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Facebook: Nach Google wichtigster Trafficbringer von Nachrichtenportalen

    Facebook: Nach Google wichtigster Trafficbringer von Nachrichtenportalen

Laut einer heute veröffentlichten Studie des Washingtoner Pew Research Center ist Facebook Google zwar nicht eben auf den Fersen, wenn es um die Frage geht, wer den wichtigsten amerikanischen Nachrichtenportalen das höchste Besucheraufkommen sendet. Danach bleibt Google mit 30 Prozent allen Traffics der größte Vermittler, jedoch nehmen die Anteile Facebooks kontinuierlich zu.

Facebook noch Juniorpartner in der Referrerstatistik, aber mit wachsenden Anteilen

Für die Studie des Pew Research Center for Excellence In Journalism schauten sich die Forscher das Verhalten von Nachrichtenkonsumenten innerhalb der ersten neun Monate des vergangenen Jahres an. Untersucht wurden die 25 wichtigsten amerikanischen Nachrichtenportale auf der Basis der von Nielsen Co. erhobenen Trafficdaten. Augenmerk legten die Verfasser der Studie vor allem darauf, wie Besucher zu den Seiten gelangen, also wer sie dort hinführt. Sie untersuchten aber auch, wie lange Besucher durchschnittlich auf den Seiten blieben, wie tief sie sich in den Content hinein bewegten und an welcher Stelle sie die Seite wieder verließen. Einige Erkenntnisse:

  • Wenig überraschend dürfte die Feststellung sein, dass 40 Prozent des gesamten Traffics der untersuchten Portale über Referrer, also Links von anderen Seiten, erzeugt werden.
  • Allein für 30 Prozent des gesamten so generierten Traffics zeichnet die Google-Suche verantwortlich.
  • Wenn auch das Social Web gegenüber diesen Zahlen relativ unbedeutend erscheint, so ist doch zu bemerken, dass insbesondere Referrer aus Facebook heraus einen stetig wachsenden Anteil ausmachen. So war Facebook bei 5 der 25 untersuchten Portalen mit zwischen 6 und 8 Prozent Anteil bereits jetzt der zweit- oder drittgrößte Trafficbringer, während der Anteil bei der Mehrzahl der untersuchten Sites lediglich um 3 Prozent lag.
Wer ist hier anachronistisch? Zeichnung: Gerhard Gepp (Fotograf und Autor). Lizenz: CC BY SA

In diesem Zusammenhang ist noch bemerkenswert, dass der Zufluss an Besuchern von Facebook hin zur untersuchten Website in etwa korrespondierte mit dem Abfluss von der untersuchten Website hin zu Facebook. Dieses Verhältnis legt den Schluss nahe, dass die Besucher zurück zu Facebook surfen, um dort ihrerseits auf die eben gelesene News zu verlinken. Mangels technischer Möglichkeiten, diesen Schluss tatsächlich zu verifizieren, sollte klar sein, dass es sich um eine Vermutung handelt, die zwar naheliegend, aber nicht zwingend ist.

Hingegen konnte Twitters Einfluss auf das Besucheraufkommen, trotz seiner 200 Millionen Accounts, laut Pew „kaum gemessen“ werden. Einzig die Website der Los Angeles Times erhielt mit 3,5 Prozent über Twitter generierte Besucher von dort mehr Traffic als über Facebook, die der LA Times lediglich um 2 Prozent des Besucheraufkommens vermitteln konnten. Nur bei neun der betrachteten Websites spielte Twitter als Trafficbringer überhaupt eine Rolle und dort nur in Größenordnungen von um 1 Prozent. Bei den Zahlen zu Twitter bleibt allerdings ein Unsicherheitsfaktor: Es geht nicht klar hervor, inwiefern Twitter-Nutzer einbezogen wurden, die nicht die offizielle Website sondern beispielsweise eine Software benutzen.

Facebooks Sozialkomponente wertet das Referring auf: Von der Suche zur Empfehlung

Laut Pew gewinnt das Social Web in der Facebook-Variante insbesondere durch die Strategie des Unternehmens, sein Socializing im Web weitflächig zu verankern, stetig an Bedeutung. Allein die beinahe schon omnipräsenten Like-Buttons spielen in Kombination mit der Nutzerbasis von 500 Millionen Menschen eine bedeutende Rolle. So verlassen sich immer mehr Internetnutzer auf Verlinkungen, die aus ihrem sozialen Umfeld kommen. So sind Links nicht mehr bloß algorithmisch extrahierte Inhalte auf der Basis von Suchbegriffen, wie es bei Google der Fall ist. Vielmehr haben Verlinkungen via Facebook eher Empfehlungscharakter und bringen somit ein qualitatives Element ins Spiel, das bloßen Suchergebnislisten zwangsläufig fehlen muss.

So sagen die Verfasser der Studie für die nächsten Jahre einen Paradigmenwechsel im Umgang mit Inhalten voraus, weg vom „searching“, hin zum „sharing“: Weg von der Suche, hin zur Empfehlung. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass es für Google höchste Zeit wird, sich an diesem Wechsel aktiv zu beteiligen. Ansonsten könnte es wohl möglich sein, dass Google in wenigen Jahren zu einem Anachronismus im Web 3.0 geworden sein wird. Auch die Dinosaurier sind letzten Endes ausgestorben...

Was meint ihr: Wird Google in Zukunft wichtig bleiben? Muss Google sich reformieren? Oder ist das Web 3.0 ohnehin nur ein Hype und wir müssen alle nichts tun, außer Ruhe zu bewahren?

Weiterführende Links:

Bildnachweis: Link zur Grafik in den Wikimedia Commons

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4 Reaktionen
Dieter Petereit

@Sebastian: Das liegt daran, dass es zum Zeitpunkt der Beitragserstellung keinen Link zur Studie gab. Danke, dass Du ihn aufmerksamerweise ergänzt hast!

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Sebastian
Sebastian

Link zur Studie bzw. PEJ-Mitteilung wäre nicht schlecht: http://www.journalism.org/analysis_report/navigating_news_online. Irgendwie weder auf T3N, noch auf TNW oder sfgate zu finden...

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