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Fake-User: Wieso offizielle Facebook-Promotion für deine Seite schädlich sein kann [Video]

Fake-User: Wieso offizielle Facebook-Promotion für deine Seite schädlich sein kann [Video]

In einem sehr ausführlichen Video erklärt ein YouTuber genau und sehr anschaulich, wie Facebooks Werbe-Maßnahmen funktionieren, und wieso diese bezahlten Maßnahmen Heerschaaren von Fake-Usern anziehen, wie am Ende schädlich für die Reichweite eurer Seite sein können.

Fake-User: Wieso offizielle Facebook-Promotion für deine Seite schädlich sein kann [Video]

Facebook: Mehr Reichweite kostet Geld

Facebook möchte, dass Seitenbetreiber Geld ausgeben um ihre Fans zu erreichen, deswegen bietet das soziale Netzwerk mehrere Möglichkeiten, neue Fans zu gewinnen. Eigentlich sollte diese „ehrliche“ Maßnahme im Gegensatz zu ominösen Like-Angeboten von ausländischen Klickfarmen reale Personen anziehen, die dann eine Facebook-Seite liken und deren Reichweite vergrößern. Da sie die Seite tendenziell aus echtem Interesse geliked haben ist bei dieser Maßnahme das „Engagement“, also die Interaktion der neuen Fans mit der eigenen Seite auch relativ hoch.

Veritasium: Facebooks Promotion lockt tausende Fake-Nutzer an

Der durch tolle Wissenschafts-Videos bekannte YouTuber Derek Muller (auf YouTube unter „Veritasium“ bekannt) hat die besagten Facebook-Funktionen einmal mit einer sonst unbekannten und nicht attraktiven Facebook-Seite genutzt und das Ergebnis analysiert. Es stellt sich heraus, dass von den legal über akquirierten Fans ein Großteil aus auffälligen Ländern wie Indien oder Ägypten kommen, und nicht aus den via Ad-Targeting adressierten Ländern. Die so gewonnenen Fans verfügen außerdem über eine extrem schlechte Engagement-Rate da es sich größtenteils um Fake-Accounts handelt.

Derek Muller aka „Veritasium“ ist bekannt für gehaltvolle YouTube-Videos im Wissenschafstbereich. Nun hat er sich angeschaut wo die Fake-User seiner eigenen Facebook-Page herkommen. (Quelle: YouTube.com)
Derek Muller aka „Veritasium“ ist bekannt für gehaltvolle YouTube-Videos im Wissenschafstbereich. Nun hat er sich angeschaut wo die Fake-User seiner eigenen Facebook-Page herkommen. (Quelle: YouTube.com)

Fake-Fans: Willkürliche Likes um unauffällig zu bleiben

Es bleibt also die Frage, wie die Fake-Fans auf die Seite gelangen, obwohl man ganz legal für mehr Reichweite gezahlt hat. Eine offizielle Verbindung mit Facbeook schließt Muller aus, und kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Fake-User bzw. Klickfarmen einfach willkürlich an Webseiten hängen, die über Facebook promoted werden. Damit sollen die Fake-User unauffälliger werden, damit sie nicht einfach von Facebook gelöscht werden können. Auf diese Weise werden relativ willkürlich und über den gesamten Globus tausend- und millionenfach Seiten geliked.

Update vom 11. Februar 2013: Ein Facebook-Sprecher hat sich bezüglich des Videos bei uns gemeldet: „Fake-Likes helfen Facebook in keinster Weise. In den letzten zwei Jahren haben wir bewiesen, dass man mit Anzeigen auf Facebook echte Unternehmensziele erreichen kann. Damit Unternehmen einen stärkeren Fokus auf das Erreichen von Kampagnenzielen legen können, haben wir sogar unsere Anzeigenprodukte weiterentwickelt. Echte Erfolge können nicht mit Fake-Likes erreicht werden. Darüber hinaus verbessern wir stetig unsere Systeme zum Überprüfen und Entfernen von Fake-Likes.

Derek Muller von Veritasium hat beispielsweise eine Seite von geringer Qualität erstellt, mit dem Fokus auf eine Thematik, die viele Menschen lieben: Katzen. Für die von ihm investierten 10 US-Dollar, haben 150 Menschen, die Katzen mögen, bei seiner Seite auf „Gefällt mir“ geklickt. Diesen Menschen gefallen unter Umständen noch viele andere Seiten, was nicht bedeutet, dass sie keine echten Menschen sind. Es gibt viele Menschen, die bei vielen verschiedenen Dingen auf „Gefällt mir“ klicken.“

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6 Antworten
  1. von Felix am 11.02.2014 (10:01 Uhr)

    Was ein Glück, dass ungefähr 95% der Fans der Seite, die ich verwalte, aus dem Zielland kommen. Und das alles über ehrlich bezahlte Maßnahmen... ;)

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  2. von Rene K am 11.02.2014 (10:24 Uhr)

    Ich finde diese Behauptungen höchst fragwürdig. Es stimmt, dass die "Like-Mafia" ihre Identität verschleiert, aber die Beispiele, die der gute Mann dort anbringt sind ziemlich populistisch. Bei Beispiel 1 wurde bewusst auf Länder wie Ägypten gezielt. Und da dort Fans günstiger sind, als z.B. in den USA ist es logisch dass dort FB per Algorithmus mehr Ads ausliefert, sofern man es nicht kontrolliert. Und natürlich sind dann auch die Like-Farmer dabei. Bei Beispiel 2 ist die Schnittmenge viel zu gering um eine verlässliche Aussage über die Fans treffen zu können. Eine Seite mit Katzenbild (was zumindest Aufmerksamkeit bringt) macht einen Textpost mit völlig irrelevantem Inhalt und dann wundert sich der Ersteller, dass niemand interagiert? Dem Kollegen sollte zudem klar sein, dass kaum jemand Beschreibungstexte einer Seite liest. User die Katzenseiten liken erwarten höchstwahrscheinlich irgendwelche Bilder.
    Insgesamt nach meinem Verständnis höchst unseriöser Beitrag, der unsachlich provozieren will. Ich bin kein Verfechter von FB-Ads, und es gibt sicher eine Menge schwächen. Aber wenn man darüber kritisch berichten möchte, dann bitte etwas fachkundiger und weniger auf Bild-Niveau. Ich wundere mich ehrlich gesagt, warum ein kompetentes Magazin wie t3n so etwas als serioösen Beitrag aufgreift und nicht mal kritisch kommentiert.

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    • von Ara84 am 06.07.2015 (11:47 Uhr)

      Ich habe mit meiner Musiker-Seite leider ähnliches erlebt. Unschön ist dabei vor allem, dass ich ganz klar Niedersachsen, Hamburg und NRW als geografische Zielgruppe gewählt habe und trotzdem ein Haufen Leute aus dem arabischen Raum liken. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass mein Erfolg im Iran auch nur irgendwie gerechtfertigt wäre ;-)

      Wer sich 1.000 Like sfür 9,99 Euro im Internet kauft, der hat selber Schuld, wenn davon 990 eindeutig Fakes sind. Wenn ich aber eine offizielle Facebook-Werbung schalte, erwarte ich auch, dass die ausgewählte Zielgruppe auch angesprochen wird und nicht der halbe asiatische Raum.

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  3. von Torsten Materna am 11.02.2014 (11:37 Uhr)

    Ich sehe den Artikel nicht ganz so kritisch. Interessant ist, das bei vielen Facebook Seiten die wir betreuen aus dem "Nichts" Fakeprofile hispanischer und indischer Abstammung auftauchen. Diese interagieren nie, ab und zu posten welche Spam.

    Unschön finde ich, das man seine Fans nicht sinnvoll "aufräumen" kann. Dann könnte man die Fakes mit etwas Zeit loswerden.

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  4. von Firlefanz am 12.02.2014 (00:08 Uhr)

    Ich hab hier zu dem Thema ja schon öfters geschrieben. Zu diesem Thema muss ich folgendes sagen da es ja jetzt schon ordentlich durchs Internet geht:
    Facebook hat einen klugen Algorithmus der erkennt ob sich Nutzer für die Inhalte einer Fanseite interessieren. Das "Experiment" halte ich für höchst Fragwürdig. Wenn man ein Fanseite erstellt um schlechte Inhalte zu veröffentlichen und darauf Facebook-Ads schaltet dann ist es ja wohl logisch dass dort keine Interaktion stattfindet und Facebook die Fanseite nicht so oft anzeigt. Warum?
    Weil Facebook nicht den Ruf einer vollumfänglich "käuflichen" Plattform haben will, und das ist auch richtig so. Schlechte Fanseiten sollen keine Aufmerksamkeit bekommen, egal ob gekauft oder nicht. Es gibt genug tolle Fanseiten mit interessantem Content die ohne Facebook-Ads auskommen. Wer seine Fanseite bewerben möchte muss allerdings nicht immer zwangsweise zu Facebook-Ads grefen, denn es gibt auch Alternativen die ebenso nützlich sein KÖNNEN wenn man weiss was man macht. Einfach mal nach Facebook Likes kaufen googeln reicht schon. Man kann ja auch sein eigenes kleines Experiment starten, beim Anbieter facebook-likes-kaufen.eu gibt es 20 Fans gratis und man kann im kleinen Maße sehen wie sich die Reichweite entwickelt, auch wenn dabei nur wenige Nutzer angesprochen werden können. Ich finde Facebook-Ads natürlich fortschrittlicher als die genannten alternativen Anbieter, aber eine Option ist es trotzdem wenn man mit dem Gedanken spielen sollte.
    Des weiteren finde ich das Facebook seinen Job gut macht. Die Verlockung dem Kunden "Ergebnisse" zu präsentieren ist hoch um für Wiederverkäufe zu sorgen, aber Facebook wird das mit Sicherheit in Grenzen halten. Man würde sich unnötig ins eigene Knie schießen.

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  5. von Mirko am 12.02.2014 (11:14 Uhr)

    Ist eigentlich ein Graus, was dort mit den Likes abgeht. So viele Fakes und gekaufte Likes, die das ganze Bild zerstören. Ich vermute mal, dass gerade große Unternehmen hier kräftig abgreifen und für Likes bezahlen. Je mehr Likes -> je interessanter...

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