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Porträt

Diese Firma führte den 5-Stunden-Tag ein und die Mitarbeiter verdienen jetzt doppelt so viel

    Diese Firma führte den 5-Stunden-Tag ein und die Mitarbeiter verdienen jetzt doppelt so viel

(Bild: Tower)

Der Chef der US-Firma Tower hat in seiner Firma auf den Fünf-Stunden-Tag umgestellt – erfolgreich. Auch dank einer Gewinnbeteiligung hat sich der Stundenlohn der Mitarbeiter verdoppelt.

Firma stellt auf Fünf-Stunden-Tag um

Weniger arbeiten und mehr verdienen? Das ist sicher der Traum vieler Arbeitnehmer. In dem US-Unternehmen Tower, das sich auf Lifestyle-Produkte für den Strand wie Paddelboards oder Sonnenbrillen spezialisiert hat, ist genau das passiert, nachdem Chef Stephan Aarstol auf einen Fünf-Stunden-Tag umgestellt hat.

Stephen Aarstol, Chef der US-Firma Tower. (Bild: Tower)
Stephen Aarstol, Chef der US-Firma Tower. (Bild: Tower)

Aarstol hat schon als Gründer mit seinem eigenen Zeitmanagement gearbeitet und weniger Zeit in seinen Unternehmen zugebracht als seine Freunde. Diese Idee wollte der Tower-Chef auch seinen Angestellten zugute kommen lassen. Im Sommer 2015 stellte er die Arbeitszeit in seiner Firma auf einen Fünf-Stunden-Tag um, darüber hinaus verteilte er fünf Prozent seines Gewinnes an die Mitarbeiter. Die Folge: Die Stundenlöhne wurden von 20 auf 38,4 US-Dollar pro Stunde fast verdoppelt. Damit verdienten die Tower-Angestellten mehr als zuvor, bei weniger Arbeitszeit.

Dabei, betonte Aarstol, habe das die Firma keinen Cent mehr gekostet. Allerdings setzte der Tower-Chef auch auf einen hohen Druck. Seine Mitarbeiter sollten sich überlegen, wie sie in den fünf Stunden genauso viel Arbeit erledigen könnten, wie sie es an einem Acht-Stunden-Tag zuvor geschafft hatten. Wer sich das nicht vorstellen konnte, dem drohte die Kündigung. Das Ergebnis: Die Mitarbeiter waren fröhlicher, produktiver und mehr in das Geschäft eingebunden als zuvor. Die Umsätze kletterten um satte 40 Prozent.

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Technologie hilft Effizienzsteigerung in der Firma

Aarstol, der seine Erfahrungen ein Jahr nach Beginn des Experiments in dem Buch „The Five-Hour Workday: Live Differently, Unlock Productivity, and Find Happiness“ (Provisions-Link) niedergeschrieben hat, gibt Interessenten eine Reihe von Tipps mit auf den Weg. So weist er nachdrücklich auf das Beachten der 80-20-Regel hin, nach der 80 Prozent der Produktion aus 20 Prozent der Anstrengungen resultieren. Zudem sollte die Arbeitszeit weniger in Stunden als vielmehr in Erfolgen gemessen werden. Darüber hinaus soll Technologie helfen, die Effizienz zu steigern.

Das Prinzip des Fünf-Stunden-Tages, so räumt auch Aarstol ein, ist sicher nicht für jeden Mitarbeiter und nicht für jedes Unternehmen geeignet. Eine Überlegung ist es aber allemal wert. Tower will mit zehn Mitarbeitern in diesem Jahr einen Umsatz von neun Millionen US-Dollar erwirtschaften. Das Unternehmen befindet sich in der Liste der 5.000 am schnellsten wachsenden US-Unternehmen derzeit auf Rang 1.121.

via www.fastcompany.com

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18 Reaktionen
A.M.
A.M.

Es ist schon länger bekannt aus der A&O und Kognitionspsycholigie, dass Kürze Arbeitszeiten die Effizienz erhöhen. Grad kürzlich wurde eine Studie aus Schweden publiziert. Zusammengefasst die Ergebnisse: höhere Personalkosten aber bis zu 30% mehr bearbeitete Fälle, zufriedenere Mitarbeiter und Klienten, weniger krankheitsbedingte Ausfälle und geringere Fluktuation und höherer Gewinn.
Trotzdem ist Arbeitszeiterhöhung das Mittel der Wahl in schwierigen Zeiten. Dabei ist auch bekannt, wie Mitarbeiter ihre Arbeitszeit und das Pausenregime organisieren und das ist alles andere als effizient und kostet unter dem Strich eben doch viel Geld, auch wenn dies in klassischen Rechnungen so nicht auftaucht.

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Jens K
Jens K

Eines vorweg: Ich bin auch „nur“ ein Angestellter.

Gerade eben zelebriere ich einen Wechsel von einem Arbeitgeber mit 38h-Woche zu einem Arbeitgeber mit 40h-Woche. Klingt verrückt, hat aber seine Berechtigung.

Gerade an der Größe "Arbeitszeit" wird doch im Allgemeinen die Vergütung bemessen.
Ändern wir das System von Bezahlung nach Zeit auf Bezahlung nach Erfolg, geht auch wieder ein Aufschrei durch die Menge.

Die Flexibilität ist es, die mich nun meinen Arbeitgeber wechseln lässt. Ich bin oft unterwegs, kann aber bei entsprechender Voraussetzung von zuhause aus arbeiten und meine Arbeitszeit relativ frei einteilen.

Hier muss man natürlich sehr gut aufpassen, nicht in einen "Dauerarbeitsmodus" zu verfallen, doch gerade mit kleinen Kindern besteht die Gefahr nicht, da man die gewonnene Zeit mit ihnen verbringen kann. Mir tut es nicht weh, wenn ich dann abends noch ein paar Mails beantworte oder eine Präsentation erstelle - dafür hatte ich tagsüber die Zeit mit meiner Familie.

Zusammenfassend ist es für mich wichtiger, meine Arbeitszeit flexibel einteilen zu können. Wenn die Arbeit Spaß macht (ja, das soll es geben), ist es aus meiner Sicht nur bedingt wichtig, ob es nun 35, 38 oder 40 Arbeitsstunden pro Woche sind.

Und Hand auf´s Herz: Unsere Diskussion ist ein "Jammern auf hohem Niveau" - wie viele Arbeitnehmer wären froh, nach 40 Stunden nachhause fahren zu können und nur eine bedingte Hoffnung zu haben, ihre unzähligen Überstunden irgendwann irgendwie vergütet zu bekommen.

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Rolf Hermann
Rolf Hermann

Die Größe "Arbeitszeit" unterstellt, dass man für Anwesenheit bezahlt wird. Insofern finde ich den Ansatz des Artikels wirklich fördernswert, dahier doch das eigentliche Ziel, die Produktivität des Mitarbeiters honoriert wird.

Schlussendlich steht doch der Grundgedanke, für die Erzielung eines Mehrwertes für das Unternehmen entlohnt zu werden, nicht bloß weil man anwesend ist.

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josef
josef

VW chefs arbeiten gar nicht mehr und erhalten erfolgsprämie trotz misserfolg.

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Tomm
Tomm

Im August habe ich täglich einen halben Tag frei gehabt und habe in den vier Stunden meinen Tagespensum von 8h geschafft, was mich sehr überrascht hatte. Ich war motivierter, stressfreier und konnte mich besser auf meine Arbeit konzentrieren. Keiner ist gestorben, nur weil man ein Tag später auf einer Mail geantwortet hat. Leider ist das sehr traurig wenn man seinen eigenen Urlaub dafür aufopfern muss und die Arbeitgeber sehr unflexibel sind. Im meinem Fall wäre es wirklich sinnvoll meine Vergütung nach der Leistung auszurichten anstatt nach den Stunden.
Zur Zeit bin ich wieder mit 8h im Büro und es ist einfach nur belastend und ich brauche wieder viel mehr Zeit um meine Mails zu bearbeiten oder Dinge zu klären. Ich würde es mir wünschen, dass in der heutigen Zeit die Arbeitgeber viel mehr offener sind in der Gestaltung der Arbeitszeit.

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Ld50
Ld50

Ich arbeite 40h/Woche und ich emfinde das über die Jahre absolut ermüdend und kräftezehrend, obwohl ich nur am Computer sitze. Hinzu kommen 1 Stunde Anfahrt hin und 1 Stunde Anfahrt zurück, weil die Mieten in der Stadt unbezahlbar sind. Ich merke selbst, dass ich langsamer arbeite als ich eigentlich könnte, wenn ich mich fit fühlen würde.
Zwischen Haustür abschließen und Haustür aufschließen liegen schnell mal 11 Stunden, wo ich unterwegs bin. Zuhause noch privat am PC etwas konstruktives zu machen ist absolut nicht drin. Ich habe das Gefühl, nur noch für das Büro zu leben, und nicht mehr für mich selbst.

Ich wäre schon heilfroh, wenn ich nur 7 Stunden täglich arbeiten müsste und nur 15 Minuten Anfahrt hätte, oder wenigstens Freitags früher abhauen dürfte. Aber nein, man muss unbedingt an den rigiden Zeiten und niedrigen Gehältern festhalten.

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42BS
42BS

Die Zeiten fürs Pendeln kann man schlecht dem Arbeitgeber zur Last legen. Spätestens wenn man Familie hat, ist es immer ein Kompromiss, oder eher ein zurückstecken. Heißt einer beißt in den sauren Apfel und hat einen langen Weg, dafür der Rest nicht.
Mein Arbeitstag beginnt auch morgens um 6Uhr das Haus und ich bin i.d.R. um 17Uhr zurück (und dazwischen sitze ich im Zug und am Computer).
Klar, könnte ich versuchen, eine Stelle zu bekommen, wo ich nur 35h arbeiten muss und 15min für einen Weg benötige. Aber es wäre dann "Arbeit" und würde mir nicht mehr soviel "Quality Time" ;-) geben wie jetzt.

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Frank
Frank

Vorsicht! Natürlich kann man weder die Fahrtzeiten, noch arbeitsplatznah hohe Mieten unmittelbar einem einzelnen Arbeitgeber anlasten (so Arbeitgeber und Vermieter nicht in einer Person oder einem Unternehmen zusammenfallen).

Insofern finde ich Teile der Beiträge von Jens K und Rolf Hermanns Antwort darauf sehr spannend. Zu Jens K.: Tatsächlich wird manchem Arbeitnehmer heute wie natürlich erst recht manch' kleinem Selbständigen oder Freiberufler das von ihm erwähnte 'Jammern auf hohem Niveau' genau so vorkommen - schlimmer geht halt immer.
Das ist nicht so dahingesagt, weil ich tatsächlich beide Seiten aus eigener Anschauung kenne!

Auch die Antwort R. Hermanns verdient Beachtung, wenn er mit seinem Gedanken 'Produktivität/Mehrwert statt Zeit' auf den im Beispiel Tower erwähnten Gedanken der Effizienz abstellt - gegen die ich nicht die Bohne habe!

Aber, und hier kommt die Begründung meiner Warnung 'Vorsicht': Zeit kann man objektiv ebenso gut messen, wie man meint, es auch mit Effizienz tun zu können. Bei dem Korrelat Lebensfreude - Motivation - Produktivität hingegen wird das schon schwieriger. Es ist zwar entdeckt, aber es gibt keine starre Gleichung dafür.

Genau das wollen Arbeitgeber aber in der Regel: Messen, kontrollieren, benchmarken! Und was würde passieren, wenn man - Beschäftigung und Bezahlung nach Effizienz - benchmarked? Die vermeintlich oder auch objektiv 'Schwächeren' würden 'hinten runterfallen'! Ob aus einer Beschäftigung oder einem Einkommensniveau, das eine heutigen Preisen entsprechende Lebensführung ermöglicht. Und diese Betrachtung führt eben doch wieder linear auch bspw. zum Mietniveau. Ist es denn etwas anderes als der schlichte Effizenzgedanke, Wohnraum zu einem Preis zur Verfügung zu stellen, den sich immer weniger Menschen leisten können - wenn man das kann?

Deswegen muss man vor einem Effekt, den solche - m. E. sehr berechtigten - Diskussionen haben, auf der Hut sein: Das untereinander Ausspielen derer, die im Operativen Mehrwert schaffen - sei es als kleine Arbeitnehmer oder Selbständige! Den geringer 'Verdienenden' länger Arbeitenden eben als 'Ineffizient' zu 'brandmarken', ist dabei ein allzu leicht - und oft unfair - gezogener Schluss. Aus dem wirtschaftliche Vorteile zu ziehen primär wenn nicht gar nur große Unternehmen und Vermieter in der Lage sind!

Woran es am 'unteren Ende' fehlt, wäre etwas mehr Gerechtigkeit und sozialer Ausgleich. Spätestens das Adjektiv 'sozial' ist aber in von Begriffen wie Effizienz bestimmten Diskussionen ein 'Unwort'...

J67
J67

Hallo Ld50,
würden Sie denn etwas an Ihrer Situation verändern wollen, wenn Sie könnten?
Beste Grüße

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Ld50
Ld50

Wieso nicht? Leider ist es so, dass es schon ein richtig großer Akt war, die aktuelle Stelle überhaupt zu finden.

Nico
Nico

Das gute alte Pareto Prinzip.

Zudem erwähnenswert wäre hier das Parkinsonsche Gesetz welches besagt

"Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht"

Dürfte jeder kennen, das man vieles erst kurz vor knapp macht obwohl man 3 Wochen Zeit hatte.

Selbst bei der Programmierung, finde ich unter Zeitnot plötzlich Einfache Lösungen. Steht Zuviel Zeit zur Verfügung, tendieren Entwickler (mich schließe ich da natürlich aus;P) zu übergroßen Monsterkonstrukten die auf nicht mehr auf YAGNI oder KISS hören.

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42BS
42BS

Entweder die Leute haben vorher 3h irgendwie vertrödelt oder sind nun so im Stress, dass die gewonnen 3h gerade für die Katz sind.
Funktionieren kann so etwas wohl auch nur in der Produktion, aber auch hier gibt es Grenzen.
Ich denke mal "viel heiße Luft" und wenn die Firma irgendwann wieder auf 8h geht oder Pleite macht erfährt es hier eh niemand.

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CF
CF

"Lieber arbeite ich 8 Stunden am Tag, aber dafür ohne Dauerstress."

Traurig, lieber verbringe ich 5 Stunden produktiv im Büro, anstatt noch 3 weitere Stunden sinnfrei rumzulümmern.

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42BS
42BS

Nun, ich bin froh, ab und an mal für 10min nicht auf meine Code-Zeilen schauen zu müssen. So kommen zwar keine 3h zusammen aber "rumlümmeln" ist dies auch nicht.

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Stephan K
Stephan K

wahrscheinlich hat sich in 100 Jahren immer noch nicht geändert an der 40Std Woche. Obwohl alles automatisiert ist. Was für eine Ironie und Sklaverei

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Zwutschkerl
Zwutschkerl

Die 40-Stunden-Woche wurde erst vor ca. 40 Jahren eingeführt, davor waren 48 Stunden und früher noch mehr üblich, heute sind 38,5 Stunden weit verbreitet und teilweise gibt es sogar 35 Stunden.
In den letzten 100 Jahren hat sich also schon einiges geändert.

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lola
lola

40% mehr Umsatz, 100% mehr Lohn,1000% mehr Zufreidenheit, 1 Million gewinn und in der Hose echte 60cm.

Einziger Nachteil in der Firma: der Chef lügt

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JK
JK

Lieber arbeite ich 8 Stunden am Tag, aber dafür ohne Dauerstress.
Also sowas.

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