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Was das Silicon Valley dir über erfolgreiche Gründer gepredigt hat, ist statistisch unhaltbar

Was das Silicon Valley dir über erfolgreiche Gründer gepredigt hat, ist statistisch unhaltbar

Investoren aus dem sind groß darin, über die Erfolgsfaktoren von und Gründern zu reden – vieles ist jedoch subjektiv und statistisch nicht haltbar – das ergab eine datengetriebene eines (Achtung!) Risikokapitalgebers.

Das Silicon Valley, als Gründer-Mekka der Tech-Branche, hat bereits viele gut gemeinte Tipps in die Welt hinaus posaunt, die Jungunternehmer beherzigen sollten, wenn sie erfolgreich sein wollen. Viele der Tipps scheinen aber statistisch gar nicht haltbar zu sein – und zwar nicht nur im Ausland, wo oftmals sowieso ganz andere Bedingungen herrschen, sondern selbst in der Region, aus der sie kommen. Eines der größten Risikokapitalunternehmen aus San Francisco, First Round Capital, das unter anderem in Uber, Fab und Birchbox frühzeitig investierte, kann das jetzt sogar belegen.

First Round Capital hat die internen Startup- und Gründerdaten der vergangenen zehn Jahre analysiert

„10-Year-Project“-Studie analysiert Startup- und Gründerdaten der vergangenen zehn Jahre. (Grafik: First Round Capital)
„10-Year-Project“-Studie analysiert Startup- und Gründerdaten der vergangenen zehn Jahre. (Grafik: First Round Capital)

In einer großangelegten Studie, haben die Investoren ihre hauseigenen Daten der letzten zehn Jahre analysiert, um herauszufinden, welche Investments die erfolgreichsten waren, und vor allem auch, welche besonderen Merkmale die Gründer selbst aufwiesen. Einige Zahlen daraus sind ziemlich interessant – oder sollte man sogar sagen: ziemlich überraschend?

„Wir glauben, dass Seed-Investment vielmehr eine Kunst statt eine Wissenschaft ist, und dass es kein allgemeingültiges Erfolgsrezept gibt, dennoch hat sich die Analyse der Daten von über 300 Unternehmen und in etwa 600 Gründern, als eine extrem spannende Angelegenheit entpuppt“, heißt es in der Einleitung der „10 Year Project“-Studie. „Wir haben auf die Eigenschaften der Gründer geschaut, die den Erfolg des Unternehmens begünstigten.“

Studie hat viele Behauptungen aus dem Silicon Valley entkräftet

Auch wenn einige der Ergebnisse dem allgemeinen Tenor wohl entsprechen dürften (Gründer, die aus einer Ivy-League-Universität kamen, waren im Schnitt erfolgreicher als andere Unternehmer), waren andere Ergebnisse geradezu faszinierend für die Branche. Die Erkenntnis, dass beispielsweise Unternehmen, die von einer Gründerin geführt wurden, über die Jahre um 63 Prozent erfolgreicher waren, gehört für die Studienführer zweifelsohne dazu. Die Beobachter erkennen darin einen guten Grund, warum sich mehr Frauen in die Tech-Wirtschaft wagen sollten.

Unternehmen, die von Frauen gegründet wurden, waren um 63 Prozent erfolgreicher. (Grafik: First Round Capital)
Unternehmen, die von Frauen gegründet wurden, waren um 63 Prozent erfolgreicher. (Grafik: First Round Capital)

Interessant ist auch, dass Unternehmen mit einem unter 25-jährigen Gründer-Team, um 30 Prozent erfolgreicher waren als der Durchschnitt, der bei 34,5 Jahren lag. Die Top-10 der erfolgreichsten Unternehmen aus dem Investmentpool wurden dennoch von Menschen gegründet, die im Durchschnitt 32 Jahre alt waren. Ein großer Erfahrungsreichtum ist also kein Muss, könnte daraus abgeleitet werden. Wichtiger scheint, dass es mehr jugendlichen Leichtsinn braucht – die Risikobereitschaft soll im Alter ja sowieso sinken, heißt es oft.

„Wir dachten, die Lage könnte einen ebenso dramatischen Unterschied machen, aber wir lagen falsch!“

Auch was den Standort angeht, hat First Round Capital mit einem weit verbreiteten Mythos gebrochen. „Wir dachten, die Lage könnte einen ebenso dramatischen Unterschied machen, aber wir lagen falsch“, schreiben die Verantwortlichen.

Oft genug heißt es, dass man sich in eines der großen Startup-Epizentren begeben sollte, um zu gründen – in den USA spricht man da vor allem von San Francisco, dem angrenzenden Silicon Valley oder New York. Rund 25 Prozent der Unternehmen in der Studie kamen jedoch von außerhalb und waren mindestens genauso erfolgreich. 1,3 Prozent haben die erfolgreichsten Startups in den Tech-Regionen sogar übertroffen.

1,3 Prozent übertrafen die erfolgreichsten Startups in den Tech-Regionen. (Grafik: First Round Capital)
1,3 Prozent übertrafen die erfolgreichsten Startups in den Tech-Regionen. (Grafik: First Round Capital)

Die Analyse hat einige wichtige Eindrücke gegeben und manch vorherrschende Meinung erschüttert. Die Ergebnisse haben vor allem eine Erkenntnis bei den Risikokapitalgebern ins Gedächtnis gerufen: Es kommt nicht drauf an, wer du bist oder woher du kommst – man sollte jeder Person, mit einer guten Idee zuhören.

via pando.com

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Eine Antwort
  1. von Cashburner kontrollieren am 07.08.2015 (14:06 Uhr)

    Man sollte also Cashburnern verbieten in Hochpreismietgebieten zu gründen sondern dort wo man sich das Leben leisten kann. Gilt laut Statistik für USA und natürlich auch für hier.
    Siehe z.B. Jack Ma der von 12 $ pro Monat verheiratet in einer Chinesischen Großstadt leben konnte.

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