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Facebook Ads: Do’s and Don’ts bei Facebook Werbung

Facebook Ads: Do’s and Don’ts bei Facebook Werbung

Wenn man mit offenen Augen Ads liest, dann wird man das ein oder andere Mal staunend die Augen aufreißen. Wer Stilblüten mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Was man alles machen kann, um nicht erfolgreich zu sein, zeigen die Beispiele in diesem Artikel von Markus Sekulla.

Facebook Ads: Do’s and Don’ts bei Facebook Werbung
Kiev, Ukraine - February 21, 2012 - A logotype collection of well-known world brand's…

Was das Ziel von Facebook Ads ist und was man genau machen soll, um dort erfolgreich zu werben, kann man nicht pauschal sagen, da dies stark von der werbenden Firma abhängt. Außerdem kann das auch nicht die Aufgabe eines Artikels hier sein. Sonst würden zahlreiche Online Agenturen, E-Book Autoren und Social Media Experten ihre Existenzberechtigung verlieren, und das will ich ja nicht.

Was man bei der Schaltung von Facebook Ads alles falsch machen kann

Es ist sowieso viel unterhaltsamer zu zeigen, was man tunlichst bei der Schaltung von Facebook Werbungen vermeiden sollte. Bitte nicht falsch verstehen, auch Ads, die vieles/alles falsch machen, haben die Chance geklickt zu werden und damit dem Ziel der ein Stück näher zu kommen.

Generell ist bei Facebook Werbung erlaubt was gefällt. Doch wem soll es gefallen? Man sollte nicht den Fehler machen und an der Zielgruppe vorbei werben. Passiert trotzdem. Oft. Hier ein Beispiel:

Warum sollte jemand mir (m/31) diese Ad ausliefern? Klar, ich kann diese Schuhe meiner Freundin schenken und damit gradewegs in einen handfesten Streit manövrieren, werde aber eher davon absehen. Die Ad als schlichte Budgetverschwendung abzutun wäre vielleicht zu einfach, hier wohl aber treffend. Wenn ein tiefer, marketingpsychologischer Sinn dahinterstand, dann hat er sich mir nicht erschlossen. Vielleicht stand doch gerade Weihnachten oder Muttertag vor der Tür…

Hier hat man - neben sehr vielen Informationen - auch deutlich einfließen lassen, an wen sich die Werbung wendet...

Als wenn ich auf so etwas reinfallen würde, ich hatte die Andrea Petkovic Fotos alle schon gesehen...

 

 

 

Ist die Zielgruppe richtig erfasst, muss die Ad selbst kreiert werden. Dabei stehen einem im Wesentlichen drei Bausteine zur Verfügung: Der Titel, der Text und ein Foto. Hier der größtmögliche Fehler: Die drei Bausteine nicht aufeinander abstimmen.

Kann mal passieren, die Bilder sind ja auch in der Regel sehr klein (ca. 100x75), vielleicht ist das auch der Firmenwagen. Die meisten derer, die die Ad gesehen haben, werden es wohl nie erfahren… Kein Klick.

Hat man es geschafft, die drei Bausteine aufeinander abzustimmen, dann muss man darauf achten, dass der Betrachter weiß, was der Werber mit der Ad sagen will. Hier ein Beispiel: Ich bin mir sicher, dass diese Anzeige 100% Sinn macht - für den Verkäufer. Von der mangelhaften Fotowahl, -justierung mal abgesehen. Ich hingegen weiß nicht mal, was in dem Shop überhaupt verkauft wird. 1A? Kenne ich nicht, also, kein Klick…

Dabei passiert es nicht nur kleinen Firmen wie dem Shop in Köln, dass man sich in der Verständnisfrage vertut. Auch große Unternehmen versäumen es mitunter dem Betrachter der Werbung ausreichend Infos zur Verfügung zu stellen. Hier RWE:

Durch Funktionen? Welche denn? Selbst ein schlichtes „neue“ oder ein schönes „innovative“ hätte dem Satz Sinn gegeben und zumindest „neue“ hätte noch in die 90 zur Verfügung stehenden Zeichen gepasst. So klingt es ziemlich holprig

Was unbedingt so schnell wie möglich rauskommen soll ist, wer die Werbung überhaupt geschaltet hat. Bloß keine anonymen Anzeigen schalten.

Obwohl man bei der Werbung erst mal ein „too good to be true“ auf den Lippen hat und sich in eine Badewanne voll Schnitzel träumt, paniert wohl gemerkt, kommt aus neutraler Sicht überhaupt nicht raus, welche Firma hier die 200(!) Schnitzel verlost. Das zahlt nicht auf die Marke ein. Beraterschnack, ich weiß, trotzdem sollte man sich darüber Gedanken machen, denn Betrachter würden wohl eher an einem Gewinnspiel teilnehmen, wenn sie wüssten, dass es z.B von einer Marke wie König-Pilsener veranstaltet wird.

Dabei muss es ja nicht immer die Informationskeule sein. Zu viel Info erzeugt häufig ein tl;dr. Die goldene Mitte zwischen zu viel und zu wenig Text ist empfehlenswert. Manchmal genügt es jedoch auch, sich extrem kurz zu fassen.

Find ich klasse, da das Zusammenspiel von Titel und Text hier die Botschaft klar rüberbringt. Ob hier ausschließlich asiatische Chemiker gesucht werden, weiß ich nicht.

 

Das KISS (Keep It Short and Simple) Prinzip ist, richtig angewandt, meist ein Garant, um den Sinn der Botschaft rüber zu bringen. Doch auch hier steckt der Teufel im Detail. Wenn sich die 3 Bausteine nicht ergänzen und einen Sinn ergeben, dann hätte man die restlichen zur Verfügung stehenden Zeichen besser nutzen können.

Be-Inflamed kenne ich nicht. Einzelhandels- und Konsumgüter, ok, braucht jeder. Aber welche? Irgendeine Marke? Großhandel?

 

Im Gegensatz um KISS: Zu sehr ins Horn blasen und möglichst alle Vorteile des Produkts in die Ad zu stopfen, ist auch nicht gut. Vor allem sollte man mit der Verwendung von Adjektiven, insbesondere Superlativen aufpassen.

Ob's ein gutes Spiel ist, keine Ahnung, scheint aber so…

 

 

Aber auch andere Tücken warten beim KISS Prinzip. Hier gilt es Rechtschreibfehler zu vermeiden.

Hier ist vermutlich eher Google Translate schuld. Aber nee, auch so... Kamagra? Keine Beschreibung - > Kein Klick.

 

Google Translate… Bei manchen Ads wünscht man sich, es wäre benutzt worden. Was ich überhaupt nicht verstehen kann sind fremdsprachige Ads in Deutschland. Vor allem als Firma mit Sitz in Deutschland.

Amiando sitzt meines Wissens in München. Diese Ad könnte bedeuten: A) Unsere Firma hält sich für besonders hip. Englisch ist ja cool! B) Die ausführende Agentur hat nicht verstanden, dass man Ads auch auf Regionen ausrichten kann oder C) Alle in amiandos Zielgruppe sprechen gutes Englisch.

Ich hoffe für Amiando es ist Letzteres. Doch spätestens, wenn der erste denkt, „ich will doch nichts über neue Eigenschaften oder Events lernen, ich bin schließlich kein Student mehr“, ist die Message nicht rübergekommen. Da die Message zwischen Sender und Empfänger nicht zu weit auseinanderliegen darf, sollte man übermäßigen Witz vermeiden. Vor allem, wenn er nicht die Zielgruppe trifft, sondern nur das eigene Unternehmen aus dem Keller hervorholt, nennt man das auch bei Facebook Ads: Betriebsblindheit. Viele Werber probieren den Witz einer gewissen Zielgruppe zu treffen, wie das folgende Beispiel zeigt:

Find ich super. Mett ist so etwas wie ein Insider in der Netzwelt, doch versteht das auch jeder? Ich bin mir sicher, dass auch einige t3n Leser sich fragen, was das mit dem Mett auf sich hat. Daher gilt hier, genau die Zielgruppe targetieren, sonst gibt's keine Klicks…

 

Besser sind Anspielungen an Filme, die der Allgemeinbildung zuzuordnen sind, wie Star Wars.

Ob und wie Berocca mir genau helfen möchte, bleibt hier offen, kann es aber auch, denn man hat ja eine witzige Überleitung zwischen 2 bekannten Sachen geschaffen, Papierkrieg im Büro und Starwars. Dazu noch den Firmennamen platziert. Gut.

Über viele der angegebenen Do's und Don'ts lässt sich sicher streiten, was wir nebenbei gesagt gerne unten in den Kommentaren tun können. Einige Sachen sind jedoch ohne Zweifel auf der DO NOT DO SEITE. Zum Beispiel Caps

Die Unseriösität der Ad schreit ja förmlich. Dass das "Jetzt" nicht groß geschrieben wurde wundert mich ja direkt.

 

Noch schlimmer: Biegung der Wahrheit

Ach, ich weiß ja nicht… Wenn das über eine App läuft, dann könnte diese Zahl vielleicht sogar stimmen. Dann würde es mich aber wundern, wenn bei meinem Arbeitskollegen auch genau 22 seiner Freunde bereits dabei sind...

Das nächste Beispiel ist nicht in der Kategorie „Biegung der Wahrheit“ anzusiedeln. Irgendwie halt aber doch. Zwar mag ich sonst, was die Allianz im Bereich Social Media macht, diese Anzeige finde ich jedoch absichtlich irreführend.

Ein LIKE heißt nämlich nicht "Danke, Mario!" Sondern, ein Like heißt "I like Allianz"… Wird richtig viele (Fußball-) Fans gebracht haben. Hat die Allianz nicht nötig…

 

 

 

Was Allianz nicht macht, schafft Beck's hier sehr schön. Denn bei allem Gerede, Geschreibe, etc. - was man bei Facebook Werbung auf jeden Fall tun sollte, ist klar sagen, worum es geht (auch wenn es nur eine iPad Verlosung ist). Und das lässt sich (fast) immer auf Folgendes herunterbrechen:

Klar, Beck's als starke Marke hat es leicht. Es gibt sehr viele Leute, die Beck's wirklich mögen. Viele andere der hier betrachteten Unternehmen haben es da nicht so leicht. Klare Statements finde ich aber sympathischer als mit Danke! Mario! zu agieren…

Wenn möglich, auch nur irgendwie, dann sollte man probieren kreativ zu sein und sich was Passendes überlegen, dann klappt's auch mit der Werbung! So wie hier ;)

In diesem Sinne, frohes Werben auf Facebook!

Habt ihr weitere Do's and Don'ts bei Facebook Werbung?

Über den Autor

Markus Sekulla arbeitet, nach einem BWL Studium an der Uni Osnabrück und 3 Jahren in Asien, als freiberuflicher Projektmanager im Bereich Social Media. Zu seinen Kunden zählt vor allem die Stadt Düsseldorf. Privat bloggt er auf Krawattentraeger.de.

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4 Antworten
  1. von Sandro am 21.06.2012 (18:14 Uhr)

    Hi Markus,

    find ich lustig, dass du unsere Ad (amiando) aufgenommen hast (das mein ich nicht ironisch).
    Das war eine Test-Ad, die nur wenige Tage lief und in ein paar Minuten erstellt wurde. Der Test war tatsächlich relativ erfolgreich, wir haben über 100 Likes generiert und deutlich unter €1/Like bezahlt. Da hab ich schon von einigen anderen B2B-Unternehmen "schlechtere" Zahlen gehört.

    Die Ad lief weltweit nur auf Englisch, da wir auf unserer Facebook-Seite fast ausschließlich auf Englisch kommunizieren (auch wenn unser Hauptsitz in München ist, sind wir mit Büros in Paris, London und HongKong schon relativ international aufgestellt) und war auf die Freunde unserer Fans getargetet.
    Hättest du die Anzeige auf Deutsch/Französisch etc. geschaltet, auch wenn auf der Fanpage nur englischer Content gepostet wird?

    Auf jeden Fall ein guter Artikel!

    Beste Grüße,

    Sandro

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  2. von Markus S am 21.06.2012 (18:25 Uhr)

    Hey Sandro,

    Danke für die Blumen. Nee, da bin ich voll bei Dir. Wenn ihr eh den ganzen Content auf Englisch ausliefert, dann war die Ad ja folgerichtig. Vielleicht kann gibt's da ja Änderungen, wenn Länderseiten auf fb möglich sind. Aber, wie du siehst kann fast mit fast jedem englischen Text, und sei er noch so kurz, Interpretationsfehler erzeugen ;)

    Grüße zurück,
    Markus

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  3. von Jan-Hendrik am 22.06.2012 (09:56 Uhr)

    @Sandro: "getargetet" hat in diesem Zusammenhang jetzt besonders schön gepasst :-)

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  4. von domsalla am 01.10.2012 (21:17 Uhr)

    Schade, daß ich das jetzt erst sehe: Klaus möchte also zu Bayer? ;-)
    Und für alle, die Dos and Donts auch anwenden möchten, haben wir im Web die besten Tipps (plus eine Reihe eigener Erfahrungen) in einem (für lau) eBook versammelt: Werbung auf Facebook (http://blog.kmto.de/massnahmen/mebook-werbung-auf-facebook/) Viel Spaß beim Lesen! Noch mehr Spaß beim Testen!

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