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Facebook will Falschmeldungen nicht löschen, sondern nur kennzeichnen

    Facebook will Falschmeldungen nicht löschen, sondern nur kennzeichnen

(Bild: Shutterstock / Jakraphong Photography)

Facebook will mit neuen Maßnahmen gegen Fake News vorgehen. Eine Redaktion gibt es dafür nicht –  stattdessen sollen Algorithmen und die Community plus externe Faktenprüfer die Arbeit übernehmen.

Spätestens seit den US-Präsidentschaftswahlen gibt es den Vorwurf, dass Facebook mit seiner laxen Haltung gegenüber dem Verbreiten von Falschmeldungen die politische Kultur vergiftet. Jetzt kündigt der für den News Feed zuständige Manager Adam Mosseri im Firmenblog vier Maßnahmen an, die zu weniger Fake News führen sollen –  zumindest in den USA, denn in Deutschland und dem Rest der Welt bleibt vorerst alles beim Alten.

„Wir konzentrieren unsere Bemühungen auf die schlimmsten der Schlimmen, auf die klaren Fälschungen, die von Spammern verbreitet werden, um daran zu verdienen, und darauf, unsere Community und externe Organisationen in diesen Kampf einzubinden", sagt Mosseri. Damit sagt er indirekt aber auch, dass sich Facebook – zumindest jetzt – nicht um die manchmal problematischeren, weil weniger offensichtlichen Nachrichten mit Halbwahrheiten, Gerüchten und verstecktem Hass kümmern möchte.

„Es ist eine Falschmeldung"

Eine Maßnahme ist, dass Falschmeldungen vom Nutzer in den USA ab sofort einfacher bei Facebook gemeldet werden können. Mit dem kleinen Pfeil rechts oben bei einem Beitrag gibt es nun eine vierte Begründung zum Ankreuzen: „Es ist eine Falschmeldung", steht nun da. Der Nutzer kann dann weitere Maßnahmen vorschlagen - etwa eine Kennzeichnung oder das Sperren des Absenders, was Facebook natürlich dann erst prüft.

Facebook will die Falschmeldungen anschließend von einer Organisation namens Poynter's International Fact Checking Code of Principles prüfen lassen. Das ist ein Verbund von Faktenprüfern, zu dem unter anderem Factcheck.org und ABC News gehören. Falls die zu dem Schluss kommen, dass etwa Tatsachen in dem Beitrag nicht stimmen, soll er allerdings nicht gelöscht werden, sondern nur mit einem entsprechenden Hinweis versehen werden. Wer mag, kann sich dann die Argumentation der Faktenchecker anzeigen lassen.

Die dritte Maßnahme in dem Paket ist die Prüfung, ob die Algorithmen weiter umgebaut werden. Falls eine Meldung auffällig selten geteilt wird, soll dies - noch stärker als bislang - als Zeichen dafür erkannt werden, dass irgendetwas mit ihr nicht stimmt.

 

(Bild: Facebook)

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Niedrige Priorität für bestimmte News

Dabei muss es nicht unbedingt um falsche Tatsachenbehauptungen gehen. Es könnte auch sein, dass etwa ein verlinkter Artikel schlicht kaum jemanden interessiert. Wie auch immer: In jedem Fall soll er dann von Facebook mit entsprechend niedriger Gewichtung in die Timeline der Nutzer eingespeist werden.

Bei der vierten Maßnahme geht es konkret gegen Fälscher, die mit erfundenen Meldungen Geld verdienen wollen. Damit sind offenbar unter anderem Kriminelle wie die gemeint, die während des US-Wahlkampfs mit erfundenen Storys versucht haben, Mitglieder von Facebook auf ihre Seiten zu locken. Gegen diese Spammer will Facebook vorgehen, indem die Webseiten untersucht und bei Auffälligkeiten das Verlinken verhindert wird, oder um etwa polizeiliche Maßnahmen einzuleiten.

Ob die vorgestellten Maßnahmen ausreichen, um Falschmeldungen effektiv zu verhindern oder wenigstens stark zu reduzieren, muss sich erst noch zeigen. Zumindest der erste Eindruck ist aber, dass damit nur eine bestimmte Art von Fake News - nämlich die eher plumpen Fälschungen - einigermaßen wirkungsvoll bekämpft wird.

Autor des Artikels ist Peter Steinlechner.

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