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fbcamp: Facebook-Page vs. Corporate Blog

fbcamp: Facebook-Page vs. Corporate Blog

Eines der heiß diskutierten Themen auf dem diesjährigen fbcamp in Hamburg war die Frage, ob eine Facebook-Page für die Unternehmenskommunikation schon ausreicht oder ob dazu zusätzlich ein Corporate benötigt wird.

fbcamp: Facebook-Page vs. Corporate Blog

Facebook als Satellit, das Corporate Blog als Erde

Die Corporate Blogs erleben derzeit wieder ein Revival, so viel scheint klar, denn immerhin schaffte es das Thema auf dem fbcamp, bei dem es ja eigentlich um Themen rund um geht, in zwei gut besuchte Sessions. Und bei genauerer Betrachtung ist das auch gar kein Widerspruch, denn es gibt gute Gründe beide Plattformen eng miteinander zu verknüpfen. Während das Corporate Blog die Erde darstellt, auf der sich die Inhalte befinden, ist die angeschlossene Facebook Page so etwas wie ein Satellit, der das Signal vom Blog empfängt, verstärkt und weitersendet. So das Bild, das Johannes Lenz am ersten und Stefan Evertz am zweiten Tag zeichneten.

„War on Talents“ als Motivation für ein Corporate Blog

Während die erste Welle der Corporate Blogs vor einigen Jahren quasi vom Start weg zum Scheitern verurteilt war, weil dort oftmals gar nicht gebloggt wurde, sondern nur Pressemitteilungen veröffentlicht wurden, sind die Ansätze in den Unternehmen heute sehr viel ausgereifter. Ein großes Thema ist dabei beispielsweise das Recruiting, das etwas martialisch auch schon als „War on Talents“ bezeichnet wird. Die ersten Unternehmen reagieren jetzt auf den zunehmenden Konkurrenzkampf um die jungen Talente. So meldete sich in der ersten Session zum Thema Corporate Blogs Kirsten Jacobi zu Wort und verriet uns, dass sie für die TUI gerade ein Corporate Blog nur für Azubis gestartet hat.

Mit dem Azubiblog hat TUI ein Corporate Blog gestartet, das Talente ins Unternehmen lotsen soll (Screenshot: TUI).

Das Azubi-Blog startete frisch im Januar und hat sich zum Ziel gesetzt, das Ausbildungsspektrum im Tourismus-Bereich zu beleuchten:

Irgendwie hat nie einer Ahnung, was wir überhaupt machen. Irgendwas mit Reisen halt. Reisebüro? Eben nicht. Und welche Ausbildungsmöglichkeiten es sonst noch im Tourismus gibt, hat auch keiner so richtig auf dem Schirm.

So erklärte Bella, die im Januar die Chefredakteurin des Azubiblogs war, das gemeinschaftliche Ziel der Redaktion. Neben Einblicken in das Azubileben bei TUI und in die unterschiedlichen Ausbildungsberufe gibt es natürlich auch noch einen Bereich für offene Ausbildungsstellen. Dies sei einer der wichtigsten Treiber für das Blog gewesen, erklärte mir Kirsten Jacobi nach der Session bei einer Anschlussdiskussion auf dem Flur. Es sei für die Personalabteilung in den letzten Jahren immer schwerer geworden, die freien Ausbildungsplätze mit interessanten jungen Menschen zu besetzen, auch, weil viele gar nicht genau wissen, was bei der TUI alles gemacht wird.

Weitere Gründe für ein Corporate Blog

Ein Unternehmensblog ist mehr als nur eine PR-Schleuder – es ist ein Content-Anker, der sich vielseitig nutzen lässt. Neben dem Recruiting ist ein Blog auch eine sehr gute Möglichkeit wichtige Themen aus dem Unternehmensumfeld zu besetzen und dazu auch per Googlesuche sichtbar zu werden. Eine Facebook-Page kann selbst zwar auch gut bei Google ranken, doch in der Regel nur zu einem einzigen Begriff – und zwar zum Unternehmensnamen. Möchte eine Marken aber zu mehreren Suchbegriffen auffindbar sein, so ist ein Blog eine sehr gute Wahl.

Bei einem Corporate Blog geht es nicht in erster Linie ums Geldverdienen. (Foto: owenwbrown / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Die technischen Einstiegshürden sind dank einfacher Systeme wie WordPress heute sehr niedrig, auch wenn die Erstellung einer Facebook-Page wohl immer noch etwas einfacher ist. Dennoch spricht sehr viel für die Verbindung beider Instrumente: Das Blog zum Hosten der eigenen Inhalte und die Facebook-Page zum Verteilen in Richtung der schon bestehenden Fanbase. Da Google Blogs nach wie vor liebt, dürfte der Traffic auf das Blog schon bald nach dem Start nicht mehr nur über Facebook und andere soziale Kanäle hereinkommen, sondern auch organisch über die Suche.

Wichtiges Kriterium für ein Unternehmen ist unter anderem auch noch die vollständige Hoheit über die Inhalte. Wird das Blog beispielsweise auf dem eigenen Server gehostet, besteht zu jeder Zeit die vollständige Kontrolle über die Inhalte und deren Darstellung. Bei Facebook besteht immer eine Abhängigkeit, denn auch wenn es sich heute kaum jemand vorstellen kann: Sehr alt geworden ist noch kein Social Network – und was passiert mit den eigenen Inhalten, wenn es Facebook irgendwann mal nicht mehr gibt? Bis es soweit ist, dauert es vermutlich noch, aber auch so droht jederzeit Ungemach. Facebook kann die Plattform jederzeit radikal verändern und damit auch die Konsistenz der dort abgelegten Inhalte nachhaltig verändern.

Schon jetzt bietet ein eigenes Blog sehr viel mehr Gestaltungsspielraum: Branding, Contentserien, multimediale Inhalte, Blogbeiträge beliebiger Länge, die sich jederzeit verändern und korrigieren lassen, gute mobile Verfügbarkeit durch Responsive Webdesign und anderes mehr macht ein Blog zum digitalen Hub, auf den – nach meiner persönlichen Auffassung – heute kein Unternehmen bei seiner digitalen Kommunikation mehr verzichten kann und sollte.

Seid ihr da bei mir?

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4 Antworten
  1. von issocial am 05.03.2013 (00:00 Uhr)

    Hey Falk,

    klasse Artikel. Eigentlich kann man die beiden "Content Plattformen" auch geschickt miteinander verbinden bzw. die Inhalte der verschiedenen Social Networks auch noch untereinander nutzen, um sich damit neue Inhalte zu schaffen. Das wir aktuell noch selten miteinander vereint, wir arbeiten aber gerade an einer Lösung ;)

    Viele Grüße

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  2. von dannywoot am 05.03.2013 (11:33 Uhr)

    Bin da voll bei dir, Falk. Die Frage, in welchem hierarchischen Verhältnis die Plattformen stehen sollten, wird immer wieder gestellt - und letztendlich immer wieder so beantwortet, wie in deinem Artikel.

    Interessant wird es noch, welche Stellung Google+ in den nächsten Jahren einnehmen wird, gerade auch im Hinblick auf SEO. Dass Facebook-Seiten i.d.R. nur auf das eine Keyword - den Firmen- bzw. Seitennamen - optimiert werden können, ist ein wichtiger Punkt. Wie sich Google+ in dieser Hinsicht verhalten wird, bleibt abzuwarten. Oder ist schon zu erahnen, in welche Richtung Google+ im Hinblick auf SEO anders/besser einsetzbar sein wird als Facebook? Das würde mich interessieren.

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  3. von Robert Brandl am 05.03.2013 (12:04 Uhr)

    Spätestens seit man Facebook dafür bezahlen muss, dass man seine Fans auch tatsächlich erreicht, kann man eine Facebook-Seite wirklich nicht als Alternative zum Blog sehen. Wie ihr sagt, hat Facebook viele weitere Nachteile: SEO ist so gut wie nicht möglich, Textformatierungen gibt es keine und man sperrt alle Nicht-Facebook User mehr oder weniger aus. Fazit: Ergänzend würde ich es auf jeden Fall nutzen, ausschließlich auf gar keinen Fall. Aber auch dann stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller ist einen Newsletter-Verteiler aufzubauen (sollte das Budget oder die Zeit nicht für beides reichen). Ausführlicher habe ich über das Thema auch hier geschrieben: http://www.websitetooltester.com/news/facebook-seite-oder-eigene-website/
    Grüße,
    Robert

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  4. von Besim Karadeniz am 05.03.2013 (17:11 Uhr)

    Kann ich bei allen Kundenprojekten, die wir bei uns in Sachen Corporate Blogging abwickeln, voll und ganz bestätigen. Wenn ein Unternehmen von sich aus etwas feilbietet, bekommt es entsprechende Aufmerksamkeit doppelt und dreifach zurück. Das rechnet sich vielleicht nicht sofort (Ausnahmen bestätigen die Regel), aber doch irgendwann.

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