Als Marc Benioff 1999 seinen Job bei Oracle gekündigt hat, trieb ihm nach eigenen Worten vor allem eine Frage um: Warum war nicht alle Unternehmenssoftware wie Amazon.com? „Warum konnte man Applikationen nicht einfach auf einer simplen Website laufen lassen, ohne Software und Hardware installieren zu müssen und ohne teure Berater zu engagieren? Warum konnte nicht alles im Internet ablaufen, in der Cloud, und damit wegkommen von den Rechenzentren und der ganzen Komplexität?“ Daraus entstand Salesforce.com.
Nun sieht Marc Benioff in seinem TechCrunch-Beitrag die nächste Revolution auf Firmen zukommen: Warum ist nicht alle Unternehmenssoftware wie Facebook? „Bei Facebook beginnen ich meinen Tag und finde heraus, was meine Freunde und meine Familie tun. Hier sehe ich die wichtigen Ereignisse in meinem sozialen Leben. Alles was mir wichtig ist und was ich wissen muss kommt zu mir - ohne dass ich etwas dafür tun müsste.“
In Unternehmen arbeite man hingegen mit Software, die davon weit entfernt sei: Keine Feeds, kein Push, keine Echtzeit. Vor allem Realtime habe aber im Konsumenten-Bereich alles verändert. Das müsse man nun auf die Wirtschaft übertragen. Dann würden Mitarbeiter produktiver und Firmen konkurrenzfähiger, ist der Salesforce-Chef überzeugt.
Natürlich trommelt Marc Benioff hier auch in eigener Sache. Die beschriebenen Visionen versucht Salesforce.com schließlich bereits mit Chatter umzusetzen. Salesforce.com ist dabei längst nicht das einzige Unternehmen, das auf diese Karte setzt. Movable Type beispielsweise positioniert sich schon länger als modernes Intranet mit Web-2.0-Elementen. Und bei der Vorstellung von Google Buzz war mehrfach recht nebulös von einer kommenden speziellen Firmen-Lösung die Rede, die auch nichts Geringeres als eine Revolution sein werde. Und das sind nur zwei Beispiele.
Klar scheint, dass es künftig durchaus ein Wettbewerbsvorteil sein kann, Informationen intern nicht nur abzulegen, sondern gezielt und aktiv den richtigen Mitarbeitern zuzuleiten und das möglichst jederzeit, überall und automatisch. Das könnte Abläufe beschleunigen und effektiver machen. Trotzdem bleibt es dabei: Die richtigen Schlüsse aus all diesen Informationen können auch dann nur Menschen ziehen.
Schwerpunkt von t3n Nr. 19: „Social Media (R)evolution“
„Social Media“ ist Titelthema der nächsten Ausgabe des t3n Magazins. Wir geben darin praktische Tipps und Tricks und zeigen Beispiele aus der Praxis. Einige der Themen: In 10 Schritten zur Social-Media Strategie, Social-Media-Monitoring für Unternehmen, den richtigen Dienstleister finden, Microblogging im Unternehmen. Hier gibt es das komplette Inhaltsverzeichnis.
Das t3n Magazin Nr. 19 erscheint am 1. März und kann im Rahmen eines Abos oder als Einzelheft in unserem Shop bestellt werden.
Weiterführende Links zu aktuellen Facebook-News auf t3n.de:
- Facebook 2012 – Zahlen, Daten, Fakten [Infografik] - t3n News 1/2012
- Facebook startet automatisches Sharing in Deutschland – Music Apps machen den Anfang - t3n News 1/2012
- Facebook Chronik: 30 witzige und kreative Beispiele [Bildergalerie] - t3n News 12/2011
- Facebook Privatsphäre: EU-Kommission nimmt soziales Netzwerk unter Beschuss - t3n News 11/2011
- Welche Facebook Features wieder abgeschaltet wurden: Facebook Fail: Die größten Misserfolge [Infografik] - t3n News 10/2011



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