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Ethik ade? Fast jeder vierte Manager würde für eigenen Vorteil täuschen

    Ethik ade? Fast jeder vierte Manager würde für eigenen Vorteil täuschen
t3n-Kolumnist Florian Nöll fordert die Einführung einer Gründerzeit sowie die Bildung eines Digitalkabinetts. (Foto: Shutterstock)

Mit ethischem Verhalten ist es bei einem großen Teil der deutschen Manager offenbar spätestens dann vorbei, wenn es um den eigenen Vorteil geht. Das legt jedenfalls eine neue Studie nahe.

Viele Manager finden unethisches Verhalten nicht schlimm

Einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) zufolge sind 23 Prozent der befragten deutschen Manager bereit, für ihren eigenen Vorteil Behörden und das eigene Management zu täuschen sowie unethisches Verhalten zu dulden. Damit liegen deutsche Manager über dem Schnitt. Weltweit würden 21 Prozent der befragten Manager nicht korrekte Verhaltensweisen bejahen, in Westeuropa sind es aber nur 14 Prozent, wie Spiegel Online berichtet.

Ein Teil der Manager in Deutschland findet Erfolg wichtiger als ethisches Verhalten. (Foto: Shutterstock)

Bei der Täuschung von Behörden liegen Deutschlands Manager im Europavergleich ganz vorn. Zehn Prozent würden laut Studie für ihren eigenen Vorteil Externe wie Auditoren oder Regulierer täuschen. Einen größeren Anteil weisen nur die Slowakei (14 Prozent) und Irland (zwölf Prozent) auf. Kaum Täuschungsversuche (jeweils ein Prozent) würden demnach Manager in Kroatien, Norwegen, den Niederlanden und Dänemark unternehmen. Österreich liegt mit sieben Prozent im oberen, die Schweiz mit vier Prozent im unteren Mittelfeld. Ebenfalls zehn Prozent der deutschen Manager würden für ihr eigenes Fortkommen auch das eigene Management täuschen. Einen größeren Anteil gibt es nur in der Türkei (15 Prozent).

Auch interessant: Trotz der zahlreichen Compliance-Anstrengungen der Unternehmen in den vergangenen Jahren ist unethisches Verhalten bei jungen Managern weltweit noch deutlich verbreiteter. 73 Prozent der Manager im Alter zwischen 25 und 34 Jahren stimmten der Aussage „Unethische Verhaltensweisen können gerechtfertigt sein, um Unternehmen über Abschwung zu retten“ zu. Über alle Altersgruppen hinweg stimmen dem nur 59 Prozent der befragten Manager zu.

43 Prozent der deutschen Manager halten Korruption für weit verbreitet

Eventuell vor dem Hintergrund der Diesel-Affäre zu werten ist die sprunghaft gestiegene Korruptionswahrnehmung. Im vergangenen Jahr gaben laut EY-Studie 43 Prozent der deutschen Manager an, Bestechung und korrupte Methoden seien im heimischen Geschäftsleben weit verbreitet. 2015 waren es noch 26 Prozent. Weltweit halten das 51 Prozent der Manager für möglich. In manchen Ländern wie der Ukraine, der Slowakei oder Griechenland sind bis zu 80 Prozent der Manager der Meinung, in ihrem Land sei Korruption weit verbreitet.

Ernst & Young hat für die Studie „Human instinct or machine logic – which do you trust most in the fight against fraud and corruption?“ weltweit 4.100 Entscheidungsträger befragt, davon 100 in Deutschland.

Auch interessant in diesem Zusammenhang: Staatsanwaltschaft klagt Samsung-Chef wegen Bestechung an

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