entwicklung ist wie damals lesen und schreiben?

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  18. von Christopher am 02.12.2015 (11:48 Uhr)

    Lieber Alain,

    ich zweifele nicht an Deiner Erfahrung bei entsprechenden Projekten und dass Du jemand bist, der gerne über den Tellerrand schaut.

    Genau genommen vermischst Du in dem Artikel natürlich (absichtlich?) verschiedene Themen um Deine Thesen aufzubauen. Das es großes Potenzial gibt im Software-Bereich Innovation zu treiben ist unbestreitbar. Nun ist es nicht neu, dass die menschlich / soziologische Entwicklung der technologischen in Sachen Wachstum nicht ansatzweise folgen kann. Das Mittel der Wahl heißt also *Abstraktion*: wenn sich Menschen weniger um Details kümmern müssen bleibt mehr Zeit für das Wichtige (sprich Werte für Kunden zu schaffen). Dazu lesenswert: http://www.joelonsoftware.com/articles/LeakyAbstractions.html

    Weshalb ich Dir widersprechen muss: Durch bessere Tools und Software, die Software baut wird lediglich die Abstraktionsebene geändert. Menschen die analytisch denken, Prozesse analysieren und exakte Regeln aufstellen ("konfigurieren") werden immer die Qualitäten eines Entwicklers benötigen. Ob Du das nun Business-Engineer oder Software-Developer nennst ist nur eine Sache der Benennung. Und ob Code geschrieben, konfiguriert oder geklickt wird ist eine Veränderung der Abstraktion.

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