von , 22.06.2010

Existenzgründung: Braucht man heute noch Venture Capital?

In den USA wird derzeit diskutiert, ob Venture Capital heute überhaupt noch relevant ist, da die VC-Unternehmen ihr Kapital reduzieren und Startups heute auch weniger finanzielle Hilfe benötigen. Diese Diskussion nimmt Alexander Graf auf und vergleicht in seiner Analyse den Startup-Lebenszyklus von 1990 bis heute. Der wesentliche Unterschied: Während früher Venture Capital gebraucht wurde, um ein Projekt überhaupt anzustoßen, kommt das Riskokapital heute viel später zum Einsatz und sorgt dabei eher für die Deckung der Skalierungs- und Marketingkosten.

Webbasierte Anwendungen und Cloud-Computing-Dienste sorgen heutzutage für relativ geringe Kosten bei der Gründung eines Startup-Unternehmens. Viel wichtiger ist das Know-How und das lässt sich nur schlecht mit VC generieren. Erst wenn das Startup soweit aufgestellt ist, dass es in die Wachstumsphase übergeht und Gelder für die Skalierung und das Marketing benötigt, kommen Kapitalgeber wie das kürzlich gestartete HackFwd von Xing-Gründer Lars Hinrichs ins Spiel.

Die Veränderungen seit den 90er Jahren bis heute hat Alexander Graf in einer Abbildung dargestellt:

vc money
Die Veränderungen im Lebenszyklus eines Startups von 1990 bis heute (Bild: Kassenzone)

Weitere Erläuterungen und Denkanstöße zum Thema „Venture Capital“ finden sich im Artikel der Kassenzone.

Bildnachweis für die Newsübersicht: © Franz Pfluegl - Fotolia.com

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7 Antworten

  1. von Alex 22.06.2010 (14:29Uhr) 1.

    Hi Falk,

    danke für die Erwähnung. Ich würde HackFwd aber eher vorne einordnen - als eine Art weiterentwickelter Y-Combinator Ansatz.

    VG
    Alex

  2. von Martin S. 23.06.2010 (07:30Uhr) 2.

    Know How wird im Vergleich zu Kapital zum Glück immer wichtiger. Vor allem im Bereich der Web-Startups trifft dies zu. Kennt jemand zufällig Studien oder Statistiken die Thesen wie oben genannt Beweisen?

  3. von Friederike Lanzsch 23.06.2010 (11:07Uhr) 3.

    Ich denke, es kommt wirklich auf das Business an, in dem ein Startup gründet. Wenn jemand eine E-Commerce-Plattform aufbaut oder eine Softwarefirma, dann braucht er natürlich nicht viel Kapital für Produktionsmittel etc. Wenn aber jemand im technischen Bereich gründet, dann schon. Das läuft ja heute meistens so, dass solche Unternehmen aus Hochschulen oder Fraunhofer Instituten ausgegründet werden und dann staatliche Förderungen beantragen (EXIST). Wenn keine Fördermittel bewilligt werden, hat das Projekt aufgrund des hohen Bedarfs an Startkapital kaum Chancen. (Und zu dem Zeitpunkt sind bereits größere Summen in die F&E geflossen!) An dieser Stelle ist VC durchaus gefragt.


    @Martin Ich glaube, dass ist eher so eine "Bauchgefühl"-Einschätzung. Finanzierungen lassen sich viel besser in Studien darstellen. Wie könnte man den "Know how" operationalisieren?
    Ich habe mal versucht, eine aktuelle Studie zu finden, die Auskunft darüber gibt, ob Startups aus Inkubatoren eine höhere Überlebenschancen haben (was vielleicht in Indikator dafür wäre, dass Know-how wichtiger ist als Geld). Leider hab ich nur veraltete Studien gefunden (die meisten aus den 90er Jahren) oder allgemeine Aussagen ohne Zitation. Wie z.B. hier http://www.exist.de/imperia/md/content/exist-news/8_exist-news.pdf (S. 9): "Die durchschnittliche Überlebensrate von jungen Unternehmen nach fünf Jahren liegt in der Europäischen Union bei etwa 50 Prozent. Sind die Gründungen allerdings in einem Inkubator ausgebrütet, dann steigt die Rate auf bis zu 80 Prozent." (bezieht sich eventuell nur auf hochschulnahe Inkubatoren) Falls jemand eine aktuelle Studie hat, bin ich auch interessiert.

    Andere Know-how-Träger sind Business Angels: Eine neuere Studie der Harvard School besagt, dass von Business Angels unterstützte Startups erfolgreicher sind als solche, die mit Venture Capital gefördert sind. Dies wird auf den "zweiten Flügel" der Angels zurückgeführt: das Kontaktnetzwerk und das Mentoring des Angels. http://www.readwriteweb.com/start/2010/04/angel-backed-companies-more-likely-to-succeed-says-harvard-study.php

  4. von Brauchen Startups noch Risikokapital? |… 24.06.2010 (20:48Uhr) 4.

    [...] zwei Tagen wurde ich via Twitter auf den t3n-Artikel Existenzgründung: Braucht man heute noch Venture Capital? aufmerksam. Ich hab mir den Artikel sofort durchgelesen, da er thematisch gerade super in mein [...]

  5. von Sarik 01.07.2010 (00:59Uhr) 5.

    Deutschland ist ein wirklich armes Entwicklungsland, wenn es um Frühphasen-Finanzierung von Startups geht. Von den ehemals fast 50 Venture Capital Unternehmen im Jahr 2000 sind gerade mal 15 nennenswerte VC´s übrig geblieben, von denen gerade mal die Hälfte wirklich aktiv investieren, dies allerdings erst in der Wachstumsphase. In der Frühphase gibt es praktisch nur ein paar staatliche Fördertöpfe, deren Beantragung meist recht aufwendig und vor allem langwierig ist. Viel zu langwiering für die extrem schnelle Entwicklung von Internetfirmen, die notwendig ist, damit die Gründer mit einer Idee am Markt bestehen können und nicht sofort von schnelleren Nachahmern überrollt werden.

    Wir wollen das ändern und haben mit Hanse Ventures den ersten echten Startup Accelerator in Deutschland gegründet. Wir suchen engagierte Gründer, die schon etwas bewegt haben und mit Leidenschaft ein erfolgreiches Web-Unternehmen aufbauen wollen. Falk Hedemann hat die Hintergründe zum Launch von Hanse Ventures sehr gut beschrieben:

    http://t3n.de/news/internet-holding-hanse-ventures-272606/

    Mehr Infos findet man auch hier: http://www.hanse-ventures.de

  6. von Heiko 06.07.2010 (15:43Uhr) 6.

    Ich sage nur: Kopf schlägt Kapital: http://www.kopfschlaegtkapital.com/

  7. von Brauchen IT-Startups noch Risikokapital?… 01.04.2011 (13:50Uhr) 7.

    [...] zwei Tagen wurde ich via Twitter auf den t3n-Artikel Existenzgründung: Braucht man heute noch Venture Capital? aufmerksam. Ich hab mir den Artikel sofort durchgelesen, da er thematisch gerade super in mein [...]

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