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Software & Infrastruktur

Was kostet ein Staatstrojaner? Informationen zu FinFisher tauchen im Netz auf

    Was kostet ein Staatstrojaner? Informationen zu FinFisher tauchen im Netz auf

Staatstrojaner FinFisher. (Screenshot: gammagroup.com)

Auf Twitter sind Infomaterialien und detaillierte Preislisten für den Staatstrojaner FinFisher aufgetaucht. Die deutsch-britische Software wurde unter anderem in Bahrain gegen Menschenrechtsaktivisten eingesetzt, aber auch die Bundesregierung hatte 2013 eine Lizenz für die Software erworben.

FinFisher: Die Staatstrojaner-Suite soll Regierungen alle Funktionen zur modernen Überwachung bieten. (Screenshot: Netzpolitik.org)
FinFisher: Die Staatstrojaner-Suite soll Regierungen alle Funktionen zur modernen Überwachung bieten. (Screenshot: Netzpolitik.org)

FinFisher: Details zum Staatstrojaner landen im Netz

FinFisher ist eine kommerzielle Spionagesoftware-Suite des deutsch-britischen Unternehmens Gamma International GmbH mit Sitz in München. Die Suite besteht neben einem Trojaner für Heimcomputer und Smartphones und einem Tool, mit dem über den Firewire-Anschluss eines Rechners ein Abbild des Arbeitsspeichers erstellt werden kann, auch eine Software, die beim Internet-Provider installiert wird, um gezielt Dateien mit Überwachungssoftware zu infizieren. Kunden sind neben Ländern wie Bahrain auch die Bundesregierung – sie hatte sich 2013 eine Lizenz für den Staatstrojaner besorgt.

Unbekannte haben über den Twitter-Account @GammaGroupPR am 3. August 2014 damit begonnen, interne Preislisten und Informationsmaterialien zu dem Staatstrojaner zu veröffentlichen. Die Dateien wurden ursprünglich über den Cloud-Speicher Dropbox zum Download angeboten, scheinen mittlerweile aber gelöscht worden zu sein. Über die Seite von Netzpolitik.org können die Dokumente zur Staatstrojaner-Suite jedoch nach wie vor runtergeladen werden.

Ob die geleakten FinFisher-Dokumente echt sind, ist derzeit unbekannt. (Screenshot: Netzpolitik.org)
Ob die geleakten FinFisher-Dokumente echt sind, ist derzeit unbekannt. (Screenshot: Netzpolitik.org)

FinFisher: Liste zeigt, welche Virenscanner das Überwachungswerkzeug umgehen kann

Neben einer umfangreichen Preisliste und Nutzerhandbüchern findet sich auch eine Übersicht unter den Dokumenten, aus der hervorgeht, wie gut der Staatstrojaner unterschiedliche Virenscanner austricksen kann. Allerdings ist derzeit unklar, ob die Dokumente echt sind, Netzpolitik.org schreibt dazu, man habe dies verifizieren können. Gegenüber dem Portal wollte sich Gamma International dazu nicht äußern – auch eine Anfrage von t3n blieb bis zum jetzigen Zeitpunkt ohne Antwort.

Die FinFisher-Software wurde unter anderem bei Demokratie-Aktivisten in Bahrain gefunden. Laut einem Bericht des Wall Street Journals hatte auch das Regime in Ägypten vor, die Software einzusetzen. Aufgrund des Arabischen Frühlings kam es allem Anschein nach jedoch nie zu dem Kauf. Im Mai 2013 erwarb  die Deutsche Bundesregierung Software der Gamma Group im Wert von 147.000 Euro.

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3 Reaktionen
Stefan
Stefan

Wieso nennt ihr das Kind nicht beim Namen? Was unterscheidet denn einen Staatstrojaner von dem gewöhnlichen Wald- und Wiesentrojaner? Nichts. Also sollte die Überschrift wohl eher lauten:

»Was kostet ein Trojaner? Informationen zu FinFisher tauchen im Netz auf«

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Michael Rimbach

Der Unterschied ist, dass unser Staat genau diesen Trojaner einsetzt. Daher auch Staatstrojaner ;-)

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Marcel

Das Thema ist zwar mehr als interessant, aber mal ehrlich, was sagt der Betrag von 147.000 Euro aus? Lizenzkosten pro Jahr? Pro Mitarbeiter? Oder einmalig? Und wie sind überhaupt die Kosten für Support, Updates und Weiterentwicklung? Fragen über Fragen.
147.000 Euro all in all wären jedenfalls ein Witz!

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