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Erstes Firefox-OS-Smartphone kostet nur 69 Euro – inklusive Startguthaben

hat am gestrigen Montag den Startschuss für sein in Europa gegeben. Als erstes wurde das ZTE Open ins Rennen geschickt, das für lediglich 69 Euro über die Ladentheke geht – inklusive eines Startguthabens von 30 Euro. Leider gibt es diesen Deal vorerst nur in Spanien.

Erstes Firefox-OS-Smartphone kostet nur 69 Euro – inklusive Startguthaben

ZTE Open – Firefox OS geht an den Start

Der Preis des ZTE Open ist eine Kampfansage und ein lauter Einstieg in den Smartphone-Markt. Denn für günstige 69 Euro erhält der Nutzer ein Smartphone mit 3,5 Zoll großem Touchscreen mit einer Auflösung von 480 x 320 Pixeln und einem Qualcomm-Prozessor mit einem Gigahertz Taktfrequenz und 256 Megabyte RAM. Die rückseitige Kamera bietet eine Auflösung von 3,2 Megapixeln – eine Frontkamera gibt es nicht. Das Firefox-OS-Phone kommt mit winzigen 512 Megabyte internem Speicher sowie einer vier Gigabyte großen microSD-Speicherkarte – wer mehr möchte, kann auch eine SD-Karte mit einer Kapazität von bis zu 32 Gigabyte einbauen. Ferner sind GPS, Bluetooth und WLAN an Bord des ZTE Open.

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ZTE Open – das erste Firefox-OS-Modell kommt zum Spottpreis. (Bild: ZTE)

Firefox OS – auch für „schwachbrüstige“ Smartphones geeignet

Sicherlich ist das ZTE Open kein Highend-Bolide, der sich mit einem iPhone 5, HTC One oder Samsung Galaxy S4 messen kann. Das soll es auch nicht. Stattdessen will die Mozilla-Foundation, die hinter Firefox OS steht, den Einsteigermarkt für sich gewinnen. Als Konkurrenz können Nokias Asha-Serie oder günstige Android-Smartphones betrachtet werden. Mozilla-CTO Brendan Eich ist der Meinung, dass Firefox OS weit besser für günstige Smartphone geeignet ist als Googles Android, denn „Android ist zu fett“, so Eich auf der Pressekonferenz zur Einführung der ersten Firefox-OS-Smartphones. Er hält Android für zu groß und schwer, damit es gut auf günstigen Geräten mit kleiner Ausstattung laufen kann. Android 4.x benötigt beispielsweise mindestens ein Gigabyte RAM – mit nur 256 Megabyte laufe es einfach nicht.

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Firefox OS verfügt bereits über eine Reihe essentieller Anwendungen – Nokias Kartenservice HERE ist auch mit von der Partie, Facebook sowieso. (Screenshot: Mozilla)

Firefox OS ist ein schlankes Betriebssystem, das auf Webtechnologien wie HTML5 und JavaScript setzt und auf einer ähnlichen Basis wie Mozillas Firefox-Browser beruht. Das OS verfolgt somit einen anderen Ansatz als die Platzhirsche Android und iOS. Die Firefox-Web-Apps sind zudem weit platzsparender als native Anwendungen auf iOS und Android. Ein weiterer Vorteil: Diese Apps können auch auf besagten anderen Plattformen ausgeführt werden. Wer nun denkt, dass man für die Nutzung der Web-Apps stets online sein muss, liegt falsch, denn diese lassen sich auch problemlos lokal auf dem Phone ablegen.

Hinsichtlich dieses Vorteils sehe man bei Mozilla gute Chancen, Firefox OS nicht nur in Ländern mit geringer Smartphone-Verbreitung zu einer attraktiven Option zu machen, sondern auch unter Nutzern in Industrienationen, die bislang noch kein Smartphone besitzen und kein Highend-Phone benötigen.

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Mediaplayer und Radio-App sind ebenso an Bord von Firefox OS – wie es sich für ein Smartphone gehört. (Screenshot: Mozilla)

Bislang gibt es noch keine konkreten Pläne für einen Marktstart in Deutschland. Allerdings will die Telekom das Alcatel One Touch Fire bald in Polen anbieten. Auch Telefónica hat Pläne, Firefox-OS-Geräte von  Alcatel in wenigen Wochen in Brasilien, Venezuela und Kolumbien auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus hat der norwegische Netzbetreiber Telenor die Absicht, Firefox-Phones in Mittel- und Osteuropa anzubieten. Das norwegische Unternehmen ist unter anderem in Ungarn, Serbien und Montenegro vertreten. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis solche Geräte auch in Deutschland landen. Darüber hinaus soll es bei Zeiten nicht nur Smartphones geben, die mit Firefox OS betrieben werden, sondern auch Tablets.

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5 Antworten
  1. von Em Ka am 02.07.2013 (15:09 Uhr)

    Super! Konkurrenz belebt den Markt.

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  2. von Olaf Barheine am 02.07.2013 (15:17 Uhr)

    Der Name "Firefox" ist natürlich schon mal ein Pfund, mit dem man wuchern kann und den wohl jeder kennt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir noch sehr viele Geräte mit dem Firefox OS in naher Zukunft sehen werden. Ich bin sehr gespannt.

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  3. von Jep am 02.07.2013 (17:58 Uhr)

    Die Konkurrenz heißt Lumia 520. Es gibt für 110€ im Moment kein so gutes Handy, wie dieses. (die Nokia-Dienste mal außer Acht gelassen).

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  4. von Guido am 03.07.2013 (08:55 Uhr)

    Das "i-Tüpfelchen" fürs Firefox-Marketing wäre noch, wenn es positives in Punkto Sicherheit und Datenschutz zu berichten gäbe. Als Firefox-Fan könnte ich mir vorstellen, dass man da auch mit Add-Ons (z.B. Ghostery, o.ä.) noch einiges mehr in der Hand hat als bei Google oder Apple. Guter Einstieg, bei dem es sicher nicht bleiben wird. Da wir hierzulande ja (trotz Googles erdrückendem Marktanteil) sehr kritisch gegenüber den großen US-Konzernen sind, könnte ich mir vorstellen, dass eine Alternative gut am Markt ankommt.
    Bei Browsern hat in Deutschland ja Firefox die Nase vorn. Daher sollte man den Newcomer m.E. nicht unterschätzen.

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  5. von Multi-Boot am 04.07.2013 (02:21 Uhr)

    Entwicklungsländer sind um ältere Handies angeblich froh.
    Bei Apple und Samsung gehts darum, wie viel Hardware man für 400-600 Euro einbauen kann. Bei Niedrigpreis-Handies geht es darum, sie immer billiger zu kriegen damit immer mehr Leute es sich leisten können. Videospiel-Konsolen werden auch alle 2 Jahre überarbeitet und sind dann schlanker und preisgünstiger aber die Basis bleibt. Bildungs-Tabletts haben eine ähnliche Zielrichtung und können sich ruhig auch in Richtung billiger bewegen. Wenn jeder Bürger ein Pad hat und jeder Kirchturm WiFi ausstrahlt, spart man viel Papier und kann viel digital erledigen.

    Die von mir schon seit Jahren ersehnten und vor Jahren angekündigten Web/HTML(5)-Apps kommen durch Firefox-OS hoffentlich auch endlich.
    Da kann man im Notfall die Buttons anordnen wie man will. Oder seine Lieblings-Fonts einstellen oder auf seine Lieblings-Bildschirm-Auflösung optimieren usw. Ist ja HTML oder sogar CSS auf der eigenen Festplatte.

    Allerdings ist FireFox ein Memory-Fresser am Desktop.
    Und Android 4.0 läuft mit 512 MB ganz gut. Wenn man zu viele Apps installiert, kriegt man aber leider Probleme und Android hilft nicht wirklich bei der Problemlösung.

    Und eine kleine Root-Platte ist nicht schlimm wenn man SD-Karten nachrüsten kann. In diesem Fall wäre allerdings ein eingebauter SD-Anschluss für Apps und ein Hotplug SD-Anschluss also 2 SD-Anschlüsse ganz nett und nur die Betriebssysteme lägen auf dem Root-Flash-Drive. Das India-Pad für ca. 50 Euro hat ja auch 2 USB-Anschlüsse "weil die Leute Daten austauschen möchten". Die Frage ist, ob man ohne SDxC (64 und mehr GigaByte) gut auskommt. SD-Karten werden ja ständig billiger und größer und in 1 Jahr sind vermutlich 64GB normal und günstiger und das geht mit SDhC glaube ich nicht mehr sondern da ist bei 32 GB Schluss.

    Als erster Versuch bleibt aber wenig zu kritisieren. Schön wäre, wenn man Updatebarkeit versprechen könnte weil dieser Punkt bei Android schon sehr nervt und man sich als FireFox auch Chiplieferanten aussuchen kann, die Linux-Treiber stellen.
    7"-Firefox-Tabletts für 100 Euro wären vermutlich auch schnell machbar und könnten z.B. auf alle Linux-USB-Treiber zugreifen wohingegen ich bei Android4.0 evtl. nicht mal eine Maus anschliessen kann. Alle Linux-Treiber ohne Google-Willkür wäre schon eine nette Konkurrenz zum closed droid.
    Wenn man verschiedene Distros booten kann, kann man es am TV als MediaPC (XBMC o.ä.), in der Schule als Bildungs-PC und zu Hause als Hobby-PC (Facebook, Banking, Emails,...) nutzen. Speziell Appliances mögen Multiboot-Fähigkeit.

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