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Evernote-Chef Chris O’Neill: „Microsoft imitiert uns“

    Evernote-Chef Chris O'Neill: „Microsoft imitiert uns“

Evernote-Chef Chris O'Neill (Foto: Evernote)

Chris O'Neill ist seit rund einem Jahr Chef der bekannten Notizen-App Evernote. t3n hat ihn in Berlin getroffen und unter anderem über die Konkurrenz und Evernotes Zukunftspläne gesprochen.

Chris O'Neill ist seit Juli 2015 Chef der beliebten Notizen-Cloud-App Evernote. Die Notizen- und Dokumentationsverwaltung in der Cloud wird von verschiedenen Seiten angegriffen. So hatte beispielsweise Microsoft kürzlich ein Tool vorgestellt, das Daten von Evernote zur eigenen Lösung Onenote migriert.

„Microsoft hat sehr viele Inspirationen von Evernote übernommen“, sagte O'Neill im Gespräch mit t3n.de in Berlin. „Imitation ist die ehrlichste Form des Kompliments.“ Das Migrations-Werkzeug sei eine „relativ übliche Microsoft-Taktik“, sagte O'Neill. Evernote plane allerdings niemals, die Migration von Daten durch technische Maßnahmen zu verhindern.

Evernote-CEO: „Nutzer sollen mit Daten machen, was sie wollen”

„Die Daten unserer Nutzer sind ihre Daten – sie sollen damit tun, was sie wollen.“ Evernote habe aber keinen großen Effekt durch das Migrations-Tool von Microsoft feststellen können. „Ehrlich gesagt ist Microsoft außerdem auch ein toller Partner“, sagte O'Neill – beispielsweise sei Evernote in Outlook integriert und der größte Konkurrent von Evernote immer noch „Bleistift und Papier.“

Notizen-Apps und Produktivität insgesamt sind ein sehr großer Markt – neben Evernote und Microsoft bieten unter anderem Dropbox, iCloud, Google Drive und seit kurzem auch Slack ähnliche Funktionen an. „Was Microsoft mit Onenote tut, ist meiner Meinung nach in vielerlei Hinsicht das, was sie gerne mit Office tun würden – aber Office ist so ein großes, unzähmbares Produkt, dass sie dort wenig Möglichkeiten haben.“

Lag der Fokus von Vorgänger-CEO Phil Libin noch klar auf schnellem Nutzerwachstum, richtet O'Neill die Firma seit seinem Amtsantritt konsequent auf Monetarisierung aus. Das spiegelt einen breiten Trend im Silicon Valley wider – das Investitionsklima für Tech-Unternehmen hat sich seit etwa einem Jahr deutlich abgekühlt. „Im Valley herrschte lange Zeit das Motto Nutzerwachstum um jeden Preis – jetzt ist es etwas ausgeglichener“, sagte der Evernote-Chef.

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Evernote schließt Verkauf nicht aus

Evernote ist in einer Basis-Version kostenlos, viele Funktionen wie Offline-Notizen oder der Zugriff über verschiedene Geräte hinweg setzen aber ein Abonnement voraus. Bislang haben sich laut O'Neill 200 Millionen Nutzer für Evernote registriert – jeden Tag kämen zwischen 75.000 und 100.000 Nutzer hinzu. Die Herausforderung für Evernote sei, aus den registrierten Nutzern auch aktive Nutzer zu machen. Diese würden dann auch bereitwillig zahlen. „Wir werden immer eine kostenlose Basis-Version haben“, sagte der Evernote-CEO.

Im Gespräch mit t3n schloss O'Neill weder einen Börsengang noch einen Verkauf des Unternehmens an einen IT-Riesen aus. „Ich hätte die Verpflichtung, mir mögliche Kaufangebote anzuhören – aber das ist nicht unser Ziel“, sagte O'Neill. Deutschland befinde sich unter den zehn Ländern mit den meisten Evernote-Nutzern und unter den fünf Ländern mit den höchsten Umsätzen.

In Zukunft will sich Evernote noch stärker auf Funktionen für Unternehmen und Gruppen konzentrieren. „Manchmal will ich Dinge nur für mich speichern – manchmal für das Team. Wir schauen uns gerade an, wie wir solche Funktionen umsetzen können“, sagte O’Neill. Außerdem will Evernote stark auf maschinelles Lernen setzen, um jeweils im aktuellen Kontext relevante Informationen anzeigen zu können und die Suche zu verbessern.

Libin hatte häufig davon gesprochen, ein „100-jähriges Unternehmen“ aufbauen zu wollen. Den Begriff nimmt Nachfolger O'Neill nicht mehr in den Mund. „Ich nutze den Begriff nicht, ich spreche lieber von einem beständigen Unternehmen“, sagte O'Neill. „Wir haben Evernote nicht umsonst so genannt – wir wollen noch lange Zeit bestehen.“

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3 Reaktionen
Andy
Andy

Ein Blick auf Wikipedia:
OneNote kam in seiner ersten Version 2003 auf dem Markt.
Evernote erschien nach der Firmengründung im Jahr 2008.
5 Jahre Unterschied!
Widewidewitt, ich mach die Welty, wie sie mir gefällt...

Antworten
Chris
Chris

Nur gitb es OneNote schon wesentlich länger als Evernote....

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Alem

Microsoft imitiert? Wäre hätte das gedacht...

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