t3n News Software

WhatsApp: War der Kauf durch Facebook illegal?

WhatsApp: War der Kauf durch Facebook illegal?

Mehrere Verbraucherschutz-Organisationen haben Beschwerde gegen den Kauf von durch eingereicht. Der Grund: WhatsApp hatte mehrfach versprochen, Daten nicht an Dritte weiterzugeben – genau das könnte durch die Übernahme aber passiert sein.

WhatsApp: War der Kauf durch Facebook illegal?

Hat Facebook Zugriff auf die WhatsApp-Daten? (Foto: TechCrunch/flickr , CC BY 2.0)

Die Verbraucherschutzorganisationen „Electronic Privacy Information Center“ (EPIC) und das „Center of Digital Democracy“ (CDD) haben am Freitag bei der „Federal Trade Commission“ (FTC) – die amerikanische Bundeshandelskommission – Beschwerde eingereicht. Darin werden mehrere Aussagen von WhatsApp genannt, in denen das Unternehmen eindeutig kommuniziert, Nutzerdaten aus seiner Messenger-App niemals an Dritte weiterzugeben.

Nachdem Facebook den Messenger kürzlich übernommen hat, könnten die Versprechungen von Whatsapp aber nicht mehr sichergestellt werden – vor allem, da das Team hinter WhatsApp laut einem Bericht von Arstechnica versichert hatte, dass sich für die Benutzer „nichts ändern“ werde. Durch den Kauf ist Facebook jetzt aber im Besitz von Telefonnummern, Namen, Media-Daten und den Nachrichten selbst, obwohl WhatsApp eine Möglichkeit, Daten an Dritte weiterzugeben, immer ausgeschlossen hatte.

WhatsApp: Datenschutzversprechen ausgehebelt?

Über Jahre hinweg war von WhatsApp versichert worden, dass „persönliche Daten niemals verkauft werden“, beziehungsweise WhatsApp an den persönlichen Daten schlichtweg nicht interessiert sei. Laut der Datenschutzerklärung von WhatsApp werden keine Daten auf Servern gespeichert. Die in der Beschwerde von EPIC und CDD zitierten Experten sehen im hohen Datenschutz den Hauptgrund dafür, warum sich Nutzer für WhatsApp entschieden haben – und der hohe Datenschutz ist über die Jahre hinweg auch mehrmals kommuniziert worden. Durch den Kauf von Facebook könnten aber die Datenschutzrichtlinien und somit auch der Hauptgrund für die Verwendung von Whatsapp ausgehebelt worden sein.

Des weiteren wird in der Beschwerde aufgeführt, dass es sich beim Kauf von WhatsApp auch um eine mögliche Verletzung der von Facebook selbst festgelegten Richtlinie handeln könnte, die festlegt, dass Veränderungen in den Datenschutzrichtlinien „klar und prominent“ an die Nutzer zu kommunizieren sind. Die Verbraucherschutz-Organisationen EPIC und CDD fordern die FTC in ihrer Beschwerde jetzt auf, eine Untersuchung einzuleiten, um zu klären, ob Facebook die Daten von WhatsApp-Benutzern einsehen darf und die Fusion solange zu stoppen, bis klar ist, wie sich die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen weiterentwickeln wird.

Wenn WhatsApp schon begonnen hat, Daten an Facebook weiterzugeben, könnte es sich hierbei auch um die Verletzung einer FTC-Verordnung handeln – das Verbot irreführender Geschäftspraktiken. Ganz gleich, wie diese Untersuchung ausgehen wird: WhatsApp könnte auch später noch die Datenschutzerklärung verändern und Nutzerdaten, falls sie gespeichert wurden, an Facebook übergeben.

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
12 Antworten
  1. von Gerrit am 07.03.2014 (08:24 Uhr)

    Die in der Beschwerde [...] zitierten Experten sehen genau im hohen Datenschutz den Hauptgrund, warum sich Kunden für WhatsApp entschieden haben [...]

    Hahahahahahahahaha

    Antworten Teilen
  2. von Martin am 07.03.2014 (08:25 Uhr)

    Die werden doch sicher so argumentieren, dass Facebook und Whatsapp nun ein Unternehmen sind und somit keine Daten an Dritte weitergegeben werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass daraus Konsequenzen folgen.

    Antworten Teilen
  3. von Tobi am 07.03.2014 (09:13 Uhr)

    In dem Text steht 3 Mal das gleiche. Irgendwie eine zusammengeschusterte Textmasse. Macht den Informationsgehalt nicht besser.

    Antworten Teilen
  4. von Möpmöp am 07.03.2014 (09:28 Uhr)

    Wie dämlich ist das denn? Es wurden doch keine Daten an Facebook verkauft sondern die ganze Firma. D.h. Facebook ist in dem Fall kein "dritter" mehr sondern der Inhaber.

    Antworten Teilen
  5. von Iwa am 07.03.2014 (09:43 Uhr)

    Seit wann haben Versprechen Gesetzeskraft?

    Und wenn sie das nicht haben...warum ist das Brechen dieser Versprechen illegal?

    Antworten Teilen
  6. von rayphi am 07.03.2014 (09:56 Uhr)

    Hauptsache das ganze Thema weiter unnötig aufblasen. Und mal ehrlich wer hat sich derart große Gedanken über den Datenschutz gemacht als er angefangen hat WhatsApp zu nutzen?
    Es wird doch nur genutzt weil alle es nutzen.

    Antworten Teilen
  7. von Atilla am 07.03.2014 (10:22 Uhr)

    "Durch den Kauf ist Facebook jetzt aber im Besitz von Telefonnummern, Namen, Media-Daten und den Nachrichten selbst..."
    Das stimmt so wohl nicht ganz. Facebook ist Eigentümer dieser Daten - ob sie tatsächlich auch im Besitz von Facebook sind, wird doch wohl erst im Rahmen der Beschwerden geprüft werden.
    Das wäre ja durchaus nicht ungewöhnlich, wenn der "Eigentümer" die Daten gleichzeitig weder besitzt noch darüber verfügen kann - das geht so ziemlich allen Konstrukten, in denen es eine Tochter und eine Holding gibt so, weil es eben zwei eigenständige juristische Personen sind.

    Vermutlich wird WhatsApp einfach die AGBs und die DSB in der Hinsicht ändern.

    Antworten Teilen
  8. von ND am 07.03.2014 (10:56 Uhr)

    Das ist doch eh ein Witz mit AGB und DSB: Ich beginne z.B. eine App zu nutzen und stimme den AGB und DSB zu, in welchen steht, "...Daten werden nicht weitergegeben...".

    2 Jahre später kommt in der App ein Popup "...neue AGB und DSB, bitte lesen und akzeptieren...". Darin enthalten ist dann "...Daten werden doch weitergegeben...".

    Variante 1: Ich stimme nicht zu, kann die App nicht weiter nutzen, meine Daten werden aber trotzdem weitergegeben (Ich glaube nicht dass hier unterscheiden werden würde zwischen wer akzeptiert hat und wer nicht)

    Variante 2: Ich stimmt zu, Daten werden ebenso weitergegeben

    Man kann sich auf AGB und DSB doch eh nicht verlassen. Das was heute gilt, wird morgen einfach geändert. Ich kann es über die Floskel "Bitte lesen und akzeptieren" akzeptieren oder nicht, das Ergebnis bleibt im Endeffekt gleich... Ganz abgesehen davon, dass wohl keine 5% sich AGB und DSB überhaupt durchlesen geschweigedenn verstehen - zumindest bei kostenlos-bis-5-eur-apps.

    Oder habe ich einen Denkfehler?

    Antworten Teilen
  9. von Thomas am 07.03.2014 (13:32 Uhr)

    dem kommentar kann ich mich nur anschließen gerrit :D

    Antworten Teilen
  10. von Armin am 07.03.2014 (14:24 Uhr)

    ich zitiere mal:

    „Was die kommenden Jahre angeht, lässt ein Satz in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von WhatsApp aufhorchen, die jeder Nutzer akzeptiert hat. Er lautet: Falls WhatsApp übernommen werde, »behalten wir uns das Recht vor, die Informationen, die wir von unseren Nutzern gesammelt haben, zu transferieren oder zu übereignen«. “

    Quelle: http://www.zeit.de/2014/10/whatsapp-jan-koum/seite-2

    Wenn das stimmt, was die Zeit Online da schreibt, dann sind die im obigen Artikel genannten Beschwerden aussichtslos.

    Antworten Teilen
  11. von Thomas am 07.03.2014 (15:09 Uhr)

    Was für eine Frage: "War der Kauf durch Facebook illegal?" ... natürlich war er legal, er wurde durch die NSA authorisiert!

    Antworten Teilen
  12. von Karl am 07.03.2014 (17:14 Uhr)

    Könnt ihr mal eure Redaktion bitten, bessere Links in "Mehr aus dem Web" zu posten...die interessieren doch keinen Mensch...jetzt habe ich schon 3 mal aus Versehen darauf geklickt....t3n war mal top, aber jetzt....

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema WhatsApp
WhatsApp, Facebook-Messenger, WeChat: Die Weltkarte der populärsten Messenger
WhatsApp, Facebook-Messenger, WeChat: Die Weltkarte der populärsten Messenger

Eine Weltkarte der populärsten Messenger zeigt, wie verbreitet WhatsApp, der Facebook-Messenger oder WeChat sind – und hält einige Überraschungen bereit. » weiterlesen

Franz: Messenger vereint WhatsApp, Facebook, Skype, Slack und Co. in einem Tool [Update]
Franz: Messenger vereint WhatsApp, Facebook, Skype, Slack und Co. in einem Tool [Update]

Franz ist eine Messenger-App, die verschiedene Chat-Dienste wie WhatsApp, Slack, Hangouts, Skype und weitere unter einem Dach vereint. Die Anwendung will somit als Kommunikationszentrale fungieren … » weiterlesen

Teilt WhatsApp bald Daten mit Facebook? Eine versteckte Einstellung deutet darauf hin
Teilt WhatsApp bald Daten mit Facebook? Eine versteckte Einstellung deutet darauf hin

Ein Entwickler hat in der Beta-Version der Android-App eine Option gefunden, die Konto-Informationen an Facebook weiterleitet. Immerhin sucht das neuerdings kostenlose WhatsApp nach einem neuen … » weiterlesen

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?