Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Was bleibt nach dem anfänglichen Buzz um Facebook Home?

hat ganz schön für Furore gesorgt, als bekannt wurde, wie sich der Launcher künftig auf die Smartphones seiner Nutzer schiebt. Doch wie hat sich der anfängliche Buzz nach einem Monat entwickelt? Wir haben ein paar Erkenntnisse der letzten Tage einmal gegenübergestellt.

Was bleibt nach dem anfänglichen Buzz um Facebook Home?

Facebook Home als Facebook-Phone-Ersatz

Mit Facebook Home rückt das soziale Netzwerk in den Mittelpunkt der Nutzererfahrung.
Mit Facebook Home rückt das soziale Netzwerk in den Mittelpunkt der Nutzererfahrung.

Vor anderthalb Monaten wurde Facebook Home in den USA veröffentlicht und zwei Wochen später auch in Deutschland. Bei dem neuen Facebook-Produkt handelt sich um einen Launcher, der Android-Smartphones zu einem Facebook-Phone umwandelt. Dabei nistet sich das Programm tief in das Android-Betriebssystem ein und übernimmt den Homescreen des jeweiligen Smartphones. Die Grundidee der Macher ist, dass das Leben sich um Menschen, nicht um Apps dreht. Mark Zuckerberg machte bei der Präsentation deutlich, dass Social-Anwendungen den überwiegenden Teil der Nutzungen ausmachen. Allein mit Facebook verbringen sie fast 25 Prozent der Zeit. Facebook Home soll sich diesen Umständen anpassen und das sozial-digitale Leben auf den mobilen Geräten stärker in den Vordergrund rücken.

Facebook Home: „the next version of facebook“

Facebook Home, wurde von Mark Zuckerberg auf der Präsentation Anfang April somit auch als „the next version of facebook“ angekündigt. Doch schaut man sich aktuelle Bewertungen der veröffentlichten Applikation im Google Play-Store an, wird deutlich, dass der richtige Hit bis jetzt scheinbar ausbleibt. Mit insgesamt 2,2 von 5 Sternen fristet der Launcher auf der Plattform ein Dasein unter einer eher ungenügenden Note. Nutzer beschweren sich über die komplette Übernahme des Smartphones, beklagen Akkulaufzeitprobleme sowie das Fehlen von Widgets – auf einige Probleme ist man bereits mit dem aktuellen Update eingegangen.

Auf der anderen Seite jubelt Facebook und bezeichnet den Start im Zusammenhang mit den Downloadzahlen als einen Erfolg, der die „Erwartungen übertroffen hat“. In diesen Tagen wurde Facebook Home bereits eine Millionen Mal heruntergeladen. Die Interaktionen seien laut dem Facebook Director of Mobile Engineering, Cory Ondrejka, um 25 Prozent gestiegen. Und die Chat-Heads sorgen scheinbar auch für mehr Lust am Nachrichtenschreiben, denn hier soll die Funktion dazu geführt haben, dass sieben Prozent mehr Messages verschickt wurden. Facebook lobt sein neues Produkt in den höchsten Tönen.

App-Store-Analysen verzeichnen Abwärtstrend

Nun lassen die Angaben von Facebook Positives vermuten, die Google Play-Store Bewertungen jedoch Negatives. Dazwischen grätschen jetzt noch aktuelle Daten von den App-Store-Analytikern „App Annie“ und „Destimo“, die TechCrunch thematisiert hat. Die Analysten ranken Facebook Home in regelmäßigen Abständen nach Beliebtheit, schauen auf welchem Platz sich die App befindet und welche Entwicklung sie in dem Ranking vollzieht. Beide Unternehmen machen unabhängig voneinander deutlich: nach dem anfänglich ausgelösten Buzz und den hohen Downloadraten, sinkt das Ranking der App aktuell wieder.

Laut „App Annie“ ist Facebook Home am 16. April in den USA noch auf Platz 72 gelandet. Eine Woche später stieg der Launcher in Norwegen, Singapore, Kanada, Dänemark, Australien, Hong Kong, Ungarn und Großbritannien ebenfalls in die Top-100 ein. Gleichzeitig in 38 weiteren Staaten in die Top-500. Ende April ging der Trend dann allerdings zurück. Facebook Home war nur noch in 29 Staaten in den Top-500 vertreten und kein einziges Mal in den Top-100, was sich aktuell jedoch in einigen Länder wieder geändert hat.

In den Datensätzen von „Distimo“ zeichnete sich der gleiche Trend ab. Laut den App-Analysten hat Facebook Home anfangs in Luxemburg den größten Zuspruch erhalten. Am 29. April stand es dort immerhin auf Platz 83. Am schlechtesten lief es in Portugal, wo der Launcher nur auf Platz 477 gelandet ist.

Facebook Home war zum 29. April 2014 noch 39 Staaten unter den Top-500 der beliebtesten Apps. (Quelle: Distimo/TechCrunch)
Facebook Home war zum 29. April 2013 in 39 Staaten unter den Top-500 der beliebtesten Apps. (Quelle: Distimo/TechCrunch)

Einige Tage später am 8. Mai sieht man jedoch, dass einige der wichtigsten Märkte sich bereits aus den Top-500 verabschiedet haben. Die Rede ist von Fankreich, Deutschland, Brasilien und Argentinien.

Am 08. Mai 2013 war Facebook Home nur noch in 22 Staaten unter den Top-500 der beliebtesten Apps. (Quelle: Distimo/TechCrunch)
Am 08. Mai 2013 war Facebook Home nur noch in 22 Staaten unter den Top-500 der beliebtesten Apps. (Quelle: Distimo/TechCrunch)

Schaut man sich die Popularität der Top-500-Märkte auf der Weltkarte von Distimo an, sieht man dass Facebook Home aktuell noch relativ schlecht verstreut ist.

Die Staaten im Rahmen einer Weltkarte, in denen Facebook Home in den Top-500 ist. (Quelle: Distimo/TechCrunch)
Die Staaten im Rahmen einer Weltkarte, in denen Facebook Home in den Top-500 ist. (Quelle: Distimo/TechCrunch)

Facebook Home überzeugt noch nicht

Die Zahlen von Facebook gegenüber den Bewertungen aus dem Google Play Store und den Erkenntnissen von „App Annie“ sowie „Distimo“ zeigen ganz deutlich, dass der Android-Launcher binnen seiner ersten Wochen zwar für ein reges Interesse bei den Nutzern gesorgt hat, der anfängliche Buzz sich jedoch nicht in Wohlgefallen auslöste. Viele Fehler wurden gemacht, Nutzer fühlten sich von dem Launcher überrumpelt. Die Übernahme des Homescreens gefiel nicht jedem. Facebook hat seine Nutzer ferner quasi ins kalte Wasser geschmissen ohne irgendwelche Erklärungen zu der Usability der Anwendung. Hinzu kam, dass Home auch mit einigen technischen Umständen daneben lag. Die Verbannung des Dock-Features für die beliebtesten Apps, hat für harte Kritik gesorgt. Da helfen auch keine anfänglich hohen Download-Zahlen, wenn in der Folge die Raten wieder rapide sinken. Wie viele User Facebook Home nach dem ersten Test und der negativen Stimmung wieder vom verbannt haben, lässt sich nur erahnen.

Diese Geräte werden direkt mit Facebook Home ausgeliefert.
Diese Geräte werden direkt mit Facebook Home ausgeliefert.

Faireshalber muss man sagen, dass Facebook Home angesichts der begrenzten Anzahl von Smartphone-Modellen, die das Programm unterstützen, wahrscheinlich weniger Downloads eingefahren hat, als möglich gewesen wäre. Vielleicht ist es aber auch einfach nur Strategie. Vielleicht sind die Modelle für einen anfänglichen Test im realen Umfeld vorgesehen und vielleicht hat man schon geahnt, dass man sich lieber erst einmal langsam auf das Terrain begeben sollte. Am Ende hat Facebook nun eine erste Case-Study in der Hand. Vieles muss korrigiert werden. Insofern tut das Unternehmen gut daran, wenn es ankündigt, sich stärker auf die Feedbacks der Nutzer zu konzentrieren und monatliche Updates zu veröffentlichen. Der erste Facebook Home-Monat jedenfalls zeigt, dass das neue Flaggschiff den Anwender noch nicht überzeugt hat.

Weiterführende Links

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Facebook Home
Nerd-Galerie: So sah ein Smart-Home-System im Jahr 1990 aus
Nerd-Galerie: So sah ein Smart-Home-System im Jahr 1990 aus

Das vernetzte Haus existiert nicht erst seit der Erfindung von Smartphones und Tablets. Schon in den 80er Jahren gab es Smart-Home-Systeme mit denen sich im Grunde alles in einem Haus steuern lies. » weiterlesen

„Meetings und Rückfragen kann ich über verschiedene Tools regeln“ – Über die Vorteile des Home-Office [Debatte]
„Meetings und Rückfragen kann ich über verschiedene Tools regeln“ – Über die Vorteile des Home-Office [Debatte]

Unsere Redakteure Lea Weitekamp und Andreas Weck vertreten unterschiedliche Ansichten zur Heim- und Büroarbeit. In einem Debattenbeitrag skizzieren sie ihre Ansichten zu den Vor- und Nachteilen des … » weiterlesen

Connected Home-Offensive: Samsung lädt zur Developer-Konferenz
Connected Home-Offensive: Samsung lädt zur Developer-Konferenz

„Connected Living, Connected Developers“ lautet das Motto der dreitägigen Veranstaltung im November. Samsung kündigt dabei neue Entwicklungen im Smart Home-Bereich an. Erst vor wenigen Wochen … » weiterlesen

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n-Newsletter t3n-Newsletter
Top-Themen der Woche für Web-Pioniere
Jetzt kostenlos
anmelden
Diesen Hinweis verbergen