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Digitale Gesellschaft

Ein Foto, 5 Millionen erreichte User: Lokalzeitung „spielt“ Facebook durch

    Ein Foto, 5 Millionen erreichte User: Lokalzeitung „spielt“ Facebook durch

Dass auch kleine Facebook-Seiten mit dem richtigen Post zur rechten Zeit eine Nutzer-Reichweite erzielen kann, von der die meisten nur träumen, beweist die Lokalredaktion Saarlouis der „Saarbrücker Zeitung“. Mit dem Foto einer Karikatur traf der Social-Media-Verantwortliche einen Nerv, mit dem er über fünf Millionen Facebook-Nutzer erreichte  – und  die Anzahl der Facebook-Fans verdoppelt werden konnten.

Facebook-Pflege ist Mehraufwand, macht sich aber bezahlt

Gerade für kleine Zeitungen, aber auch für andere knapp besetzte Redaktionen, gehört die Pflege der sozialen Netzwerke oftmals zu einem notwendigen Übel, das mehr Zeit erfordert als es den meisten lieb ist. Meist werden aus Zeitmangel nur Artikel-Link mitsamt lieblos formuliertem Text gepostet. Aber manchmal lohnt sich ein wenig Mehraufwand dann doch, wie der Erfolgs-Post der „Saarbrücker Zeitung“ zeigt.

Mit dem Gros der Facebook-Postings der „Saarbrücker Zeitung“ können maximal Bewohner des Landkreises Saarlouis etwas anfangen, was sich auch an den verhaltenen Likes und Shares der Artikel zeigt: Sei es eine Kurzinfo zu einem entgleisten Zug am Lebacher Bahnhof, bei dem niemanden etwas zugestoßen ist, ein Beitrag zur „Wunderbaren Sprache der Blumen“, oder andere Nachrichten zu Musikgruppen, Sport und den üblichen Themen einer Lokalzeitung.

Das am 22. Oktober offenbar mit dem Smartphone geschossene Foto, auf dem eine Karikatur mit dem Titel „Deutsche Bilanz“ zu sehen ist, begleitet von den fünf Worten „Ohne Worte - Chapeau Karikaturist Erl!“ lässt die Fanpage der Saarbrücker-Zeitung/SLS ausnahmsweise regelrecht explodieren.

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Mit diesem Facebook-Beitrag hat die Saarbrücker Zeitung einen Volltreffer gelandet. (Screenshot: Facebook; Saarbrücker Zeitung/SLS)

Der Inhalt der Karikatur kurz beschrieben: Deutschland exportiert Waffen, Panzer und Bomben. Das mit den Waffen produzierte Leid in anderen Ländern lässt Menschen nach Deutschland flüchten, um Schutz zu finden – der Karikaturist betitelt den Flüchtlingsstrom mit „Import“. Mit diesem Beitrag trifft die Zeitung einen Nerv: Innerhalb von sieben Tagen über 47.000 Mal geteilt, erhält über 17.000 Likes, wird 416 Mal kommentiert und erreicht eine Reichweite von über fünf Millionen Menschen.

Von 2.200 auf 4.700 Facebook-Fans in wenigen Tagen

Im Gespräch mit Kress resümiert Peter Stefan Herbst, Chefredakteur der „Saarbrücker Zeitung“, dass die Botschaft wichtiger war als die optimale optische Darstellung. Sprich: Ein spontan geschossenes Handyfoto mit dem richtigen Inhalt genügt, um einen viralen Hit zu landen. Dass sich der Volltreffer für die Facebook-Seite der Lokalredaktion Saarlouis der Saarbrücker Zeitung gelohnt hat, zeigt sich an der Verdoppelung der Fans: Vor dem Foto-Beitrag hatte die Seite 2.200 Fans, aktuell liegt die Zahl bei 4,776 Fans.

Anhand dieses Beispiels zeigt sich, dass es sich auch für kleinere Zeitungen und Portale lohnt, in den sozialen Medien aktiv zu sein, sie regelmäßig mit Inhalten zu pflegen und als einen relevanten Baustein des Tagesgeschäfts wahrzunehmen. Was aber noch deutlicher wird ist, dass Leser von Medien erwarten, dass Stellung zu aktuellen Themen bezogen und Charakter gezeigt wird. Das hat die Lokalredaktion Saarlouis mit dem Foto der Karikatur von Martin Erl getan. Chapeau, Herr Herbst, sie haben Facebook „durchgespielt“!

via kress.de

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1 Reaktionen
Roberto
Roberto

Und was bringt es denen? Nicht viel. Denn trotzdem werden sie wohl nicht mehr Kunden oder Unterstützer haben.

Und von den vielen neuen Fans werden einige schnell wieder weg sein, die halt nur dieses eine Foto sehr gelungen fanden... aber dem werden wieder die üblichen lokalen Posts folgen.

Manche Unternehmen und Organisationen können sicher von der Facebook Gefolgschaft profitieren, aber eine Lokalzeitung wird da vermutlich wenig draus ziehen können.

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