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Startups

Failcon: 9 Dinge, die Gründer aus ihrem Scheitern gelernt haben

    Failcon: 9 Dinge, die Gründer aus ihrem Scheitern gelernt haben

Scheitern als Veranstaltungsthema? Willkommen auf der FailCon. Viele persönliche Einblicke in die schwierigsten Stunden erfolgreicher Gründer machten das Event laut Eric Ries (The Lean Startup) zur „einzigen ehrlichen Veranstaltung in diesem Bereich, denn Startups gründen bedeutet: Scheitern.“ Wir präsentieren euch neun Thesen von der FailCon 2012 in San Francisco.

FailCon 2012 SF: Über Erfolg, Misserfolg und Emotionen

Es sei schwierig gewesen, genügend Redner zu finden, die auf der FailCon über ihr persönliches Scheitern sprechen, erklärte das Veranstalter-Team in der Auftaktkeynote. Viele wollten darüber nur als Randnotiz zu ihrem aktuellen, erfolgreichen Projekt sprechen. Überhaupt werde über Scheitern meist nur dann geredet, wenn man es überlebt habe. Wer mittendrin steckt, spreche kaum darüber. Das wollen die Macher der FailCon ändern und leisten mit ihrer Veranstaltung einen wichtigen Beitrag dazu, offener mit einem Thema umzugehen, das einen Großteil der Gründer betrifft.

Chip Conley, Gründer von Joie de Vivre Hotels, sprach auf der FailCon über "Breakdowns & Breakthroughs"

Dementsprechend ging es auf der FailCon so persönlich zu, wie man es von anderen Startup-Veranstaltungen nicht kennt. „Das Schlimmste war nicht, das Geld zu verlieren. Das Schlimmste war, den Sinn zu verlieren“, berichtete Chip Conley (Autor von Emotional Equations) aus seiner persönlichen Erfahrung und erzählte davon, wie sich allein aus seinem Bekanntenkreis bereits sieben Menschen das Leben nahmen, nachdem sie beruflich gescheitert waren. Gina Bianchini (Mightybell) hob hervor, wie wichtig das ehrliche Feedback nahestehender Menschen für sie ist und Eric Ries erzählte, wie er immer wieder mit seinen Gründungen scheiterte, bis er einige Lektionen gelernt hatte, die er der Welt heute mit seinem Buch „The Lean Startup“ vermittelt.

Neun Thesen, die ich für mich aus der FailCon gezogen habe.

1. Der beste Zeitpunkt für den Launch ist genau jetzt (Eric Ries)

Ein kleiner, sofortiger Launch ist besser als ein großer Launch irgendwann. Ein kleiner Launch bietet die Möglichkeit, das Feedback der Kunden einzubauen und zu lernen. Es spielt dabei keine Rolle, wie unperfekt das Produkt noch ist und acht von zehn Leuten es zunächst schlecht finden.

2. Nimm Likes und Komplimente nicht zu ernst (Gina Bianchini)

Wer darauf aus ist, dass möglichst viele das eigene Produkt liken, bleibt stehen, wo er ist. Wichtiger fürs Weiterkommen ist die Frage, wie User das Produkt nutzen. Gründer werden immer viel Positives zu ihrem Produkt hören, vor allem von Leuten, die selbst gegründet haben und ein anderes Produkt nicht schlechtreden wollen.

3. Etabliere eine Kultur des Ausprobierens (Bennett Blank)

Gründer sollten in ihrem Team eine Kultur des Ausprobierens etablieren und die Mitarbeiter dazu befähigen, schnelle Entscheidungen zu treffen sich dann selbst mehr und mehr zurückhalten.

4. Gleiche deine Vision immer wieder mit der Realität ab (Eric Ries)

Es ist gut, eine Vision zu haben, aber sie muss immer offen bleiben für Feedback und weiteres Experimentieren und eventuell angepasst werden. Es ist arrogant, wenn Gründer ihren Nutzern ein perfektes Produkt präsentieren wollen, weil sie dann nicht davon ausgehen, dass ihre Kunden ihnen wichtige Rückmeldungen geben können

5. Akzeptiere Scheitern als Teil des Gründens (Gina Bianchini)

Im Leben sind nicht die Dinge entscheidend, die passieren, sondern die Art, wie wir damit umgehen. Vieles lässt sich nicht kontrollieren. Wir müssen das Leben begreifen als eine Sammlung vieler einzelner Momente. Dies nimmt die Angst vor dem „Großen Ungewissen“. Zum Gesamtprozesse gehören auch Momente des Scheiterns.

6. Lege selbst fest, was deinem Leben Sinn gibt (Chip Conley)

Oft bricht das gesamte Leben zusammen, wenn Menschen mit ihrem Geschäft scheitern: Familie, Privatleben, Selbstvertrauen, Sinn. Gründer sollten sich fragen, was es ist, das ihrem Leben wirklich Sinn/Bedeutung gibt und den Wert selbst definieren, statt ihn von Erfolg und Misserfolg ihres Startups abhängig zu machen.

7. Sei dir im Klaren, wie du Geld verdienen willst (Gina Bianchini)

Als Gründer sollte man von Anfang an wissen, wie man einmal Geld verdienen möchte – auch wenn man darauf zunächst verzichtet. „Investoren sagen manchmal, dass ihnen das Erlösmodell nicht wichtig ist, sondern sie nur auf das Wachstum schauen – glaubt ihnen nicht!“

8. Trau dich, Mitarbeiter zu feuern (Cindy Alvarez)

Hin und wieder muss man sich von Mitarbeitern trennen – auch dann, wenn es Mitarbeiter der ersten Stunde waren und am Anfang einen super Job gemacht haben. Manchmal entwickeln sich Mitarbeiter nicht mit dem Unternehmen mit oder passen aus anderen Gründen nicht mehr – zum Beispiel weil sie „Künstler-Typen“ sind, die nur dann ambitioniert mitziehen, wenn man in allem mit ihnen übereinstimmt

9. Beschäftige dich mit dem, was du gelernt hast (Gina Bianchini)

Oft fokussieren wir uns auf das, was wir nicht geschafft und erreicht haben und starten dann mit viel Gepäck in die neue Woche und bestenfalls noch mit einer To-Do-Liste. Sich jeden Sonntag Zeit zu nehmen und aufschreiben, was man in der vergangenen Woche gelernt hat, bewirkt das genaue Gegenteil.

Im November kommt die FailCon übrigens nach Berlin! Karten bekommt ihr hier.

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4 Reaktionen
gabrealness
gabrealness

Vielen Dank für diesen lesenswerten Artikel. Ich arbeite selber in einem Startup, kenne einige der angesprochenen Probleme. Gut finde ich die Einstellung, das Scheitern als Chance zu sehen, auch wenn es leichter gesagt ist als getan.

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Webcommercer
Webcommercer

Die Anleitung, wie man einen Business-Plan aufsetzt, gibt es an jeder Ecke. Die Anleitung, wie man sich selbst im Start-Up aufsetzt leider nicht. Und genau deshalb ist dieser Artikel wahnsinnig gut und hilfreich!

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kein0815
kein0815

Das ist schön und gut und funktioniert in den USA, denn die Amis sehen das als eine Art Persönlichkeitsbidlung, wenn Du mal gescheitert bist. Abhaken und gut ist. In Deutschland bist Du direkt unten durch und musst gegen alles ankämpfen. Bei einer Insolvenz stehst Du meistens ganz alleine im Regen und musst schauen, wie Du da rauskommst. Investoren für eine neue Idee zu gewinnen, Fehlanzeige. Ich brauchte jetzt ganze 4 Jahre um nach einem gescheiterten StartUp wieder auf die Füsse zu kommen.

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frauenmesse
frauenmesse

Eine mutmachende Veranstaltung! Denn so wie Kinder das Laufen erst lernen müssen, müssen auch Menschen, die in eine Selbständigkeit starten, dieses Unternehmertum erst lernen. Es bedeutet, sein Leben fast vollkommen umzukrempeln.

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