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Weg mit der Klarnamenpflicht auf Facebook! Hamburger Datenschützer kämpfen für Pseudonyme

    Weg mit der Klarnamenpflicht auf Facebook! Hamburger Datenschützer kämpfen für Pseudonyme

1:0 für Pseudonyme auf Facebook. (Bild: dolphfyn / Shutterstock.com

Facebook gerät wegen seiner Klarnamenpflicht unter Druck: Der Hamburger Datenschutzbeauftrage hat eine Verwaltungsanordnung erlassen, die Facebook verpflichten soll, Pseudonyme zuzulassen. Facebook zeigte sich enttäuscht.

Facebook: Viel Wirbel um Pseudonyme

Pseudonyme und Fake-Namen sind Facebook ein Gräuel. Die umstrittene Politik der Klarnamenpflicht des sozialen Netzwerks sorgt so schon einmal dafür, dass die Profile von bekannten Persönlichkeiten, etwa das von Salman Rushdie, gesperrt werden. Angeblich will Facebook mit dem Verbot von Pseudonymen eine sichere und zivilisierte Kommunikation zwischen Nutzern durchsetzen. Vielmehr dürften sich „echte“ Nutzernamen aber besser vermarkten lassen. Zuletzt hatte eine Britin ihren Namen angeblich in „Jemmaroid Von Laalaa“ umbenannt, um das auf diesen Namen lautende Facebook-Profil zurückzuerlangen.

Facebook: Kleiner Hoffnungsschimmer für Pseudonyme. (Foto: Shutterstock)
Facebook: Kleiner Hoffnungsschimmer für Pseudonyme. (Foto: Shutterstock)

Doch mit diesem Gebahren Facebooks könnte jetzt Schluss sein, wenn es nach dem Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar und seiner Behörde geht. Denn Caspar hat eigenen Angaben nach eine sogenannte Verwaltungsanordnung erlassen, mit deren Hilfe Facebook zur Änderung seiner Namenspolitik gezwungen werden soll. Ziel der Anstrengungen: Facebook soll Pseudonyme erlauben. Das Recht auf die Benutzung eines Pseudonyms sei deutschen Bürgern durch eine entsprechende Passage im deutschen Telemediengesetz gewährt.

Facebook reagiert enttäuscht

Facebook zeigte sich in einer ersten Reaktion enttäuscht darüber, dass die Klarnamen-Regeln wieder zum Thema würden, wie eine Facebook-Sprecherin erklärte. Diese seien von deutschen Gerichten mehrfach überprüft worden. Vor mehr als zwei Jahren hatte der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein bereits einmal versucht, Facebook zur Änderung des Klarnamenzwangs zu bewegen, war aber vor Gericht gescheitert. Caspar hat seine Anordnung direkt an das irische Facebook-Hauptquartier gerichtet.

Ob nun neue Bewegung in das alte Streitthema kommt, ist allerdings fraglich. Laut Spiegel Online ist Facebook aufgrund der Anordnung zunächst nicht zu Änderungen verpflichtet und kann Widerspruch einlegen. Auch der Weg vor ein Verwaltungsgericht kann noch bestritten werden. Bis es zu einem möglichen Aus für die Klarnamenpflicht käme, dürfte es also noch eine ganze Weile dauern.

via www.spiegel.de

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7 Reaktionen
Julia
Julia

Posten wollen, ohne dafür zur Verantwortung gezogen werden können... Die rechtliche Verfolgung von Mobbing, Urheberrechtsverletzungen und anderenStraftaten im Netz sollte man vielleicht auch mal nicht immer so auf die leichte Schulter nehmen. Da verbrirgt sich auch einiges hinter dem schönen Begriff "Schutz der Persönlichkeitsrechte"... Wer auf der Plattform Facebook mitspielen möchte sollte die Regeln akzeptieren die der Anbieter der Plattform macht. Wer das nicht möchte, sollte sich eine andere Spielwiese suchen.

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Verschiedene Profile
Verschiedene Profile

Das Grundproblem ist aber, das Leute verschiedene (auch nur Zeitweise wie Schalke-Trainer oder Partei-Chef oder Kanzler-Kandidat) Rollen haben und daher verschiedene Segmente betreiben können müssten.

Das bieten weder Google+ noch Facebook.
Sogar Supermärkte haben Lebensmittel, Getränke, Kühlwaren, Tiefkühlwaren separiert.

Das Standardbeispiel ist Karl Lagerfeld:
Es ist Designer für Chanel, hat eine Katze die vermutlich mehr Follower hat als viele KMUs die zigtausende für SEO ausgeben, er fotografiert und hat wohl eine riesige Sammlung von Büchern und Bildbänden.
Das ein Account mehrere Zielgruppen ansprechen können sollte, sollte bei Twitter, Google+ und natürlich Facebook normal sein.
Ebay regelt das indem früher zumindest wohl empfohlen wurde, für privat und gewerblich zwei unterschiedliche Ebay-Accounts anzulegen.

Das die meisten Leute ihre Profile für Jobs, neue Arbeitgeber, Fußballclub-Kollegen und natürlich Familie unterschiedlich strukturieren wollen, sollte schnell jedem einleuchten. Speziell für Bewerbungen wäre ein alternatives bzw. (oft nur leicht) abgewandeltes Profil bei LinkedIn und Xing sinnig.

Die USA-Startups erkennen oft auch nicht, das Leute massivst schikaniert und verfolgt werden und manche Tätigkeiten Schutz erfordern.
Sogar die Sicherheits-Einstufungs-Liste der USA mit Millionen Personen wurde doch neulich gehackt. Daten liegen niemals sicher sollte Grundregel des Grundschutzes sein und ist es vermutlich sogar verbindlich für jeden CTO und Datenschutz-Beauftragten der vielleicht wie der Firmen-Zollbeauftragte vielleicht sogar persönlich mit allem Hab und Gut haftet so wie auch die Geschäftsführer-Durchgriffs-Haftung.

Jeder redet über Crowd aber das man das zur besseren Absicherung gegen Fake-Profile nutzen kann, macht bis heute leider niemand.

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Dirk B.

Im Moment wird sich da gar nichts ändern, für FB ist der Caspar sicherlich fast wörtlich zu nehmen. Wer nicht gerne liest :-)
https://www.youtube.com/watch?v=psP0nhECMnw

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E.
E.

»...zeigt sich enttäuscht« oh ja, die große Masche: Denen schlechtes Gewissen machen, die für Gerechtigkeit sorgen.

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mercalli12
mercalli12

Es ist doch absurd. Der Klarnamenzwang führte in meinen Augen zu deutlich weniger Missbrauch des Netzwerkes. Aber nach wie vor kann man einen anderen Namen als den eigenen problemlos anlegen. Deswegen verstehe ich die Aufregung nicht. Facebook verlangt ja kein Postident-Verfahren oder ähnliches um die Identität zu bestätigen. Von daher einfach den Kopf anschalten und wieder hinlegen. Hier gibt es nichts zu sehen.

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Jörn Brien

Doch, genau das verlangt Facebook, wenn es dein Profil einmal gesperrt hat. Du kannst zwar ein Profil mit einem Fake-Namen anlegen, aber wenn Facebook draufkommt - z. B. weil dich jemand anschwärzt, dann ist dein Profil mit allen Inhalten weg und für dich verloren. Mag nicht für jeden schlimm sein, für einige ist es das aber, wie der oben verlinkte Fall aus Großbritannien zeigt.

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Richard

Wurde bereits von Facebook abgelehnt! Aus deren Sicht ist es ein Verstoß gegen die eigenen Geschäftsbedingungen und kann nicht akzeptiert werden (laut Radio) - klares "gefällt mir nicht"

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