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Ohne Google: Facebook arbeitet an Notfallplan für Android-App

Ohne Google: Facebook arbeitet an Notfallplan für Android-App

, das größte soziale Netzwerk der Welt, hat Angst aus dem geworfen und somit von verbannt zu werden. Um diesem GAU zu entgehen, arbeitet das Unternehmen an Lösungen.

Ohne Google: Facebook arbeitet an Notfallplan für Android-App

Facebook (Bild: tulpahn / Shutterstock.com)

Facebooks Android-App ohne Google?

Wie der gut vernetzte Tech-Journalist Amir Efrati in seinem Online-Magazin The Information berichtet, arbeitet Facebook an Wegen, die eigene App auf Android-Smartphones zu installieren, falls jemals in Erwägung ziehen sollte, die Anwendung aus dem Play Store zu entfernen. Das Ganze klingt recht paranoid, doch die Unternehmen sind als Kontrahenten zu betrachten, da sie beide den Hoheitsraum des Internets für sich beanspruchen. Letztlich verdienen beide Unternehmen mit gezielter Werbung ihr Geld und wollen, dass User die meiste Zeit auf ihren Plattformen verbringen.

Facebook Instant Articles jetzt auch für Android. (Bild: Facebook)
Google arbeitet aktuell an einem Konkurrenzprodukt zu Facebook Instant Articles. (Bild: Facebook)

Um aus dem „Horroszenario“ mit einem „blauen Auge“ davon zu kommen, testet Facebook diverse Wege, die App weiterhin bereitstellen zu können. Testweise hat Facebook seine App in „einem kleinen Land“ für eine Woche aus dem Play Store entfernt, um zu erfahren, wie Nutzer damit umgehen, so The Information. User mussten stattdessen auf einen Link klicken, hinter dem ein Download-Link zur App zu finden war. Angeblich war dieser Umstand keine große Hürde für User, als durchschlagender Erfolg konnte die Aktion aber offenbar auch nicht betrachtet werden. Als weitere Alternative, um an die Facebook-App außerhalb des Play Store zu kommen, sei denkbar, die Oculus VR-App zu nutzen, die auf einigen Samsung-Geräten zu finden ist. Über diese könnte die Facebook-App auch Updates erhalten, denn ohne Play-Store-Anbindung kann die Anwendung nicht auf eine neue Version aktualisiert werden.

Eine weitere Option der Verbreitung der Facebook-App wäre eine Kooperation mit Smartphone-Herstellern, die die Anwendung auf ihren Geräten vorinstallieren. Darauf aufbauend könnte Facebook selbstenwickelte Dienste wie Benachrichtigungen und Bezahlmöglichkeiten für Geräte anbieten, auf denen Googles Dienste wie der Play Store und weitere Services nicht vorhanden sind. Solche Smartphones und Tablets sind derzeit zumeist in China, Russland und anderen Ländern zu finden, wo Google nicht willkommen beziehungsweise vertreten ist.

Facebook testete User-Loyalität durch gezielte Ausfälle der Android-App

Facebook: User der Android-App wurden als Versuchskaninchen benutzt. (Bild: TNW)
Facebook: User der Android-App wurden als Versuchskaninchen benutzt. (Bild: TNW)

Facebook testet übrigens auch in anderen Bereichen: So hat das Unternehmen in der Vergangenheit Tests an Usern der durchgeführt, um zu überprüfen, wie stark das Bedürfnis ist, auf das Netzwerk zuzugreifen. 2014 hatte Facebook daher die Android-App bei vielen Nutzern gezielt stundenlang sabotiert, so dass sie Facebook nicht über die Anwendung aufrufen konnten. Das Resultat: Viele User stiegen auf die mobile Version um, die über den Browser aufgerufen werden kann. Facebook hat sich offenbar eine loyale Usergemeinde herangezüchtet.

Facebook: In schwieriger Position ohne eigene mobile Plattform

Die Facebook-App „Hello“ synchronisiert die Nutzerinfos aus dem Social Network. (Bild: Facebook)
Die Facebook-App „Hello“ synchronisiert die Nutzerinfos aus dem Social Network. (Bild: Facebook)

Dass Facebook versucht, sich von anderen Unternehmen unabhängig zu machen, ist bei der Größe, die das Netzwerk mittlerweile besitzt, nachvollziehbar. Womöglich ist auch nur auf diese Weise ein weiteres Wachstum möglich. Es sollte aber nicht vergessen werden, dass Googles Android und der dazugehörige Play Store, der die Hauptanlaufstelle für Apps, Games und weitere Inhalte ist, eine solide Basis ist, um weiter zu wachsen – schließlich kann Android mit etwa 1,5 Milliarden Nutzern aufwarten. Facebook befindet sich in einer schwierigen Situation, denn Facebbook hat Gerüchten zum Trotz kein eigenes mobiles OS am Start, mit dem sich das Unternehmen von Google lösen könnte. Der Versuch 2011 mit Facebook-Phones aufzutrumpfen schlug fehl – letztlich waren es auch nur Android-Smartphones mit einem Facebook-Button.

Weitere Versuche in diese Richtung waren ebenso nicht von Erfolg gekrönt. Hier sei der eigene Launcher Facebook Home zu erwähnen, der seit Anfang 2014 nicht mehr aktualisiert wurde und wohl abgeschrieben ist. Ob die Facebook-Telefon-App- „Hello“ und Facebook M, ein digitaler Assistent, erfolgreicher werden, ist fraglich. Facebook ist sich seiner Position und der Relevanz von Android und Google aber bewusst und hat neben seinem Krisenprogramm auch die Optimierung seiner Android-Apps auf dem Plan.

via www.theverge.com

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Eine Antwort
  1. von Hans Dampf am 06.01.2016 (16:49 Uhr)

    ernsthaft? dieser vorinstallierte kot ist zum erbrechen! " In schwieriger Position ohne eigene mobile Plattform" EL OH EL bald kommt das facebook handy, mit fääce.bks , damit man geistig nicht ausgreiften noch einfacher das taschengeld krallen kann .. *alarm-alarm ... *meep-meep .. eeeeh solche artikeln formen mich noch zum choleriker..

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