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Facebook Messenger, Apple iMessage, WhatsApp & Co: Wer braucht noch SMS?

Facebook Messenger, Apple iMessage, WhatsApp & Co: Wer braucht noch SMS?

Dienste wie , oder neuerdings können mehr als die SMS und sind dabei auch noch kostenlos. Branchenbeobachter erwarten, dass sich die Mobilfunkanbieter in den nächsten Jahren nicht mehr wie bisher auf ihren Goldesel SMS verlassen können. Das Ende der Kurznachricht ist aber trotzdem nicht in Sicht.

Facebook Messenger, Apple iMessage, WhatsApp & Co: Wer braucht noch SMS?

„Wir bieten eine mobile Message-App, mit der du Nachrichten schicken kannst, ohne für eine SMS zu bezahlen“, wirbt WhatsApp kämpferisch und legt damit den Finger in die Wunde der Mobilfunkanbieter.

Denn Messenger-Dienste für Smartphones können längst all das, was eine SMS kann - und mehr: Die Beschränkung auf 160 Zeichen entfällt und das Ganze ist kostenlos. Bis zu 40 Prozent des SMS-Aufkommens könnte sich in den kommenden vier Jahren auf die Messenger-Dienste verschieben, prophezeien Branchenexperten wie Roman Friedrich von der Unternehmensberatung Booz & Company.

Immer neue Messenger-Programme drängen auf den Markt: Die Apps heißen Plinger, TextMe oder Kik, die meisten kosten beim Herunterladen weniger als einen Euro oder gar nichts. Gerade hat auch Facebook seinen Messenger in Deutschland gestartet, er funktioniert inzwischen auf Blackberrys, Androids und iPhones. Apple bietet inzwischen mit „iMessage“ eine eigene, ins iOS integrierte Chat-Kommunikation. Blackberry wiederum punktet schon seit längerem mit seinem „Blackberry Messenger“. Nutzer zahlen nur für die Datenübermittlung per Internet und die ist meist in einem monatlichen Fixpreis inbegriffen.

Die SMS scheint vielen teuer und überholt, angesichts neuer Messenger-Programme, die unendlich viele Zeichen kostenlos von Smartphone zu Smartphone schicken. Foto: Michael Kappeler, dpa

Jeden Tag 116,9 Mio. SMS allein in Deutschland

„Für einige Kundensegmente stellen diese Dienste sicherlich eine Konkurrenz dar“, sagt ein Sprecher der Telekom. Und auch beim Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) beobachte man die Entwicklung ganz genau, sagt Geschäftsführer Jürgen Grützner. „Sicherlich wird sich hier eine Community entwickeln, die in einem zunehmenden Wettbewerbsverhältnis zur konventionellen SMS stehen.“

Aber noch kann die versammelte Konkurrenz der SMS offenbar nichts anhaben: 2011 sind in Deutschland nach ersten Schätzungen des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) täglich 116,9 Millionen Kurznachrichten über das Handy geschickt worden, mehr als jemals zuvor. „Die SMS hat sich eben bewährt“, sagt Telekommunikationsexperte Friedrich. „Sie ist unmittelbar, direkt und ihre Beliebtheit ist sehr groß. Ein Verschwinden der SMS muss man nicht befürchten.“ Und auch bei der Telekom ist man sich sicher, dass die SMS „auf absehbare Zeit sicherlich nicht komplett ersetzbar“ ist.

Mobilfunkanbieter machen bis zu 80 Prozent Gewinn pro SMS

Das liegt unter anderem an dem großen Haken der Messenger: Nicht alle Programme können zwischen verschiedenen Smartphone-Anbietern hin und her senden und natürlich muss der Nutzer überhaupt erstmal ein Smartphone haben. In Deutschland ist nach Angaben des Branchenverbands Bitkom derzeit etwa jedes dritte neu verkaufte Handy ein Smartphone. „Aber es werden natürlich immer mehr und damit wächst die Konkurrenz der Messenger“, warnt Friedrich. Mobilfunkanbieter müssten sich darauf einstellen.

Und das ist ein lukratives - einige Experten sprechen sogar von einer Goldgrube. Um die 20 Cent pro SMS zahlen viele deutsche Handybenutzer. Mittlerweile sind allerdings auch Flatrates weit verbreitet. Die Kosten für den Mobilfunkanbieter sind dagegen gering. Eine Studie des Informatik-Professors Srinivasan Keshav von der kanadischen Waterloo-Universität aus dem Jahr 2009 zufolge, die auf den Daten amerikanischer Mobilfunkbetreiber basiert, liegen sie bei rund 0,3 Dollarcents (rund 0,2 Eurocents) pro SMS. Profitmargen von rund 80 Prozent seien keine Seltenheit.

Insgesamt mache das Geschäft mit den SMS in Deutschland rund zehn Prozent des Gesamtumsatzes der Mobilfunkanbieter aus, sagt Roman Friedrich. Um das zu verteidigen, müsse mit der Zeit gegangen werden - beispielsweise indem den Kunden eigene Messenger-Programme angeboten würden, die gleich auf den Smartphones installiert seien. „Das muss sich dann gar nicht negativ auf den Umsatz auswirken, sondern kann sogar positiv werden.“

Benutzt ihr noch SMS? Oder seid ihr inzwischen komplett auf Messenger-Apps umgestiegen?

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Quelle: dpa
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12 Antworten
  1. von Tim am 24.10.2011 (13:17 Uhr)

    Im Moment nutze ich noch SMS, aber sobald Bada 2.0 mit Samsungs Messenger ChatOn rauskommt, werde ich nach einer günstigen Datenflat suchen und solangsam umsteigen. ChatOn soll es ja dann für alle Betriebssysteme und im Web komplett kostenlos geben (im Gegensatz zur WhatsApp, die nach einem Jahr was kostet).

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  2. von Christopher am 24.10.2011 (13:33 Uhr)

    WhatsApp ist nicht komplett kostenfrei und muss nach einem Jahr Nutzung kostenpflichtig verlängert werden!!

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  3. von Norman am 24.10.2011 (13:40 Uhr)

    @Christopher: das ist nach meinem Wissen nur bei Andriod so ;)

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  4. von Manuel am 24.10.2011 (14:15 Uhr)

    Ich verwende SMS und das wird auch länger noch so bleiben, aber dadurch das wir in Österreich einen Super Tarif haben fällt das gar nichts ins gewicht, für 10 € pro Monat bekommt man schon 1.000 SMS frei.

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  5. von Kerstin Hoffmann am 24.10.2011 (15:05 Uhr)

    SMS geht am schnellsten, weil ich sicher sein kann, dass derjenige, der ein Handy hat, sie auch empfängt - er muss nicht eine andere App haben. Obgleich aber viele in meinem Umfeld WhatsApp haben, habe ich sie wieder deinstalliert, weil sie nach meinem Gefühl einfach zu viel Akku saugt.

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  6. von Mario Salinger am 24.10.2011 (15:33 Uhr)

    Ich nutze seit Monaten mysms, was quasi ne Mischung aus klassischer SMS und Messenger ist. Der Empfänger braucht kein Smartphone, dh für ihn sieht's sowieso aus wie ne normale SMS. Wenn der Empfänger auch mysms nutzt, sind die Nachrichten gratis. Und was sowieso genial ist, ist die Cloud die dahinter steht. Ich schick die SMS vom Computer und meinem Android Phone und die sind komplett gesynct. Mysms ist meiner Meinung nach vielversprechender als zB iMessenger, weil man viel mehr Möglichkeiten hat und nicht nur auf ein Endgerät beschränkt wird.

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  7. von Phil am 24.10.2011 (15:44 Uhr)

    80% Whatsapp
    15% Websms
    5% sms :)

    Verbrauche so im Monat selten mehr als 5€, da die internetflat auch noch kostenlos ist.

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  8. von dnano91 am 24.10.2011 (17:12 Uhr)

    WhatsApp ist nicht kostenlos...
    Auch nicht nur für Android. Wenn man sich etwas genauer informiert sieht man, dass es fast genau umgekehrt ist. WhatsApp ist nur noch für iOS in der Nutzung kostenlos, aber ich habe denen dazu schon mal ne Anfrage gesendet und die meinten, dass sie das auch noch ändern wollten. Dann wird man bei iOS - genau wie bei allen anderen jetzt schon - die App kostenlos runterladen können, aber danach kostet es (2$/Jahr oder so)
    Und da in meinem Bekanntenkreis noch nicht viele ein Smartphone haben, benutze ich Messenger auch nicht. Mit 1000 FreiSMS ist das auch nicht nötig, aber für die Zukunft suche ich bereits eine gute Alternative -die nicht WhatsApp heißt;)

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  9. von dennis am 24.10.2011 (17:17 Uhr)

    Die Mobilfunkanbieter reden sich wieder ihre eigenen Statistiken schön. Das Mehraufkommen und stetige Wachstum im Bereich SMS liegt nur daran das es immer mehr SMS Flatrates gibt.... Faktisch gesehen stimmt es also .. das nationale SMS aufkommen steigt die letzten Jahre stark an allerdings sinken dazu auch die Einnahmen der Netzbetreiber.

    Ich habe früher mehr als 400 SMS im Monat versendet zu je 19 Cent das Stück ;) heute habe ich 40 SMS frei und Flatrate zur Telekom... aktueller stand heute.. ich habe noch immer 21 SMS vom Guthaben ca. 200 SMS über die Flatrate versendet und weit über 2000 Nachrichten verschickt aufgeteilt auf Whatsapp, Facebook und ICQ. Prozentual gesehen stirbt die klassische SMS bei mir seit Jahren aus und mit jedem Smartphone welches den Weg in meinen Freundeskreis findet stirbt die SMS weiterhin ein Stückchen... Inzwischen fragt man doch schon lange nicht mehr "welches Netz hast Du"... sondern "welches Betriebssystem nutzt Du" oder "bist du bei Facebook?", "hast du ICQ, Skye usw." ... Ich habe alleine letzte Woche wieder drei Personen davon überzeugt endlich das alte klassische Handy gegen ein neues Smartphone zu wechseln... Und wenn es "nur" ein Einsteigersmartphone ist für 99,00 EUR... wer fleissig Nachrichen verschickt über alternative "SMS"- Dienste hat die Anschaffungskosten nach 2-3 Monaten wieder reingeholt trotz zusätzlich benötigtem Smartphone Internettarif.

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  10. von Cynne am 24.10.2011 (18:48 Uhr)

    Ich benutze zu 99% What'sApp. Die 2-3 Leutchen die bei mir noch kein Smartphone habe, erreiche ich weiterhin via sms.

    LG
    Cyn

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  11. von zapp am 25.10.2011 (09:32 Uhr)

    Na ja hier in Österreich werden einem die SMS mittlerweile nach geworfen. Das Datenvolumen aber genauso, mir ist also egal was ich nutze. Ich schicke halt das raus mit dem ich meine die Person am schnellsten zu erreichen.

    Irgendwann werden sich in D auch günstige Tarife durch setzen, dann läuft's auch wieder mit SMS :). Vielleicht setzen die vielen Alternativen die Anbieter ja langsam etwas unter Druck.

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  12. von hawk am 30.10.2011 (23:46 Uhr)

    50% Whatsapp
    50% Yuilop
    Somit erreiche ich 100% meiner Freunde.

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