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Fitbit Flex im Test: Praktischer Activity-Tracker mit Bluetooth-Sync

Der Activity-Tracker Fitbit Flex ist seit Anfang Juni auch hierzulande im Handel. Das kleine Armband mit Sensor soll dabei helfen, die eigene Aktivität zu protokollieren und zu steigern. Was es kann und was nicht, zeigen wir euch in unserem Test.

Fitbit Flex im Test: Praktischer Activity-Tracker mit Bluetooth-Sync

Hardware und Lieferumfang des Fitbit Flex

Das Fitbit Flex kommt in einer kleinen durchsichtigen, länglichen Box, in der sich zwei verschieden große Armbänder, der Tracking-Sensor sowie ein USB-Dongle zum Datenaustausch mit dem Rechner und ein USB-Adapter zum Laden des Trackers befinden. Das weiche Kunststoff-Armband gibt es in den dezenten Farben Blau und Schwarz und wird mit einem Druckverschluss aus Metall verriegelt. Das Verschlusssystem ist nicht sonderlich leicht handhabbar, denn es bedarf etwas Kraft, um die Metallknöpfchen in den weichen Kunststoff zu drücken. Wenn es aber sitzt, hält es auch „bombenfest“ – verlieren kann man es nicht. Der Tragekomfort des Armbands ist dank des weichen Materials sehr angenehm und man vergisst nach einer Weile, dass man überhaupt etwas an seinem Handgelenk trägt.

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Der Lieferumfang des Fitbit Flex: zwei Armbänder in verschiedenen Größe, ein Ladegerät, ein Ladeadapter für den Sensor und das Herzstück des Flex, der eigentliche Sensor. (Foto: t3n)

Form und Verarbeitung des Armbands sind so eine Sache: Der matte Kunststoff sieht zwar nicht „billig“ aus, tendiert aber dazu, Schmutz anzuziehen, nach einer Weile zeigt das Flex auch Abriebstellen  – aber das bleibt bei Kunststoff wohl nicht aus. Wie erwähnt, ist der Sensor nicht fest mit dem Armband verbunden, sondern lässt sich von der Unterseite in eine Aussparung einsetzen. Beim direkten Konkurrenzprodukt, dem UP, den ich persönlich als optisch ansprechender erachte, ist das nicht möglich. Einen ausführlichen Test zum Activity-Tracker von Jawbone findet ihr in den kommenden Tagen auf t3n.de.

Funktionsweise des Fitbit Flex

Das Fitbit Flex ist kein Schmuckstück, sondern ein Acktivity-Tracker mit allerlei Funktionen. Aus diesem Grund sollte der Blick auch weniger aufs Äußere als auf die Funktionen gelenkt werden, auch wenn es ein dezentes Design besitzt. Was kann das Armband, beziehungsweise der Sensor so alles – und kann er das gut?

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Dank eines modularen Aufbaus kann der Sensor auch in anderen Fitbit-Armbändern Platz finden. (Foto: t3n)

Der Funktionsumfang des Fitbit Flex umfasst das Zählen der gemachten Schritte sowie das Errechnen der durch die Bewegung verbrannten Kalorien. Auch die zurückgelegte Strecke kann der Activity-Tracker angeben. All diese Daten werden nicht über ein GPS-Modul gemessen, sondern über einen Drei-Achsen-Beschleunigungssensor. Laut Fitbit soll das Flex eine Genauigkeit von 95 bis 97 Prozent erreichen – bei normalen Laufbewegungen mag das auch stimmen, allerdings addiert der Tracker auch im Sitzen und bei (absichtlichen) Armbewegungen Schritte hinzu. So darf man die Werte nicht als ganz genau ansehen, sondern eher als Orientierung für die tägliche Aktivität.

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Der Sensor des Fitbit Flex kommuniziert mittels energiesparendem Bluetooth 4.0 mit anderen Geräten. (Foto: t3n)

Außer der täglichen Aktivität ist das Fitnessarmband dazu in der Lage, Schlafphasen zu messen, wobei das Starten dieser Funktion nicht automatisch vonstatten geht, sondern manuell durch ein mehrmaliges Antippen des Armbands. Die unterschiedlichen Schlafphasen werden anhand der Bewegung des Nutzers interpretiert. Dreht sich die Person viel im Bett herum, so wird von einer leichten Schlafphase ausgegangen, keine Bewegung deutet auf Tiefschlaf hin. Als weiteres praktisches Feature kann das integrierte Vibrationsmodul des Flex auch als stiller Wecker eingesetzt werden. Im Test funktionierte das ausgezeichnet. Angesichts dessen, dass mittels Tippen auf das Flex das Programm gewechselt wird und das auch unabsichtlich passieren kann, sollte man stets darauf achten, dass man sich noch im richtigen Programm befindet. Besonders beim Radfahren über Kopfsteinpflaster oder selbst beim in die Hände klatschen, kann das passieren. Um stets im korrekten Programm zu sein, sollte man gelegentlich dreimal auf das Flex tippen, um den Bewegungsfortschritt und die aktuell aktive Funktion im Blick zu haben.

Fitbit-Flex-Software: Apps und Web-Plattform

Wie erwähnt, verfügt das Flex nicht über ein Display – lediglich fünf kleine LEDs zeigen auf Aktivierung per Tippen an, wie viel des täglichen Pensums man zurückgelegt hat. Ein LED-Licht entspricht 20 Prozent des Tagessolls – hat man sein Ziel erreicht, gibt das Flex das per Vibration zu erkennen. Außerdem lässt sich durch mehrmaliges Tippen der Schlafmodus aktivieren. Alles Andere muss über die App, beziehungsweise die Web-Applikation, eingegeben werden. Um den Tracker zu nutzen, benötigt man übrigens einen Account, der sich binnen weniger Minuten erstellen lässt. Die Anmeldung kann entweder mittels E-Mail-Adresse, Google- oder Facebook-Konnte erfolgen. Ist das Konto angelegt, müssen nur noch Alter, Gewicht und Größe angegeben werden und es kann losgehen.

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Ein Kinderspiel ist die Einrichtung des Fitbit Flex. (Screenshot: t3n)

Um die gesammelten und interpretierten Daten einzusehen, muss der Nutzer entweder einen Rechner (in Verbindung mit dem im Lieferumfang enthaltenen Dongle) zu Hilfe nehmen oder die Fitbit-App, die es sowohl für iOS als auch für Android und Windows Phone gibt. Leider ist die Android-Version nur mit ausgewählten Smartphones und Tablets vollständig kompatibel. Eine Übersicht aller Geräte findet ihr hier. Die Fitbit-App kann übrigens auch auf Androiden installiert werden, die nicht in der Liste zu finden sind, allerdings fehlt dann die essentielle direkte Synchronisierungsfunktion mit dem Tracker.

Trotz der Inkompatibilität können die aktuellen Daten dennoch auf der Android-App landen, hierfür muss man sich lediglich in der App anmelden – der Sync findet dann zwischen der Web-Plattform und dem Cloud-Service statt. Mithilfe der App lassen sich auch ohne vollständige Funktionalität die im Laufe des Tages verzehrten Lebensmittel aufzeichnen, das Gewicht ändern und Weckzeiten setzen. Damit ist die Grundversorgung auch unterwegs sichergestellt.

Mittels App und Web-Plattform kann der Nutzer seine Trainingsziele festlegen sowie die eigene Ernährung protokollieren. Außerdem besteht die Option, ein Tagebuch zu führen. Darüber hinaus gibt es viele Statistiken – beispielsweise etwa über die aktivsten Stunden und die zurückgelegten Schritte. Um den Nutzer für bestimmte Leistungen wie die erreichte wöchentliche Strecke zu belohnen, werden Auszeichnungen verliehen.

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Das Fitbit-Dashboard: Der Nutzer besitzt Zugriff auf viele Daten. (Screenshot: t3n)

Als Anreiz, sich mehr zu bewegen und ausgewogener zu ernähren, kann der User sich mit seinen Facebook-Freunden und Familienmitgliedern verbinden, die auch auf Fitbit-Produkte setzen, um sich so bei seinen Aktivitäten zu messen. Persönliche Erfolge können zudem direkt über die Sozialen Netzwerke geteilt werden. Überdies besteht die Möglichkeit, sich Fitbit-Gruppen anzuschließen. Der soziale Aspekt kann bei der Nutzung eine zentrale Rolle einnehmen – für einige Nutzer dürfte das ein relevanter Aspekt sein. Wer mehr möchte, kann auch zum Premium-Konto greifen, das jährlich mit 44,99 Euro zu Buche schlägt und viele weitere Funktionen freischaltet.

Fitbit Flex in der Praxis

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Ich habe den Tracker mittlerweile seit etwa vier Wochen (beinahe) im täglichen Einsatz. Anfänglich habe ich mich mit den vielen Funktionen wie dem Ernährungsprotokoll und Schlaffunktion beschäftigt. Ich habe im Laufe der Zeit bemerkt, dass das Führen eines Ernährungsprotokolls mir zu viel Zeit beansprucht, abgesehen davon aber, dass ich nicht an meinem Gewicht arbeiten muss/will, ist es eine schöne Funktion, denn die Datenbank, die von FDDB bereitgestellt wird, ist sehr umfangreich. Die Schlaffunktion des Flex ist interessant, jedoch ist nicht so ganz klar, was sie eigentlich misst. Es werden verschiedene Schlafphasen angegeben, allerdings lassen sich die recht schlecht nachvollziehen. Wer das Feature nutzt, hat auf jeden Fall im Blick, wie lange ungefähr die Schlafzeit betragen hat, was nicht zu verachten ist.

Der Tragekomfort des Flex ist überaus gut – man vergisst im Grunde, dass es am Handgelenk sitzt, und selbst in der Nacht merkt man es kaum. Damit kann das kleine Gadget gut als täglicher Begleiter durchgehen. Auch was die Akkulaufzeit anbelangt, ist der Activity-Tracker im grünen Bereich. Nach eigenen Erfahrungen hält er circa vier bis fünf Tage durch, bis er wieder an die Steckdose muss. Der Akkustand lässt sich übrigens entweder über das Dashboard der Weboberfläche überprüfen oder auch mithilfe der Apps.

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Im täglichen Gebrauch ist das Flex extrem pflegeleicht und dient in der Tat als kleiner Motivator, vielleicht doch mal einen Umweg zu machen oder mehr zu Fuß gehen, anstatt mit dem Auto oder den Öffentlichen zu fahren. Besonders wir Webworker, die täglich mehrere Stunden vor dem Bildschirm verbringen, sollten ein Auge darauf haben, sich etwas mehr zu bewegen. Schließlich trägt das zur Verbesserung der Gesundheit bei und steigert das Konzentrationsvermögen.

Für ambitionierte Hobbyathleten oder Profisportler ist das Flex eher nicht geeignet, denn es ist zum einen zu ungenau dafür und es verfügt nicht über die notwendigen Funktionen wie einen Pulsmesser oder die Möglichkeit, es genauer auf die individuelle Schrittlänge zu kalibrieren. Wer das aber nicht benötigt und einfach einen Blick auf seine persönliche Aktivität und bei Bedarf auch seinen Schlaf sowie Ernährungsgewohnheiten zu behalten, wird mit dem Fitbit Flex nichts verkehrt machen.

Wer sich fragt, wo die konkreten Unterschied zum Jawbone UP liegen: Das UP lässt sich nicht drahtlos synchronisieren, es unterstützt im Unterschied zum Flex keine zusätzliche Hardware wie beispielsweise die Withings-Waage, zudem gibt es weiteres Zubehör – danke des modularen Aufbaus des Flex kann der Sensor in eines der verschiedenfarbigen Armbänder gesteckt werden. Sicherlich ist das UP optisch ansprechender und unterstützt dank der Synchronisation mittels Audiobuchse eine größere Bandbreite an Smartphones, aber das Gesamtkonzept des Flex wirkt etwas durchdachter.

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2 Antworten
  1. von Patrick am 10.07.2013 (09:29 Uhr)

    Ziemlich cool. Allerdings stört mich der USB-Anschluss. Auch, wenn es Kabellos überträgt.

    Ich selbst habe Jawbone schon in Betrieb gesehen und das ist wirklich super! Und hat auch schon eine große Community.


    Gibt es schon etwas über den Preis?

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  2. von blubba am 10.07.2013 (20:47 Uhr)

    mir gefällt die kreyos besser :) ich hoffe nur, dass das nicht so ein desaster wie mit der pebble wird ...

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