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Filmpiraterie: Illegales Streaming nimmt laut Studie weiter zu

Welche Rolle spielen illegale Filmkopien heute? (Foto: Laboko / Shutterstock)

Der Schaden durch illegale Filmkopien soll laut einer Studie in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Gemessen an anderen Zahlen, sieht das Bild allerdings differenzierter aus.

Auf knapp 32 Milliarden US-Dollar entgangene Umsätze beziffert der Online-TV-Piracy-Forecast des Beratungsunternehmens Digital TV Research die weltweiten Schäden durch Filmpiraterie. Die könnten bis 2022 auf mehr als 50 Milliarden Dollar steigen – zumindest sagen das die Consultants so voraus.

Das klingt erst einmal dramatisch. Dabei legen auch die Umsätze mit legalem Streaming zu – und zwar deutlich stärker: Wurden im Jahr 2010 mit legalen Streams von TV-Inhalten 6,1 Milliarden Dollar Umsatz gemacht, sind es heute bereits 47 Milliarden Dollar. Bis 2018 sollen es sogar 83 Milliarden Dollar sein.

Filmpiraterie findet vor allem in den USA statt

Auf den vordersten Plätzen der Filmpiraterie finden sich aktuell die USA weit vor China, Brasilien und Großbritannien, in den kommenden Jahren soll Indien weiter aufholen. Alleine die Tatsache, dass der angebliche Schaden in den USA mit aktuell fast neun Milliarden Dollar so hoch sein soll wie der Schaden in den vier folgenden Staaten zusammen, lässt vermuten, dass unterschiedliche Maßstäbe für die Umsätze angelegt werden – beispielsweise eine unterschiedliche Kaufkraft.

Die Zahlen sind auch noch in anderer Hinsicht mit Vorsicht zu genießen, sind sie doch ohne Pay-TV und Sportsendungen gefasst – zwei Bereiche, die insbesondere im legalen Markt eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielen und daher den illegalen Anteil noch deutlich niedriger ausfallen lassen würden.

(Grafik: Statista)

Simon Murray, Chefanalyst bei Digital TV Research, geht nicht davon aus, dass Filmpiraterie jemals ganz verschwinden wird. Lediglich ihr Anteil am Gesamtumsatz werde zunehmend kleiner. Verantwortlich dafür macht er abgesehen von den juristischen Maßnahmen der Länder auch die legalen Angebote, die zunehmend besser zu nutzen sind und umfangreicher werden.

Gewandelt hat sich auf jeden Fall die Art der Filmpiraterie. War es in den Nullerjahren vor allem der Download und das Filesharing von Inhalten, das der Film- und TV-Industrie Kopfzerbrechen bereitete, spielen heute vor allem Streaming-Varianten eine Rolle. Wer das für einen marginalen Unterschied hält, vergisst, dass der von der Filmwirtschaft bezifferte Verlust (über dessen Höhe pro Einheit man natürlich ebenfalls trefflich streiten kann) sich früher auf viele Daten bezog, die heruntergeladen, aber nie angesehen wurden. Dagegen ist es unwahrscheinlich, dass jemand einen Film streamt und nicht anschaut.

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Legale Streaming-Dienste übernehmen die Rolle von Kinox und Co.

Unternehmen wie Philips wollen den Filmpiraten das Leben schwerer machen. Philips hat kürzlich eine Technologie auf Ambilight-Basis vorgestellt, die das Abfilmen von Screenern im Kino verhindern soll. Von der Seite scheint ein Licht in einer bestimmten Frequenz auf die Zuschauer, durch das die ungewollten Aufnahmen merklich verschlechtert oder gänzlich unbrauchbar gemacht werden sollen. Wenn die Frequenz des Lichts richtig eingestellt ist, kann eine Kamera den Inhalt nicht richtig rezipieren, weil die Lichtquelle nicht mehr synchron mit dem Gerät ist. Dadurch sind auf der Aufnahme nur mehr Streifen zu sehen. Auch andere Unternehmen hatten in der Vergangenheit forensische Kennzeichnungs-Tools vorgestellt, mit denen sowohl das Bild als auch der Ton zweifelsfrei einer bestimmten Kopie des Films zugeordnet werden könnte.

Allerdings bleibt die Frage, wie groß das Phänomen der Piraterie wirklich ist. Filmstudios erklärten in den vergangenen Jahren vermehrt Dienste wie Netflix, Amazon Video und Hulu zu ihren Freunden – einfach, weil sie dafür sorgen, dass immer mehr Kunden der qualitativ meist schlechteren und zudem noch illegalen Konkurrenz von Kinox bis Movie4k den Rücken kehren. Und weil die Branche durch die Streamingdienstse eine neue Einnahmequelle generiert hat.

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den illegalen streamingangeboten fehlt es an komfort (apps etc.) - allerdings ist der bezug über one click hoster und der spätere konsum über nas+kodi immer noch deutlich komfortabler als die gängelung mancher abodienste (insb. sky). solange die rechteinhaber auf ihr steinzeitmodell beharren und immer nur ein bruchteil alter schinken über irgendein abo erreichbar sind, wird sich daran auch nichts ändern.

wieso kann nicht einfach mal einer kommen und 50,- euro im monat kassieren und dafür kann ich anschauen was ich möchte? oder von mir aus 100,- aber dann inkl. PPV-Inhalte... ich meine, 50,- zahle ich aktuell schon für Sky, Netflix, Amazon und Maxdome - die Auswahl ist nett aber im Gegensatz zu USA etc. werden wir doch ziemlich verarscht ;) Ich schiebe gerne jedem Geld in den Popo aber für alten Mist, der gestern noch "inklusive" war, plötzlich 3,- EXTRA pro Folge (nur leihen) zahlen, nur weil irgendeine imaginäre Lizenz abgelaufen ist... das muss nicht sein. Und digitale Filme kaufen macht nur Sinn, wenn die erworbene Lizenz auch bei anderen Anbietern akzeptiert wird. Ich denke mal, so in 10 Jahren dürfte die Film- und Serienindustrie halbwegs dort angekommen sein, wo sie heute sein müsste. Bis dahin werden One Click Hoster noch ein schönes Stück vom Kuchen abbekommen. Wer nicht hören will, muss fühlen. (Achja, den Satz kann man derzeit an viele adressieren - auch Webseiten mit einem "Du hast einen Adblocker an"-Hinweis... ist euch noch nicht aufgefallen, dass auch die Werbung auf Eurer Seite gelegentlich Malware ausliefert?)

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