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Facebook: Schon bald die größte Geisterstadt des 21. Jahrhunderts?

Facebook: Schon bald die größte Geisterstadt des 21. Jahrhunderts?

In drei Jahren verkommt zur Geisterstadt. So prophezeien es Wissenschaftler, die das Soziale Netzwerk mit einer Seuche vergleichen. Doch das Papier ist fragwürdig.

Facebook: Schon bald die größte Geisterstadt des 21. Jahrhunderts?

Die „Geisterstadt“ Facebook. (Foto: Jason Minshull - Wikimedia)

Studie: 2017 hat Facebook 80 Prozent weniger Nutzer

Soziale Netzwerke wie Facebook sind wie eine Seuche. Sie breiten sich unkontrolliert über den Globus aus und fallen sich in spätestens drei Jahren selbst zum Opfer. Das ist die Ansicht zweier US-Forscher, die im Rahmen einer Studie die Lebenserwartung von Sozialen Netzwerken untersucht haben. Demnach werde die Zahl der Facebook-Nutzer bis zum Jahr 2017 um 80 Prozent abnehmen und das Netzwerk in eine „Geisterstadt“ verwandeln.

Seuchen und chemische Katastrophen machen einst kultivierte Orte zur Geisterstadt. Laut einer Studie wird auch Facebook bald eine sein. (Foto: Jason Minshull - Wikimedia)
Seuchen und chemische Katastrophen machen einst kultivierte Orte zur Geisterstadt. Laut einer Studie wird auch Facebook bald eine sein. (Foto: Jason Minshull - Wikimedia)

Urheber dieser Prognose sind John Cannarella und Joshua Spechler vom Institut für Luft- und Raumfahrttechnik an der US-Universität Princeton. Ihre Kompetenz in Sachen Sozialen Netzwerken mag vor diesem Hintergrund fragwürdig erscheinen, doch die beiden Doktoranden begründen genau, warum Facebook viel mit einer Seuche gemein hat: Menschen stecken sich mit Viren oder Bakterien an, wenn andere um sie herum schon krank sind – und ebenso werden Menschen Mitglied in einem sozialen Netzwerk, wenn es ihre Freunde schon sind, heißt es in ihrem Papier zur Studie. Seuchen wie die Pest oder Cholera breiten sich epidemisch aus und werden irgendwann wieder eingedämmt. Dass das auch auf Internetdienste zutrifft, zeigen Netzwerke wie StudiVZ oder MySpace.

Forscher werten Google-Suchanfragen zu Facebook aus

„Google-Nutzer suchen seit 2012 weniger nach Facebook.“

Die Berechnung der Lebenserwartung von Facebook erfolgte auf Basis einer biologischen Formel. Sie ermittelt, wie schnell sich hochansteckende Krankheiten ausbreiten und wieder verschwinden. Im Ergebnis präsentieren die Wissenschaftler so eine Wachstumskurve, die aufzeigt, wann ein für seine Nutzer immun beziehungsweise nicht mehr attraktiv ist. Im Falle von Facebook haben die Forscher analysiert, wie oft Nutzer den Begriff „Facebook“ im Zeitablauf bei Google gesucht haben. Das Ergebnis: „Die Anzahl der Suchanfragen deutet darauf hin, dass Facebook bereits den Höhepunkt seiner Popularität erreicht hat“, schreiben die Forscher ihrer Studie. Schon seit 2012 nehme die Zahl der Suchanfragen erkennbar ab.

Validität der Studie fragwürdig

Ob und inwieweit die Ergebnisse der US-Forscher als „wissenschaftlich valide“ zu bezeichnen sind, ist jedoch fragwürdig. Nicht nur die wissenschaftliche Disziplin, in der die Forscher eigentlich angesiedelt sind, gibt Rätsel auf – auch die Methodik birgt genau genommen wenig Aussagekraft. Im Netz werden daher inzwischen mehrere kritische Stimmen laut. Für den ehemaligen t3n-Autor Falk Hedemann ist die Studie „einfach Blödsinn“, Zeit Online sieht den Faktor des mobilen Internets unberücksichtigt und Mobilegeeks betont die Bedeutung des millionenfach im Netz verteilen „Gefällt mir“-Buttons.

Facebook kontert Studie mit ähnlichem Vergleich

Wohl auch deswegen hat Facebook inzwischen selbst zum Gegenschlag ausgeholt. In einem öffentlichen Eintrag nimmt Mike Develin, Datenanalyst bei Facebook, die Studie mit einer ähnlichen Methodik ins Visier. Er vergleicht die zu erwartenden Studentenzahlen der Universität Princeton mit denen der anderen Elitefakultäten in Harvard und Yale auf Grundlage von „Gefällt mir“-Angaben. Das Ergebnis: Im Jahr 2021 werden sich in Princeton keine neuen Studenten mehr einschreiben.

via www.golem.de

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16 Antworten
  1. von Thomas Schneider am 24.01.2014 (08:43 Uhr)

    Von Forschern an einer Universität wie Princeton sollte man eigentlich mehr erwarten als so einen Quatsch. Der Vergleich mit MySpace ist erstens einmal absolut unbrauchbar. MySpace war vollkommen anders konzipiert, nie so populär und ist genauso wie StudiVZ nur gestorben, weil es von Facebook abgelöst wurde.

    Das Jugendliche rumexperimentieren ist nicht verwunderlich. Aber seien wir ehrlich, Snapchat, Instagram, Twitter und Andere Netzwerke sind nicht der Weg wie man langfristig mit Menschen in Kontakt bleibt und genau dafür ist Facebook da. Es ist wie Email und damit meiner Meinung nach nicht mehr auszurotten.

    Was soll außerdem der Vergleich mit Krankheiten? Das soziale Netzwerke sich exponentiell wie Krankheiten verbreiten stimmt ja, aber im Gegensatz zu Krankheiten wird doch nicht an einem Gegenmittel gearbeitet um diese loszuwerden.

    Für mich mal wieder ein typischer PR-Stunt von zwei Forschern die auf den "Facebook is doomed!"-Zug aufgesprungen sind...

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  2. von don am 24.01.2014 (09:56 Uhr)

    Zitat von Thomas Schneider "wie man langfristig mit Menschen in Kontakt bleibt und genau dafür ist Facebook da. Es ist wie Email und damit meiner Meinung nach nicht mehr auszurotten."


    Im Gegensatz zur Email ist es keine offene Plattform und daher mittelfristig dem Untergang geweiht.

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  3. von kahner am 24.01.2014 (10:03 Uhr)

    ich sehe keine *Fraglichkeit* weder in der Studie, noch in der Methode.

    Die zum Einsatz kommenden Methoden stammen aus Biologie und Wirtschaftstheorie und beschreiben dort sehr gut bestimmte Dynamiken sich selbst beeinflussender Systeme.
    Solche Kreuzansätze gibt es übrigens oft. Am bekanntesten ist sicherlich, dass Methoden aus der Spiele-Theorie erfolgreich im Börsen-Umfeld eingesetzt werden.
    Mit dem SI-, genaugenommen der SIS-Ansatz, kann man auch Übergewicht unter einem epidemiologischen Ansatz sehen und verstehen UND (ganz wichtig) erfolgreich vorhersagen.
    Oder sichere Vorhersagen im Bereich der Panikforschung (Mekka).
    In den USA werden mithilfe dieser Formeln bestimmte Verbrechen vorhergesagt und man konnte durch entsprechende Prävention die Raten um bis zu 30% reduzieren. (Los Angeles PreCog-Ansätze)

    Die zur Anwendung kommende Mathematik ist ja abstrakt. Es gibt ja für die Addition von Äpfeln keine andere Formel als für die Addition von Autos.
    Wenn es um die Dynamik großer Menschengruppen geht, dann passen diese Ansätze ganz ausgezeichnet.

    Unbestritten ist, dass Facebook bei eher den eher jungen Menschen durch andere Medien mehr und mehr ersetzt wird. Immer mehr uncoole (so ab 40+) entdecken FB für sich. Die kleine exklusive Nische ist da passé.
    Andererseits steigt mit zunehmenden Alter auch die Konsumskepsis. FB wird also auf Dauer immer uninteressanter für Consumer-Unternehmen.

    Und die praktische Sinnhaftigkeit von FB im B2B-Bereich - jenseits des Corporate Marketings - war ja eigentlich noch nie gegeben. Außer jetzt für Firmen, die mit dem FB-Auftritt anderer Geld verdienen.

    Wer an der Fraglichkeit solcher Ansätze zweifelt, dem sei eine Vertiefung in das Thema empfohlen. Z.B. P. Kahnemann - Prospect Theory. Dafür gab's einen Nobelpreis.

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  4. von kahner am 24.01.2014 (10:09 Uhr)

    Der Mann heißt natürlich Daniel Kahneman!

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  5. von Niclas am 24.01.2014 (10:44 Uhr)

    Die Studie hinkt an vielen Stellen. Der Vergleich mit MySpace ist völlig fehl am Platz, da Facebook ein großer Grund für den Niedergang war.

    Der größte Fehler ist allerdings die Betrachtung der Google-Suchanfragen. Da gibt es unzählige Gründe, warum diese rückläufig sind, die Nutzung von Facebook davon aber nicht beeinträchtigt wird. Z.B. wächst die Nutzung auf mobilen Geräten stätig. Das passiert über Apps etc. Da entstehen natürlich keine Suchanfragen wie "Facebook" oder "Facebook Login". Außerdem gibt es ja noch die Lerneffekte. Irgendwann raffen die Leute einfach, dass es auch einfacher geht, als immer über Google zu gehen.

    Lächerliche Studie.

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  6. von Thomas D. am 24.01.2014 (10:48 Uhr)

    Auf die ganzen Spiele wie Farmville usw. lässt sich das schön anwenden. Da gab es auch mal einen riesen Boom, wo jeder mitgespielt hat, inzwischen sind die Leute nur noch genervt und die entsprechenden Firmen entlassen immer mehr Leute.

    Bei Facebook würde ich nicht auf die Ewigkeit wetten. Im Gegensatz zu Google, das eine Dienstleistung mit einem sehr konkreten praktischen Nutzen anbieten, sind Social Networks eher Geschmackssache die immer kommerzieller und damit unpersönlicher/sozialer werden. Es gibt zwar aktuell keinen echten Konkurrenten wie bei Myspace und xVZ damals, aber ich merke auch, dass die Aktivität um mich herum immer weniger wird, weil man u.a. einen so großen "Freundeskreis" hat, dass man schon aufpassen muss, was man wo postet und Facebook auch generell nicht mehr so IN ist. Meines Wissens flauen die Zahlen in den USA ja auch bereits ab und das Wachstum konzentriert sich mehr auf die Schwellenländer, wo der "Virus" noch nicht so lange wütet.

    Davon ab, bekomme ich von den unterschiedlichsten Leute aktuell immer mehr Anstöße via Whatsapp & Co., da es direkter ist und sich die Leute leichter finden, was den "ich hab den größten" (Nutzerkreis) Vorteil von FB etwas neutralisiert. Der Facebook-Killer könnte somit schon unter uns weilen.

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  7. von Burkhard Asmuth am 24.01.2014 (11:15 Uhr)

    Kunden sagen uns immer, dass sie Marken und Produkte anstatt bei Google bereits bei Facebook suchen. Sehe auch keinen Grund "Facebook" bei Google zu suchen. Entweder ist es bei vielen die Startseite, in den Favoriten oder als App auf dem Smartphone installiert.

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    • von benbeckeronline am 15.08.2014 (18:33 Uhr)

      Verwundert mich doch sehr. Ich kenne keinen einzigen Kunden, der so etwas bei Facebook sucht. Abgesehen davon, das die Suchfunktion bei Facebook doch sehr zu Wünschen übrig lässt, die Anzahl der Ergebnisse auch sehr eingeschränkt ist.

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  8. von Hermann Mittermair am 24.01.2014 (11:25 Uhr)

    Schade, dass die vielgeliebte T3N in diesem Thema vom sonst gepflegten Qualitätsjournalismus in Richtung Copy-Paste Boulevard abzudriften scheint. Wenn man die reisserische Headline am Ende der Präambel schon relativieren muss, sollten die redaktionsinternen Alarmglocken schrillen!

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  9. von dazzle89 am 24.01.2014 (11:31 Uhr)

    Man bekommt das Gefühl, dass T3N die Themen ausgehen ...

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  10. von Peter am 24.01.2014 (11:57 Uhr)

    T3N wird echt immer schlechter. Sorry, aber ich lese hier ständig nur 0815 Meldungen oder solche zweifelhaften Artikel. Wo sind die fundierten Artikel hin, die mich einst auf die Plattform lockten?

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  11. von mathias_berlin am 25.01.2014 (10:13 Uhr)

    Ich finde es geschmacklos, dass für diesen Artikel ein Bild von Tschernobyl verwendet wird! Die Nutzerwandlung bei Facebook mit einer nuklearen Katastrophe zu vergleichen ist schlicht dumm, populistisch und schlechter Stil.

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  12. von Roland Schneider am 25.01.2014 (17:43 Uhr)

    @ mathias_berlin Das Bild ist in der Tat nicht zwingend erforderlich...

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  13. von Michael am 27.01.2014 (08:12 Uhr)

    Facebook ist bereits eine Geisterstadt. Früher hat man dort noch relevante Informationen mit seinem sozialen Umfeld getauscht. Man konnte auch noch über Interessen kommunizieren. Heute findet man zu 90% nur noch den selben Mist wie einst bei MySpace. Der Nutzen der Nachrichten nimmt rapide ab, die Anzahl an Werbung und Crap steigt rasant. Die Leute nehmen die Inhalte auf Facebook immer weniger wahr und so sinkt auch die Relevanz von Facebook.

    @mathias_berlin: Beim Thema Datenschutz ist Facebook eine Katastrophe gegen die Tschernobyl aussieht wie ein lauer Regenschauer. Facebook ist eine Pest wie es sie noch nie vorher in der Welt gab. Die Menschen waren schon immer Dumm aber erst Facebook hat diese Dummheit vollkommen ausgeschlachtet und verwertet.

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  14. von Syntheseclown am 28.01.2014 (11:41 Uhr)

    Jeder weiß natürlich, daß Facebook für immer blühen wird und quasi eine offizielle Institution ist, die niemals enden wird...genau wie Second Life.

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  15. von Paul Lenz am 28.01.2014 (15:22 Uhr)

    Was für ein (Verzeihung!) idiotisches Kriterium ist das denn: wie oft "Facebook" bei Google gesucht wurde? Es gibt mehr Gründe, warum selteneres Suchen gerade FÜR die Popularität von Facebook spricht. Niemand muss nach "Facebook" suchen, der bereits Facebook-Mitglied ist oder der Facebook als Lesezeichen gespeichert hat!

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