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Facebook Privatsphäre: Automatisches Sharing sorgt für neuen Ärger

Facebook Privatsphäre: Automatisches Sharing sorgt für neuen Ärger

Als im September auf der f8-Konferenz die neue Timeline von vorstellte, machten Kritiker sich schnell ernsthafte Gedanken zur Facebook Privatsphäre. Doch das automatische Sharing der neuen App-Generation stellt womöglich noch ein größeres Problem dar.

Facebook Privatsphäre: Automatisches Sharing sorgt für neuen Ärger
© Jürgen Fälchle - Fotolia.com

Facebook Privatsphäre: „Frictionless Sharing“ teilt deine Aktivitäten automatisch

Der Rolloutstart des neuen Features „Frictionless Sharing“, zu deutsch „Nahtloses Teilen“, sorgt in den USA für reichlich Kritik bezüglich der Facebook Privatsphäre. Erst jetzt scheint man zu begreifen, was eigentlich genau auf die Nutzer zukommt. Aktivitäten, wie das Hören eines Musiktitels oder das Lesen eines Artikels werden nun über eine installierte App unter Umständen automatisch geteilt. Diese Umstände könnte man zwar als Opt-in bezeichnen, doch die Kritiker sehen das anders.

Mark Zuckerberg und die Facebook Privatsphäre - eine endlose Geschichte, die mit dem automatischen Sharing eine erneute Fortsetzung findet. (Foto: Andrew Feinberg / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Als Voraussetzungen für das automatische, nahtlose Teilen muss der Nutzer eine entsprechende App installieren, die zudem das Frictionless Sharing aktiviert hat. Für die Publisher ist dieses soziale Feature der Content-Container ein wahrer Segen. Statt wie bisher für das Teilen von Inhalten auf die Likes der Nutzer angewiesen zu sein, geht das mit dem Frictionless Sharing ganz automatisch ohne den Like-Button. Mehr noch: Statt nur auf die Inhalte zu verweisen, führt der Link beim Frictionless Sharing die Nutzer, die die App noch nicht installiert haben, zunächst zu einer Aufforderung, dies jetzt nachzuholen. Erst danach kann man sich einen Artikel, ein Lied oder ein Spiel ansehen und teilt es damit erneut. Das Frictionless Sharing ist zwar für die App-Entwickler optional, aber Gründe sie nicht zu nutzen, gibt es eher wenig.

So funktionieren die Social von Facebook:

Facebook wird zur Zwei-Klassen-Gesellschaft

Auch die Nutzer werden sich mit dieser erweiterten Sichtbarkeit ihrer Aktivitäten auseinandersetzen müssen, denn man darf davon ausgehen, dass viele Inhalte in App-Containern verschwinden. Facebook wird damit zu einer Art Zwei-Klassen-Gesellschaft, die sich über den Freiheitsgrad ihrer Facebook Privatsphäre definiert. Auf der einen Seite stehen dann diejenigen, die kein Problem damit haben, dass Apps ihre Aktivitäten automatisch teilen. Das ist durchaus nachvollziehbar, denn es ist ja nicht so, dass diese Daten bisher nicht erhoben worden sind, nur werden sie von Facebook jetzt erstmals sichtbar genutzt. Auf jeden Fall können Nutzer mit dieser Einstellung die Plattform Facebook auch weiterhin mit all ihren Facetten und Möglichkeiten nutzen.

Auf der anderen Seite stehen die Nutzer, die die Facebook Privatsphäre auch in der Vergangenheit schon kritisiert haben und dies auch beim automatischen Sharing tun. Wer sich konsequent gegen das Frictionless Sharing stellt, wird zukünftig allerdings auf bestimmte Inhalte verzichten müssen. Das beliebte Spotify wird es beispielsweise sehr wahrscheinlich nur mit dem automatischen Sharing geben und auch viele andere Inhalteanbieter werden darauf nicht verzichten wollen. Wer diesen Verzicht für sich selbst durchsteht, wird allerdings immer noch von den Aktivitätsmeldungen seiner Freunde überflutet. Mit jedem Klick auf einen der Links dürfte der Leidensdruck größer werden, denn wie bereits erwähnt, werden damit nicht die geteilten Inhalte angezeigt, sondern zunächst auf die App-Installation verwiesen. Zudem werden die massenhaften Sharings einen ähnlichen Eindruck vermitteln, wie beispielsweise die Meldungen von Farmville. Mit einem Unterschied - sie werden sich wohl nicht verbergen lassen.

Spotify ist nicht alleine, zum Start werden etwa 60 Social Apps dabei sein...

Fazit

Ist die Facebook Privatsphäre am Ende? Nein, zumindest nicht für jeden Nutzer. Es kommt wie immer auf die persönliche Sichtweise an und inwieweit man bereit ist, Daten die eh schon lange erhoben werden, auch sichtbar werden zu lassen. Dass die Publisher mit dem Frictionless Sharing ein mächtiges Tool an die Hand bekommen, dürfte schnell für Konsens sorgen. Für die Nutzer sieht das schon etwas anders aus. Aktivitäten, die sie bisher auch für das eigene Freundesnetzwerk im Verborgenen ausführen konnten, werden nun über die neue Generation der Apps in vielen Fällen automatisch geteilt. Das ist die logische Weiterentwicklung einer Tatsache, die sich nun erstmals in aller Deutlichkeit sichtbar zeigt: Facebook ist nicht kostenlos, man bezahlt mit seinen Daten!

Es bleibt zu hoffen, dass viele Publisher die Möglichkeit für einen Opt-in nutzen und es den Nutzer freistellen, ob sie ihre Aktivitäten automatisch sharen wollen oder nicht.

Wie seht ihr denn das automatische Sharing? Werdet ihr euch die Social Apps installieren, sobald sie bei uns verfügbar werden?

Weiterführende Links zum Thema Facebook Privatsphäre und Frictionless Sharing:

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7 Antworten
  1. von Rafael am 21.11.2011 (11:50 Uhr)

    Man hat die Option zu wählen, mit wem man Inhalte teilt.

    Soweit ich weiß, ist es sogar ein "Muss" diese Option in Apps zu integrieren, die Zugriff auf die Timeline haben sollen.

    Einfach mal unter privacy setting -> Apps and Websites nachschauen...dort kann man bei bereits installierten Apps die Einstellungen prüfen und ggf korrigieren...bei Apps, die man neu installiert, wird man gefragt...eben einfach mal nicht nur weiterklicken um schnell, schnell, schnell Zugriff auf Content zu bekommen, sondern auch mal lesen, was man klickt...

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  2. von Antibookler am 21.11.2011 (12:04 Uhr)

    Facebook ade, mir wird das zu bunt - ich brauch kein Facebook, denn davor konnte man sich auch im Netz bewegen ohne diesen sozialen Erguss.

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  3. von Falk Hedemann am 21.11.2011 (12:11 Uhr)

    @Rafael: Das ist zwar richtig, bezieht sich meiner Meinung nach aber auf die Apps der ersten Generation. Das muss nicht heißen, dass das bei neuen Social Apps auch so ist.

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  4. von Frank am 21.11.2011 (12:22 Uhr)

    Wie immer wundert man sich hier über neue Enthüllungen über den Privatsphärenverlust bei Facebook. Wie immer wird ein Symptom erkannt und versucht, das Symptom in den Griff zu bekommen.
    Wie immer wird die Grunderkrankung nicht erkannt, das diese Symptome hervorruft: Facebook.

    Es gibt nicht ein bisschen Facebook, genauso wenig wie es ein bisschen Schwanger gibt.

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  5. von Rafael am 21.11.2011 (12:30 Uhr)

    @Falk: Meines Wissens bezieht sich das auch auf die neuen Social Apps, da ich aus eigener Erfahrung sagen kann, dass Apps wie "The Guardian" und "Washington Post Social Reader", die genau die im Artikel angesprochenen Funktionen des Teilens auf der Timeline bringen, den eigenen Privatsphäreneinstellungen unterliegen. Das selbe gilt für Webseiten, auf denen man über Facebook eingeloggt ist und Videos schaut (Bsp.Dailymotion) oder Artikel liest (Bsp. YahooNews).

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  6. von Jean-Claude Frick am 21.11.2011 (13:52 Uhr)

    Ich habe eigentlich kein Problem mit dem Automatischen Sharing.

    In Spotify kann die Funktion auch deaktiviert werden, ist also nicht so, dass automatisch IMMER publiziert wird

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  7. von nik am 22.11.2011 (04:51 Uhr)

    Es bleibt zu hoffen, dass der ganze Mist früher oder später einfach implodiert.

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