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Facebook kappt Integration in Twitters neue Video-App Vine

Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung von Twitters neuer Video-Sharing-App Vine hat bereits einen wichtigen Stecker gezogen: Freunde finden via Facebook ist nicht mehr möglich.

Facebook kappt Integration in Twitters neue Video-App Vine

Facebook blockiert Integration in Vine

Als seine neue Video-Sharing-App Vine vorstellte, rieben sich einige Nutzer verwundert die Augen: Statt beim Sharing der Videos alleine auf die Twitter-Plattform zu setzen, war auch der Konkurrent Facebook mit an Bord. Mit einem Klick sollten die Vine-Videos gleichzeitig innerhalb von Vine und zusätzlich bei Twitter und Facebook geteilt werden. Dafür zapfte Twitter auch die Find-Friends-API von Facebook an, damit man seine Freunde von dort schnell und einfach übernehmen kann. Das scheint Facebook aber nicht gefallen zu haben, denn Vine wurde der Zugriff auf die Schnittstelle gekappt.

Vine, die neue Video-Sharing-App von Twitter, bekommt keinen Zugriff mehr auf die Find-Friends-API von Facebook.

Vine ist nicht der erste Fall der neuen Facebook-Strategie, die Twitter vorgemacht hat

An solche Meldungen werden wir uns wohl leider gewöhnen müssen, denn Vine ist nicht der erste Fall dieser Art. Erst vor einigen Tagen berichteten wir über Voxer, einem Messenger-Dienst, dem Facebook wohl den Zugriff auf den Open Graph abgedreht hat, weil das Startup nicht genügend Daten zurück an Facebook lieferte. Als offizielle Begründung wurde allerdings eine Konkurrenzsituation kommuniziert, auf die sich Facebook in Zukunft häufiger berufen könnte.

Nun setzt sich diese Strategie mit Vine fort. Ein Zugriff auf das Find-Friends-Feature ist momentan nicht möglich und dürfte auch abgeschaltet bleiben. Noch fehlt es an offiziellen Statements von beiden Seiten – wir dürfen jedoch sehr gespannt sein, wie Facebook die Abschaltung begründet. Vine wird durch das Sharing zu Facebook reichlich Daten liefern und eine echte Konkurrenz ist die Video-Sharing-App für Facebook auch nicht. Allenfalls könnte man eine Konkurrenz zu Instagram konstruieren. Facebook hatte Instagram im April 2012 für die stolze Summe von einer Milliarde US-Dollar übernommen. Mit der Deaktivierung der Twitter Cards im Dezember hatte Instagram/Facebook dem Konkurrenten Twitter den Fehdehandschuh hingeworfen.

Begonnen hat die neue Isolationsstrategie allerdings Twitter selbst – mit der API-Abschottung von Instagram und LinkedIn. Twitter behält es sich ebenfalls vor, Diensten den Zugriff auf die Twitter-API zu verwehren, wenn Twitter selbst davon keinen Vorteil hat. Nach der Kannibalisierung des eigenen Ecosystems ist das der zweite Schritt von Twitter in die Unabhängigkeit und die Monetarisierung der eigenen Plattform.

Für die Nutzer der großen Social Networks ist das keine erfreuliche Nachricht. Eine weitere Verschmelzung der einzelnen Plattformen zu einem homogenen Social Web scheint weiter den je entfernt zu sein. Auch für Startups ist diese API-Fehde ein nicht unwichtiger Faktor. Sie setzen sehr oft auf die Social-Logins von Facebook und Twitter und zusätzlich auch auf die Übernahme der Kontakte aus den beiden Netzwerken. Das könnte sich in Zukunft deutlich schwieriger gestalten.

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4 Antworten
  1. von jens_richter am 25.01.2013 (13:48Uhr)

    Soziale Netzwerke, die weder sozial noch vernetzt sind...

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  2. von Nico am 25.01.2013 (14:14Uhr)

    Asoziale Netzwerke 3.0 kann man nur noch sagen^^

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  3. von PhilippS am 25.01.2013 (22:43Uhr)

    Glaube bei Dshini wurde das auch kürzlich erst gekappt.

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