Mit dem Programm "Engagement Ads" sollen Unternehmen vorselektierte Nutzergruppen beziehen können, die sie dann gezielt für Umfragen nutzen. Zur Selektion sollen sämtliche Daten aus den persönlichen Profilen herangezogen werden, also beispielsweise Geschlecht, Alter, Herkunft, Familienstand oder sexuelle Orientierung. In Davos wurden die "Engagements Ads" anhand einer Umfrage zum Weltfrieden demonstriert. Dazu wurden gezielt palästinensische und israelische Facebook-Nutzer ausgewählt und befragt. Die Ergbenisse wurden schon wenige Minuten später in einer Diskussionsrunde präsentiert.
Die Reaktionen der Unternehmen waren sehr positiv, wie Randi Zuckerberg berichtet. Viele Unternehmen sind auf sie zugekommen und haben großes Interesse an einer solchen Marketing-Möglichkeit gezeigt. Man habe "Engagement Ads" auch bereits in der praktischen Erprobung, hieß es weiter. Sowohl das globale Rekrutierungsunternehmen CareerBuilder, als auch das amerikanische Telekommunikationsunternehmen AT&T haben das Umfragesystem getestet oder sind aktuell in der Testphase.
Alle bisherigen Versuche von Facebook, die enormen Mitgliederzahlen auch zu Geld zu machen, waren gescheitert. Bannerwerbung funktionierte genauso wenig wie ein Service, der Facebook-Nutzer über die Einkäufe von Freunden auf bestimmten Partnerseiten wie Amazon informierte.
Fazit
Die permanente Kritik an Facebook, es fehle an einer geeigneten Monetarisierung, dürfte mit dieser Lösung so schnell nicht verstummen. In der Vergangenheit protestierten die Facebook-Nutzer schon erfolgreich gegen die Einführung des Empfehlungsservice Beacon, den Facebook letztlich zurücknahm.
Dies könnte nun wieder so kommen, denn viele Facebook-Nutzer könnten die Verwendung ihrer privaten Daten zum Zwecke der Marktforschung als Verletzung ihrer Privatsphäre ansehen. Auch muss man sich fragen wie legitim eine solche Nutzung der persönlichen Nutzerdaten eigentlich ist. Das könnte in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich aussehen. In Deutschland muss beispielsweise die ausdrückliche Genehmigung der Kunden vorliegen, wenn ein Unternehmen Adressdaten, zum Beispiel aus einer Internetbestellung, zu weiteren Werbezwecken nutzen möchte.
Update
Inzwischen ist ein Dementi veröffentlicht worden, in dem von einer Fehlinterpretation der Ausführungen von Randi Zuckerberg die Rede ist.
Weiterführende Links zu aktuellen Facebook-News auf t3n.de:
- Facebook 2012 – Zahlen, Daten, Fakten [Infografik] - t3n News 1/2012
- Facebook Chronik: 30 witzige und kreative Beispiele [Bildergalerie] - t3n News 12/2011
- Facebook Privatsphäre: So findest du heraus, was Facebook alles über dich weiß - t3n News 9/2011
- Facebook Privatsphäre: EU-Kommission nimmt soziales Netzwerk unter Beschuss - t3n News 11/2011
- Welche Facebook Features wieder abgeschaltet wurden: Facebook Fail: Die größten Misserfolge [Infografik] - t3n News 10/2011







Eine Antwort
von Marcel Weiss 02.02.2009 (15:15Uhr) 1.
Der Telegraph-Artikel war falsch:
http://www.allfacebook.com/2009/02/facebook-product-research-service/
btw. Könnt Ihr es so einstellen, dass man bei falscher Captcha-Eingabe nicht wieder Namen, Mail und URL neu eintragen muss? :)