"Wir sind noch lange nicht am Ende", erklärte Tim O'Reilly auf der Web 2.0 Expo. Eine wichtige Feststellung, hat sich doch angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise der Ton an vielen Stellen verändert. Manche freuten sich über die reinigende Kraft einer Krise, andere beschworen alte Qualitäten herauf und mancher schien vollkommen unbeirrt weiterzumachen.
Die Web 2.0 Expo war diesmal in vielerlei Hinsicht das Gegenteil ihrer Vorgängerin im letzten Jahr. War damals die Euphorie noch ungebrochen, hatte der Veranstaltungsort Internationales Congress Centrum hingegen den Charme einer Messehalle. Dieses Jahr im
Berliner Congress Center ging es beinahe glamourös zu, dafür hatte sich wiederum die grundsätzliche Stimmung gewandelt. Das Web 2.0, seine Zukunft, seine Auswirkungen und vor allem seine Geschäftsmodelle wurden stärker hinterfragt.
In seiner Eröffnungsrede schwankte Tim O'Reilly zwischen glühenden Engagement und purem Durchhaltewillen, zwischen Pathos und Sachlichkeit. In einer beinahe endlos scheinenden Liste von Projekten zeigte er auf, dass das Web in einem neuen Sinne "sozial" ist: Es kann die Welt verbessern, zumindest für einzelne Menschen. Und darauf komme es an. Zwei Leitlinien gab er heraus: "Arbeite an Dingen, die wichtig sind." Und: "Gib mehr, als Du nimmst."
Die Kollegen von berlinblase.de und blogpiloten.de haben Tim O'Reilly während der Web 2.0 Expo interviewt und ihn unter anderem zum Zukunftsthema "Mobile 2.0" befragt: