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Warum Facebook Likes von Toten in der Timeline anzeigt

    Warum Facebook Likes von Toten in der Timeline anzeigt
#FLICKR#

Hinterbliebene nehmen es wohl mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis, wenn in ihrer Facebook-Timeline die Anzeige aufpoppt, ein Verstorbener habe eine Seite geliked. Das ist im sozialen Netzwerk ebenso alltäglich wie Likes, die die angeblichen Fans weit von sich weisen.

Facebook-Seite von Amy Winehouse

Bei über einer Milliarde Mitgliedern ist der Tod längst ein alltäglicher Gast bei Facebook. Trotzdem staunte der Freund eines ReadWrite.com-Autors nicht schlecht, als ihm Anfang November in seiner Timeline angezeigt wurde, einem schon im März verstorbener Freund gefalle eine Seite.

Tote Partygäste

Die Erklärung ist hier vergleichsweise simpel: Solange Facebook der Tod eines Account-Inhabers nicht signalisiert wurde, gilt die Person als aktiv und wird als Testimonal für Marken genutzt, die ihm zu Lebzeiten gefallen haben. Das soziale Netzwerk bietet dazu die Möglichkeit, sein Konto in den „Gedenkzustand" zu versetzen  Damit wird die Anzeige in Timelines unterbunden, Tote werden auch nicht mehr als mögliche Freunde vorgeschlagen. Einzig die automatische Gesichtserkennung erkennt nicht, ob die angebliche Person auf dem Partyfoto vom letzten Wochenende nicht tatsächlich schon ein Jahr tot ist – Facebook bedauert, das Unternehmen habe „nicht die technische Fähigkeit" für einen solchen Abgleich.

Unerklärliche Likes auch zu Lebzeiten

Kollege Andy gefällt das laut Facebook – allerdings nicht zwingend zum Zeitpunkt der Anzeige

Der Autor recherchierte weiter und fand in seiner Timeline und der von Lesern merkwürdige Like-Bekundungen in Promoted Storys. So sollen liberale Freunde die Seite des US-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney geliked haben, einem Vegetariar gefällt angeblich McDonalds und ein erklärter Auto-Verweigerer soll Fan von Subaru sein. Vom Autoren darauf angesprochen, hätten die Leute geschworen, diese Seiten niemals geliked zu haben.

Vergessen, Versehen, ...?

Ein Facebook-Sprecher erklärte gegenüber ReadWrite.com die Fälle so, die Betroffenen hätten die Likes wohl versehentlich ausgesprochen – etwa über einen falschen Tap in der Mobile App. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass sich die Mitglieder schlicht nicht mehr an den Like erinnern können. Wer hat schon noch eine drei Jahre alte „Like-uns-und-bekomme-einen-Milchshake"-McDonald's-Aktion auf dem Schirm?

Von einem ähnlichen Phänomen – ebenfalls bei Facebook – hatten wir im September berichtet. Damals ging die Vermutung um, ehemals als private Nachrichten verschickte Texte seien plötzlich für alle Freunde ersichtlich auf Pinnwänden publiziert. Auch hier schwörten viele Mitglieder Stein auf Bein, die Nachrichten seien privat verschickt worden. Facebook dagegen gab an, das Social Network sei vor einigen Jahren einfach noch anders genutzt worden. Nach wie vor steht Aussage gegen Aussage.

So oder so: Handlungsbedarf für Facebook

Und so müssen auch in Sachen „Likes mit unerklärlicher Herkunft" Beteuerungen und Schwüre von Betroffenen und ein unvorteilhaftes Mark-Zuckerberg-Zitat über seine Kundschaft („they trust me – dumb fucks") als Indizien dafür herhalten, bei Promoted Storys gehe es nicht mit rechten Dingen zu. Aber auch im wahrscheinlicheren Fall – Versehen und Vergesslichkeit – können die vielen irritiert-verärgerten Mitglieder nicht im Sinne von Facebook sein. Hier wäre das Unternehmen gut beraten, Likes und Werbeeinblendungen nachvollziehbarer zu machen.

Teaser-Foto: istolethetv / flickr.com, Lizenz: CC-BY

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