Das könnte dich auch interessieren

Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Digitales Leben

Gegen den Hass: Facebook gründet „Initiative für Zivilcourage Online“

    Gegen den Hass: Facebook gründet „Initiative für Zivilcourage Online“

Facebook startet „Initiative für Zivilcourage Online“ (Bild: Facebook)

Facebook hat lange still gehalten und kaum etwas gegen fremdenfeindliche Hasskommentare unternommen. Nach reichlich Kritik hat das US-Unternehmen jetzt die europaweite „Initiative für Zivilcourage Online“ lanciert.

Dem Hass die Stirn bieten: Facebook startet „Initiative für Zivilcourage Online“

Hassrede hat in unserer Gesellschaft keinen Platz - auch nicht im Internet.

Seit Monaten schon wird Facebook dazu aufgefordert, auf die fremdenfeindlichen Hasskommentare im sozialen Netzwerk angemessen zu reagieren – jetzt hat das Unternehmen endlich eine großangelegte Kampagne gestartet. Für die „Initiative für Zivilcourage Online“ hat Facebook sich mit mit Menschenrechtsorganisationen und Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen, um Extremismus und Hassrede im Internet zu bekämpfen. Für die Auftaktveranstaltung ist Facebooks COO Sheryl Sandberg aus Kalifornien nach Berlin gereist, um die Relevanz der Aktion zu unterstreichen. Sie betonte: „Facebook ist kein Ort für die Verbreitung von Hassreden oder Aufrufen zu Gewalt.“

Zum Auftakt der Initiative für Zivilcourage Online waren Sasha Havlicek (Institute for Strategic Dialogue), Gerd Billen (Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz), Sheryl Sandberg (Facebook), Peter Neumann (International Centre for the Study of Radicalisation and Political Violence), Anetta Kahane (Amadeu Antonio Stiftung) zugegen (v.l.n.r.). (Foto: Facebook)
Zum Auftakt der Initiative für Zivilcourage Online waren Sasha Havlicek (Institute for Strategic Dialogue), Gerd Billen (Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz), Sheryl Sandberg (Facebook), Peter Neumann (International Centre for the Study of Radicalisation and Political Violence), Anetta Kahane (Amadeu Antonio Stiftung) zugegen (v.l.n.r.). (Foto: Facebook)

Die „Initiative für Zivilcourage Online“ soll europäische Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die gegen Online-Extremismus in Europa engagiert sind, mit über einer Million Euro unterstützen. Neben finanziellem Support bietet Facebook auch Hilfe bei Marketing-Aktivitäten. Darüber hinaus wird man Experten aus dem Sektor der Bekämpfung von gewaltbereitem Extremismus zusammenbringen, damit gemeinsam Best-Practice-Beispielen erarbeitet werden, die im Anschluss NGOs, Regierungen und Onlinediensten zur Verfügung gestellt werden. Des Weiteren will man Tools und Strategien entwickeln, mit denen Menschen Counterspeech erfolgreich einsetzen können.

Laut Anetta Kahane von der Antonio Amadeu Stiftung, die sich für eine demokratische Kultur und die Gleichwertigkeit aller einsetzt, seien diese Tools auch nötig, da es nicht genüge, Sanktionen gegen Hatespeech auszusprechen. Es sei eine „zivile Kultur des Umgangs“ vonnöten – auch im Netz. Kahane betont, dass weder Unternehmen noch Politik oder die Zivilgesellschaft alleine erfolgreich gegen Fremdenfeindlichkeit sein können.

Facebook: Hassrede mit Counterspeech entgegentreten

Professor Peter Neumann, International Centre for the Study of Radicalisation und Political Violence (ICSR) betont, dass das Löschen von Hasskommentaren nicht ausreiche, um erfolgreich gegen Fremdenhass zu agieren:

„Praktisch alle Experten sind sich darin einig, dass das Entfernen von Inhalten bestenfalls einen Teil der Lösung für das Problem um Online-Extremismus und Hassrede darstellt. Gleichermaßen wichtig sind die Unterstützung von Counterspeech, die Förderung von Grassroots-Bewegungen, die extremistische Ansichten bekämpfen, sowie ein empirisch-stichhaltiges Verständnis davon, wie und wann online-getätigte Äußerungen zu realer Gewalt führen.“ – Professor Peter Neumann (ICSR)

Seinen weiteren Ausführungen zufolge liefere Facebooks Initiative einen ganzheitlichen Ansatz, der von ihm und seinen Kollegen seit Jahren gefordert wurde.

Facebook: Löschung von fremdenfeindlichen Kommentaren innerhalb von 24 Stunden

Schon letzte Woche hatte Facebook angekündigt, Hasskommentare auf dem sozialen Netzwerk binnen 24 Stunden nach Meldung zu löschen. Hierfür hat das Unternehmen die Bertelsmann-Tocher Arvateo beauftragt, die aus Deutschland agiert.

Über 100 Mitarbeiter sollen für diese Aufgabe abgestellt werden, gemeldete Kommentare zu prüfen und gegebenenfalls zu löschen. Gegenüber Spiegel Online bestätigte Facebok-Sprecherin Tina Kulow: „Mit dieser Investition möchte Facebook dafür sorgen, dass Meldungen von Inhalten, die gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstoßen, noch effektiver bearbeitet werden können.“ Angesichts der Kritik selbst von Seiten der Bundesregierung war eine Reaktion von Facebook längst überfällig.

Lesenswert: „Brummifahrer haltet drauf!“ Facebook hat ein Hatespeech-Problem – und erkennt es nicht [Kolumne]

via de.newsroom.fb.com

Finde einen Job, den du liebst zum Thema Social Media, Online Marketing

1 Reaktionen
Mal sehen was draus wird
Mal sehen was draus wird

Schade das keiner probiert die Sprüche einheitlicher zu erkennen. Bei Spam ist seit den Bayes-Filtern ja auch viel passiert.
Dann müssten die sich ständig neue Formulierungen ausdenken... "Counter-Gödel".
Spamtechniken mit zusätzlichem Text (US-Verfassung, Bibel,...) oder Buchstaben-VeränderUng@n also quasi Leet-Speech/Write klapptn bei Foren ja auch nicht wenn man simple Maßnahmen einsetzt.

http://t3n.de/news/social-media-fakes-facebook-670311/
Auf Counter-Speech hören solche vorgefassten Gruppen halt nicht. Die Frage ist inwieweit bezahlte/organisierte Mobber-Gruppen überhaupt (ausser als Störenfaktoren) relevant sind und man nicht lieber die Postings so organisiert das die Besten (wie bei Formel-1 oder Bundesliga oder Musik/News/Video/Verkaufs/Verleih/Vermiet/Lese/...-Charts) oben stehen bzw. als erste angezeigt werden damit die lern-fähigen Teilnehmer (hoffentlich mehr als die kleinen organisierten Mobber-Teams die bei Google-Alerts zu ihren Lieblings-Themen ihre Standard-Texte pasten) dazulernen und konstruktiver mit anderen zusammenleben oder auch diskutieren.
Neue Postings könnten sich von unten hocharbeiten und ab einer gewissen Linie steht "Wer auf Postings hier drunter antwortet vergeudet vermutlich seine Zeit".

Nett wären funktionierende Systeme aber ohne Rechtsabteilung kann man sowas vielleicht nicht realisieren. Erfahrungsgemäß sind das aber Ankündigungen und Finanzierungen von Einrichtungen und viel wird dann oft genug leider nicht draus. Alle Studien usw. sollten natürlich Public to the Domain sein und kostenlose Foren-Plugins zur Optimierung konstruktiver Diskussionen alle drei Monate verfügbar sein.
Problem: Wer will wirklich konstruktive Diskussionen ? Schuldenmacher ? Subventions-Ritter ? Mietpreis-Erhöher ? Hinterzimmer-Entscheider ? Oder die kleinen Leute deren Armut stetig steigt ?
news-google: oxfam studie

Antworten

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen