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EU-Normen: Doch kein Verkaufsverbot für Smartphones und Router im Sommer

    EU-Normen: Doch kein Verkaufsverbot für Smartphones und Router im Sommer

(Foto: Shutterstock)

Die EU-Kommission hat auf die Kritik der Bundesregierung reagiert. Es wird vorerst kein Verkaufsverbot für Smartphones, WLAN-Router oder Navigationsgeräte wegen auslaufender Sicherheitsnormen geben.

Verkaufsverbot für „funkende“ Geräte abgewendet

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries hatte Mitte März Alarm geschlagen: Weil im Juni eine EU-Richtlinie auslaufe, die die technischen Standards für Geräte festschreibt, die Funksignale senden und empfangen, hätte ein Verkaufsverbot für Smartphones, WLAN-Router oder Navis gedroht. Das ist jetzt erst einmal vom Tisch. Die EU-Kommission teilte mit, dass alle Produkte, die schon auf dem Markt sind, weiter verkauft werden könnten. Für neue Geräte würden die alten Bestimmungen vorerst weiter gelten, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet.

Die Bundesregierung hatte der EU-Kommission zuvor vorgeworfen, bei der Verabschiedung entsprechender neuer Zulassungsnormen geschlampt zu haben. Zypries warnte in dem Schreiben an die EU-Kommission im März, dass tausende „alte“ Produkte der Hersteller von Elektronikprodukten aus dem Verkauf genommen werden müssten, was Verbraucher, aber auch den Handel sowie die Hersteller der Elektro- und Elektronikbranche träfe. Die EU sah dagegen die europäische Normungsorganisation ETSI in der Verantwortung. Bis Juni würden laut FAZ.net nur 120 der benötigten 215 Normen vorliegen.

Bundesregierung: Verkaufsverbot für Smartphones ab Juni abgewendet. (Foto: Shutterstock)

Hintergrund ist, dass aufgrund der fehlenden Normen, etwa der Baunorm ETSI EN 301 893 für Geräte, die nach aktuellen Fünf-Gigahertz-WLAN-Standards funken, Hersteller so genannte Einzelprüfungen durchlaufen müssen. Das ist ein zeitlich aufwendiges Verfahren, der erwartete große Andrang hätte dafür sorgen können, dass eine rechtzeitige Prüfung neuer Produkte im schlimmsten Fall nicht möglich gewesen sei. In der EU gibt es nur 44 anerkannte Prüflabors.

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Kein Verkaufsverbot: Alternativen für Sicherheitslabel

Für die Mehrzahl asiatischer Elektronikhersteller etwa wäre das Aufsuchen einer solchen notifizierten Stelle für die Einzelfallprüfung schlicht nicht möglich gewesen. Daher die Aufregung um ein drohendes Verkaufsverbot, das jetzt erst einmal abgewendet scheint. Hersteller sollen jetzt laut EU-Kommission die Möglichkeit erhalten, die „Sicherheit und Konformität ihrer Geräte über andere Wege zertifizieren zu lassen“, um das erforderliche Sicherheitslabel CE zu erhalten.

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11 Reaktionen
Peter
Peter

Könnte mir der Autor mal erklären, wieso er auch Navis dazu zählt?
Seit wann funken die?

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Jörn Brien

Ich zitiere mal die Wikipedia zu Navigationsgeräten: "Da jedoch bei der Satellitennavigation ebenfalls Radiowellen zur Datenübertragung und Positionsbestimmung genutzt werden, kann man sie zu den Funknavigationssystemen zählen."

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Peter
Peter

Sie NUTZEN Radiowellen. Genauso wie Radios und Fernseher. Navis EMPFANGEN Satellitensignale und berechnen aus den Laufzeitunterschieden mehrerer Satelliten die Position. Glaubst du wirklich, jedes Navi sendet Signale an die Satelliten und bekommt eine Antwort?

Jörn Brien

Es geht in der Richtlinie 2014/53/EU um Geräte, "die Funkwellen empfangen oder senden können" -> laut EU: "Unter Funkanlagen fallen Produkte wie Mobiltelefone, GPS/Galileo-Empfänger und drahtlose Autotüröffner." (http://www.maschinenrichtlinie-2006-42-eg.de/neue-richtlinie-201453eu-über-funkanlagen-veröffentlicht)

Carlos
Carlos

Wie finden Navigationsgeräte die Route?

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Jörg
Jörg

Sorry, ist die Frage ernst gemeint? Alle Navis brauchen Kartendaten. Entweder im Gerät gespeichert (oder auf DVD) oder heruntergeladen. Das dient nicht nur dazu, ein schönes Bild der Umgebung anzuzeigen, sondern auch, um die Route zu berechnen. Google Maps braucht auch keine Satellitenverbindung. Das GPS erspart dir nur die Arbeit, deine aktuelle Position manuell einzugeben.

Jan
Jan

Geschlampt? Oder doch eiskalkt kalkuliert?

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Martin Bruch
Martin Bruch

Das sind
1. Versteckte Handelshemmnisse
2. Und vor allem die Folge der Lobby-Arbeit von großen Konzernen, die kleine Wettbewerber aus dem Markt drängen wollen

Da braucht sich niemand mehr zu wundern, dass die Euphorie für Europa sinkt, wenn es sich zu einem unfairen Bürokratie-Monster entwickelt!

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Example
Example

Meistens ist Dummheit einfach Dummheit statt einer Verschwörung. Das ist zwar weniger Spaß, dafür aber mehr Realität.

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lola
lola

Ist das ein Trump Gesetz: Erst wir.
Denn nicht anderes ist das jetzt, ein Zoll auf Handys

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sunlite
sunlite

cool. wollte eh schon immer einmal wissen, wie es ist im jahr 1960 zu leben :D

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