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Facebook Markenseiten: Digitale Pseudo-Volksnähe, geantwortet wird nicht

Socialbakers CEO Jan Rezab veröffentlicht die Ergebnisse einer seines Statistikers zu Markenseiten als Gastblogger auf eConsultancy. Die Erkenntnisse sind ernüchternd für den markentreuen Facebooker. Denn 95% aller Posts auf die Pinnwände der großen Marken bleiben unbeantwortet.

Facebook Markenseiten: Digitale Pseudo-Volksnähe, geantwortet wird nicht

Facebook Markenseiten: Einseitige Kommunikation gewünscht, Social Media findet nicht statt

Socialbakers stellt fest, dass im Schnitt nur fünf Prozent aller Posts auf die Seiten der auf Facebook vertretenen Marken auch eine Antwort erhalten. Dabei ist die Antwortbereitschaft umso geringer, je mehr Fans die Marke hat.

Facebook Markenseiten: Antworten gibt´s nur in Ausnahmefällen...

Natürlich gibt es auch rühmliche Ausnahmen, wie etwa die t3n-Fanpage. Da erhält jeder Poster eine Antwort von einem der immerhin neun Mitglieder des Facebook-Fanpage-Teams, manchmal sogar ganze t3n-Beiträge. Von dieser Sorte Fanpagebetreiber gibt es eine ganze Reihe weiterer, was allerdings an der Statistik in Gänze nichts ändert.

Im Rahmen der erhobenen Daten lässt sich erkennen, dass es insbesondere die Telekommunikationsunternehmen sind, die den meisten Wert auf eine aktiven Kundendialog legen. Mit weitem Abstand führen sie mit immerhin einer Antwort auf mehr als jede vierte Frage den Wettbewerb an, während es ausgerechnet die Medienmarken sind, die die kümmerlichste Dialogbereitschaft an den Tag legen...

Was lernen wir aus der Statistik? Es ist im Grunde ganz einfach. Marken verstehen Kommunikation nach wie vor als Einbahnstraße. Es wird nicht kommuniziert, es wird verkündet. Da ist die Rückmeldung nur lästig. Wahrscheinlich hat das Facebook-Team der Marke auch gar nicht genug Personal, um sachgerecht antworten zu können. Immerhin reichen ein/zwei Leute um die Botschaft zu posten.

Was nun? Facebook-Markenfans aller Länder vereinigt euch und zeigt es den Unternehmen mal so richtig? Oder müssen wir lediglich unsere Erwartungen anpassen?

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3 Antworten
  1. von Yvonne am 18.10.2011 (00:15 Uhr)

    Mir persönlich ist die Studie so, wie sie dargelegt ist, zu undurchsichtig.
    Denn man darf nicht vergessen, dass sehr viele (Marken-)Seiten auf Facebook automatisch oder von Fans generiert wurden und gar nicht von dem jeweiligen Unternehmen betreut werden.

    Beispielsweise "Toffiffee" (facebook.com/toffiffee) hat 465.000 Fans und einen Haufen Pinnwandeinträge von Liebhabern. Es fehlt jegliches Impressum und Co., also ist wohl davon auszugehen, dass irgendwann ein treuer Fan eine Seite für das Produkt angelegt hat, um seine eigenen Vorlieben zum Ausdruck zu bringen (wird ja im Profil angezeigt) und anderen Usern ebenfalls die Möglichkeit dazu zu geben.

    Ich finde es falsch, Markenseiten generell als schlecht oder gut abzustempeln.

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  2. von Kevin am 18.10.2011 (01:05 Uhr)

    Dem kann ich, zumindest aus Sicht unserer Social Media Aktivitäten in der E-Plus Gruppe vollends widersprechen - Offener Dialog ist für uns (explizit hier mit der Marke BASE) die Hauptintention überhaupt, im Social Web präsent zu sein. Mit wöchentlich mehr als 600 Posts und weit über 1500 Kommentaren bei gute 20.000 organisch gewonnenen Fans, haben wir eine überaus aktive Community vorzuweisen.

    Nichtsdestotrotz stimme ich dahingehend überein, dass der Grad der Reaktionen auf Posts seitens der Marke auf ihren Fanseiten mit einem rapiden und anorganischen Wachstum signifikant abnimmt und somit auch die Interaktion der "Fans" mit der Marke - Daher rate ich, zumindest aus eigener Erfahrung, von "Clickviehgenerierung" grundsätzlich ab und setze eher auf organisches Wachstum. Die Community muss selbst wachsen und erwachsen werden. Nur so besteht die Chance, mittel- und langfristig Markenbotschafter für sich zu gewinnen, die selbst in der Community aktiv sind und das transparent, vollkommen autark und zuweilen konstruktiv kritisch. Markenbotschafter, die ein Stückweit eine Marketingaufgabe übernehmen, und das aus freien Stücken, sind der Hebel hin zu mehr Vertrauen gegenüber Kunden und potentiellen Kunden (aber das ist ja schon ein alter Schuh)

    Selbstredend haben wir noch einen recht steinigen und weiten Weg vor uns, aber unsere Strategie, nicht nur auf "Foreign-Media" zu setzen, sondern auch eigene Communities aufzubauen, zeigt uns tagtäglich, dass es eine grundlegend gute Entscheidung war, das Thema Social Media ganzheitlich im Unternehmen zu integrieren und auch hier kommen wir Tag für ein Tag ein Stück weiter voran.

    Liebe Grüße
    Kevin, E-Plus Gruppe

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  3. von Franky am 18.10.2011 (09:45 Uhr)

    Dass viele Marken Social Media Social Media nur als weiteren Kommunikationskanal sehen, in den man seine Botschaften reindrückt habe ich mir schon gedacht. Allerdings war ich doch überrascht, dass die Responseraten so niedrig sind. Gerade bei Media. Obwohl, eigentlich passt es ja. Für Verlage, Zeitungen und TV ist das Internet doch Teufelszeug, das die seit Jahrzehnten etablierten Mechanismen durcheinander würfelt. Ist deshalb nachvollziehbar, aber dennoch wenig verständlich, das die Medien sich mit Social Media schwertun.

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