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Cristina Riesen von Evernote: „Es gibt keine Work-Life-Balance mehr“ [CeBIT 2014]

Zwei Millionen Deutsche nutzen bereits als ihr digitales Gedächtnis – sowohl privat als auch im Beruf. Im CeBIT-Interview erklärt Europa-Chefin Cristina Riesen, warum wir uns vom Konzept der Work-Life-Balance verabschieden müssen.

Cristina Riesen von Evernote: „Es gibt keine Work-Life-Balance mehr“ [CeBIT 2014]

Im t3n-Interview auf der CeBIT: Cristina Riesen von Evernote. (Quelle: t3n)

Leben und Arbeit: Eine Trennung ist für die meisten längst unmöglich

Vergesst die Work-Life-Balance: Cristina Riesen, Europa-Chefin von Evernote. (Foto: Google Plus)
Vergesst die Work-Life-Balance: Cristina Riesen, Europa-Chefin von Evernote. (Foto: Google Plus)

Die meisten der weltweit 90 Millionen Evernote-User greifen mobil auf ihren Service zu, erklärt Cristina Riesen, General Manager Europe, auf der in Hannover.

Denn immer mehr Leute organisieren sowohl ihr Privatleben als auch ihren Arbeitstag On the Go. Vor allem durch mobile Endgeräte verschwimmen die Grenzen zwischen Beruf und Zuhause – und diese Entwicklung ist auch nicht mehr aufzuhalten, sagt Riesen: Wir organisieren während der Arbeitszeit unseren Feierabend und arbeiten dafür später vom Sofa aus noch ein paar Mails weg. Cristina Riesen selbst ist da keine Ausnahme.

Das Zeitalter der Work-Life-Integration

Doch Riesen sieht diese Entwicklung nicht als Bedrohung, wenn diese moderne Form des Lebens und Arbeitens in flexiblen, durch entsprechende Technologien unterstützten Strukturen geschieht. Tools wie Evernote könnten uns dabei helfen, das permanente Umschalten zwischen Privat- und Berufsmodus effizienter zu managen, sagt sie – etwa indem wir unsere Urlaubsplanung über dasselbe Dashboard verwalten wie unsere Ideen für das nächste Exposee. So funktioniere „smarte Arbeit“: Riesen nennt es Life-Work-Integration.

Auch Mitarbeiter zwingen ihre Arbeitgeber zur Adaption

Die zunehmende Verquickung von Beruflichem und Privatem hat im Umkehrschluss auch Auswirkungen auf die Unternehmen. Sie hoffe, erklärt Riesen, dass heute niemand mehr ernsthaft mit dem Konzept Bring your Own Device hadere: „Der Zug ist längst abgefahren.“ Unternehmen sollten vielmehr eine Chance darin sehen, dass Mitarbeiter privat die neuesten Technologien nutzen, statt sie im Büro zur Arbeit mit veralteter Soft- und Hardware zu zwingen.

„Kein Unternehmen kann sich BYOD verschließen.“

Evernote selbst ist in den vergangenen Jahren zunehmend von Unternehmen kontaktiert worden, deren Mitarbeiter die Software ohnehin schon nutzten – und die nun nach Erweiterungen fragten, um das Tool unternehmensweit einsetzen zu können. Das Produkt „Evernote Business“ entstand also als Reaktion auf einen Markt, der entscheidend durch die – zunächst private – Selbstorganisation der Mitarbeiter geprägt wurde.

Die Verquickung stellt Unternehmen vor besondere Herausforderungen

Natürlich stellt es Unternehmen vor besondere Herausforderungen, wenn ihre Mitarbeiter sensible Geschäftsdaten auf ihren Smartphones herumtragen. Die zusätzlichen Features von Evernote Business beispielsweise in der Nutzeradministration antworten auf diese Bedürfnisse. Doch egal, ob B2B oder B2C: Für einen Cloud-Dienst müsse Sicherheit immer an erster Stelle stehen.

„Die Cloud bringt Risiken, aber auch enorme Benefits.“

Als Reaktion auf den Hackerangriff vor einem Jahr nutzt Evernote Two-Factor-Authentication und bietet Nutzern die Möglichkeit, ihre Notizen zu verschlüsseln. Evernote selbst verarbeitet keine Daten weiter und betont auch, dass bei einer Löschung des Accounts keine Daten im Unternehmen verbleiben. Absolute Sicherheit gebe es im Netz letztlich nie. Und doch, so Riesen, wünsche sie sich manchmal, dass bei aller berechtigter Skepsis der enorme Nutzen der modernen Technologien für unseren Alltag mehr gewürdigt werde.

Video-Interview mit Cristina Riesen von Evernote

Auch vor der Kamera hat uns Cristina Riesen Rede und Antwort gestanden. Im Video erklärt sie, warum sie ihre Nutzer gerne vom Handy auf den Desktop holen möchte und wie wichtig der deutsche Markt für Evernote ist.

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12 Antworten
  1. von nk am 16.03.2014 (18:39 Uhr)

    Nie mehr Feierabend. Schöne neue Welt…

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  2. von Pierre am 16.03.2014 (21:16 Uhr)

    Nicht sauer sein...aber es wäre so schön, wenn Leute zu solchen Großthemen nicht immer so Stammtischweisheiten raushauen würden a la es gibt keine Work Life Balance mehr. Ich verstehe, dass man durch die Evernote-Brille das anders sieht. Aber ein paar Grundkenntnisse in Sachen Soziologie und Psychologie machen schon Sinn...Stichwort: Inter-Rollen-Konflikt...R.K. Merton... Wenn man User Experience richtig verstehen möchte, ist es wichtig den Menschen zu verstehen und sich nicht alles hinzubiegen damit es in den Business Case passt.

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  3. von Fritz am 16.03.2014 (22:49 Uhr)

    Die Qualität einiger Beiträge von T3N reicht schon an die von GIGA.tv oder hat Giga den Laden schon übernommen?

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  4. von Pieta am 17.03.2014 (07:12 Uhr)

    Früher musste man noch "Anzeige" über tumbe Werbeposts schreiben. Kommt anscheinend langsam aus der Mode.

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  5. von Jan am 17.03.2014 (07:40 Uhr)

    Wer sein Arbeitsleben mit dem Privatleben vermischt, hat vermutlich keine Freunde oder sonstige Interessen oder andere Ideen zur Freizeitgestaltung als Arbeit.
    Der ist dann auch selbst schuld, wenn er irgendwann ausgebrannt und allein auf dem Sofa sitzt. Dass "Frau Evernote" damit keine Probleme hat, ist Teil ihres Geschäftsmodells.

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  6. von Stefan am 17.03.2014 (08:46 Uhr)

    Die Dame wird sich noch umgucken, wenn mal 2 Kinder Teil ihres Work-Life-Balance ist ... dann sieht die Welt ganz anders aus ...

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  7. von Sven am 17.03.2014 (08:57 Uhr)

    Bitte was unterscheidet diesen Artikel von eine Pressemitteilung? Das ist kein Journalismus, das ist grottenschlecht getarnte Werbung. Dabei wäre es doch nun wirklich leicht gewesen, diese Bullshit-Thesen ("Urlaubs- und Exposee-Planung in einem Tool lässt Work und Life ineinander fliessen") auseinander zu nehmen.

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  8. von Maria am 17.03.2014 (11:47 Uhr)

    Hm ich glaub, die hat sogar Kinder. Ich finds eigentlich ganz cool, dass mal jemand nicht mehr die Augen vor der Realität verschließt und zugibt, dass wir Arbeit und Privatleben irgendwie zusammenbringen müssen.

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  9. von Stefan am 17.03.2014 (20:53 Uhr)

    Stichwort Burnout! Irgendwann ist dann auch mal Schluss.

    Hab ich kein Verständnis für ... sorry

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  10. von EverNOte am 18.03.2014 (08:10 Uhr)

    Job ist Job und Freizeit ist Freizeit - und nichts anderes!

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  11. von Sven am 20.03.2014 (14:15 Uhr)

    Sorry, aber das haben die sich von der Bild abgeschaut. Dort fehlt auch die Kenntlichmachung von "Werbung" und die hauen auch immer so tolle Überschriften raus. Sorry, aber das war nichts. Zudem - man sollte sich im Griff haben, abends die Finger von digitalen Endgeräten zu lassen, die mit der Arbeit verknüpft sind. Aber das muss jeder selbst entscheiden.

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  12. von jooo am 24.03.2014 (16:24 Uhr)

    Ich schließe mich Pierre (Psychologie/Soziologie) und anderen, die das hier als Werbung identifizieren an: Evernote betreibt mit einer provokanten These Marketing. Doch sie reden von dem technischen Aspekt Live-and-Work-Integration. Spätestens wenn Cristina Riesen ihren Urlaub einreicht, wird sie wieder über ihre Live-Work-Balance nachdenken. Und wenn Journalisten, die aufgrund schlechter Artikel arbeitslos geworden sind, merken, dass sie dann immer noch Evernote nutzen können, doch nicht mehr über Live-Work-Balance nachdenken müssen, werden auch sie merken, dass sie sich damals dazu hinreißen haben lassen, undifferenzierten Mist zu schreiben.

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