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Digitalisierung: Bahnchef will die Fahrkarte abschaffen

    Digitalisierung: Bahnchef will die Fahrkarte abschaffen
Deutsche-Bahn-Chef Richard Lutz erklärt seine Digitalisierungspläne. (Foto: dpa)

Auch die Deutsche Bahn wird zunehmend digital, muss aber auch immer mehr auf den Schutz ihrer Systeme achten. Und es bleiben die alten Hausaufgaben: Pünktlichkeit, Sauberkeit, Sicherheit.

Zugfahren ohne klassische Fahrkarte: Die Deutsche Bahn plant, das digitale Ticketing einzuführen. „Der Zug kann dann über das Handy eines Passagiers erkennen, dass er eingestiegen ist“, sagte Bahnchef Richard Lutz der Bild am Sonntag. „Je nachdem, wo er aussteigt, wird die Fahrt automatisch abgerechnet werden.“ Die nötige WLAN-Infrastruktur existiere bereits. Beim digitalen Ticketing sei die Bahn noch im Versuchsstadium. „Aber ich glaube, dass diese Entwicklung in den nächsten Jahren Stück für Stück kommen wird“, sagte Lutz. Künftig werde man „kein Ticket mehr für die Bahn brauchen“.

Auch Deutsche Bahn von Wanna-Cry-Angriff betroffen

Der Bahnchef betonte mit Blick auf den weltweiten Hackerangriff vom Freitagabend, das Unternehmen sei auf solche Bedrohungen vorbereitet. „Die Sicherheit des Bahnverkehrs war zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.“ Es gebe schon seit längerem ein Cyber-Security-Team sowie Systeme zur Früherkennung. Das Unternehmen fängt nach Lutz' Angaben jedes Jahr 150 Millionen Spam-Mails ab.

Seit Freitagabend blieben Anzeigentafeln bei der Bahn leer, Ticketautomaten streikten und Videokameras fielen aus. Wie viele Info-Schirme und Automaten noch am Sonntag lahmgelegt waren, konnte ein Bahnsprecher nicht sagen. Die Technik werde nicht zentral gesteuert, Fachleute müssten vor Ort jeweils das Problem lösen. Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Störung zu beheben. Um sich in Zukunft möglichst gut vor solchen Angriffen zu schützen, werde sich eine Task Force mit diesen Fragen auseinandersetzen, hieß es. Die Bahn ist das einzige Unternehmen in Deutschland, von dem bislang bekannt wurde, das es von dem weltweiten Cyber-Angriff betroffen ist.

Bahnchef Lutz kündigt Sicherheitsoffensive an

Darüber hinaus kündigte Lutz eine Sicherheitsoffensive an. „Wir bauen die Videoüberwachung an unseren Bahnhöfen massiv aus“, sagte Lutz. „Bis Ende 2017 werden wir zusätzlich zu dem bereits geplanten Etat weitere zehn Millionen Euro investieren, um mehr als 1.000 Bahnhöfe mit 7.000 zusätzlichen Kameras auszustatten.“ 40 Bahnhöfe, darunter neun große in Berlin sowie die Hauptbahnhöfe von Düsseldorf, Essen, Hamburg und Dortmund, würden noch in diesem Jahr mit neuester Videotechnik ausgestattet oder modernisiert.

In den ersten vier Monaten des Jahres wurde die Bahn laut Lutz pünktlicher. Der Bahnchef sagte der Zeitung, derzeit seien 83 Prozent der Züge im Fernverkehr pünktlich, 2016 seien es nur 79 Prozent gewesen. Auch bei der Anschlusspünktlichkeit habe sich die Bahn verbessert. „Über 90 Prozent unserer Kunden erreichen ihre Anschlüsse. Im Nahverkehr liegt die Pünktlichkeit 2017 bisher sogar bei 95,3 Prozent.“

Angesprochen auf die Konkurrenz durch die billigeren Fernbusse betonte Lutz, die Bahn müsse mit Top-Service und schnellerer Reisezeit punkten. Und: „Wir können die Preise nicht mehr jedes Jahr standardmäßig um zwei, drei Prozent erhöhen.“ dpa

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Eine Reaktion
maxi
maxi

Das Schrecklich-Schöne ist ja, dass ein digitales Bahnticket oder das digitale Bezahlen oder auch die digitale Speicherung von Gesundheitsdaten eigentlich nur Vorteile für die Bürger haben könnte.

Praktisch wird es jedoch aus Überwachungs- und machtpolitischen Gründen vorangetrieben und umgesetzt, durch die wir alle mehr Nachteile als Vorteile haben werden.

Man sollte nicht nur die Überwachungsfetischisten als Demokratiefeinde brandmarken, sondern auch die vielen Leichtmatrosen, die sich nicht gegen diese Entwicklung wehren.

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