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Viel Geld für Dissens: Ein Blick auf russische Facebook-Anzeigen im US-Wahlkampf

(Quelle: US-Repräsentantenhaus)

Erstmals erhält die Öffentlichkeit einen Blick auf Social-Media-Anzeigen, die russische Gruppierungen während des US-Wahlkampfs bei Facebook und Twitter in Auftrag gegeben haben. 

Russische Eingriffe in den US-Wahlkampf 2016 auf Facebook und Twitter

Das US-Repräsentantenhaus beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit der Frage, wie und ob kremlnahe Gruppen in den US-amerikanischen Wahlkampf 2016 eingegriffen haben. Nachdem Vertreter von Facebook und Twitter bei dem mit der Untersuchung vertrauten Komitee vorgesprochen haben, wurden jetzt erstmals eine Reihe von Social-Media-Anzeigen veröffentlicht, die von russischen Gruppierungen während des Wahlkampfes verbreitet worden sind. Dazu wurden jeweils auch Meta-Daten publiziert, aus denen ersichtlich ist, an welche Nutzergruppen die Anzeigen ausgespielt wurden, wie viele Aufrufe die Anzeigen generiert haben und wie häufig sie angeklickt wurden.

Ein Blick auf die veröffentlichten Anzeigen macht deutlich, dass es den Hintermännern nicht um die Förderung bestimmter politischer Inhalte gegangen ist. Zwar wurden rechte Facebook-Nutzer mit islamophoben Anzeigen oder Themen wie der Waffengesetzgebung angesprochen, gleichzeitig richteten sich andere Kampagnen aber an schwarze Bürgerrechtler, die LGBT-Community und die islamische Gemeinschaft in den USA oder es wurde Werbung für den sozialdemokratisch eingestellten Clinton-Herausforderer Bernie Sanders geschaltet. Die einzige Gemeinsamkeit: Die Anzeigen bedienten sich in der Regel politischer Themen, die in den USA heiß diskutiert werden. Wenn die Anzeigen also einem Masterplan unterlegen haben, dann der Verstärkung gesellschaftlicher Differenzen.

Diese Facebook-Anzeigen sollen russische Gruppen während des US-Wahlkampfes geschaltet haben
(Quelle: US-Repräsentantenhaus)

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Facebook-Anzeigen riefen teils zu Protesten auf

In einigen Fällen wurden Facebook-Anzeigen verwendet, um echte Protestaktionen in US-Bundesstaaten wie Florida oder New York anzustoßen. Dazu nutzten die Ersteller die Targeting-Funktion von Facebook, um gezielt Menschen mit vermutlich passenden politischen Einstellungen in dem jeweiligen Einzugsgebiet anzusprechen. Schon am 2. Oktober 2017 berichtete die New York Times von einem Fall, bei dem ein schwarzer US-Bürgerrechtler unwissentlich in Kontakt mit vermeintlichen Unterstützern kam, die sich später als russisch kontrollierte Facebook-Gruppe herausstellten. Die Gruppe soll in der aufgeladenen Zeit, nach dem der schwarze US-Amerikaner Freddie Gray in einer Gefängniszelle in Baltimore umgekommen ist, zu Protesten in der Stadt aufgerufen haben.

Nach Aussagen von Facebook-Sprechern sollen 150 Millionen US-Bürger von russischen Gruppen bezahlte Facebook- und Instagram-Werbung in der Zeit vor und während des Wahlkampfes zu Gesicht bekommen haben. Gleichzeitig müssen tausende Twitter-Accounts ähnliche Inhalte auf der Social-Media-Plattform veröffentlicht haben. Das US-Repräsentantenhaus hat einige dieser mittlerweile gelöschten Twitter-Konten jetzt ebenfalls öffentlich gemacht. Der US-Blog Techchrunch wiederum hat die veröffentlichten Facebook-Anzeigen samt Meta-Daten in Form einer Tabelle aufbereitet. Die findet ihr unterhalb dieses Artikels.

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