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Marketing

Facebook will wissen, was ihr offline einkauft

    Facebook will wissen, was ihr offline einkauft

Nutzt ihr Bonuskarten im Supermarkt oder anderen Geschäften? Falls ja, könntet ihr schon bald feststellen, dass Facebook weiß, was ihr offline alles kauft. Das soziale Netzwerk hat offiziell bestätigt, dass man mit mehreren Datenhändlern zusammen arbeitet, um Profildaten mit Informationen zu Offline-Einkäufen der Nutzer zu verknüpfen. Was bedeutet das aber für Facebook-Nutzer?

Bisher wurde über die entsprechenden Pläne seitens Facebook nur gemunkelt, aber jetzt hat das soziale Netzwerk auch offiziell bestätigt, dass man mit Datenhändlern kooperiert, um die Profildaten der Nutzer mit Informationen zu Offline-Einkäufen abzugleichen. So soll die Genauigkeit von gezieltem Ad Targeting für werbetreibende Unternehmen weiter erhöht werden. Marketer werden diesen Schritt begrüßen, Datenschützer dürften sich dagegen über den Schutz der Privatsphäre sorgen.

Facebook verbessert Custom Audience Targeting

Der Schritt kommt nicht überraschend: je mehr Facebook über einen Nutzer weiß, desto wertvoller ist dieser, denn andere Unternehmen können so mit möglichst passender Werbung auf potenzielle Kunden abzielen. Bestätigt hat Facebook bisher Kooperationen mit den Datenhändlern Datalogix, Epsilon, Acxiom und BlueKai für die USA. In der entsprechenden Pressemeldung heißt es:

In September we released our custom audiences tool to let marketers reach their current customers with relevant ads on Facebook. We know that many businesses also work with third party partners to enhance their online and offline marketing in order to show more relevant ads. For example, an auto dealer may want to customize an offer to people who are likely to be in the market for a new car. To do this many businesses work with third party companies to better understand who might be in the market for a new car. With today's updates we will allow businesses to do the same thing through our custom audiences tool in ways that are consistent with our commitments to protect people's privacy.

Facebook Custom Audience Targeting wird in den USA weiter verfeinert. Facebook hat bekannt gegeben, dass man mit Datenhändlern zusammen arbeitet, um Profil-Daten mit Informationen aus Bonus- und Treueprogrammen des stationären Handels zu verknüpfen.

Folgen für den Nutzer

Unternehmen sollen dank der Zusammenarbeit von Facebook mit den Datenhändlern in Zukunft Werbung schalten können, die auf dem Kaufverhalten des einzelnen Nutzers im stationären Handel basieren. Was bedeuten diese Kooperationen aber genau für den einzelnen Facebook-Nutzer? Zwei Beispiele:

  • Ein Kunde erledigt seinen Wocheneinkauf regelmäßig im Biomarkt. Ein werbetreibendes Unternehmen wie beispielsweise McDonald's wird wenig Interesse daran haben, dafür zu zahlen, dass diesem Nutzer auf Facebook Werbung für ein Happy Menü angezeigt wird.
  • Ein Kunde kauft in der Drogerie Windeln. Auf Facebook bekommt dieser Nutzer dann vermehrt Werbung von Unternehmen angezeigt, die Artikel wie Kinderspielzeug, Kinderwagen und ähnliches anbieten.

Unter den Voraussetzungen der aktuellen Kooperation von Facebook mit den Datenhandelsunternehmen klappt das aber nur, wenn Kunden beim Bezahlen im Geschäft Treuekarten, Kundenkarten oder Bonuskarten wie zum Beispiel von Payback verwenden.

Facebook Custom Audience Targeting ist nicht neu

Seit einiger Zeit ermöglicht Facebook anderen Unternehmen bereits, Daten wie E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Ähnliches aus ihren CRM-Datenbanken hoch zu laden, um Bestandskunden in ihrem Facebook-Profil Werbung anzeigen zu können. Die jetzt angekündigte Zusammenarbeit mit Datenhändlern funktioniert mit der gleichen Technologie, die auf den Namen „Hashing“ hört. „Hashing“ erlaubt es, Übereinstimmungen bei den Datensätzen zu finden, ohne dass der Datensatz von Facebook vom liefernden Datenhändler gelesen werden kann, und ohne dass der vom Datenhändler gelieferte Datensatz von Facebook gelesen werden kann.

Nutzer von Bonuskarten müssen bei der Registrierung in der Regel eine Mail-Adresse oder Telefonnummer angeben. Diese Informationen können Facebook und die kooperierenden Datenhändler nutzen, um die unterschiedlichen Datensätze zusammen zu führen

Datenschutz und Privatsphäre

Für deutsche Nutzer ändert sich erstmal nicht viel, denn vorerst will Facebook nur von US-Amerikanern wissen, was sie in welchen Geschäften einkaufen. Facebook behauptet zwar, dass man bei der Verknüpfung der Profildaten mit den Daten der Datenhändler den Namen des Kunden anonym behandeln werde - allerdings wirft dieses Modell trotzdem eine ganze Reihe von Datenschutzbedenken auf.

In jedem Fall muss das soziale Netzwerk auch in den USA vorsichtig mit dem Thema umgehen und die Verknüpfung der unterschiedlichen Datensätze transparent und vertrauenswürdig vornehmen. Andernfalls riskiert Facebook ein erneutes Aufflammen der Privatsphäre-Debatte, der sich das Unternehmen immer wieder stellen muss. Ob und wann Facebook ein ähnliches Programm in Deutschland startet lässt sich bisher nicht sagen. Immerhin sind die Datenschutzgesetze hierzulande strenger als in den USA.

Bildnachweis für Artikelübersicht: optikfluffel  / flickr.com, Lizenz: CC-BY

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2 Reaktionen
chillma
chillma

Na wie gut dass ich keine Treuekarten nutze. Halte die schon immer für Datenschutzlücken und werde auch in zukunft keine besitzen. Wenn facebook allerdings soweit geht und meine Kartenzahlung filtert, die an mein Bankkonto gebunden ist, hört der Spaß auf. Dann wird der Account endgültig still gelegt

Antworten

peter
peter

"Unter den Voraussetzungen der aktuellen Kooperation von Facebook mit den Datenhandelsunternehmen klappt das aber nur, wenn Kunden beim Bezahlen im Geschäft Treuekarten, Kundenkarten oder Bonuskarten wie zum Beispiel von Payback verwenden."

Wenn man mit Karte zahlt kann das Geschäft die eingekauften Waren einem Namen zuweisen. Das sollte doch auch schon für eine Zuordnung reichen, oder nicht?
nagut die haben dann nur den vor und nachnamen, aber nicht die Adresse.

Andererseits stelle ich mir die Zuordnung in Facebook schwer vor, da viele nicht ihren Realnamen angeben

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