Facebook erweitert „Promoted Posts” auf Privatpersonen

Facebook erweitert „Promoted Posts” auf Privatpersonen
Facebook-Nutzer können jetzt auch in den USA mit den „Promoted Posts for People“ die Reichweite ihrer persönlichen Beiträge steigern. Für 7 US-Dollar erscheint der publizierte Facebook-Beitrag in einer größeren Anzahl an Newsfeeds.

Das umstrittene Facebook-Feature „Promoted Posts for People“ steht jetzt testweise auch US-Nutzern zur Verfügung. Für 7 US-Dollar pro Beitrag können sie sich für ausgewählte Postings eine höhere Reichweite erkaufen. Anders als bei den Promoted Posts für Facebook-Fanseiten gilt das neue Feature in diesem Fall für Beiträge von Privatpersonen.

Promoted Posts für Privatpersonen: Mehr Reichweite gegen Bezahlung

Die neuen Promoted Posts stehen Facebook-Nutzern mit weniger als 5.000 Freunden und Abonnenten zur Verfügung. Der Ankündigung im Facebook Newsroom zufolge ist das Feature in Neuseeland schon seit Mai im Einsatz. Die ersten Tests verliefen dort erfolgreich, denn mittlerweile ist die Werbeform in mehr als 20 Ländern verfügbar. Außerordentlich viel Aufmerksamkeit erhält das neue Feature jetzt aufgrund der besonderen Bedeutung des US-amerikanischen Marktes.

Promoted Posts for People: In einigen Ländern lässt sich auch die Reichweite privater Facebook-Beiträge steigern.

Neben den Schaltflächen zum Liken, Kommentieren und Teilen eines Beitrags steht bei Verfügbarkeit des neuen Features eine vierte Option zur Auswahl. Mit wenigen Klicks lässt sich darüber die Reichweite des Beitrags für derzeit 7 US-Dollar steigern. Eine kleine Übersicht liefert anschließend Informationen über den erreichten Effekt. nennt hierbei aber keine konkreten Zahlen sondern gibt lediglich vage Angaben, wie man sie im folgenden Screenshot lesen kann.

Wie sich die Bezahloption auswirkt, lässt sich nur ansatzweise nachvollziehen. Facebook setzt in diesem Zusammenhang statt konkreter Zahlen auf vage Angaben.

Gefährden Promoted Posts das soziale Miteinander

Der Start der Promoted Posts wird in den US-amerikanischen Online-Medien auch von Kritik begleitet. Obwohl Facebook offenbar hofft, die Promoted Posts würden Nutzer nur für besondere Ereignisse verwenden – beispielsweise Hochzeiten oder Charity-Veranstaltungen – liegt die Befürchtung nahe, dass einige Nutzer die Bezahloption überdurchschnittlich oft verwenden und den Newsfeed ihres Netzwerks fluten. Je mehr Geld zur Verfügung steht, desto größer die Reichweite der eigenen Beiträge. TechCrunch sieht darin ein grundlegendes Problem des neuen Features, das die Kultur des Miteinanders auf Facebook stören könnte.

Verbesserungswürdig sind auch die noch wagen Angaben der durch Bezahlung generierten Reichweite. Konkrete Zahlen sind auf Unternehmensseiten gängig. Mittlerweile wird die bei bezahlten Unternehmensbeiträgen generierte Reichweite direkt unterhalb eines Beitrags in Form genauer Nutzerzahlen angegeben, sodass Seitenbetreiber den Erfolg ihrer Aktivitäten einschätzen können. Ich glaube nicht, dass sich Privatnutzer langfristig mit ungefähren Angaben zufrieden geben. Sobald Geld im Spiel ist, will ich das genaue Ergebnis meines Investments kennen. Das „3,8-mal mehr Nutzer“ meinen Beitrag gesehen haben, hilft mir da nicht weiter.

Würdet ihr für eine größere Reichweite ausgewählter Facebook-Beiträge bezahlen?

Weitere Informationen

(Vorschaubild: 401K / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Weitere Artikel zu Facebook

Empfehlen

bewerten
VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 4.7/5 (3 Bewertungen)
Das interessiert dich bestimmt auch
So sieht es in Facebooks neuestem Rechenzentrum in Schweden aus [Bildergalerie]
So sieht es in Facebooks neuestem Rechenzentrum in Schweden aus [Bildergalerie]
Facebook hat sein erstes Rechenzentrum in der Europäischen Union ans Netz gebracht.
Hashtags ab sofort auch bei Facebook
Hashtags ab sofort auch bei Facebook
Neues aus dem Hause Facebook: Seit dem heutigen Mittwochabend ist es auch bei Facebook möglich, Themen und...
Facebook Home jetzt in Deutschland verfügbar
Facebook Home jetzt in Deutschland verfügbar
Wer Facebook Home in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ausprobieren möchte, findet es nun auch hier ganz...
21 Antworten
  1. von Dean Hidri via facebook 04.10.2012 (11:53Uhr) 1.

    Oja, nachdem das mit dem Börsengang nen Schuss ins Aus war, versuchts man nun mit sinnlosen Einnahmen, die niemand beanspruchen wird (außer vllt. Fanpages, die coole Sachen producen).

  2. von David Redelberger via facebook 04.10.2012 (11:57Uhr) 2.

    ja aber Fanpages hatten das schon länger, das neue sind Privatpersonen...

  3. von Philip Hoevels 04.10.2012 (11:58Uhr) 3.

    Facebook wird immer deutlicher zum Bezahl-Tool. Als Nächstes werden dann kostenpflichtige Pages eingeführt. Facebook hat immer noch das Problem Börsennotierung und zu geringe Umsätze / Gewinne gemessen an den uferlosen Erwartungen der Aktionäre. Kann das gut gehen?

  4. von Dean Hidri via facebook 04.10.2012 (12:01Uhr) 4.

    Eben darum gehts. Welche Privatperson benötigt eine solche Funktion? Welche Privatperson hat seine Statusmeldung öffentlich und hat so coole Sachen, dass er sich selbst promoten würde?

  5. von Dominic Vogl via facebook 04.10.2012 (12:02Uhr) 5.

    Totaler Schwachsinn. Wenn ich jemand WIRKLICH erreichen will schreib ich E-Mails, rufe an oder schreib nen Brief!
    Da sieht man das Facebook nicht wirklich weiß wie sie Geld einnehmen soll, da führen Sie hald so Schrottofunktionen ein.Macht die Plattform für mich immer unsymphatischer. Hat dann auch mit nem Social Network nichtmehr viel zu tun...

  6. von Misgro 04.10.2012 (12:17Uhr) 6.

    Die Geschichte wird sich wiederholen. Facbook hat Myspace geschlagen, weil Myspace sich nicht weiterentwickelt hat. Myspace wird Facebook schlagen, weil es sich nicht weiterentwickelt hat, bzw. zur Spamschleuder wird. Ich bin glaube ich nicht der einzige, der Facebook eigentlich nur noch beruflich nutzt.

  7. von Steven Petter via facebook 04.10.2012 (12:23Uhr) 7.

    Nur weil es eine Funktion gibt, bedeutet das noch lange nicht das sie jeder nutzen muss. Wenn man vielleicht mal ne Party starten will wo möglichst viele Leute kommen sollen ist das doch eine nette Option, ohne vorher eine FB-Seite anzulegen!Es gibt halt immer Leute die nörgeln müssen!!!

  8. von David Bünger via facebook 04.10.2012 (12:40Uhr) 8.

    Einigen ist es bestimmt fünf Euro wert, möglichst vielen mitzuteilen, dass sie gerade eine Kackwurst geschissen haben.

  9. von Jan Pötzscher via facebook 04.10.2012 (12:59Uhr) 9.

    wenn dann der Newsstream nur noch aus bezahlten Posts besteht, widerspricht das irgendwie dem Gedankenn eines sozialen Netzwerkes. Schon jetzt sind 3 von 10 Beiträge in irgend einer Form "erkauft"!

  10. von Timo Hermann via facebook 04.10.2012 (13:50Uhr) 10.

    Es würde in der Diskussion helfen, zwischen "Privatperson" und "Nutzer" zu differenzieren. Sicher, wenn Tante Käthe ihre neuesten Erkenntnisse vom Kochen mitteilen möchte, ist es relativ egal, ob das mehr oder weniger Leute mitbekommen (gut, Tante Käthe vielleicht nicht, aber das lassen wir mal außen vor...). Spannender wird es bei Prominenten, Politikern, Journalisten, Social Media-Fritzen, und anderen, die sich nicht selbst mit einer Seite, sondern mit einem Nutzerprofil präsentieren - die können davon durchaus profitieren. Auch wenn ich dieses Geschäftsmodell zum Erbrechen finde, weil es gerade den kleinen Seiten jegliche Reichweite genommen hat - Filterbubble und kostenpflichtiger Un-Filterung sei Dank.

  11. von Markus Thomas via facebook 04.10.2012 (14:56Uhr) 11.

    Ich würde mich schon freuen, wenn mir meine eigenen Posts aus der OSX-Nachrichtenzentrale angezeigt würden ...

  12. von Dominik 04.10.2012 (17:31Uhr) 12.

    Ich glaube das ist an sinnlosigkeit nicht zu überbieten.

    Dann doch lieber freiwillige Premiummitgliederschaften, womit man die komplette Werbung ausblenden kann!

  13. von Jonas Wendler 04.10.2012 (17:44Uhr) 13.

    In Maßen kann das sicherlich ein super Werkzeug sein. Aber wird es von den Nutzern missbraucht, dann könnte dies definitiv Auswirkungen auf die "Kultur" haben. Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass eine gewisse Selbstregulierung stattfinden wird. Davon bin ich überzeugt. Ich für meinen Teil blocke beispielsweise seit geraumer Zeit die ganzen "Foodies" und Personen die mir keinen Mehrwert bieten.

  14. von michael2.0 04.10.2012 (21:37Uhr) 14.

    Moment mal, heißt das dann im Umkehrschluss: Wenn ich ein Statusupdate schreibe, taucht das NICHT bei allen Freunden im Newsstream auf? Sondern bei welchen Freunden denn genau?

  15. von Lars Budde 05.10.2012 (10:25Uhr) 15.

    @Michael 2.0: Der Umkehrschluss ist richtig, aber eigentlich schon lange bekannt. Um deinen Newsfeed nicht zu überfüllen, sortiert Facebook einen guten Teil der Posts aus. Dadurch erreichen nicht alle Nachrichten deiner Freunde deinen Newsfeed. Das fändest du im Übrigen auch gar nicht gut, vermute ich. Es wären viel zu viele Nachrichten, die da eingehen würden.

  16. von Dich kauf ich mir: Freunde bezahlen für… 05.10.2012 (17:27Uhr) 16.

    [...] bei mehr Freunden oder länger auf der Startseite. Die Details dazu gibt’s im Artikel bei t3n.de: “Facebook erweitert Promoted Posts auf [...]

  17. von Goodbye Facebook! Ich werde dich nicht v… 08.10.2012 (09:07Uhr) 17.

    [...] Und weil der Börsengang in die Hose ging und der Wert der Aktie im Keller ist, werden nun Promotet Posts auch auf Private Konten ausgeweitet. Wahrscheinlich ohne das in den Einstellungen ändern zu [...]

  18. von Facebook: Einnahmequellen verzweifelt ge… 13.10.2012 (13:46Uhr) 18.

    [...] Facebook erweitert „Promoted Posts” auf Privatpersonen– t3n [...]

  19. von Private Facebook-Status-Updates hervorhe… 19.10.2012 (12:18Uhr) 19.

    [...] künftig seine privaten Facebook-Nachrichten promoten möchte, um sie einem größeren Leserkreis zugänglich zu machen, braucht dazu nur ein paar einfache [...]

  20. von Private Facebook-Status-Updates hervorhe… 20.10.2012 (06:25Uhr) 20.

    [...] künftig seine privaten Facebook-Nachrichten promoten möchte, um sie einem größeren Leserkreis zugänglich zu machen, braucht dazu nur ein paar einfache [...]

  21. von Facebook Promoted Posts: So umgeht ihr F… 10.06.2013 (14:22Uhr) 21.

    [...] Facebook erweitert „Promoted Posts” auf Privatpersonen – t3n News [...]

Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n 32 jetzt kostenfrei probelesen! Alle Inhalte des t3n Magazins Diesen Hinweis verbergen