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Facebook-Börsengang: Aktie im freien Fall

Der Facebook-Börsengang ist anders verlaufen als sich vorgestellt haben dürfte. Am dritten Handelstag fiel die Aktie weiter auf nunmehr 31 US-Dollar - ein Gesamtminus von 18 Prozent. Ist das Unternehmen an der Börse überbewertet?

Facebook-Börsengang: Aktie im freien Fall
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Facebook wollte an der Börse alle Rekorde brechen. Kurz vor dem Börsengang sah es auch danach aus, dass Facebook ein fulminanter Start an der Börse gelingen würde. Nach nur drei Handelstagen ist eines klar: hat einen der schlechtesten Börsengänge der vergangenen Jahre hingelegt. Laut einem Bericht des Wall Street Journal ist seit 2007 kein Börsengang im Milliardenbereich in den USA so schlecht verlaufen wie der des sozialen Netzwerks.

Die Anleger dürften von den ersten drei Handelstagen nach dem Facebook-Börsengang wenig begeistert sein.

Facebook-Börsengang macht Anlegern bisher wenig Spaß

Das Debakel hatte sich schon zum Start an der Börse angekündigt und auch am dritten Handelstag ging es für Facebook weiter abwärts. Die Aktie wurde ursprünglich für 38 US-Dollar ausgegeben. Anleger, die das Papier zeichneten mussten bis zum späten Dienstag ein Gesamtminus von 18 Prozent hinnehmen und die Aktie kostete damit nur noch 31 US-Dollar.

Gesamtwert schmilzt nach Facebook-Börsengang

Bereits am Montag war die Facebook-Aktie um elf Prozent auf 34 US-Dollar eingebrochen. Der Gesamtwert des Unternehmens schmolz damit von 104 Milliarden US-Dollar auf 93 Milliarden US-Dollar. Einer der größten Leidtragenden der schlechten Performance ist Facebook-Gründer Zuckerberg selbst. Allein über das vergangene Wochenende schrumpfte sein Vermögen aufgrund der von ihm gehaltenen Anteile um zwei Milliarden US-Dollar.

Vorwürfe und Ungereimtheiten

Im Rahmen des Facebook-Börsengangs werden die Kritiker immer lauter. Besonders die Investmentbank Morgan Stanley steht unter Beschuss. Sie hatte den Börsengang hauptsächlich organisiert und sich laut Kritikern bei der Nachfrage verschätzt.

Auch die Technologiebörse Nasdaq bekommt aufgrund technischer Probleme beim Facebook-Börsengang nun Probleme. Der Investor Phillip Goldberg hat vor dem Bundesbezirksgericht Manhattan eine Sammelklage im Namen aller Investoren beantragt, die wegen technischer Probleme am ersten Handelstag Geld verloren haben. Die Probleme hatten unter anderem dazu geführt, dass sich der Facebook-Börsengang um etwa eine halbe Stunde verzögert hatte.

Ist Facebook überbewertet?

Die deutlichen Kursverluste der ersten drei Handelstage bestätigen alle Kritiker, die Facebook als Unternehmen für überbewertet halten. Es ist zwar nicht von der Hand zu weisen, dass Facebook weltweit über mehr als 900 Millionen Nutzer verfügt, aber es ist ebenso wenig von der Hand zu weisen, dass die Geschäftszahlen bisher nicht wirklich überzeugen können. 2011 machte das soziale Netzwerk 3,7 Milliarden US-Dollar Umsatz und erwirtschaftete einen Gewinn von einer Milliarde US-Dollar. Die wichtigste Einnahmequelle von Facebook ist Werbung.

Diese Zahlen sind beispielsweise im Vergleich zu Google nicht sonderlich überzeugend. Der Suchmaschinenriese ist an der Börse etwa 200 Milliarden US-Dollar und damit mindestens doppelt soviel wert wie Facebook. Im Gegensatz zum sozialen Netzwerk konnte Google 2011 allerdings fast den zehnfachen Umsatz und Gewinn erzielen (37 Milliarden US-Dollar Umsatz und 9,7 Milliarden US-Dollar Gewinn).

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10 Antworten
  1. von TM am 23.05.2012 (11:09 Uhr)

    Das erinnert mich irgendwie an "The Dark Knight"...

    Bruce: "Jetzt können sie ruhig sagen, dass es sie mir gesagt haben"
    Alfred: "Nein Sir, heute ist nicht mir danach....aber Scheiß drauf, ich hab es ihnen gesagt!"

    Hoffentlich platzt diese WEB 2.0-Blase bald, denn es ist teilweise wirklich abenteuerlich was einem sog. "Unternehmen" als Geschäftsidee verkaufen wollen...

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  2. von Frank am 23.05.2012 (11:14 Uhr)

    Das überrascht doch nur jene, die nichts aus den vergangenen Internet-Blasen gelernt haben und gerne viel Geld in Ideen stecken, statt in Gegenwerte.
    Oder Man hätte halt mal die Werdegänge von so vielen Social-Networks lesen sollen, wie StudiVZ, Werkenntwen, Myspace, usw., das hätte vor Euphorie geschützt.

    Die Einnahmen aus Werbung gehen vermutlich zurück, weil die Facebook-User werbemüde werden und sich ein dickes Fell aneignen oder ganz Facebook verlassen.

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  3. von Stefan Wehmeier am 23.05.2012 (12:06 Uhr)

    Zum Vergleich:

    Das Apollo-Programm kostete 25 Milliarden Dollar, etwa 120 Milliarden nach heutigen Maßstäben, und beschäftigte bis zu 400.000 Menschen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Apollo-Programm

    Heute verschwendet eine durch die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz (Erbsünde = Privatkapitalismus) völlig degenerierte Menschheit über 100 Milliarden Dollar für ein sinnfreies "social network", das nur etwa 2000 Menschen mit ebenso sinnfreien Tätigkeiten beschäftigt.

    Dazu kann man nur noch sagen:

    Wer die Welt erkannt hat, hat einen Leichnam gefunden. Und wer einen Leichnam gefunden hat, dessen ist die Welt nicht würdig.

    Jesus von Nazareth (Thomas-Evangelium / Logion 56)

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/08/grande-finale.html

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  4. von exe am 23.05.2012 (12:13 Uhr)

    "Facebook-Börsengang macht Anlegern bisher wenig Spaß"?
    Bin Monat Nachmittag mit einem 5,25 Hebel short eingestiegen. So viel Spaß hatte ich seit der Grundschule nicht mehr.

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  5. von thowe am 23.05.2012 (13:47 Uhr)

    Ich zähle mich zu den Fundamentalisten, was die "Aktienanalyse" betrifft.

    Egal ob der Kurs bei US$ 38, US$ 31 oder deutlich unter US$ 30 liegt. Die technischen Daten der "share" sind eindeutig:

    Kurs/Gewinn-Verhältnis viel zu hoch. Kurs Cashflow V zu niedrig, furchterregend, das Kurs Buchwert-Verhältnis (mangels assets (Vermögen)) . Alles ein Indiz dafür, dass es - nolens volen - bergab gehen muss, wenn die Vernunft siegt.

    Wer den Hausverstand einschaltet und sich ein wenig an der Philosophie von David Lynch (einer der erfolgreichsten Fondsmanager der Welt, Magellan Fund) orientiert, der weiß es richtig zu berurteilen, warum mich unsere Reinigungskraft fragt, ob Sie Acebook Aktien kaufen soll. Totale Überhitzung.

    Viel schwerwiegender ist es für mich, dass ich weder privat, noch beruflich, aber auch für meine Firma KEINEN NUTZEN von der Dienstleistung von facebook erkennen kann.

    LG & ciao..

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  6. von Ben am 23.05.2012 (15:01 Uhr)

    Facebook sieht sich wohl seit der Gründung zum ersten Mal mit erwachsenen Menschen konfrontiert.

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  7. von Facebook am 23.05.2012 (16:23 Uhr)

    War eigentlich zu erwarten...

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  8. von s. am 23.05.2012 (17:02 Uhr)

    @all
    Wie heißt es doch so schön? Hinterher hat es jeder vorher gewusst.

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  9. von MAtze am 23.05.2012 (19:22 Uhr)

    Ich habe auch investiert und ein wenig Geld verloren, halte meine Anteile aber. Ich hoffe, einige von euch werden dazu stoßen und das große Potential erkennen, dass in der Volksaktie liegt.

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  10. von angelina am 23.05.2012 (21:54 Uhr)

    Facebook-Aktie: Fairer Wert 9,50 Dollar!

    http://goo.gl/N3aFS

    Bingo!

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