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Wie Facebook einen 140 Milliarden Dollar Hardware-Markt umgekrempelt hat

Wie Facebook einen 140 Milliarden Dollar Hardware-Markt umgekrempelt hat

In nur vier Jahren hat Facebooks Open Compute Project dem Unternehmen nicht nur zwei Milliarden US-Dollar eingespart, sondern auch zu einer ganzen Reihe von Firmengründungen geführt. Wir verraten euch, was dahinter steckt.

Wie Facebook einen 140 Milliarden Dollar Hardware-Markt umgekrempelt hat

Open Compute Project. (Foto: Marcin Wichary / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Open Compute Project: Facebook-Initiative entwickelt offene Hardware

Mit dem Open Compute Project will das für die in Rechenzentren erreichen, was Linux für die Software getan hat. Quelloffene Hardware soll die Kosten senken und für ein nie dagewesenes Maß an Kollaboration bei der Hardware-Entwicklung sorgen. Nach nur vier Jahren hat das Projekt durchaus einiges in diesem Bereich bewegt.

Die Idee zu dem Projekt stammt Jonathan Heiliger, der 2011 das Infrastruktur-Team des Unternehmens anführte. Das soziale Netzwerk baute damals ein Rechenzentrum in Prineville im US-Bundesstaat Oregon. Um die Umwelt zu schonen, entwickelte Facebook verschiedene Technologien, um den Stromverbrauch gegenüber anderen Rechenzentren zu verringern. Später teilte Facebook diese Pläne mit der Welt und Heilinger kam auf die Idee, die gesamte Hardware-Infrastruktur auf das Open-Source-Modell zu übertragen.

Facebook Wedge: Die FBOSS-Software steht auf GitHub bereit. (Foto: Facebook)
Facebooks Open Compute Project entwickelt offene Hardware für große Rechenzentren. (Foto: Facebook)

Vier Jahre Open Compute Project: So hat Facebook den Hardware-Markt verändert

Seit 2011 konnte Facebook einige Unterstützer von dem Projekt überzeugen. Darunter so namhafte Unternehmen wie Microsoft, Intel, Apple, Cisco, Goldman Sachs und Juniper Networks. Zusätzlich konnte auch eine ganze Reihe bislang recht unbekannter Hardware-Bauer von dem Projekt profitieren.

Anscheinend sogar so gut, dass jetzt auch HP Produkte auf Basis der offenen Hardwarepläne des Open Compute Projects herstellen will. Das macht der Computerriese allerdings nicht selbst. Vielmehr soll Foxconn, das chinesische Unternehmen, das unter anderem das iPhone für Apple baut, die eigentliche Produktion übernehmen.

Darüber hinaus entstanden auch mehrere US-Startups im Windschatten des Projekts. Darunter zwei Firmen, die von ehemaligen Facebook-Mitarbeitern gegründet wurden. Oder aber Rex Computing, die Firma eines 17-Jährigen der von dem bekannten Investor Peter Thiel unterstützt wird.

Fazit

Wir dürfen gespannt sein, wie sich das Open Compute Project weiterentwickeln wird. Für Unternehmen könnte es deutlich Geldersparnisse bringen. Facebook will nach eigenen Angaben beispielsweise zwei Milliarden US-Dollar durch die offene Hardware eingespart haben. Allerdings ist das soziale Netzwerk natürlich nicht unbedingt mit sonderlich vielen Unternehmen direkt vergleichbar. Daher sieht auch Googles Hardware-Infrastruktur-Guru Urs Hölzle laut der US-Publikation Inc. keine größere Relevanz für das Projekt. Zumindest nicht außerhalb der ganz großen Internet-Unternehmen. Allerdings ist Google auch kein Mitglied des Open Compute Projects.

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Eine Antwort
  1. von Facebook macht sich nützlich am 27.06.2015 (14:49 Uhr)

    Es gibt ja auch kleinere und private Clouds oder Server-Systeme. Die profitieren vielleicht von Konkurrenz und Einheitlichkeit. Die Serverschrank-Produzenten stellen ja auch auf der Cebit aus und haben vermutlich mehr als nur die 10 größten Firmen als Kunden.

    Die Boards von Google sind leider nicht verfügbar aber wären wohl auch gut fürs Volk:
    http://www.golem.de/0904/66272.html
    Weil man sie ohne 5 Volt direkt mit Autobatterien betreiben kann und nur 12 Volt brauchen, wäre auch Solarbetrieb usw. vereinfacht und die anderen Vorteile aus dem Artikel.

    Google soll auch Boards haben, die mit recht hoher Temperatur (23 Grad ?) klarkommen oder damit gekühlt werden können. Da spart man massiv Kühlkosten. Im Winter heisst es doch das pro Grad die Heizkosten um 6% steigen. Evtl könnte man Googleboards mit Meerwasser-Hilfe kühlen. Wo ist Wasser schon dauerhaft über 23 Grad ? Das Salzwasser darf natürlich die Hardware nicht berühren aber wenn es nur darum geht, einen seewasserfesten Rechen-Container (z.B. aus Plastik) oder Luft auf eine niedrigere Temperatur zu bringen ist es vielleicht besser als tageszeitabhängige mittags viel zu hohe Aussen-Luft-Temperaturen. Bei Seen (Loch Ness, Baikalsee, Ijsselmeer,... wikipedia: Liste_der_größten_Seen ) und Flüssen ist Erwärmung wegen Nachteilen unbeliebt.
    Onlinekasinos sind ja teilweise auf Inselstaaten die in Äquatornähe liegen. Und der Permafrost in Kanada wird wohl auch dank Klimawandel weniger und die Straßen schmelzen.
    An sowas beteiligt sich Google vermutlich nicht...

    Bei welchen Gremien und Organisationen hat M$ sich vorbildhaft hervorgetan ?

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