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Interview

Warum der Chef von Deutschlands innovativster Bank keine Bitcoins besitzt

    Warum der Chef von Deutschlands innovativster Bank keine Bitcoins besitzt
Gründer und Vorstand der FIdor Bank: Matthias Kröner. (Foto: Fidor Bank)

Als erste Bank in Deutschland ermöglichte Fidor den Handel mit Kryptowährungen. Trotzdem besitzt Vorstandschef Matthias Kröner selbst keine Bitcoins. Der Grund? Nicht nur eine Fehleinschätzung.

Als noch niemand über Fintechs sprach, brachte Matthias Kröner den Deutschen schon den Aktienkauf über das Internet bei. Mitte der 90er Jahre gründete er mit der DAB Bank eine der ersten Online-Direktbanken in Deutschland. Die Wertpapieraufträge wurden einfach per Fax angenommen und deutlich billiger ausgeführt, als es einer Bankfiliale je möglich gewesen wäre. Damals eine Revolution: In der Folge sanken die Gebühren für Börsengeschäfte drastisch.

Fidor Bank setzte früh auf Bitcoins

Trotzdem verließ Matthias Kröner die DAB Bank nach einem Zerwürfnis mit den Anteilseignern bereits 2003. Anstatt sich jedoch bei anderen Großbanken um einen neuen Job zu bewerben, gründete er einfach noch einmal: Den Vorläufer der Fidor Bank. Sie gilt heute als eine der vielleicht innovativsten Finanzinstitute, was auch daran liegen könnte, dass Kröner neben einem offenen Community-Ansatz vor allem früh auf den Handel mit Kryptowährungen setzte. Seit 2014 ermöglicht die Fidor Bank in Zusammenarbeit mit Bitcoin.de die schnelle Abwicklung von Geschäften.

Umso kurioser ist, dass Kröner selbst keine Bitcoins besitzt. Dies verriet der 51-Jährige im Interview in der neuen Ausgabe des t3n Magazins. Kröner spricht von einer klassischen Fehleinschätzung. „Neulich kam auf einer Veranstaltung eine ehemalige Mitarbeiterin zu mir und meinte: ‚Herr Kröner, wissen Sie eigentlich noch, wie Sie mir vor drei Jahren geraten haben, die Bitcoins beim Kurs von 120 Euro zu verkaufen? Weil eine Blase droht?‘ Asche auf mein Haupt“, sagt Kröner rückblickend.

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„Kryptowährungen kein gutes Investitionspflaster“

Angesprochen auf den zuletzt wieder deutlich gestiegenen Bitcoin-Kurs gibt sich der Banker dennoch weiter skeptisch. Wegen der extremen Kursschwankungen seien Kryptowährungen noch immer „kein gutes Investitionspflaster“ – vor allem für Ottonormalbürger. „Man muss sich jeden Tag damit beschäftigen und die virtuelle Geldbörse im Blick haben. Sonst verpasst man den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg“, sagt Kröner. Die Zeit habe er dafür leider nicht.

An eine Zukunft der Kryptowährungen glaubt Kröner trotzdem. So hätten sich nicht nur die Börsen in China und Japan für Bitcoins als Zahlungsmittel geöffnet. Beispielsweise spreche auch die enorme Zahl an Kryptowährungen – weltweit sind es circa 800 – für den Bedarf nach einer Möglichkeit, anonym und sicher über das Internet zu bezahlen. „Aus meinem ureigenen Demokratieverständnis heraus halte ich eine Währung, die nicht manipulativ ist, für sinnvoll“, so Kröner.

Im Interview mit dem t3n Magazin spricht Fidor-Chef Matthias Kröner außerdem über die Zukunft des Bankkontos – und rechnet mit der zuletzt sehr gebeutelten Fintech-Szene ab. Das ganze Interview könnt ihr in der aktuellen t3n-Ausgabe Nr. 49 lesen! 

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19 Reaktionen
Justus
Justus

Ich hatte massivste, u.a. technische, Probleme mit der Online-Legitimation bei der Fidor-Bank, weil die Bank leider einen drittklassigen Dienstleister (IDnow) benutzt (es gibt erheblich bessere, z.B. Web-ID Solutions). Als ich dann endlich mal die Zeit hatte, Post-Ident zu benutzen, wurde meine Kontoeröffnung am Folgetag ohne Angabe von Gründen mit Verweis auf die Vertragsfreiheit abgeleht - ich denke mal, weil ich mich zwischenzeitlich kritisch über Twitter geäußert habe.

Kundenfreundlichkeit sieht anders aus. Absolutes no-go.

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Matthias Kroener

Guten Morgen Justus,

vielen Dank für diese Schilderung. Das klingt natürlich in erster Linie ganz schrecklich, wobei ich gleich eines vorweg sagen kann: Im Detail kann es ich aufgrund mangelnder zusätzlicher Informationen nicht nachvollziehen. Dazu bräuchte natürlich den vollständigen Namen etc.

Abgesehen davon kenne ich unsere täglichen Statistiken und bin mit dem Servicelevel von ID Now an und für sich - in Summe - sehr zufrieden. Was natürlich nicht bedeutet, dass es NIE zu einem Problem kommen wird. Wir kennen auch WebID. Keine Frage. Ob da nun der eine so wahnsinnig viel besser ist als der andere? Da würde ich keine Wette abgeben wollen.

Kann eine kritische Äußerung auf Twitter zur Verweigerung einer Kontoeröffnung führen? NEIN. Sicherlich nicht. Das ist defakto nicht der Fall. Wir checken doch im Rahmen eines komplett durch-automatisierten Konto-eröffnungsverfahrens keine Twitter-Konten. Wie denn auch? In diesem Augenblick fragen wir doch keine Twitter-Domain etc. ab. Wie sollten wir also davon überhaupt Kenntnis haben.

Wenn jedoch ID Now und unser Team "Probleme" bei der Konto-Eröffnung hatten, dann mag es da auch einen Grund geben... sorry.

Dennoch beste Grüße
mk (CEO Fidor)

Antworten
Jason
Jason

Versucht mal bei der Fidor ein Geschäftskonto zu erföffnen… nahezu unmöglich und mit wochenlangen Wartezeiten verbunden. Support erreicht man auch nicht. Sowas ist nicht sehr fortschrittlich.

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Matthias Kroener

Was für eine Rechtsform hat das Unternehmen? mk (CEO FIDOR)

Antworten
Walter
Walter

„Deutschlands digitalster Bank“… sorry aber Fidor hat seit Ende 2016 eine App mit der man Online Banking machen kann… und das soll Deutschlands digitale Bank sein.

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Matthias Kroener

Hi Walter,

Eine Schwalbe macht keinen Frühling und eine App macht keine digitale Bank - das ist vollkommen richtig und kann ich auch nur in der Aussage unterstützen. Was jedoch eine "digitale" Bank ausmacht ist in erster Linie ihre Infrastruktur und das dadurch ermöglichte Eco-System.

Generell erlebe ich immer wieder, dass der Begriff "digital" gerne verwendet wird, jedoch mit unklarer oder stark abweichender Definition. Jede Sparkasse behauptet ja heute auch schon digital zu sein. Wenn man dann fragt, warum dies so sei. kann man schon mal hören, dass die Verwendung eines PCs dieses Selbstbild hervorruft.

Was ist digital für mich? Ein paar Punkte:
- Abbildung vollstiändiger "end-to-end" Prozesse,, beispielsweise vom Kredit-Antrag bis zur Ausreichung, Kreditmanagement etc. in Sekunden unabhängig von Zeit und Raum, in einer Infrastruktur
- high speed delivery (wir nennen das 60-second banking)
- "micro-banking", also die Ermöglichung auch kleinster Stückgrößen und vieles mehr.
- open banking über APIs
- "Mash up/Regelbrüche": So gibt es beispielsweise bei unserem Partner O2 Banking die Möglichkeit Datenvolumen als Bonus/Zins ins Konto ausgezahlt zu bekommen. Dieses Datenvolumen kann man dann auch anderen Kunden aus dem Konto senden etc.

Das alles kann dann über eine App erhalten - aber aus einer "nicht-digitalen" Bank wird auch dank einer APP keine moderne Infrastruktur.

Insofern ist eine App per se kein Gradmesser.
Happy to discuss!

mk (CEO Fidor)

Antworten
Michael
Michael

Hi Daniel,

zunächst möchte ich einmal sagen, dass gerade solche Artikel immer mein vollstes Interesse wecken, da ich selbst im Bereich Bitcoins tätig bin. Jedoch erhält man sonst nie solche tiefen Einblicke in die Bedenken der größten Banker unserer Zeit. Gerade das Thema Bitcoins ist nicht mehr aus der Finanzwelt wegzudenken.
Da stellt man sich doch als Außenstehender die Frage, warum gerade solch eine mächtige Person wie Matthias Kröner komplett an diesem Zug vorbeifährt. Letztendlich ist es doch sehr ernüchternd, wenn man bedenkt, dass er einfach nur einem menschlichen Instinkt gefolgt ist: Der Angst Geld zu verlieren.
Durch diese Angst getrieben, hat er die Investition in Bitcoins bewusst ignoriert und somit das Risiko erst gar nicht an sich herangelassen. Die Kursschwankungen kann man tagtägliich z.B. an der Börse beobachten und gerade erfolgreichen Bankern lässt das keine Ruhe. Da ist es nur verständlich, dass Herr Kröner sich nicht noch zusätzlich mit dieser Thematik auseinandersetzen möchte. Auch kleinere Blogs wie zum Beispiel: https://stahlbrust.eu haben sich teilweise durch Kryptowährungen finanziert. Natürlich spricht keiner offen darüber, da diese Währung immer noch als unbeliebt abgestempelt wird.
Nichts desto trotz kann ich persönlich es nicht nachvollziehen, warum er nicht gerade in den Anfangszeiten ein wenig damit spekuliert hat. Was waren es denn damals für geringe Summen, mit denen die Bitcoins gehandlet wurden. Für ihn wären ein paar hundert Euro doch Spielgeld gewesen. Nunja zumindest glaubt er, dass diese Währung auch in Zukunft ein Gesprächsthema sein wird und wer weiß, vielleicht gibt es doch noch eine Möglichkeit für ihn in das Bitcoin Business einzusteigen?

Die Zeit wird es zeigen, aber wenn es einer schafft, dann ein erfolgreicher Banker! Der erste Schritt wäre meiner Meinung nach zunächst die überflüssigen Kyptowährungen zu entfernen!

Grüße und vielen Dank für den Artikel

Michael

Antworten
Matthias Kroener

Hi Michael,

ein paar Punkte von meiner Seite:
1. wir stellen uns ja diesem Thema. Deswegen bieten wir an, was wir anbieten. Ich denke, es gibt keine zweite Bank das so macht wie wir.
2. da ich schon einmal (als Mitgründer und Vorstand der DAB bank) Geld in riskanten Anlagen verloren habe, weil ich keine Zeit hatte mich dann darum nachhaltig zu kümmern, lasse ich die Finger davon. Dies entspricht ja keiner grundsätzlichen Ablehnung sondern einem - in meinen Augen - verantwortungsvollen Vorgehen.
3. wir sind ja nicht nur mit Bitcoin sondern auch mit ripple unterwegs gewesen.

Da gäbe es schon noch deutlich mehr zu erzählen... ;-))

Beste Grüße
mk (CEO Fidor)

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Dr. Michael Lauer
Dr. Michael Lauer

Möchte nicht auf den Inhalt eingehen, aber lasst mich die Frage stellen, ob es zuviel verlangt ist, dass nochmal ein Lektor über den Artikel drüber geht? Zwei dicke Brummer in der _Überschrift_ ("Deuschland" schrieb man, als ich das letzte Mal geschaut habe, mit 't' in der Mitte, "digital" kann man nicht steigern, "digitalster" ist also blanker Unsinn) schrecken mich ab, weiterzulesen.

Antworten
Peter
Peter

Da war der Zwiebelfisch etwas schneller.

Ein Lektor ... bei t3n? Der war gut. Zumindest wurde das fehlende "t" in "Deuschland" ergänzt. Dass man "digital" nicht steigern kann, sieht der Autor anscheinend immer noch anders. Oder er hat keine Zeit/Lust/Motivation, sich eine andere Überschrift auszudenken.

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Zwiebelfisch
Zwiebelfisch

"Warum der Chef von Deuschlands digitalster Bank keine Bitcoins besitzt"
Wo ist denn dieses "Deuschland"? Lasst doch wenigstens die Hauptüberschrift auf der Startseite von jemandem gegenlesen, der es besser kann.

Digital ist übrigens ein Absolutadjektiv, es lässt sich also nicht steigern.

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Guru
Guru

Das Foto ist ja etwas ungünstig geraten, liebe Redaktion. Die Stuhllehne irritiert ein wenig..
Ansonsten hoch interessant der Artikel, 800 Kryptowährungen..oh weh, was kommt da auf uns zu.

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Peter
Peter

Habe auch direkt gedacht: Das hätte er wohl gerne, dass seiner so groß ist.

Marko Durr
Marko Durr

800 Kryptowährungen? Oh je.. das gibt wieder Diskussionen. Das erinnert mich an dieses hier: http://bit.ly/2vCMvtU

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Matthias Kroener

OMG!!!! SUPER ROFL!!
Ein Mitarbeiterin unseres social media teams zeigte mir eben diesen Eintrag - sehr verschämt und eher peinlich berührt. Ich für meinen Teil "schmeiß mich eben mal weg"... ;-)))) Habe das Bild so garnicht gesehen und werde es wohl nie mehr anders sehen können.. #heul...

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Noob
Noob

Was für ein Mongo.

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Thomas
Thomas

Was für ein Troll.

Oder kannst du die Aussage irgendwie begründen? So wie ich das sehe, hat der Mann erfolgreiche zwei Banken mitgegründet. Was er zu den Bitcoins sagt stimmt übrigens auch. Niemand kann damit bisher sicher und langfristig Geld anlegen. Es ist durchaus möglich, dass Bitcoins in einer Woche nur noch die hälfte Wert sind. Ist auch schon vorgekommen...

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Matthias Kroener

Tja, bei aller Euphorie ist das eben auch ein sicherlich berechtigter Punkt.

Die Älteren (Mongos;-))) unter uns kennen noch Andre Kostolany. Er sprach aber einer gewissen Marktentwicklung von einer "Milchmädchen Hausse". Damit wollte er andeuten, dass eine positive Kursentwicklung zu einem Ende kommen wird, sobald sich die Laien auf diese Kursentwicklung verlassen und investieren, also einsteigen. Denn dann beginnt die Zeit, in der die Profis zur "Gewinn-Mitnahme" übergehen werden. Bedeutet letztendlich: Die "Milchmädchen", also die Laien, werden dann auf den Verlusten sitzen bleiben.

Welche Anzeichen einer Milchmädchen-Hausse sähe ich?
1. Erst gestern hat mich der Sohn (22 Jahre) eines Freundes angesprochen und mitgeteilt, dass er nun wegen Bitcoin-Handel ein Konto bei uns eröffnet habe. Der junge Mann hat zwar Geld aber KEINE AHNUNG - bei aller Liebe.
2. Vor wenigen Wochen hatten wir eine super-rüstige und liebevolle ältere Dame im Haus, die unbedingt ein Konto eröffnen musste, da sie eine Woche zuvor auf einem Bitcoin Stammtisch war. Zum ersten Mal. habe ich dementsprechend verstanden, was die Marktmechanismen und treibenden Faktoren einer Kursentwicklung sind? Hm... wäre "too good to be true".

Das ist sicherlich nicht repräsentativ und mag auch überkritisch sein. Aber, es erinnert mich zumindest an manch mögliche Analogie in der Vergangenheit. Deswegen auch meine Aussage: MAN MUSS DRAN BLEIBEN. Dann kann man das auch machen....

Grüße vom Mongo ;-))
mk (CEO Fidor Bank AG)

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