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Digitale Gesellschaft

Warum das Urlaubs-Selfie von deinem Kumpel dir gehörig den Tag versauen könnte

Es macht euch glücklich, wenn ihr auf Facebook seht, dass es anderen gut geht? Eine neue Studie behauptet das Gegenteil.

Was empfindet ihr eigentlich, wenn ihr eure tägliche Tour durch Facebook und Co. macht? Freude? Oder sogar Glück? Der Gedanke liegt nahe, dass Nutzer gute Laune kriegen, wenn sie beispielsweise sehen, dass ein Freund am Abend seinen Geburtstag auf einem Konzert feiert. Oder dass eine Freundin ihre Urlaubsgrüße mit einem Foto an alle Bekanntschaften verschickt. Oder dass der Bruder sich über seinen neuen Job freut. Immerhin gibt uns Social Media einen positiven Einblick in das Leben der Anderen. Facebook und Co. müssten uns demnach glücklicher machen – oder vielleicht doch nicht?

Facebook-Experiment: Glückliche Nutzer könnten dich unzufrieden machen

Verliebt und im Urlaub! Selfies wie dieses versauen manch einem Facebook-Nutzer die Laune. (Bild: Shutterstock-oneinchpunch)
Verliebt und im Urlaub! Selfies wie dieses versauen manch einem Facebook-Nutzer die Laune. (Bild: Shutterstock-oneinchpunch)

„88 Prozent der Nicht-Nutzer gaben an, dass sie sich ohne Facebook glücklich fühlten.“

Eine Studie behauptet jetzt das Gegenteil: dass vielmehr die Abstinenz uns zu zufriedeneren Menschen macht. Zu dem Ergebnis ist kürzlich ein Wissenschaftler-Team des – zugegebenermaßen etwas lächerlich klingenden – „Happiness Research Institutes“ aus Kopenhagen gekommen.

Die Studienleiter haben 1.095 Menschen, die Facebook täglich nutzen, einem Experiment unterzogen: Dafür wurden die Probanden in zwei Gruppen eingeteilt – in diejenigen, die Facebook in einer Art kaltem Entzug verlassen mussten, und diejenigen, die weitermachen durften als wäre nichts passiert.

Schon nach einer Woche haben die Wissenschaftler erste Befragungen unter den Studienteilnehmern vorgenommen. Ganze 88 Prozent der Nicht-Nutzer gaben demnach an, dass sie sich ohne Facebook glücklich fühlten. Unter den Facebook-Nutzer gaben hingegen nur 81 Prozent an, dass sie glücklich seien. Ausschlaggebender war jedoch die Frage nach dem inneren Stressgefühl. Unter den Facebook-Nutzern waren angeblich 54 Prozent gestresst, während nur 41 Prozent der Nicht-Nutzer dieses Gefühl hatten.

Facebook stresst uns, zeigt diese Studie. (Screenshot: Happiness Research Institute)
Facebook stresst uns, zeigt diese Studie. (Screenshot: Happiness Research Institute)

Die Abstinenzler behaupteten, dass sie weniger aggressiv und enthusiastischer im Alltag seien. Laut den Studienführern ist das mit großer Wahrscheinlichkeit auf einen Umstand zurückzuführen, den wir eingangs noch als positiv vermittelt haben. Die Konfrontation mit dem Glück der Facebook-Freunde könnte dazu führen, dass Nutzer ihr eigenes Glück ständig in Frage stellen: „Warum läuft bei dem immer alles gut? Und bei mir nicht?“ Facebook und Co. könnten uns demnach mehr an uns selbst zweifeln lassen, so die Wissenschaftler.

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Facebook-Experiment noch nicht abgeschlossen

Dennoch raten sie von vorschnellen Behauptungen ab. Zwar gebe es eine direkte Verbindung zwischen dem Verlassen des Netzwerkes und dem Verlauf der Stimmungslage. Allerdings sei nicht ganz klar, ob es sich dabei auch um eine kausale Folge handelt oder ob andere Umstände einen größeren Einfluss auf das Befinden haben. So könnte es sein, dass Nutzer ohne den allabendlichen Blick in den Newsfeed mehr Sport in ihrer Freizeit getrieben haben. Oder dass die Probanden abends schneller zur Ruhe kamen. Diesen Fragen will das Forscherteam in einem Folge-Report nachgehen.

Dass Facebook und Co. einen schlechten Einfluss auf unser Gemüt haben, behauptete erst vor wenigen Wochen eine Australierin, die – obwohl sehr erfolgreich im Social Web mit Hunderttausenden Followern – all ihre Accounts gelöscht hat. Immer gut auszusehen und Glück vorzuspielen, sei ein Full-Time-Job, behauptete Essena O’Neill. Die 19-Jährige betrieb die Selbstinszenierung bis zum Burnout.

via qz.com

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Ausgangspunkt für diesen Umstand ist natürlich, dass sich für die kanalisierte Selbstdarstellung eher Erfolge oder zumindest solidarisierende Ereignisse anbieten, als echte Misserfolge, Versagen oder Dinge, für die man sich schämt. Der Facebook-Stream einer Person ist nur ein dekoriertes Schaufenster, aber kein ganzheitlicher Lebensreport. Anderen die eigenen Wichtigkeiten aufzudrängen ist dabei Programm. Wer das als repräsentativ ansieht und sich davon runterziehen lässt, ist selbst schuld.

Der beschriebene Nebeneffekt der Abstinenz von passiven Herumgesrolle, nämlich Zeit für Aktives zu schaffen, was wiederum glücklicher Macht ist ein Tipp, der nicht nur auf Facebook-Konsum anzuwenden ist.

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