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Facebook: Je mehr Fans, desto geringer die Reichweite [Studie]

    Facebook: Je mehr Fans, desto geringer die Reichweite [Studie]
Foto: © iStockfoto / Hocus Focus Studio

Der Erfolg der eigenen Facebook-Page wird anhand vieler Kennziffern ausgemacht. Maßgeblich sind allerdings nicht nur die Interaktionen auf der Seite und schon gar nicht die Anzahl der Fans, sondern wie hoch die Reichweite der kommunizierten Inhalte ist. Eine Studie hat jetzt ermittelt, wie viele Fans durchschnittlich auf Facebook erreicht werden.

Reichweite als oberste Facebook-Kennziffer

Die Welt der Facebook-Kennziffern zur Erfolgsmessung ist groß, doch nur wenige sind wirklich aussagekräftig. Hoch gehandelt wird die Interaktionsrate, doch ist sie eigentlich nur ein Mittel zum Zweck, um die eigentlich wichtige Kennziffer zu ermitteln: die Reichweite. Denn um die geht es eigentlich, wenn Seitenbetreiber sich für eine Facebook-Page (oder jede andere Page) entscheiden, um darüber zu kommunizieren.

In Zeiten des Edge-Rank, der von Facebook intern gerne einfach als „Facebook-Algorithmus“ betitelt wird, ist es notwendig, dass Nutzer mit den Marken interagieren – auf Status-Updates antworten, sie mit einem „Gefällt mir“ unterstützen oder sie durch die „Teilen“-Funktion im eigenen Freundeskreis bekannt machen. Steigen die Interaktionen, so erhöht sich auch die Sichtbarkeit der Beiträge im Newsfeed der Fans – also eben die besagte Reichweite. Viralität ist in diesem Sinne auch ein Schlüsselwort.

Doch wie hoch ist eigentlich die durchschnittliche Reichweite von Facebook-Seiten? Pauschal lässt sich das zwar nicht beantworten, doch als Faustregel gilt: Je mehr Fans sich hinter einer Facebook-Seite scharen, desto niedriger ist meist die prozentuale organische Reichweite. Das Unternehmen agora pulse, das sich auf die Entwicklung von Apps, CRM-Lösungen und Statistiken im Rahmen des Facebook-Kosmos konzentriert, ermittelt diese organische Reichweite regelmäßig und kategorisiert sie nach verschiedene Fanzahl-Klassen.

Reichweiten-Studie für Facebook-Fanpages

Im aktuellen Reporting stellt agora pulse einige Vergleichswerte auf – durch Auswertung von mehr als 4.848 Facebook-Pages verschiedenster Größen. Dabei zeigt sich, dass Facebook-Seiten, die zwischen 1.000 und 10.000 Fans zählen, durchschnittlich eine Reichweite von 19,7 Prozent erreichen. Je nachdem, wie nachhaltig die Content-Strategie ist, können Seitenbetreiber auch schon mal eine Reichweite von maximal 46,5 Prozent und minimal 4,0 Prozent erreichen. Die durchschnittliche Interaktionsrate liegt hier übrigens bei 14,9 Prozent.

Facebook-Seiten, mit 1.000 bis 10.000 Fans haben eine durschnittliche Reichweite von 19,7 Prozent. (Screenshot: Page Barometer)
Facebook-Seiten mit 1.000 bis 10.000 Fans haben eine durschnittliche Reichweite von 19,7 Prozent. (Screenshot: Page Barometer)

Etwas anders sieht das schon bei Seiten mit deutlich höheren Fanzahlen aus. Schaut man sich beispielsweise Facebook-Seiten an, die mit 50.000 bis 100.000 Followern aufwarten, dann reduziert sich die durchschnittliche Reichweite um 6,4 auf 13,3 Prozent. Das Maximum an Reichweite pendelt sich bei 30,5 Prozent und das Minimum bei 2,9 Prozent ein. Und auch die Interaktionsrate sinkt in der jeweiligen Kategorie auf 8,9 Prozent.

Facebook-Seiten, mit 50.000 bis 100.000 Fans haben eine durschnittliche Reichweite von 13,3 Prozent. (Screenshot: Page Barometer)
Facebook-Seiten mit 50.000 bis 100.000 Fans haben eine durschnittliche Reichweite von 13,3 Prozent. (Screenshot: Page Barometer)

Killen viele Facebook-Fans die Reichweite?

Jetzt fragt man sich natürlich, ob es nicht doch besser ist, weniger Fans zu haben, anstatt regen Fanaufbau zu betreiben. Die Antwort darauf dürfte „Jein“ lauten. Klar ist, dass nicht alle Fan in gleichem Maße am Unternehmen interessiert sind und dass auch nicht jeder Fan mit der gleichen Motivation auf die eigene Page kommt. Nicht selten arbeiten Seitenbetreiber auch mit kleinen Tricks, um Nutzer an die hauseigene Facebook-Page zu binden. Gewinnspiele sind beispielsweise geeignet, um neue Follower zu generieren, doch kommen genau diese Nutzer meist nur, um etwas abzustauben – oft sind sie kaum an den eigentlichen Inhalten interessiert. Auch falsches Targeting bei gebuchten Facebook-Anzeigen kann dafür sorgen, dass zwar Nutzer akquiriert werden, das Interesse an den Inhalten aber gering ist.

Viele Fans zu haben, ist also nur dann gut, wenn die sich auch mit der Seite verbunden fühlen und auf die Inhalte reagieren. Das beflügelt die Interaktionsrate und somit die eigene Reichweite. Karteileichen hingegen mindern den Erfolg. Wer sich die Studie genauer anschauen oder einfach mal die Durchschnittswerte für die eigene Seite ausgeben lassen möchte, der bekommt im Barometer der Agentur die Chance dazu.

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Bildnachweis für die Newsübersicht: © iStockfoto / Hocus Focus Studio

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2 Reaktionen
Zeitliche Aspekte
Zeitliche Aspekte

Früher hiess sowas wohl "Karteileichen".
Man müsste Follows o.ä. nach 100-300 Tagen auffrischen. Das wäre vielleicht echter.
Oder täglich die 1% der ältesten Follows zur Auffrischung stellen und bei nicht-Reaktivierung deaktivieren auch um Fake-Follows rauszubürsten. Oder ältere Follows nach einer Weile immer weniger stark zählen. Im Prinzip sind das Dinge die man bei einem Hate-Graph sehr aktiv machen würde. Bei einem Like-Graph sind sie sehr sinnvoll (Hecken, Gartenplanzen und Rasen beschneidet man ja auch) aber vermeintlich nicht nötig. Sind Likes für Spitzenkandidaten der vergangener Wahlen (Romney, Palin, Projekt18 ...) oder vorletzten Germanys next top model oder vorletztem Superstar oder Supertalent noch etwas wert oder sollte man sie bereinigen ? Na also.

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guidoaugustin
guidoaugustin

Guten Morgen,

die Beobachrtung ist ja sehr interessant (wenngleich wenig überraschend) - doch die Schlussfolgerungen sind hanebüchen. Denn tatsächlich geht es um die relative Reichweite in Relation zur Fanbase, nicht um die absolute Reichweite.
Das ist wie der Irrglaube vom perfekten Training in jenem bereich, in dem die Fettverbrennung optimal ist. Auch wenn die Fettverbrennung prozentual bei höherer Leistung geringer ist, wird dennoch absolut mehr Fett verbrannt.
Zurück zu facebook: Wenn ich 5.000 Fans und eine Reichweite von 20 Prozent habe erreiche ich 1.000 Menschen - wenn ich dagegen 10.000 Fans habe und eine Reichweite von "nur" 15%, erreiche ich 1.500 Menschen. Das wäre mir als Page-Admin im Zweifelsfall wesentlich lieber ;o)

Herzlichst Guido

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