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Digitale Gesellschaft

Reclaim your data oder: Warum ich meinen Facebook-Account gelöscht habe

    Reclaim your data oder: Warum ich meinen Facebook-Account gelöscht habe

Reclaim your data. (Grafik: leonardsavage.com)

Vor wenigen Tagen hat Facebook meinen Account gelöscht – endgültig. Und nachdem der erste Schmerz verklungen ist, kann ich auch endlich darüber schreiben. Die Doppelklick-Kolumne von Florian Blaschke.

Facebook und ich hatten einen Deal – jetzt ist es aus

Klarer Deal: Daten gegen Netzwerk. (Foto: Kris Krug / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

„Sie vertrauen mir. Was für Trottel!“ Ich habe in den vergangenen drei Wochen oft an diese Sätze denken müssen, die der 19-jährige Mark Zuckerberg in den Anfangstagen von Facebook einem Freund geschrieben haben soll.

Nein, mit Vertrauen hatte das bei Facebook und mir nichts zu tun.

Facebook und ich hatten ganz einfach einen Deal, so wie Facebook mit jedem Nutzer einen Deal hat: Zuckerbergs Unternehmen bekommt einen Teil meiner Daten, ich bekomme ein Soziales Netzwerk – kostenlos. Und da sich nicht wirklich messen lässt, wie viele Daten Facebook bekommt, habe ich bei diesem Deal einfach meinem Bauchgefühl vertraut.

Lange war das Verhältnis für mich ausgewogen und fair, selbst als Facebook Instagram gekauft hat, konnte ich damit noch gut leben. Fotos von meinem Essen? Bitte schön. Weder auf Facebook, noch auf Instagram habe ich Informationen geteilt oder Daten hinterlassen, die ich nicht guten Gewissens in fremde Hände geben konnte. Vor drei Wochen aber hat sich alles geändert. Vor drei Wochen hat Facebook WhatsApp gekauft. WhatsApp, ausgerechnet den Messenger, über den ich privateste Nachrichten verschickt habe. Den Messenger, der meine Handynummer hatte, eine der Informationen, hinter denen Facebook her ist wie der Teufel hinter den unschuldigen Seelen. Mein Bauchgefühl sagte: Das ist nicht gut, der Deal droht zu platzen. Das Verhältnis zwischen den Daten, die Facebook insgesamt von mir bekommen hätte, und dem Service, den ich dafür nutzen darf, kam ins Wanken, und am Ende stellte ich fest: Es stimmt nicht mehr. Es war aus.

Immer dieses „Eigentlich“ oder: Warum ich meinen Facebook-Account wirklich gelöscht habe

„Ich drückte den Knopf, der im Film die Bombe auslöst und in echt einen Facebook-Account löscht.“

Zu oft schon hatte ich in Posts oder Kommentaren zum Umgang von Facebook mit Nutzern und Daten Sätze wie „Eigentlich müsste man seinen Account löschen“ gelesen. Immer dieses „Eigentlich“. Bei mir sollte es fehlen. Also schrieb ich meinen letzten Post auf Facebook am 21. Februar 2014 um 10:30 Uhr. Der Inhalt: In 90 Minuten, Punkt High Noon, würde ich meinen Account löschen. 90 Minuten, um zu sehen, ob irgendjemand da draußen gute Argumente hat, nicht zu gehen. Immerhin, es gab ein paar halbgute: persönliche Kontakte, Freundschaften, großartige Unterhaltungen. Aber echtes Futter für mein gutes Bauchgefühl? Gegen den unfairen Deal? Fehlanzeige.

Um 12 Uhr also drückte ich den roten Knopf, der im Film die Bombe auslöst und im echten Leben einen Facebook-Account löscht. Zumindest fast. Schließlich gönnt Facebook sich selbst – oder jedem Nutzer, je nach Perspektive – eine Schonfrist von zwei Wochen, in der jeder Account wieder hergestellt werden kann. Diese zwei Wochen galt es auszuhalten. Und sie waren hart. Das beste Argument gegen die Löschung nämlich hatte ich selbst parat, die ganze Zeit über: Ich liebe Facebook. Ich liebe diese Art der Kommunikation – der Kontakt zu einigen der großartigsten Menschen, die ich kenne, lief hauptsächlich über das Soziale Netzwerk, es war Nachrichtenquelle, Unterhaltungsmedium, Zeitvertreib. Mit Facebook hatte ich das Gefühl, dabei zu sein. Dabei, wenn sich im Leben von Freunden wichtige Dinge ereignen. Wenn sie umziehen, einen neuen Job antreten, wenn sie Kinder kriegen – und auch, wenn sie sterben.

Facebook ist nicht das einzige Social Network auf der Welt

Ich habe meinen Facebook-Account gelöscht. Wirklich. (Screenshot: Facebook)
Ich habe meinen Facebook-Account gelöscht. Wirklich. (Screenshot: Facebook)

Von einem auf den anderen Tag war das vorbei. Was blieb, war Leere. Das Gefühl, nicht mehr mitspielen zu dürfen, während die anderen draußen in der Sonne toben – und daran auch noch selbst Schuld zu sein. Was blieb, war das Gefühl, dass die Welt ein Stück ärmer geworden war. Zumindest für mich.

Dieser Schmerz aber, er geht vorbei. Zwar vermisse ich auch heute noch einige der Unterhaltungen und Menschen auf Facebook, aber Zuckerbergs Projekt ist nicht das einzige Social Network auf dieser Welt. Und bei Twitter, so mein Bauchgefühl, stimmt der Deal nach wie vor. Der Microblogging-Dienst will weniger Daten, ich habe mehr Kontrolle – und eigentlich genauso viel Spaß wie mit Facebook. Nur eben anders.

Was ich aber neben der persönlichen Seite unterschätzt hatte, waren die praktischen Konsequenzen. Als Admin der t3n-Fanpage beispielsweise musste ich schließlich nach wie vor in der Lage sein, Artikel zu teilen oder zu kommentieren. Mit Tools wie Buffer lässt sich schon ein Großteil der Arbeit eines Facebook-Admins abdecken, einiges aber geht eben auch nicht.

Reclaim your data: Ich hatte eine Lawine losgetreten

Optich ist Friendica nicht ganz auf der Höhe, dafür kann man verschiedene Kanäle über eine Plattform ansprechen.
Ob Friendica mal eine Alternative zu Facebook werden könnte? (Screenshot: Friendica)

Doch auch, wenn sich solche Probleme mit etwas Aufwand lösen lassen, gab es noch einen weiteren Punkt: Wenn ich schon Facebook den Rücken kehrte (und in der Folge auch WhatsApp und Instagram), musste ich konsequent sein. Wenn ich diesem Unternehmen keine Daten mehr geben wollte, musste das auch für andere Konzerne gelten. Für Google etwa – und damit auch für Google+. Bloß: Die Daten hatten diese und andere Unternehmen ja nicht ausschließlich durch meine Nutzeraktivität erhalten, sondern auch durch Like- oder +1-Buttons auf anderen Seiten, durch die Google-Suche und vieles mehr. Ich hatte eine Lawine losgetreten – in meinem Kopf.

In den kommenden Tagen begann ich also, ein Konzept zu entwickeln. Arbeitstitel: Reclaim your data. Ich machte eine Liste, welche Dienste ich zukünftig nicht mehr nutzen würde und ging gleichzeitig auf die Suche nach Alternativen. Facebook, Google, Google+, Instagram, WhatsApp, Dropbox, Pocket, Things und einige mehr landeten auf einem Zettel – und daneben Namen wie Friendica, DuckDuckGoThreema, ownCloud, Wallabag oder Tracks. Dazu begann ich, eine ausgeklügelte Cookie-Verwaltung einzurichten, um auch hier die Kontrolle darüber zu behalten, welchem Unternehmen ich welche Daten hinterlasse, und beschäftigte mich eingehender mit Mailverschlüsselung via PGP.

Schluss mit den Convenience-Technologien

„When you pay for cloud storage, you’re only paying for convenience.“

Eines wurde mir dabei schon nach kurzer Zeit klar: Was ich vorhatte, war mit reichlich Aufwand verbunden – und mit Know-how. Wie Tim Wu kürzlich für den New Yorker schrieb: Wir haben die Wahl, uns zwischen anspruchsvollen, fordernden Technologien und „Convenience-Technologien“ zu entscheiden. Und die fordernden Technologien, so Wu, zeichnen nun mal drei Dinge aus: „It is technology that takes time to master, whose usage is highly occupying, and whose operation includes some real risk of failure.“ Oder, wie es Richard Baguley in einem Vergleich zwischen Dropbox und ownCloud für WIRED ausgedrückt hat: „When you pay for cloud storage, you’re only paying for convenience.“ In den vergangenen zwei Wochen habe ich zur Genüge erfahren, was die beiden meinen.

Heute bin ich an einem Punkt, an dem ich meinen Ausstieg nicht mehr bereue. Sicher, einiges vermisse ich noch immer, und das wird wohl auch so bleiben. Schließlich ist die Idee hinter Facebook nach wie vor großartig. Doch es geht mir gut. Und ich bin sicher: Facebook wird es nicht jucken, dass sie einen Nutzer weniger haben. Google wird nach wie vor gutes Geld verdienen, auch ohne meine Cookies. Und WhatsApp wird sicher noch eine zeitlang in den Schlagzeilen auftauchen, insgesamt aber überleben – die Nutzerbasis ist einfach zu groß. Ich aber habe das getan, was immer wieder zurecht gefordert wird: Ich habe meine Verantwortung als Nutzer ernst genommen und – teils in mühsamer Bastelei – die Hoheit über die Daten, die mir wichtig sind, zurückgewonnen. Und gleichzeitig einige der Projekte, die schon lange auf meiner To-Do-Liste standen, endlich umgesetzt.

Mit welchen Tools? Mit welchen Mitteln? Das wird in einem anderen Artikel stehen.

Weitere Kolumnen aus „Doppelklick“ findet ihr hier.

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59 Reaktionen
Florian Blaschke

Ich teile Dein Erstaunen sogar. Aber am Ende geht es gar nicht so sehr um Datensicherheit, sondern eher um Datenhoheit. Insofern teile ich Deine Bedenken, ob mein Account mitsamt aller Daten wirklich komplett und endgültig gelöscht wurde. Aber jeden einzelnen Post zu löschen, war mir tatsächlich zu mühsam ... ^^

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scribble
scribble

Interessanter Artikel. Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass es technisch überhaupt möglich ist, einen Account komplett zu löschen. Immerhin greift die Vernetzung recht tief in die Accounts anderer Nutzer ein… Dafür spricht auch, dass mich Facebook immer noch von Zeit zu Zeit ermuntert, meinen vor knapp drei Jahren komplett geleerten und deaktivierten Account wieder zu reanimieren. Ich rate dazu, beim "Löschen" des Accounts jeden einzelnen Post und jedes Bild einzeln zu entfernen… ob's was bringt, sei dahingestellt.

Was mich erstaunt, ist die Sorge um Datensicherheit bei Facebook in Kombination mit der bisherigen Bereitschaft, private Nachrichten über einen windigen Service wie WhatsApp zu streuen … *kopfkratz*

Ich persönlich gehe nach folgenden Prinzipien vor:

# ich bin mir bewusst, dass jede elektronische Datenübertragung inklusive E-Mail potenziell öffentlich ist

# im Netz landet nur, was ich bedenkenlos auf Lebenszeit publizieren möchte

# wirklich private Daten haben nichts in einer Cloud, auf einem Onlineprofil oder sonstwo im Netz verloren – ich habe eine 1 a Festplatte für meine Familienfotos und meine (verschlüsselte) Adressdatenbank

# Im Übrigen gehe ich davon aus, dass mein Online-Kaufverhalten genügend Spuren hinterlässt, um ein detailliertes Verhaltensprofil von mir zu erstellen, und dass dies mit oder ohne Cookies und mit oder ohne meine Zustimmung im großen Stil geschieht. Just my 2 cents.

Ich bin gespannt auf die Folgeartikel und wünsche viel Spaß beim Auswuchsen der Cookie-Strategie!

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Florian Blaschke

Keine Sorge, das hab ich nicht falsch verstanden. Zum Thema „Funktion als Onlineredakteur“: Ich finde gar nicht, dass die Entscheidung das trübt. Ich bin nicht unser Social-Media-Manager. Würde er seinen Account löschen, könnte ich diese Haltung verstehen. Ich aber bin Journalist. Meine Aufgabe ist es, Dinge zu analysieren, zu erklären und: zu hinterfragen. Dazu kann es in meinen Augen nicht nur gehören, auch Facebook kritisch zu beleuchten und die Konsequenzen meiner Entscheidung zu beleuchten. Und das werde ich in Folgeartikeln über alternative Tools weiter tun.

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agentur
agentur

"So viele Bereiche wie möglich", finde ich nachvollziehbar und realistisch. Naivität wollte ich keinesfalls unterstellen, bitte nicht falsch verstehen. Ich respektiere die Entscheidung selbstverständlich, wie bei jedem anderen auch, der die Datensammlung nicht mehr erweitern möchte. Einzig die Funktion als Onlineredakteur trübt das ein wenig.

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Florian Blaschke

Danke für den Kommentar, @agentur. Kann ich gut nachvollziehen, ist ja auch euer Geschäft. ;-) Aber im Ernst: Endgültige Konsequenz gibt es im Leben nicht, und das war hier auch gar nicht das Ziel. Es ging mir zum einen um einen Deal zwischen mir und Facebook, der für mich nicht mehr in Ordnung war. Und infolge dessen ging es mir darum, in so vielen Bereichen wie möglich (!) Kontrolle über meine Daten zu bekommen. Es ging mir noch nie und auch jetzt nicht darum, dass ich keine Daten mehr produziere, die nicht „abgehört“ werden können. Das wäre naiv, und das bin ich dann glaub ich doch nicht.

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agentur
agentur

Aus persönlichen Gründen, könnte ich das (teilweise) nachvollziehen. Als Redaktionsleiter Online ohne Facebook Account zu sein, finde ich zumindest seltsam.

Aber wenn, dann sollte das auch richtig gemacht werden. Die NSA hört bestimmt auch das Telefon ab, also schnell Handy wegwerfen. Und das erst Recht, wenn das Handy mit Android betrieben wird. Dann weiß Google doch wieder über Dich Bescheid. Außerdem liest Google den Twitter-Account mit. Also muss auch Twitter gelöscht werden.

Apple ist sicher nicht besser. Das Navigationssystem ist auch in jedem Fall zu entsorgen. GPS ist ja bekanntermaßen eine amerikanische Technologie und die Daten landen auch in den USA.

Dann auf jeden Fall auch nicht vergessen, die Scheck- und Kreditkarte an die Bank zurückzugeben, da liest ja bestimmt auch einer mit. Und wer weiß, vielleicht schlummert noch eine Kundenkarte irgendwo im Geldbeutel.

Nein, ganz ehrlich, ich finde das ein bisschen viel Panik und in sich nicht konsequent.

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Maik

Für mich war die Löschung meines Facebook-Accounts auch ein Meilenstein. Ich habe davor zwar auch schon Accounts anderer sozialer Netzwerke gelöscht, aber bei Facebook tat ich mir besonders schwer - nachdem ich es in so kurzer Zeit lieb gewonnen hatte.
Eigentlich wollte ich mich von vornherein nie dort registrieren, aber irgendwann fehlte es mir an Interaktion in den anderen sozialen Netzwerken und so registrierte ich mich dann doch bei Facebook.
In den etwa zwei Jahren, die ich bei Facebook registriert war, kamen dann aber nach und nach als mehr Fragen auf. Dabei spielten Fragen wie die nach der realen "Sozialität" dieses sozialen Netzwerkes, dem Datenschutz und meiner Privatsphäre eine zentrale Rolle.
Irgendwann entschied ich mich zu dem drastischen Schritt und löschte meinen Facebook-Account - jedoch auf meine Art! Via Makro-Scripten machte ich alles rückgängig, was ich je dort gemacht hatte - und das war eine unglaubliche Menge, sprich die Scripte arbeiteten 1 Tag pro Jahr bei Facebook. Am Ende verfälschte ich die Formular-Daten, die man nicht leer lassen kann, und drückte den "Löschen"-Button. Vorbei war es und ein zurück war von vornherein uninteressant.
Niemand meiner Freunde glaubte, dass ich das wirklich durchziehe, aber ich hab das Ganze sogar noch getoppt. (Man muss dazu sagen, ich bin erst 18 Jahre alt und Facebook, etc. gehört heutzutage ja fest zu meiner Altersgruppe)
Gefolgt wurde die Löschung dann von den Löschungen meiner Accounts bei allen anderen sozialen Netzwerken. Zuletzt habe ich dann auch meinen letzten externen Dienst, WhatsApp, gelöscht. Mittlerweile habe ich absolut gar keine externen Dienste, etc. mehr und ich bin damit voll und ganz zufrieden.
Alles, was ich für eine sinnvolle Interaktion heute noch brauche, ist ein Server für meine Website [komplett selbst programmiert und gestaltet] und meinen E-Mail-Verkehr sowie ein Smartphone mit dem neustem CyanogenMod und ohne Google-Apps. Als Betriebssystem nutze ich seit kurzem Linux (Mint).
Meine heutige Philosophie ist es, möglichst alles, was geht, selber zu erstellen und die vollständige Kontrolle darüber zu behalten. Das mag etwas paranoid klingen - ist es vermutlich auch - aber was will man in der heutigen Welt sonst machen?

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Florian Blaschke

Es gibt aber eben nicht nur Schwarz und Weiß, Tim („Interessiert sich für Sicherheit“ versus „Interessiert sich nicht dafür“ oder „Rosarote Brille“ versus „Hyperrealist“). Es gibt eine Menge dazwischen und in dieser Menge findet bei den meisten Menschen in Sachen Meinungsbildung, Wissen und Bewusstwerdung ein Prozess statt.

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Tim
Tim

Naja ich finde das ja etwas scheinheilig, dass auf einmal alle wechseln wollen nur weil Facebook das übernimmt... WhatsApp war im Bereich Sicherheit und Datenschutz schon immer eine Katastrophe. Bis vor kurzem wusste man nicht mal, wem die Firma eigentlich gehört. In diesem Punkt weiß man nun mehr wie vorher. Und ich bezweifel, dass es unter der Leitung von Facebook ständig zu Sicherheitslücken kommt, die man dann erst ein paar Jahre später behebt.
Wenn man also wie hier mit "Ausgerechnet WhatsApp, der Messenger über den ich meine privatesten Dinge geschrieben habe" argumentiert, hat man entweder gerade seine rosarote Brille abgelegt oder interessiert sich für das Thema Sicherheit nicht wirklich. Aber wenn ersteres durch die Übernahme bei nur ein paar Menschen passiert, hatte sie schon etwas gutes.

Guter und informativer Artikel zu diesem Thema: http://it-repo.net/2014/02/23/sicherheit/whatsapp-und-sicherheitdatenschutz-facebook-kauft-whatsapp

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Niels
Niels

Dieser Trend ist zZt öfter im Freundeskreis zu beobachten, die Beweggründe sind zT auch auf die für viele wohl schwierige Konfiguration der Privatsphäreneinstellungen zurückzuverfolgen, wenn mal nachhakt.
Wenn ich FB wie hier beschrieben gezielt nutze & nur Daten preisgebe, denen ich eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstelle, dann ist mEn eine Löschung des Accounts & der Verzicht auf Updates aus verschiedenen Bereichen des (Online)Lebens nicht notwendig.
Anders bei WhatsApp & Co: hier ist der Nutzen eher im Austauschen von eben nicht öffentlichen Informationen. Da lösche ich dann lieber das WhatsApp Account (oder habe erst gar nicht eins) & nutze alternative, etwas weniger "offene" Nachrichtenkanäle. Letztlich muss ich mir ja immer noch Gedanken machen, dass irgendjemand mitliest, aber auch hier frage ich mich: was wird jemand mit dieser Unmenge an Daten überhaupt anfangen (können)? Also für mich kein Grund, auf Social Media zu verzichten! Aber überlegt :-)

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Thomas
Thomas

@Florian: Da scheint sich seit meinem letzten Versuch bei FB etwas getan zu haben. Wie lange gibt es die Option schon? Bin mir fast sicher auch damals den Account gelöscht zu haben. Wie auch immer.

Jetzt ist der alte Account gelöscht. Danke für den Hinweis!

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Florian Blaschke

Vielleicht hattest Du den Account auch nur deaktiviert, @Thomas. Das war bei mir auch schon mal so. Dann lässt er sich durch das Einloggen mit einem Klick komplett wiederherstellen.

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Thomas
Thomas

Schöner Schritt, hab ich vor 2 Jahren auch gemacht. Allerdings hab ich ein halbes Jahr später mit einem neuen FB-Account wieder angefangen (Allerdings viel fokusierter). Aber das ist nicht der Punkt.

Irgendwann später hab ich dann versehntlich meine ALTEN Account-Daten verwendet und zu meiner Überraschung war alles noch wie ich es beim löschen des FB-Accounts hinterlasse habe.

Soviel zu Thema FB-Account löschen. Aber viellecht hat sich FB ja mittlerweile gebessert...

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Sönke

Reclaim your Data -- Mir ist nicht klar, warum das nicht längst ein Mega Trend ist. Was da auf der Cebit passiert, ist ja wohl nur lauwarm!
Pingback: http://www.tamms-corner.de/index.php/2014/03/facebook-account-loeschen/

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Christian
Christian

Herzlichen Glückwunsch!
Ich hab den Schritt schon vor einiger Zeit gewagt und muss sagen, dass ich es nicht bereue.
Mit den wichtigen Personen halte ich über Telegram und werkenntwen Kontakt und auch Twitter nutze ich schon länger.
Whatsapp habe ich noch nicht gelöscht, da ich nicht das Geld umsonst ausgegeben haben will, aber schreiben tue ich da auch nicht mehr viel und ich werde mein Konto nicht verlängern lassen.

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Herrije Klupp
Herrije Klupp

Dass ich so etwas noch erleben darf, wun-der-bar!
Früher war t3n quasi ein Schlachtfeld auf dem mehr oder weniger die SiliconValley Ideologie der ungehemmten SocialMedia-Fanboy-Verblödung unters Webdesignervolk gehauen wurde.

Das konnte man wegen der teils wirklich guten und aktuellen anderweitigen Fachbeiträge notfalls noch ertragen und anhand der Überschriften einfach aussortieren.

Wenn nun auch bei t3n auch in Punkto "Digitaler Selbstschutz" und "Datensauberkeit" ein "bisschen aufgewacht" wird, kann man ja irgendwann vielleicht auch die Neuheitenberichte über Apps und Dienste etc.wieder lesen ohne immer woanders gegenzuchecken ob das nicht wieder mal unkritisches Hypegezwitscher ist. Ob das neue Dingsbums irgendwas mit Fratzbuch oder Güügel verbinden kann interessiert irgendwie doch keinen mehr.
Ich will was über Webdienste und-entwicklungen mit echtem Mehrwert lesen.

Für mich ist:
Mehrwert == steigert meine ganzheitliche Unabhängigkeit und Freude
Freude !== zwangsweise Vernetzung mit irgendeinem Dingsbums

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dernickschas

Der WhatsApp-Deal war ein harter Schlag. Was aber die FB-Nutzung angeht, hängt es denoch weiter von uns selbst ab, wie viele Daten wir dort preisgeben. Die meisten "Ich hab meinen Account gelöscht"-Artikel haben so einen machtlosen Unterton. Nach dem Motto: "Ich würde ja schon gerne weiterhin, aber FB lässt mich nicht". Ist das wirklich so? Sind wir so machtlos, dass uns nur die Löschung bleibt? Ich bin da noch skeptisch.

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Florian Blaschke

Das ist die eine Möglichkeit, @phil. Die andere, @Ich, ist wie geschrieben ein Tool wie beispielsweise Buffer.

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phil
phil

Toller Artikel - ich kann das nur voll unterschreiben. Auch ich habe das Gefühl, dass der Deal Daten gegen Social Network bei Twitter (noch ) fairer ist. Das einzige Problem: Für mein altes Symbian-Handy ist Whatsapp der einzige hierzulande populäre Messenger.
Eine Facebook-Seite lässt sich übrigens auch ohne eigenes Profil verwalten: Mittels "Unternehmenskonto" ( http://www.thomashutter.com/index.php/2010/03/facebook-kommerzielle-nutzung-private-profile-unternehmenskonto-moeglichkeiten/ )

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Ich
Ich

Was mich immer noch interessiert (und leider untergegangen ist): Wie pflegst Du Eure t3n-Facebookseite wenn Du selbst keinen Facebook-Account hast?

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ben_

Ein guter Schritt! Es ist schon irgendwie bezeichnend, dass man sich freut, wenn Leute die eine besondere Sichtbarkeit haben, bei Facebook aussteigen.

Danke insbesondere auch für das Zitat von Tim Wu: „It is technology that takes time to master, whose usage is highly occupying, and whose operation includes some real risk of failure.“

Ich mag den "some real risk of failure" Teil sehr. Wir haben uns in den letzten 10 / 20 Jahren und seit Google und Facebook nochmal mehr daran gewöhnt, dass IT risikolos funktioniert. Das ist ja im Grunde eigentlich auch wünschenswert. Aber das Wissen um die Fragilität und der erweiterte Spielraum, den die eigene Aneignung von risikobehafteter Technologie bietet sind die mutigeren Schritte glaube ich wert.

Voran!

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Wolge
Wolge

Sch**ss Paranoia... kopfschüttel

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Armin
Armin

Sehr gut. Habe ich auch vor 3 Jahren gemacht. Fühlt sich nach einiger Zeit gar nicht mehr komisch an. Auch wenn Du damit an 50% aller Gewinnspiele nicht mehr teilnehmen kannst ;) Wer relativ schnell und nicht ganz so konsequent aussteigen will, kann schon einmal 3 Schritte gehen:
1. Facebook Account löschen.
2. Ghostery als Plugin installieren und Facebook & Co blocken.
3. WhatsApp den Rücken kehren.

Damit ist schon einmal ein erster Schritt geschafft. Vor allem Schritt 2 ist extrem wichtig (also das blockieren von z.B. Facebook Cookies) und wird von vielen gerne vernachlässigt.

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tom

Ich finde den Artikel gut! Danke! Ich lasse aktuell mein FB account im prinzip ruhen. 1x im Monat ein Post, mehr nicht. Privates eh nicht. Warum auch? WhatsApp ist eher ein Problem. Da ist die Vernetzung schon recht stark...

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Maximus Ketzer
Maximus Ketzer

Es ist schon unglaublich, wie sich manche Menschen das Leben schwer machen. Ich weiß nicht so recht, wo ich das einordnen soll - in Paranoide oder in Wichtigtuer. Auch der Buchdruck war einst Teufelswerk.

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Florian Blaschke

Ich gebe zu, ich hab ein bisschen auf den ersten Kommentar dieser Art gewartet, @Wishu. Dazu ein paar Anmerkungen: Ich habe gar nicht das Gefühl, dass ich mein komplettes Online-Leben ruiniere (das wäre auch traurig, oder?), ganz im Gegenteil. Lange nicht so viel gelernt und online kommuniziert wie in den vergangenen zwei Wochen. Insofern: Alles gut in dem Bereich. Was den versteckten Aufruf angeht: Wenn das so rüberkommt: Mea culpa. Genau so war weder der Artikel noch die Löschung meines Accounts gemeint. Lies den Artikel noch mal und sag mir gerne, an welcher Stelle du diesen Aufruf (versteckt) gefunden hast. Und zum letzten Absatz Deines Kommentars empfehle ich noch mal meinen Absatz 2 zu lesen: „Nein, mit Vertrauen hatte das bei Facebook und mir nichts zu tun.“ Zu uneindeutig?

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Wishu Kaiser

»Buhuu! Das böse Facebook hat etwas gekauft, was mir gehört und ich renn jetzt einfach schreiend weg!«
Alter Finne, wie ich diesen ganzen WhatsApp-Facebook-Kram nicht mehr lesen kann. Du ruinierst dein komplettes Online-Leben und gibst alles auf, nur weil ein Messenger gekauft wird? Das ist nicht böse gemeint aber eine ernst gemeinte Frage: Was stimmt mit dir nicht?

Jeder Service wurde gekapert und gegen schlechtere und kompliziertere Alternativen ersetzt. Warum? Nur weil irgendwelche Kiddies in Netzwerken rumjammern, dass Facebook böse ist? Sorry, aber das ist einfach nur kindisch, ebenso wie dieser versteckte Aufruf »Folgt mir und verlasst ALLES!«.

Du kehrst jedem Unternehmen, dem du vorher vertraut hast, den Rücken, nur weil eine Firma, der du vertraut hast, eine andere Firma, der du vertraut hast, gekauft hat. Klingt logisch. Einfach den Messenger zu wechseln, wäre ja auch zu einfach.

Antworten
Florian Blaschke

Dann verlinke ich gerne noch den Rest der ganzen Diskussion dazu, lieber @drikkes: http://twitter.com/trotzendorff/status/443721488185958401

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drikkes

"Jetzt retweeten um auch hier zu erscheinen" muß ich mir merken. Ansonsten: was der @baranek sagt.

Antworten
Timo

Hi,

danke für den Artikel...hab wieder ein schlechtes Gewissen, dass ich diesen Schritt noch nicht gemacht habe.

Ansonsten benutze ich auch OwnCloud mit Hosting in Island. Was Email angeht, bin ich zu posteo.de gewechselt, sicher und ökologisch.

Zum Thema Smartphone warte ich definitiv auf das blackphone.ch !!!

:)
danke und still reclaim your data!

Antworten
Florian Blaschke

@Thomas: Ich glaube, die Wahrnehmung von Facebook ist unglaublich subjektiv – ein Problem dieses Netzwerks, keine Frage. Für mich ließen sich diese Schwachstellen aber immer ganz gut mit der Listenfunktion umschiffen ... Und ob die Strategie, die Facebook da fährt, am Ende tatsächlich zu einem Niedergang führt, bezweifle ich. Und um auf Diegos Frage zu sprechen zu kommen: Ich glaube, es gibt immer mehr Menschen, bei denen das Bewusstsein für diese und ähnliche Fragen wächst, einen Trend zur Gegenbewegung aber sehe ich noch lange nicht.

Antworten
Thomas
Thomas

Wieso löschen eigentlich alle den Facebook-Account nur wegen der Privatsphäre? Ich persönlich muss sagen dass für mich momentan der primäre Kündigungsgrund für Facebook einfach Facebook selbst ist. Ihr redet hier davon Beiträge anderer zu sehen und tolle Unterhaltungen zu haben. Von welchem Facebook redet ihr? Dort wo ich war zeigte man mir teilweise Beiträge meiner besten Freunde nicht an. Private Nachrichten wurden in eine Art Spam Ordner verschoben. Und dem Unternehmen dem ich folgen wollte, konnte ich nicht folgen weil es (verständlicherweise) keine Millionen von Euros ausgeben wollten nur damit ich ihren Beitrag sehen kann. Von der Kommentarfunktionen bei größeren Diskussionen mal ganz abgesehen.

Für mich ist Facebook diese unübersichtliche Plattform geworden auf der sich Listen, Gruppen, private Beiträge, Firmenbeiträge und mehr irgendwie vermischen aber irgendwie auch ganz getrennt liegen. Bei meinen RSS-Feeds, Twitter oder sonstwo bekomme ich dagegen immer alles mit. Auch Google+ hat mir der Unterteilung in Kreise ein großartiges System gefunden.

Eigentlich würde ich gerne aktiver auf Facebook sein. Da es die perfekte Plattform ist um Unternehmen, Bekannten, Freunden oder einfach wichtigen Personen zu folgen. Aber Facebook lässt mich nicht. Stattdessen muss ich mit Menschen immer sofort befreundet sein. Außerdem habe ich keine Entscheidungsgewalt was ich nun sehen möchte und was nicht. Stattdessen muss ich zwischen Ansichten und Liste hin- und herschalten.

Auch würde ich gerne sehen was Personen gefällt die ich für interessant halte. Aber einfach alle Freunde samt ihrer Aktivitäten in einer endlosen Liste vereinen?

Wenn ihr mich fragt wird sich Facebook irgendwann von selbst erledigen und die Zukäufe von Zuckerberg zeigen das bereits. Da wird einfach immer das nächste große Ding gekauft um für den Wegfall der anderen Plattformen gerüstet zu sein. Und bereits jetzt sehe ich immer mehr Nutzer die gelangweilt sind. Dafür entdeckt es gerade die ältere Generation für sich. Aber irgendwann werden die auch an dem Punkt sein an dem ich jetzt bin, nachdem ich seit 7 Jahren dort Mitglied bin. Sie werden keine Lust mehr haben...

Antworten
Diego Bernardini

Es ist tatsächlich so, dass Bequemlichkeit ihren Preis hat. Aber die Nacktheit gegenüber diesen Bequemlichkeit-gegen-Daten-Konzernen macht eben auch Angst. Doch leider noch zu wenigen Menschen, als dass sich wirklich eine Gegenbewegung beobachten liesse... Oder doch?

Antworten
Florian Blaschke

Bei Things hatte ich tatsächlich auch die geringsten Bauchschmerzen, @Jonas. Da war es eher mein Basteltrieb, der mich zuerst zu Tracks und von da weiter geführt hat. Die demanding Technologies machen zumindest mir halt auch ne Menge Spaß. ;-)

Antworten
Jack
Jack

Die Daten können soweit man keine Facebook App hat die sofort alle Nummern auch ohne eingeloggt zu sein hochlädt doch nur über die Telfonbücher anderer ungefähr in Verbindung gebracht werden und eben über die IP, wenn man mit Handy und Facebook die gleicher verwendet oder entgeht mir da was? Also lebt man in relativer anonymität, wenn man nur WA oder FB benutzt? Angenommen Facebook Zählpixel usw werden geblockt.

Antworten
Jonas
Jonas

Der Beitrag ist super und ich überlege auch diesen Schritt zu wagen.
Doch wieso verabschiedest du dich auch von Things? Die Daten sind verschlüsselt und es ist ein deutsches Unternehmen.

Antworten
Glucki
Glucki

Na Ihr Helden... echt super, alle bösen Social Media Datensauger zu löschen! :) :*
Besser spät als nie und ich finde es gut, sol einen Beitrag auf T3N zu lesen.
Die ganze "Vermeidungsliste" des Autos lebe ich sein Anbeginn konsequent und vermisse fast nichts. Also: weiter so, mit leuten wie mir kann man ohnehin nur per email, telefon oder in der Realwelt kommunizieren. Und von uns gibt es weitaus mehr als man immer denkt! :)

Antworten
Peter P
Peter P

Mir ging's bei der Mobile-Frage nicht um Cloud-Lösungen (also Sachen, die ich bewusst irgendwo hochlade), sondern vielmehr um die Informationen, die diese Geräte sammeln, ohne das ich aktiv dazu beitrage oder auch nur mein Einverständnis dazu gegeben habe. In dieser Hinsicht sind Smartphones ja leider extreme Blackboxes - es fehlt jeglicher Einblick, was im Hintergrund passiert.

Ich persönlich bin kürzlich von Android auf Jolla umgestiegen, um zukünftig weniger Daten bei Google zu hinterlassen.

Antworten
Florian Blaschke

Danke @Pat. Ich habe gar nicht die „niedliche“ Illusion, dass meine bisher gespeicherten Daten nicht miteinander in Verbindung gebracht werden. Das werden sie und das kann ich auch nicht mehr verhindern. Ich liefere nur seit zwei Wochen einfach ein paar Daten weniger ab. Mehr habe ich nicht geschrieben und mehr ist auch nicht Sinn und Zweck der Übung. Und wenn mir das gelingt, bin ich eigentlich schon ganz zufrieden fürs Erste.

Antworten
Pat Kunig
Pat Kunig

Jetzt hast du Jahrelang WhatsApp benutzt. Alle Sicherheitsbedenken und Warnungen erfolgreich in den Wind geschlagen und deine privatesten!!! Nachrichten darüber versendet. Und jetzt durch die vermeintliche „Löschung“ der Accounts, meinst du es kann untereinander nicht in Verbindung gebracht werden? Niedlich.
Die „frei“ gewordenen Zeit benötigst du jetzt einfach um irgendwelche andere Applikationen so konfiguriert zu bekommen, damit du dann doch wieder eine Facebook Seite administrieren kannst.

Sorry vielleicht bisschen überspitzt, aber wenn ich höre wie viel wegen der Übernahme wechseln wollen. Vorher war ihnen Jahrelang alles egal was mit ihren Daten passiert. Aber jetzt ist es ja gerade in ;-). Wollen deshalb weil viele nicht den Skill haben Alternative zu benutzen.
Egal wohin, Google, Apple, Adobe, Microsoft und andere kleinere Unternehmen. Schlussendlich bist du auf Anbieter angewiesen und was die machen kannst du nicht kontrollieren.
Trotzdem viel Geduld auf deinem Weg und möge es für dich funktionieren.

Antworten
Christian Wetzig

@Martin: genau diese Mischung aus lokalem Device mit clientseitiger Verschlüsselung und Cloud-Backend/Remote-Storage gibt es bei uns ;)

Antworten
Teclab
Teclab

Ein Leben ohne Myspace und Studievz war damals möglich und ist es heute ohne Facebook und Google :-)

Zu der Softwaredebatte:
Selfoss, Owncloud, Roundcube, Debian, Wordpress alles tolle Software die ich gerne nutze und mich unabhängiger und zufriedener gemacht hat.

Antworten
Florian Blaschke

Völlig richtig, @Peter P: Aktuell nutze ich ein iPhone, also iOS 7 – vor allem, weil ich die letzten Jahre unter anderem auch auf iCloud gesetzt habe. Durchschaubar ist das in der Tat nicht, aber auch hier gibt es zumindest eine Handvoll Lösungen wie eine App für ownCloud. Und mit der ownCloud habe ich auch meine Kontakte und den Kalender auf CardDAV beziehungsweise CalDAV (ebenfalls via ownCloud) umgestellt. Das Smartphone ist aber das nächste Projekt. Schwierige Frage nur: wohin switchen? ;-)

Antworten
Florian Blaschke

@klaus: Süßrahmbutter von Alnatura. Und nein: Ich wurde für diesen Kommentar nicht von Alnatura bezahlt.

Antworten
Peter P
Peter P

Danke für den Einblick, Florian, sehr interessant zu lesen. Man spielt ja doch des öfteren mal mit dem Gedanken, ohne es letztendlich durchzuziehen.

Du scheinst die Sache ziemlich konsequent angehen zu wollen - was mich interessieren würde: benutzt Du ein Smartphone? Bzw. welches System? Denn die Dinger sind aus meiner Sicht die am wenigsten durchschaubaren Faktoren dieser ganzen Datensammelei.

Antworten
Florian Blaschke

P.S.: @Micha: Account gelöscht. Zumindest gehe ich davon aus, dass WhatsApp das auch wirklich getan hat ... ;-)

Antworten
Rolli
Rolli

Florian, toller Beitrag! Respekt zu diesem Schritt. Wie Christian schon bemerkte, ist bei Facebook der Peer-Druck hoch. "Können wir über FB in Kontakt bleiben?" "Hast du schon gesehen, was XY bei FB gepostet hat?" "Kannst du eben was an der Firmen-Page ändern?". Ein Outing als FB-Aussteiger stößt nicht unbedingt auf Verständnis, gerade in unserer Branche, wo man am besten überall schon seit Anbeginn dabei ist. Hipster usw. :-)

Ich weiß, bin bei weitem nicht der Erste, aber nachdem ich ein paar Jahre unsere supergeile Schein- & Selbstvermarktungsgesellschaft mitgemacht hab, verspüre ich zunehmend den Drang, einen radikalen Schnitt zu machen. Und mich wieder voll und ganz auf EINE Sache zu konzentrieren.

Das Thema hat jedenfalls Potenzial. Auch um unsere oberflächliche supergeil-work-hard-party-hard Branche mal kritisch zu beleuchten. (klasse Post Christian)

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klaus
klaus

Wen interessiert das? Favebook ist der größte mist, genau wie dieser Artikel. Was für ne redaktionelle Leistung! Morgen lesen wir, warum der redakteur die butter gewechselt hat....

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Florian Blaschke

Danke erst mal für eure Kommentare. War und bin sehr gespannt auf das Feedback.

@Martin & Björn: Ich hoste die ownCloud nicht selbst, sondern beim Hoster meines Vertrauens (und das Vertrauen ist groß). Bisher landen alle Daten da per SSL. Lasse mich gerne eines andere belehren, aber für mich scheint das eine recht sichere Variante, oder?

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Bjoern
Bjoern

Martin, deine Bedenken gegenüber der Idee alles selber zu betreiben teile ich. Ich halte das auch nicht für die Lösung die man jedem empfehlen sollte. Aber auch schon kleine dezentrale Hostings sind ein großer und wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Zum Beispiel meine ownCloud für die Familie, mein Email Konto+Homepage bei einem kleinen lokalen hoster. Einer der vielen offenen Friendica&Co pods, etc. Alleine diese dezentrale Strukturen, auch wenn ich nicht alles selber hoste, machen es schwerer sich ein Bild über mich zu verschaffen. Man kann auch nicht mehr eine Hand voll Knoten anzapfen um 90% aller Informationen über 99% aller Menschen zu erlangen.

Es ist also ein Schritt in die richtige Richtung. Je dezentraler das Netz und unsere Daten wieder werden desto sicherer werden sie auch wieder und desto teurer und aufwendiger wird das Datensammeln.

Trotzdem sollten wir wenn immer es möglich ist auch auf Ende-zu-Ende Verschlüsselung setzen.

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Micha
Micha

"WhatsApp, ausgerechnet den Messenger, über den ich privateste Nachrichten verschickt hab"? Deaktiviert den Account oder gelöscht?

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Martin Brüggemann

Super Artikel Florian! Spannend zu lesen, wie ein Nicht-Programmierer, das Thema angeht. Aus meiner technischen Sicht muss ich dir leider sagen, dass alles was du nicht selbst betreibst immer von jemand anderem eingesehen werden kann (außer du arbeitest konsequent mit einer starken clientseitigen Verschlüsselung bevor die Daten deine Geräte verlassen). Auf der anderen Seite wirst du erhebliche Probleme bekommen, wenn du z.B. einen eigenen Owncloudserver sicher und stabil betreiben möchtest (Backup, Hardware-Fehler, Anbindung, Speicherplatz, Geschwindigkeit,..). Das wird gerne verschwiegen, aber da wird noch so mancher naive Endanwender mit Vollgas gegen die Wand fahren (10 Jahre Familienfotos auf dem RaspberryPi weg und so). Aus meiner Sicht gibt es einen Mangel an Hybrid-Cloud-Produkten, also der Mischung aus lokalem Device mit clientseitiger Verschlüsselung und Cloud-Backend/Remote-Storage. Muss ich evtl. erst erfinden.. hoffe ich schaff das noch bevor du dir wieder einen Facebook-Account anlegst ;)

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Winnie

@Ich @Bloggerherz: Die Prism-Break-Seite klingt zunächst interessant. Auf der "Replicant"-Seite (empfohlene Alternative zu IOS und Android) ist zu lesen:

"Bringing Replicant to a new Android version is a really big piece of work, especially given that the project only counts one active developer."

Das ist für einen professionellen Einsatz schlichtweg ungeeignet. Schade!

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Granaton
Granaton

Hach, ja. Meine etwas neurotischen Gedanken dazu :) in einer Glosse auf Granaton.
http://granaton.com/habe-ich-dir-heute-schon-gesagt-dass-ich-dich-liebe-facebook/

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Bloggerherz

@Ich oha die Übersicht ohne PRISM, XKeyscore & Co. ist wirklich gelungen- da werde ich mal durchstöbern. Und zum Artikel hier selbst: Gut geschrieben- da steckt ein Bloggerherz drin. Das Leben ohne Facebook, WhatsApp & Co. ist ohnehin viel viel schöner. Grüsse.

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Ich
Ich

Man kann eine Facebookseite administrieren ohne einen eigenen persönlichen Account zu haben? Für mehr Details wäre ich sehr dankbar, denn das ist bislang der Grund warum ich noch ein eigenes Facebook-Konto habe...
Für alternative Tools gibt es übrigens eine Super-Übersicht auf https://prism-break.org/

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Christian Gera

Großartiger Artikel, der auch mir persönlich aus der geschundeten Datenschutz-Seele spricht. Auch ich denke: Ein Leben ohne Facebook & WhatsApp ist möglich. Privat, nicht beruflich- im zweiteren schreit es immer mehr nach Vernetzung und man muss Up to date auch via Facebook bleiben.

Ein Weg von Convenience-Produkten (bei denen man selbst das Produkt ist) & ein mehr hin zum "Stecker aus und raus" ist auch von mir ein wünschenswerter Schritt in die richtige Richtung- doch wer geht den mit? Das wird wohl eher die Zeit entscheiden.

Stattdessen leben wir momentan eher in unserer "Supergeil-Gesellschaft" & fahren voll auf alles ab, was Convenience ist- zumindest noch die meisten. Artikel dazu hier: http://www.freizeitcafe.info/die-supergeil-gesellschaft-supergeil-parodien/

Liebe Grüße aus Bochum, Christian Gera

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Sepperl
Sepperl

«Facebook account gelöscht» ist nicht korrekt. Deaktiviert triffts wohl eher.

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