Finanzbericht Mozilla steht glänzend da – dank Google

Falk Hedemann, 20.11.2008 - 13:08 | Keine Kommentare |  |  Teilen

Die Einnahmen der Mozilla Foundation sind im Jahr 2007 gestiegen, wie aus dem jetzt vorgelegten Finanzbericht hervorgeht. Die Steigerung beträgt im Vergleich zum Vorjahr rund 12 Prozent, wobei 88 Prozent der Gesamteinnahmen aus dem Vertrag mit Google stammen.

Die Mozilla Foundation konnte die Einnahmen im letzten Jahr nochmals auf insgesamt 75 Millionen US-Dollar steigern. Im selben Zeitraum stiegen zwar auch die Ausgaben von 20 auf 33 Millionen US-Dollar, dennoch bleibt ein solides Plus in der Jahresbilanz bestehen.

Auf der Einnahmeseite werden 88 Prozent der Gesamterlöse durch die Kooperation mit Google erwirtschaftet. Die Zusammenarbeit besteht dabei durch die Implementierung der Googlesuche in den Webbrowser Firefox, durch deren Nutzung Google entsprechende Werbeeinnahmen erzielt, an denen widerum Mozilla beteiligt wird. Diese Vereinbarung zwischen Mozilla und Google wurde im August um weitere drei Jahre verlängert. Weitere Einnahmen stammen von anderen Suchmaschinen und aus Spenden.

Die Ausgaben von Mozilla verteilen sich auf die Infrastruktur und die Personalkosten für die Mitarbeiter der Foundation und der Corporation. Insgesamt kommen hier Kosten von 33 Millionen US-Dollar zusammen, was eine deutliche Steigerung zu den 20 Millionen aus dem Vorjahr bedeutet. Die Personalkosten für die auf 150 angewachsene Mitarbeiterzahl, machen insgesamt 80 Prozent der Ausgaben aus. Weiter Ausgaben von etwas über einer Million entstanden durch die Unterstützung verschiedener Projekte wie Mozdev Support, NVDA, GNOME und ausgewählten Einzelpersonen, die Open-Source-Projekte unterstützen.

So schön das Plus bei der Einnahmen-Ausgaben-Verrechnung auch für Mozilla ist, ganz unproblematisch ist es nicht. Mozilla ist es als Non-Profit-Organisation eigentlich nicht erlaubt Gewinne zu erzielen und könnte auch angesichts der enormen Reserven von 99 Millionen US-Dollar gefahrlaufen als kommerzielles Unternehmen eingestuft zu werden. Das hätte dann die Zahlung von Steuern zur Folge.

Noch kann sich Mozilla mit einem Trick behelfen: Die Einnahmen aus den Suchanfragen via Google werden als Lizenzgebühren deklariert und müssen somit nicht versteuert werden. Allerdings droht auch bei anderer Deklarierung der "Such-Dollar" schlimmstenfalls die Einordnung als "Private Foundation", in deren Folge Mozilla Steuern in Höhe von lediglich 100.000 US-Dollar zahlen müsse, wie TechCrunch berichtet.

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