Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Facebook Fails – 10 Fehler von Marken im Social Network

Welche typischen Fehler begehen Marken, wenn sie sich auf präsentieren wollen? Dieser Frage sind Alison Michalk und Greg Williams von Quiip nachgegangen. Quiip ist eine Website, die sich mit der Moderation von Social Media Themen beschäftigt. Der folgende Artikel zeigt die zehn typische Fehler auf, die Marken auf am häufigsten begehen und stellt Vorschläge bereit, wie man sie vermeiden und sich besser verhalten könnte.

Facebook Fails – 10 Fehler von Marken im Social Network

Urteil: Fail. Zehn Fehler, die Marken typischweise auf Facebook begehen und wie man diese umgehen kann. (Foto: hans.gerwitz / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

1. Die Facebook Seite in Watte packen

Oft sind Marken-Unternehmen nervös, wenn es darum geht, an Social Media teilzunehmen. Wenn du dabei bist diesen Bereich zu erproben, so geht das am besten ohne langwierige Genehmigungsverfahren. Du bekommst kein realistisches Gefühl dafür, wie Social Media funktioniert, wenn es drei Wochen dauert, ein Status-Update freizugeben. Wenn du den richtigen Social Media Manager hast, solltest du weniger nervös sein.

Lösung: Wenn du unbedingt diesen langwierigen Genehmigungsprozess haben musst, gehe Social Media aus dem Weg. Andernfalls nutze ein Tool wie Conversocial, dass einer Person den Überblick über alle Kommentare verschafft. Stelle sicher, dass sich diese Person in angemessener Zeit den Kommentaren widmet.

2. Schlechtes Social Media Management

Bitte stelle einen Social Media Manager ein, oder lagere die Aufgabe an eine externe Arbeitskraft aus. Bürde die Aufgabe keinem Mitarbeiter auf, der ohnehin schon voll eingebunden und mit eigenen Aufgaben überhäuft ist. Stelle keinesfalls jemanden ohne Erfahrung ein. Vergebe den Job nicht intern.

Lösung: Stelle einen erfahrenen Social Media Manager ein. Wenn du keinen finden kannst, stelle jemanden mit journalistischem Hintergrund ein. Die wissen wie man schreibt, Geschichten erzählt und effektiv kommuniziert. Sie sollten zudem über vertiefte Kenntnisse über das relevante Medienrecht verfügen.

3. Erzwungene Teilnahme von Mitarbeitern

Mitarbeiter dazu zu drängen als Teil des täglichen Workloads die Marke auf Facebook zu unterstützen, ist ein No-go. Wenn Mitarbeiter aus freiem Willen und echter eigener Überzeugung teilnehmen wollen, ist das fantastisch. Trotzdem muss das dann im Rahmen festgelegter Regeln geschehen. Die Nutzer sind nicht dumm und wissen wie man Google nutzt – als Abschreckung dient dieses Worst-Case-Szenario bei Honda.

Lösung: Setze klare Social Media Richtlinien, die regeln, in welcher Form Mitarbeiter Facebook nutzen sollen und wie sie die Position, die sie in der Firma bekleiden repräsentieren sollten.

4. Keine externen Marketing Ausgaben

Großartig, du hast deine Facebook-Seite und drei Likes von deinen Mitarbeitern. Nun warte auf den Ansturm von weiteren Likes. Es ist nicht wahr, wenn gesagt wird, dass Social Media kostenlos ist. Es kostet nicht nur Ressourcen, in den meisten Fällen braucht es Facebook Ads und externe Ausgaben, um den Traffic auf der eigenen Seite anzukurbeln.

Lösung: Stelle sicher, dass sowohl traditionelle als auch digitale Marketinginvestitionen deine Online-Ziele unterstützen.

5. Verkaufen! Verkaufen! Verkaufen!

Einige der besten Facebook Seiten drehen sich kaum um das Produkt selbst. Diese Strategie funktioniert am besten, wenn es sich um eine lässige oder konversationsfreudige Marke mit Charakter handelt. Wenn du ein Hersteller für Kochutensilien bist, erweitere deine Nische um Themen, die sich beispielsweise um das Kochen im Allgemeineren drehen. Reite nicht ständig nur auf deiner eigenen Marke herum, dafür sind deine Fans nicht hier.

Lösung: Habe Spaß! Erlaube deinem Social Media Manager, Off-Topic Themen in Angriff zu nehmen. Stelle sicher, dass sich eine unterhaltsame und einnehmende Atmosphäre entwickelt.

6. Vernachlässigte Seiten – Mangel an Updates

Facebook beherbergt Untiefen vernachlässigter Markenseiten. Während einige Marken ihre Nutzer mit Updates bombardieren, updaten viel mehr Marken schlicht nicht oft genug und das monatliche Update geht im schnelllebigen News-Stream des Nutzers unter. Wir schlagen vor, mindestens zwei- bis viermal pro Woche neue Einträge zu veröffentlichen. Wenn du, warum auch immer, nicht vor hast, die Seite ewig laufen zu lassen, solltest du dir eine Exit-Strategie überlegen. Wenn du keine Zeit hast, dich um die Seite zu kümmern, solltest du dich daran erinnern sie aus dem Netz zu nehmen, bis du in der Position bist, mehr Zeit bei Facebook zu verbringen. Es mag Fans enttäuschen, aber es ist besser, als die Seite verfallen zu lassen.

Lösung: Verfolge ein Langzeitziel mit deiner Facebook Seite. Wenn sie gemacht ist, um einen Wettbewerb voranzutreiben oder saisonal ausgerichtet ist, überleg dir einen Plan B, zu dem du dein Publikum überleiten kannst. Du hast dir die Follower hart erarbeitet, gib sie nicht einfach auf!

7. Automatisierter Content

Nichts verdeutlicht dem Nutzer mehr, wie gering man den Wert seiner Facebook Präsenz einschätzt, als der automatisierte Ausstoß von RSS Updates auf der Facebook Seite. Wenn du Glück hast, werden die Leute deine Seite Unliken. Wenn du Pech hast, werden sie ihren Beschwerden über die Kommentare, für jeden Neuankömmling sichtbar, Ausdruck verleihen.

Lösung: Stelle deinen Inhalt exklusiv für das Facebook Publikum zusammen. Belohne sie für das Liken deiner Marke! Stelle sicher, dass du da bist um mit ihnen zu reden, wenn sie etwas zu sagen haben.

8. Spezielle Angebote/Preise: Exklusiv für jedermann!

Häufig sieht man die gleichen Angebote einer Marke auf allen ihren Marketing Kanälen: im TV, in Katalogen, in Geschäften, im Radio, auf der Website, im Newsletter und eben auch bei Facebook. Bei Kanälen wie dem Fernsehen oder dem Radio müssen die Menschen nichts tun um die Nachricht zu erreichen. Bei Facebook hingegen haben die Nutzer dich aus Eigeninitiative aufgesucht – belohne sie dafür!

Lösung: Mache deinen Facebook Fans nicht das gleiche Angebot, wie auf den anderen passiven Kanälen, sie werden diese Nachrichten bereits kennen. Gebe ihnen etwas Besonderes, etwas Einzigartiges, etwas, dass über das normale Angebot hinaus geht. Es muss nichts Großes sein, aber genug, um sie wissen zu lassen, dass du ihre Unterstützung anerkennst. Außerdem: Wenn du etwas exklusiv für deine Facebook Fans anbietest, kannst du direkt den Erfolg deiner Facebook Seite messen.

9. Mangelnder multimedialer Inhalt

Nachforschungen von Conversocial von über 400.000 Updates an insgesamt 70 Millionen Fans haben ergeben, dass Fotos die beste IPM (interaction per thousand) bringen, dicht gefolgt von Videos. Das mag natürlich nicht auf alle Fans gleichermaßen zutreffen, sollte aber im Hinterkopf behalten werden.

Lösung: Arbeite einige Bilder und Videos in deinen Update-Mix ein und beobachte, was deine Fans am besten aktiviert.

10. Das Zielpublikum verstehen

Prüfe sorgfältig, warum deine Fans die Facebook Seite „geliked“ haben. Erwarten sie sich Rabatte? Versprechen sie sich besseren Kundenservice als über dein Call Center? Es braucht viel Anstrengung, um „Likes“ zu generieren und noch mehr, sie auch zu behalten. Deshalb bringe in Erfahrung, warum sie Fans geworden sind und wie du ihre Erwartungen befriedigen kannst.

Lösung: Beobachte, welche Art von Unterhaltungen deine Fans führen und reagiere darauf. Teste verschiedene Updates und wende deine Erkenntnisse an.

Weiterführende Links:

Bildnachweis für die Newsübersicht: Foto: hans.gerwitz / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA

NEU: Lass dir diesen Artikel vorlesen
Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando.
Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
2 Antworten
  1. von Sebastian Winkelmann am 27.04.2011 (10:37 Uhr)

    Viele Auftritte und Neuigkeiten sind einfach langweilig (siehe 7. und 9.), oder maximal kurzweilig interessant – warum soll man dann folgen, geschweige denn kommentieren und mögen? Natürlich müssen und können große Marken planen, vielleicht sollte das Augenmerk aber weniger auf "Fehler vermeiden", und Richtlinien, die sagen, dass man es vermeiden soll sich an Richtlinien zu halten, liegen, denn vielmehr auf die Freude daran, soviele Fans erreichen zu können, und dabei einfach Spaß zu haben (und zu erzählen, was auch selbst interessiert, was beschäftigt). Ein bisschen weniger steif und geplant locker wäre schön.

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Facebook
Facebook hört auf euer Feedback und spielt relevantere Ads aus
Facebook hört auf euer Feedback und spielt relevantere Ads aus

Das Social Network beobachtete, welche Anzeigen Nutzer aus ihrem News Feed verbannt haben und macht sich diese Information jetzt zunutze. User, die selten auf die Verstecken-Funktion klicken, nimmt … » weiterlesen

Nach Ello-Hype: Facebook rudert bei Klarnamen-Pflicht zurück
Nach Ello-Hype: Facebook rudert bei Klarnamen-Pflicht zurück

Das Social Network entschuldigt sich bei Drag Queens für das Löschen von Nutzerkonten mit Künstlernamen. In Zukunft will Facebook falsche Namen zulassen und dafür die Identität mit anderen … » weiterlesen

Facebook bringt Like-Button in externe Apps
Facebook bringt Like-Button in externe Apps

Entwickler können ab sofort den Button in ihre iOS- und Android-Apps einbauen. Facebook erlaubt damit die Interaktion, ohne dafür die App verlassen zu müssen. » weiterlesen

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n 38 jetzt kostenfrei probelesen! Alle Inhalte des t3n Magazins Diesen Hinweis verbergen