Das Barcamp-Konzept, das seit knapp drei Jahren in der Online-Szene Furore macht, hat mittlerweile auch die Ruby-on-Rails-Gemeinde erfasst: Am letzten Mai-Wochenende trafen sich in den Räumen der Zweitag GmbH in Münster 30 Ruby-on-Rails-Entwickler aus ganz Deutschland zum freien Ideenaustausch. Wie bei Barcamps üblich, bestimmten die Teilnehmer das Programm der dreitägigen Veranstaltung spontan selbst.
Entsprechend breit gefächert war das Angebot rund um das Web-Entwicklungs-Framework Ruby on Rails. Die Integrations-Technologie Thrift, Application-Templates und die Template-Engine HAML in Verbindung mit SASS und diverse Plugins waren Themen der zahlreichen Sessions. Eines der Highlights war der Gedankenaustausch über Performance aus verschiedenen Perspektiven: Neben Rails-spezifischen Aspekten kam auch Frontend-Performance und Tools für das Performance-Monitoring zur Sprache. Da alle Teilnehmer ihre Erfahrungen mit einbrachten, wurde das Thema sehr umfassend behandelt.
Neben Rails-Themen referierten einige Teilnehmer auch über Mac-Technologien. Dabei wurde unter anderem eine Einführung in die iPhone-Entwicklung und in Quartz Composer angeboten. Außerdem beschäftigte man sich mit Mac-Ruby, einer Technologie zur Entwicklung von Mac-Anwendungen mit der Programmiersprache Ruby.
Im Gegensatz zu anderen Barcamps wurde die Sessionplanung weniger strikt gehandhabt. Sessions konnten eine beliebige Länge haben, damit Themen tiefgreifender behandelt werden konnten, als dies in den üblichen 45-Minuten-Slots möglich ist.
Umrahmt wurde die Konferenz von einem abwechslungsreichen Abendprogramm. Die Organisatoren Sebastian Kippe, Tamer El-Hawari und ich konnten mit der Xing AG einen aktiven Unterstützer der Rails-Szene als Sponsor gewinnen, dessen Mithilfe die Durchführung des Railscamps maßgeblich ermöglichte. Weitere Partner waren Wunderloop, Sonntagmorgen Kaffee und das t3n Magazin.
Mein Fazit: Am wachsenden Interesse über den Bereich des Web 2.0 hinaus sieht man, dass Ruby on Rails auf dem Weg aus der Nische ist. Mittlerweile entstehen auch anspruchsvolle Business-Anwendungen auf Basis des Frameworks. Da das Feedback der Teilnehmer durchweg positiv ausfiel, soll es noch in diesem Jahr ein weiteres Railscamp geben.
Über den Gastautor
Peter Grosskopf hat Anfang 2006 sein Herz an Ruby on Rails verloren. Mit seiner Firma, der Zweitag GmbH, entwickelt er Webanwendungen mit Rails und iPhone-Apps. Zudem berät er Kunden aus dem Enterprise-Bereich, wie sie Elemente des Web 2.0 für ihre Unternehmensanwendungen nutzen können.
Bildnachweis: Sam Figueroa. Lizenz: CC BY-ND
















