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Die perfekte Facebook-Ad: 5 Fragen an den Social-Media-Experten Björn Tantau

    Die perfekte Facebook-Ad: 5 Fragen an den Social-Media-Experten Björn Tantau

(Foto: Björn Tantau)

„Perfekte Facebook-Ads in 9 einfachen Schritten“ lautete der Vortrag von Björn Tantau auf der Campixx Week 2016. Einen Einblick in seine Vorgehensweise hat er uns im Interview gegeben.

Björn Tantau, einer der bekanntesten deutschen Social-Media-Experten. (Foto: Björn Tantau)
Björn Tantau, einer der bekanntesten deutschen Social-Media-Experten. (Foto: Björn Tantau)

Björn Tantau blickt auf über 15 Jahre Erfahrung im Online-Marketing zurück, hat zahlreiche Bücher und Beiträge veröffentlicht, vor allem auf bjoerntantau.com. Während der Campixx Week 2016 in Berlin haben wir ihn nach seinem Vortrag um ein Kurzinterview gebeten. Unser gemeinsames Thema: die perfekte Facebook-Ad.

t3n.de: Hallo Björn! Sag mal, warum beschäftigst du dich so intensiv mit Facebook-Ads?

Björn Tantau: Inhalte, die auf Facebook organisch gut funktionieren, funktionieren auch gut als Werbung. Es liegt also nahe, das auszunutzen. Auf Facebook sind rund 28 Millionen deutsche Nutzer. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass darunter auch die eigene Zielgruppe ist. Ich weiß also, dass ich auf Facebook die richtigen Leute finde und kann Streuverluste durch gutes Targeting minimieren. Außerdem sind Facebook-Ads aus meiner Sicht deutlich kreativer als beispielsweise AdWords.

t3n.de: Wie gestaltest du deine Anzeigen und welche Tipps hast du diesbezüglich für unsere Leser?

Björn Tantau: Das wichtigste ist das Bild. Bei einer klassischen Ad, die im Newsfeed stattfindet, ist das Bild der Punkt, an dem das Auge hängenbleibt – vor allem auf mobilen Geräten. Ich sage immer: „Der Daumen der Facebook-User entscheidet darüber, wie erfolgreich die Anzeige ist.“

Das Bild muss das Produkt beschreiben, darf aber nicht langweilig sein. Du solltest also keinen Screenshot deiner Software nutzen. Zeige lieber fröhliche oder zufriedene Menschen, die dein Produkt benutzen und Emotionen transportieren.

Ansonsten: die richtigen Farben nutzen, einen Call-to-Action integrieren und dabei die 20-Prozent-Regel beachten (Anm. d. Red.: Facebook verbietet, Bilder in Anzeigen mit mehr als 20 Prozent Text zu versehen).

t3n.de: Du hast relativ viel über „Website Custom Audiences“ und „Lookalike Audiences“ gesprochen. Für welche Ziele eignen sie sich besonders?

Björn Tantau: Nutzer, die du in Facebook über eine Custom Audience aktivierst, sind nicht mehr so „kalt“, sonst wären sie ja nicht in deiner Custom-Audience. (Anm. d. Red.: Website-Custom-Audiences bestehen aus allen Nutzern, die alle oder bestimmte Seiten der eigenen Website besucht haben.) Sie eigenen sich deshalb für alle Ziele.

Lookalike-Audiences funktionieren auch sehr gut, sind aber meistens etwas teurer. Der darüber eingekaufte Traffic ist ja deutlich „kälter“. (Anm. d. Red.: Lookalike-Audiences sind von Facebook automatisch auf Basis der Custom Audiences generierte „statistische Zwillinge“.) Da ist die Kunst, den Leuten zu erklären, dass das Produkt nützlich ist oder ein konkretes Problem löst.

Grundsätzlich funktionieren beide Sachen für alle Ziele gut. Der einzige Unterschied ist: Die Akquise wird bei Lookalike-Audiences durch den „kalten“ Traffic wahrscheinlich etwas teurer.

t3n.de: Nutzt du das klassische Interessens-basierte Targeting?

Björn Tantau: Zum Verfeinern, ja. Eine Lookalike-Audience ist ja nicht auf Standorte oder Altersgruppen begrenzt. Wenn ich zum Beispiel ein Event organisiere, sage ich: Ich will nur Leute aus Hamburg, München oder Frankfurt. Denn je genauer die Zielgruppe, desto besser funktioniert sie natürlich auch.

Für sich allein genommen nutze ich Interessens-basiertes Targeting ungern, da ist mir der Traffic zu „kalt“. Eine Lookalike-Audience ist zwar auch „kalter“ Traffic, aber eben nicht ganz so „kalt“, weil Facebook aus der Custom-Audience statistische Zwillinge generiert. Es ist also wahrscheinlicher, dass sie konvertieren.

t3n.de: Was ist das nächste große Netzwerk, das man sich anschauen sollte?

Facebook sollte man auf jeden Fall weiterhin im Blick behalten. Das Gleiche gilt für Instagram. Von Facebook liest man zwar immer wieder, dass dort angeblich niemand mehr aktiv sei. Das stimmt aber absolut nicht, das Gegenteil ist der Fall.

Snapchat bringe ich immer gerne als Beispiel. Es zeigt nämlich, wo die grundsätzliche Entwicklung hingeht. In Zukunft wird es niemanden mehr geben, der ein soziales Netzwerk für Desktop-PCs baut. Das macht einfach keinen Sinn! Snapchat wird größer werden und dann kann es sein, dass Werbung dort das große und entscheidende Thema wird. Bis dahin würde ich Facebook und Instagram im Auge behalten, vor allem, wenn ich als Advertiser unterwegs bin.

Wären wir in den USA, würde ich sagen, das gilt auch für Twitter. Aber hier in Deutschland ist Twitter ja nicht so erfolgreich, das muss man leider sagen. Obwohl ich selbst Twitter als Informationsquelle nicht nur für Nachrichten sehr schätze.

t3n.de: Super, vielen Dank!

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1 Reaktionen
David
David

Da hat er natürlich recht, guter Artikel. Ergänzungen dazu im Bereich Altersgruppenverschiebung zwischen Facebook, Instagram und Snapchat wären hilfreich. Die "junge" Generation ist meines Erachtens nicht merh auf Facebook sondern Instagram und Snapchat aktiv, dafür hat die "ältere" Generation jetzt Facebook entdeckt. Je nach Zielgruppen-Ausrichtung der Kampagne sollte das ebenfalls berücksichtig werden, unabhängig von den Targeting Vorschlägen durch Facebook direkt, da es ja keine Identifikation von inaktiven Profilen gibt.

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