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Facebook-Gifts: Studie sieht geringes Marktpotenzial in Deutschland

Gifts werden seit geraumer Zeit wieder stärker von Facebook ins Visier genommen: Nutzer, sollen andere Nutzer über Facebook mit Produkten beschenken, lautet die Devise. Doch wollen das beispielsweise deutsche Facebook-User überhaupt? Eine hat nachgefragt.

Facebook-Gifts: Studie sieht geringes Marktpotenzial in Deutschland

Facebook Gifts – Ein Auf und Ab

Mit eines der holprigsten Projekte, das Facebook bisher an den Start gebracht hat, waren die Facebook Gifts. Zur Erklärung: Facebook Gifts sind – wie der Name es vermuten lässt – kleine Geschenke, die man über die Infrastruktur des Sozialen Netzwerks an Freunde, Familienmitglieder und Bekannte verschicken kann. Anfangs ging es dabei im Grunde nur um kleine Bildchen beispielsweise von Katzen, die man für einige (gekaufte) Credits an Pinnwände posten konnte – scheinbar ein Versuch, ein paar „lousy pennies“ dazu zu verdienen, der letztendlich in die Hose ging. Für das Posting eines Bildes bezahlen? Das schien für viele nicht besonders interessant. Das Soziale Netzwerk stellte die Facebook Gifts deshalb 2010 ein.

Zwei Jahre später aber hat man sich an einem Revival versucht, dieses Mal allerdings mit echten Geschenken, realen Produkten, die man in einer Übersicht begutachten, bestellen und verschicken sowie an die Pinnwand posten konnte. Die Abwicklung geschieht komplett auf und über Facebook, der Versand wird von der Post bewerkstelligt. Endlich schien das Konzept interessanter zu werden, der Rollout passierte dennoch zögernd. Vor etwa einem Jahr hat man in den USA angefangen, das Feature an die Nutzer auszuspielen. Inzwischen können auch deutsche Facebook-Nutzer Gifts verschicken – allerdings nur an Nutzer, die in den Staaten leben.

Studie zu Facebook Gifts: „Deutsche halten Geschenke für etwas sehr Intimes“

An der Online-Umfrage zu Facebook Gifts, haben 549 Personen beiden Geschlechts und einem Durchschnittsalter von 23 Jahren teilgenommen. (Screenshot: Facebook-Gifts-Studie)
An der Online-Umfrage zu Facebook Gifts, haben 549 Personen beiden Geschlechts und mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren teilgenommen. (Screenshot: Facebook-Gifts-Studie)

Der umfassende Deutschlandstart steht jedoch vermutlich kurz bevor. Und deshalb haben sich die drei Studenten Jannis Pöstges, Nico Rossmann und Christopher Wallenreiter von der Hochschule der Medien in Stuttgart an eine – nicht ganz repräsentativen – Feldforschung gewagt, um herauszufinden, wie die Deutschen sich gegenüber eines solchen Angebotes verhalten würden – betreut vom Professor für internationales Medienmanagement Harald Eichsteller und unterstützt vom Kollegen Philipp Roth von allfacebook.de.

„Guten Freunden schenkt man was ...“, leiten die Studienführer ein. Und stellen gleich zu Beginn klar, dass auch Mark Zuckerberg mit seinen Facebook Gifts ein Geschenk machen will – allerdings weniger an die Nutzer, als vielmehr an seine Anteilseigner. Denn „Zuck“ hat genug damit zu tun, seine Shareholder bei der Stange zu halten. Zwar scheint das Konzept um die Facebook Gifts auf den ersten Blick Erfolg versprechend, jedoch ist fraglich, ob zumindest die deutschen Kunden die Facebook-Umgebung für Geschenke bevorzugen. Eine wesentliche Erkenntnis der Online-Studie, an der immerhin 549 Personen beiden Geschlechts und mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren teilgenommen haben, lautet, „dass die Deutschen Geschenke für etwas sehr Intimes halten und dass das Umfeld sozialer Netzwerke als extrem unpersönlich empfunden wird“.

Die Studie beschäftigt sich vorweg mit dem Schenkverhalten der Deutschen, um das es ganz gut bestellt zu sein scheint. Etwa 40 Prozent der Befragten geben an, jährlich zwölf Mal oder häufiger zu schenken. Jeder fünfte deutsche Teilnehmer schenkt sogar mehr als 16 Mal im Jahr. Auch wird klar, dass die Befragten dabei durchaus auch auf das Netz zurückgreifen: Jeder zweite Mann besorgt laut der Ergebnisse mindestens 40 Prozent aller Geschenke online. Bei den Frauen ist es jede Dritte. Interessant sind auch die Erkenntnisse zum möglichen Marktvolumen, das das Institut für Handelsforschung Köln (IfH) immerhin auf 10,4 Milliarden Euro beziffert.

Dem gegenüber steht, wie oben beschrieben, die Frage, ob diese Lust am Verschenken sich auch auf ein Soziales Netzwerk übertragen lässt. Dahingehend ist der erste Eindruck der Nutzer von Facebook Gifts eher ernüchternd: Sieben Prozent stehen der Funktion „positiv“ gegenüber, 27 Prozent „eher positiv“, 31 Prozent „neutral“, 27 Prozent „eher negativ“ und acht Prozent „negativ“. Das kann man aber auch als große Unentschlossenheit bewerten, die es noch zu überwinden gilt. Prinzipiell geben 90 Prozent aller befragten Deutschen an, Facebook Gifts nach der Einführung voraussichtlich gar nicht oder maximal selten zu nutzen. Die gesamten Studienergebnisse findet ihr hier:

Studie: Facebook Gifts in Deutschland by Allfacebook.de - Facebook Marketing Blog

Umfrage unter t3n-Lesern zu Facebook Gifts

Auch wir finden die Frage spannend, wie unsere Leser zu den geplanten Facebook Gifts stehen. Würdet Ihr solch eine Angebot nutzen? Gerne könnt ihr das einfach mit „Ja“ oder „Nein“ in unserer Umfrage beantworten, darüber hinaus aber würden wir uns auch freuen, wenn ihr eure Entscheidung mit ein paar Worten in den Kommentaren begründet. Was muss Facebook Gifts beispielsweise liefern, um euch zu überzeugen? Oder worin erkennt ihr Schwächen?

Weiterführende Links zum Thema „Facebook Gifts“

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4 Antworten
  1. von Vomitorium am 19.07.2013 (17:23 Uhr)

    Wieder mal ein Artikel auf gewohnt niedrigem T3N Niveau:

    Wenn ihr oben sagt, dass Zuck seine Investoren bei Laune halten soll/will/muss, dann sind das die SHAREHOLDER - nicht die STAKEholder.
    Der Unterschied ist dabei in dem Satz ganz klar: Es geht um die Investoren, implizit, daher können das nur die SHAREholder sein, aber niemals die STAKEholder.

    http://www.wer-weiss-was.de/theme70/article128550.html

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  2. von chillma am 19.07.2013 (18:29 Uhr)

    Nein würde ich nicht nutzen und werde ich auch niemals. Grund: Weil es facebook ist! Wird dann fleißig gesammelt, wer wem was schenkt, sodass man dementsprechend die personalisierte Werbung wieder unterstützt? Nein danke.

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  3. von Vomitorium am 20.07.2013 (08:34 Uhr)

    Aha, zensiert wird jetzt auch vom Andreas, nur weil man ihn auf Fehler in seinem eigenen Schreibwirrwarr hinweist :-)
    Ein weiteres Zeugnis für den intellektuellen Anspruch von t3n - das spricht natürlich für T3N sowie auch für den Autor...

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  4. von Andreas Weck am 20.07.2013 (09:15 Uhr)

    @Vomitorium.. übertreibt doch nicht immer so. Dein Kommentar lag im Spam-Ordner, weil du einen "wer-weiss-was"-Link eingebettet hast. Stakeholder ist das erweiterte Prinzip des Shareholdings... soll heißen es beinhaltet im Grunde Anteilseigner, Mitglieder, Mitarbeiter sowie Kunden und Lieferanten. Mit der Implizierung hast du aber Recht, insofern habe ich gerne diesen Fehler korrigiert.

    Grüße Andreas

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