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Fever: So setzt du den Google-Reader-Ersatz selber auf

Seit das Ende des Google Readers verkündet hat, sucht alle Welt nach Alternativen zu dem beliebten Feed-Reader. Ein heißer Kandidat, im wahrsten Sinne des Wortes, ist „Fever“. Die Anwendung ist ein Feed-Reader, der besonders gut mit großen Mengen von Feeds umgehen kann. Die Einträge werden thematisch gruppiert und mit einer Temperaturangabe bewertet. Fever muss allerdings selbst gehostet werden. Wir zeigen, wie sich die Anwendung installieren lässt.

Fever: So setzt du den Google-Reader-Ersatz selber auf

Die Ankündigung von Google, den „Reader“ einstellen zu wollen, sorgte für eine Welle der Entrüstung im Netz. Inzwischen hat sich jedoch ein Großteil der Nutzer schon auf die Suche nach Alternativen gemacht. Wir haben bereits einige Kandidaten zu diesem Zweck vorgestellt – unter ihnen auch die kostenpflichtige Anwendung „Fever“. Im Gegensatz zu den meisten anderen Konkurrenten handelt es sich bei Fever nicht um einen Dienstleister, sondern lediglich um die Software, das Hosting muss der Nutzer selber übernehmen. Das bringt Vor- und Nachteile mit sich.

Darüber freuen sich vor allem Nutzer, die Wert auf Datensicherheit legen, denn bei Fever haben sie stets administrative Gewalt über ihren Datenbestand. Andererseits sammelt ein Feed-Reader nicht gerade viele persönliche Daten, sodass dies sicherlich nur eine kleine Gruppe der Nutzerschaft betrifft. Ein großer Nachteil ist die Einschränkung des potenziellen Kundenkreises. Immerhin muss jeder Anwender über Webspace oder einen Server sowie das nötige Wissen verfügen, um den Dienst selber aufzusetzen. Und damit das klappt, haben wir diese kleine Anleitung verfasst.

Fever benötigt eine eigene MySQL-Datenbank. Diese wird üblicherweise über die Administrationsoberfläche von kommerziellen Hosting-Angeboten eingerichtet.

Anforderungen an den Server

Fever basiert auf PHP und MySQL, dementsprechend muss der Server oder Webspace mindestens über PHP in Version 4.2.3 und MySQL ab Version 3.23 verfügen. Außerdem benötigt Fever einen Unix-basierten Apache-Server und eine eigene MySQL-Datenbank. Diese Beschreibung trifft auf den Großteil aller kommerziell verfügbaren Server- und Webspace-Angebote zu. Wer noch keinen Server oder Webspace sein Eigen nennt, der kann ein entsprechendes Paket schon für ein bis zwei Euro monatlich kaufen (Zum Beispiel bei Alfahosting.de). Vor der Installation muss nur die besagte Datenbank angelegt werden. Dies geschieht üblicherweise über die Administrationsoberfläche des Hosting-Angebots.

Fever lässt sich binnen Sekunden auf den eigenen Server laden.

Fever Server Compatibility Suite

Damit man die 30 Dollar für Fever nicht umsonst ausgibt und das Programm an Ende gar nicht auf eurem Server läuft, muss vor dem Kauf der Lizenz erst einmal die Fever Server Compatibility Suite ausgeführt werden, die Teil der Installationsroutine von Fever ist. Dazu wird einfach nur ein kleines Archiv von der Fever-Seite heruntergeladen. Dieses müsst ihr anschließen via FTP auf euren Server laden und dem Fever-Ordner entsprechende Schreibrechte (CHMOD 755) gewähren. Anschließend könnt ihr die Installationsroutine aufrufen, und die Compatibility Suite überprüft euren Server auf die nötigen Voraussetzungen. In diesem Schritt werden auch die Zugangsdaten zur MySQL-Datenbank abgefragt.

Fever Compatibility Suite: Das Tool prüft die Kompatibilität des Servers, bevor der Kunde überhaupt eine Fever-Lizenz erwerben kann.

Fever kaufen: Leider nur via PayPal

Erst nachdem die Compatibility Suite erfolgreich ausgeführt wurde, kann der Nutzer eine Fever-Lizenz kaufen. Bezahlt werden kann leider nur via Paypal. Anschließend wird der User zur Fever-Seite weitergeleitet, wo er die Lizenzierung abschließen muss. Die Lizenz ist immer an eine spezielle Domain gekoppelt, sodass man mit Fever nicht ohne weiteres auf einen anderen Server umziehen kann. Danach ist die Installation aber auch schon abgeschlossen, und Fever begrüßt den Nutzer mit seiner jungfräulichen und minimalistischen Oberfläche.

Fever als einfacher Feed-Reader

Fever funktioniert auf der einen Seite wie ein klassischer Feed-Reader. Das heißt, Feeds können einfach über ein Dialogfeld hinzugefügt werden, und anschließend chronologisch sortiert betrachtet werden. Dabei kann der User Feeds in zwei Gruppen einteilen: „Kindling“ und „Sparks“. Die erstere Kategorie sollte Feeds beinhalten, die dem Nutzer besonders zusagen, denn deren Beiträge werden von Fever immer höher priorisiert. Unter „Sparks“ hingegen sollten sich Feeds finden, deren Inhalte nicht immer interessant sind, und oberflächlicher gelesen werden.

Fever funktioniert auch als herkömmlicher RSS-Reader.

Heiße News: Das Funktionsprinzip von Fever

Neben diesen zwei große Kategorien können Feeds jeweils auch in Gruppen eingeteilt werden. Zum Beispiel nach Kategorien – etwa eine eigene Gruppe für „IT-News“, „Weltgeschehen“ oder ähnliches. Die besonderen, namensgebenden Fähigkeiten von Fever treten aber erst in Erscheinung, wenn der Nutzer den Menüpunkt „Hot“ aufruft. Hier gruppiert Fever nämlich thematisch zusammengehörige Quellen zu einem einzigen Beitrag. Dies geschieht durch einen Abgleich der Überschriften. Je mehr Feed-Quellen über ein Thema berichten, desto höher fällt die Bewertung (angegeben in Grad Celsius oder Fahrenheit) aus. Aus diesem Grund entfaltet Fever seine Faszination erst richtig, wenn der Dienst mit vielen Feeds gefüllt ist. Wer nur eine handvoll Feeds betrachten möchte, sollte eventuell lieber andere Dienste vorziehen. Wer aber mit 20 oder mehr Feeds arbeitet, für den ist Fever eine willkommene Erleichterung beim täglichen Leseritual.

Die Oberfläche von Fever: Unter dem Menüpunkt „Hot“ gruppiert Fever thematisch zusammengehörige Feed-Elemente und bewertet diese mit einer Temperaturangabe.

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6 Antworten
  1. von Ricky am 06.04.2013 (22:24 Uhr)

    Auch eine gute ALternative ;) Seit dem RSSly nun aber eine App für Android eingestellt hat (https://play.google.com/store/apps/details?id=rssly.de), komme ich mit dem Anbieter gut klar.

    Man sollte immer beachten, dass ein solcher Dienst eine Export-Möglichkeit anbietet...

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  2. von Reinz am 07.04.2013 (19:31 Uhr)

    Hallo Moritz!
    Danke für den lesenswerten Beitrag.
    Du hast allerdings bei den Besonderheiten von Fever die Kategorien "Sparks" und "Kindling" vertauscht.
    Die Top Feeds gehören in "Kindling"; Das Thermometerfutter gehört in die "Sparks".

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  3. von Tobi am 07.04.2013 (22:35 Uhr)

    Fever hatte ich mir auch damals angesehen. Aber leider kann man den ja nicht testen. Hab mich damals dann dazu entschieden, selbst einen RSS Reader zu entwickeln. selfoss basiert auch auf PHP, hat alle Funktionen die ein RSS Reader braucht und ist obendrein kostenlos (http://selfoss.aditu.de). [/Werbung ende ;)]

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  4. von Ich am 08.04.2013 (08:45 Uhr)

    Ich benutze seit ca 1/2 Jahr "RSSLounge". Ist ein kostenloses Programm, siehe http://rsslounge.aditu.de/. Bin damit sehr zufrieden, einfache Anwendung und übersichtliche Darstellung. Habe aber gerade gesehen das "Selfoss" wohl der Nachfolger, aber da RSSLounge bei mir einwandfrei läuft werde ich wohl erstmal nicht umsteigen.

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  5. von TTRSS am 08.04.2013 (10:10 Uhr)

    Tiny Tiny RSS ist für mich optimal als "Nachfolger". Ich hatte zwar Google Reader bewusst nie genutzt, weil ich Googles Präsenz möglichst auf die Suche reduzieren möchte,

    Fever stand auch in der engeren Auswahl, aber da es leider nicht wirklich getestet werden kann, fällt es raus.

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  6. von Moritz Stückler am 08.04.2013 (11:33 Uhr)

    Hallo Reinz,

    danke für den Hinweis! Du hast natürlich recht, und ich habe die Textstelle entsprechend ausgebessert!

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