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„Shut up and take my Wohnung“ – Dieses Startup zahlt dir deine Miete

„Shut up and take my Wohnung“ – Dieses Startup zahlt dir deine Miete

Das Startup Flatbook zahlt verreisten Mietern normaler Wohnungen ihre Miete. Im Gegenzug wird diese auf den Kopf gestellt. Die Idee klingt so verrückt, dass man ihr auf den Grund gehen muss.

„Shut up and take my Wohnung“ – Dieses Startup zahlt dir deine Miete

(Foto: © Flatbook)

Ein Angebot, das Mieter nicht ablehnen können

Marlon Brando prägte in „Der Pate“ den legendären Ausspruch: „Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann“. Ungefähr so kann man auch die Idee von Flatbook verstehen, einem aus Kanada, das Wohneigentümern ebenfalls die Schweißperlen auf die Stirn treiben dürfte. Dahinter steckt nach dem Willen der Gründer aber weniger eine Drohung als vielmehr der wohlwollende Lockruf, sich mal eben gratis den eigenen Sommerurlaub zu versüßen.

Mit einer Mischung aus Airbnb und MyHammer wollen Francis Davidson und Lucas Pellan den Wohnungsmarkt aufmischen. (Foto: © Floatype)
Mit einer Mischung aus Airbnb und MyHammer wollen Francis Davidson und Lucas Pellan den Wohnungsmarkt aufmischen. (Foto: © Floatype)

Womit wir auch beim Thema sind: Die Urlaubssaison steht vor der Tür und wieder einmal werden unzählige Wohnungen von Studenten und Berufstätigen für Wochen, wenn nicht Monate, leer stehen. Bezahlt werden muss die Miete natürlich trotzdem, es sei denn man hat sich rechtzeitig um Ersatz etwa durch einen Zwischenmieter gekümmert. Darauf haben nur nicht alle Lust, geschweige denn die nötige Zeit. Zum Glück gibt es jetzt Flatbook.

So funktioniert Flatbook

Das von Lucas Pellan und Francis Davidson gegründete Startup löst dieses Problem für verreiste Mieter auf eine einfache, wenn auch auf den ersten Blick sehr ungewöhnliche Art und Weise: Flatbook zahlt Mietern pauschal 100 US-Dollar und erhält im Gegenzug die Erlaubnis, die gesamte Wohnung samt Mobiliar auszuräumen, aufwändig neu einzurichten und anschließend in Kurzzeit zu höheren Preisen an Zwischenmieter weiter zu vermitteln. Der Clou: Wohneigentümer sparen sich so nicht nur die lästige Suche nach einem Zwischenmieter, sondern die Miete gleich dazu. Die nämlich übernimmt Flatbook für die Zeit ihrer Abwesenheit. Bevor der Mieter wieder zurück kommt, werde der Ursprungszustand der Wohnung wieder hergestellt, verspricht man.

Das Startup Flatbook zahlt verreisten Wohnungseigentümern ihre Miete, krempelt die Bude um und vermittelt sie hochpreisig weiter. (Grafik: Flatbook)
Das Startup Flatbook zahlt verreisten Wohnungseigentümern ihre Miete, krempelt die Bude um und vermittelt sie hochpreisig weiter. (Grafik: Flatbook)

„Wer seine Wohnung bei uns zur Zwischenvermietung einreicht, muss nichts weiter tun“, verspricht Lucas Pellan, einer der Gründer von Flatbook. „Anschließend renovieren wir das Appartement und verbringen die nächsten Monate damit, geeignete Zwischenmieter zu finden“, sagt er. Dazu arbeitet Flatbook nach eigenen Angaben mit professionellen Raumausstattern und Fotografen zusammen.

Weil die das gesamte Interieur – vom Schlafzimmer bis zur Küche – ohne Zutun des Mieters ausräumen und aufwerten, kann das Startup die Wohnung anschließend hochpreisig an Touristen oder Geschäftsreisende vermitteln. Kostet eine Wohnung zum Beispiel 2.500 US-Dollar monatlich, könne man pro Nacht bis 250 US-Dollar verlangen, heißt es auf der Website von Flatbook. Unterm Strich setzt das Startup vereinfacht gesagt also auf das Konzept von Airbnb mit einem vorgelagerten Servicepaket.

Wie Flatbook um Vertrauen wirbt

Ein offenkundig gewagtes Vorhaben. Zum einen treten Mieter von Wohnungen die Kontrolle über ihr eigenes Hab und Gut ab, zum anderen ist auch fraglich, ob und inwiefern Vermieter ein solches Angebot vertragsrechtlich überhaupt tolerieren. Zwar sollen Nutzer ihre Wohnung nach ihrer Rückkehr genauso vorfinden, wie sie sie ursprünglich verlassen haben. Dass da ein bisher weitgehend unbekanntes Unternehmen in der Zeit des Urlaubs die gesamte eigene Wohnung auf den Kopf stellt, dürfte aber trotzdem bei einigen für ein mulmiges Gefühl sorgen.

Kein Wunder, dass Flatbook offensiv um Vertrauen wirbt. Das Startup verspricht, Möbelstücke und persönliche Gegenstände für die Zeit der Zwischenvermietung an einem sicheren Ort zu verwahren. Schadensfälle sollen außerdem mit bis zu 10.000 US-Dollar abgedeckt sein. Wer sich selbst von der Idee überzeugen will, kann sich über die Website von Flatbook bewerben. Das Startup veranschlagt eine Mindestmietdauer von vier Monaten ist derzeit in circa 25 Städten weltweit aktiv, darunter auch Berlin.

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21 Antworten
  1. von Saenic am 04.05.2015 (14:21 Uhr)

    Als potentieller Vermieter würde ich das in dem Fall dann lieber mit meinem eigenen Mobilar weitervermieten und dafür dann natürlich viel mehr Geld bekommen. Die 100$ sind imho viel zu wenig.

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  2. von Tobi am 04.05.2015 (14:33 Uhr)

    Wenn da nicht die Klausel mit dem Neumobilieren wäre, dann sehe ich durchaus Potential. Allerdings sind 100 Dollar jetzt aber nicht gerade verlockend.

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  3. von "Dieses Startup zahlt dir deine Miete...… am 04.05.2015 (17:27 Uhr)

    Ja, genau...

    Ich erhalte also $100 für mindestens vier Monate, d.h. maximal $25/Monat. In dieser Zeit muss ich meine Miete weiterzahlen. Unter "[Flatbook] zahlt dir deine Miete" verstehe ich etwas anderes. Wer zahlt denn (in DE) nur ~22,40€ Miete?

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    • von Daniel Hüfner am 04.05.2015 (20:48 Uhr)

      Wie kommst Du darauf, dass Du deine Miete weiterzahlen musst? Es ist doch wie beschrieben genau die Idee von Flatbook, Wohneigentümern die Last der fortlaufenden Mietzahlungen durch die hochpreisige Weitervermittlung der Wohnung abzunehmen. Deine Rechnung verstehe ich nicht.

      Beste Grüße aus der Redaktion,

      Daniel

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      • von Martin am 05.05.2015 (08:15 Uhr)

        Genau das ist das Problem des Artikels: Auch ich habe mich abschließend gefragt, wie viel man nun an 'Provision' bekommt.
        Denn 100 Dollar ist zu wenig und alles wird man ganz sicher auch nicht bekommen. Flatbook will ja auch von etwas leben. Darauf geht der Artikel aber mit keiner Silbe ein.
        Wenn solche Missverständnisse/Lücken auftreten, am besten nochmal von jemandem lesen lassen, der das Thema nicht kennt.

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  4. von Christian am 04.05.2015 (17:53 Uhr)

    Wie geht der schöne Spruch? Drei mal umgezogen ist wie einmal abgebrannt!

    http://de.m.wiktionary.org/wiki/dreimal_umgezogen_ist_einmal_abgebrannt

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  5. von Bernd am 04.05.2015 (18:28 Uhr)

    Tolle Überschrift. Artikel hat aber wieder nicht gehalten, was ich mir davon versprochen hatte. Warum T3N? Muss das echt sein?

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    • von Daniel Hüfner am 04.05.2015 (20:49 Uhr)

      Hi Bernd,

      was wird Deiner Meinung in der Überschrift versprochen, was im Artikel nicht gehalten oder dargelegt wird? Danke für Dein Feedback!

      Beste Grüße aus der Redaktion,

      Daniel

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      • von Bernd am 04.05.2015 (21:23 Uhr)

        Habe ich das falsch verstanden? Zahlen sie nun wirklich meine Miete, oder 100 Dollar? 100 Dollar sind nicht einmal ansatzweise meine Miete und 100 Dollar zur Miete obendrauf, kann sich für sie doch nicht rechnen.

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      • von Oliver am 05.05.2015 (11:48 Uhr)

        Häää...versteht ihr das alle falsch? Man bekommt pauschal 100$ und wenn man die Zeit nicht die Wohnung bewohnt übernimmt das Unternehmen die Miete. Genauso und nicht anders steht es doch in der Überschrift oder verstehe ich nun was falsch?

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  6. von Daniel Hüfner am 04.05.2015 (21:34 Uhr)

    Die 100 US-Dollar bekommst Du quasi als Handgeld dafür, dass Du in den Urlaub fährst und Deine Wohnung anbietest. Flatbook übernimmt für die Zeit Deiner Abwesenheit die volle Miethöhe und holt sich das Geld durch die Aufwertung und anschließend hochpreisige (im Idealfall den Mietbetrag übersteigende) Weitervermietung wieder rein.

    Beste Grüße,

    Daniel

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  7. von Patrick am 05.05.2015 (04:53 Uhr)

    Das Flatbook die Miete bezahlt wird aus dem Artikel meiner Meinung nach nicht so ganz deutlich. Hatte es auch erst so verstanden, dass man die Miete selbst bezahlen muss und nur 100 Dollar erhält.

    Für mich wäre dieses Modell trotzdem nichts. Da würde ich lieber versuchen via airbnb zu vermieten. Da hätte ich ein besseres Gefühl und auch bei airbnb kann man damit ein gutes Plus generieren.

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    • von Daniel Hüfner am 05.05.2015 (10:40 Uhr)

      Hi Patrick,

      ich habe mit meiner Feder noch mal über die Stelle im Text drübergewischt. Ich hoffe, der Punkt mit der Übernahme der Mietzahlungen kommt jetzt deutlicher zum Ausdruck.

      Danke für Dein Feedback und beste Grüße aus der Redaktion,

      Daniel

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  8. von StefanM am 05.05.2015 (09:40 Uhr)

    Interessantes Konzept, mal was anderes. Bin gespannt, ob sich sowas durchsetzt. Cool wäre es ja auch, wenn man Teile des neues Mobiliars behalten dürfte, weil sich der Ausbau für Flatbook nicht mehr rentiert...

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  9. von BastianBalthasarBux am 05.05.2015 (10:19 Uhr)

    Also für mich wär das nix.
    Allein dass der Heimserver vermutlich ebenfalls angetatscht wird, sowie das BackupNAS, wär für mich ein no-go.
    Und was soll das: die miete und 100$? rly?
    Aber eine Nische kann man so allemal besetzen. Schliesslich gibt es tatsächlich Leute die mal ein Jahr weg sind und Ihre Wohnung gerne untervermieten in der Zeit. Seine ganz privaten Gegenstände kann man ja vorher zu freunden oder verwandten bringen.
    Nur wie gesagt, ich glaub mit 70-80 euro (wo steht den der dollar im mom?) wird es da nicht getan sein.

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  10. von Uwe Schmidt am 05.05.2015 (10:32 Uhr)

    Der Ansatz ist nicht schlecht, aber ich glaube nicht das sich das In D durchsetzen lässt. Zu viel Angst bei allen Beteiligten und bei Mietswohnungen wohl ohnehin nicht durchsetzbar, weil die Vermieter das nie genehmigen werden....
    Außerdem kommt die Übernahme der Miete in dem Artikel wirklich nicht klar rüber, hier sollte vor der Veröffentlichung mal jemand Korrektur lesen ;-)

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  11. von Tom am 05.05.2015 (11:58 Uhr)

    Problem:
    "Die Urlaubssaison steht vor der Tür und wieder einmal werden unzählige Wohnungen von Studenten und Berufstätigen für Wochen, wenn nicht Monate, leer stehen."

    Lösung = Flatbook

    ABER

    "Das Startup veranschlagt eine Mindestmietdauer von vier Monaten..."

    wer macht denn bitte solange Urlaub?

    Meiner Meinung nach passen Problem und Lösung nicht optimal zusammen.

    Zielgruppe werden dann wohl eher Studenten sein die ein Auslandssemester machen oder Businessleute, die einem längeren Projekt an einem anderen Ort nachgehen.
    Für den Otto-Normalverbraucher der 1-3 Wochen Urlaub am Stück macht ist Flatbook nichts - auch wenn es in diesem Artikel fälschlicherweise suggeriert wird.

    Somit ist die eigentliche Abgrenzung zu airbnb & co nicht das Rundum-sorglos-Paket sondern die Dauer der Abwesenheit. Flatbook konkuriert daher meiner Meinung nach eher mit Plattformen zur Zwischenmietersuche.

    Und trotzdem finde ich Idee interessant und wird sicherlich eine kleine Nische füllen können

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  12. von Max am 05.05.2015 (16:16 Uhr)

    Diese startups....
    wer unbedingt mal startups live erleben will sollte seinen Lebenslauf mal in ner CV-Datenbank uploaden, z.b. bei startupsCV

    http://bit.ly/1IJGWNx

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  13. von Stephan Jäckel am 05.05.2015 (17:38 Uhr)

    Der Artikel sollte noch einmal komplett auf seine Stimmigkeit durchgesehen werden. Da steht nämlich auch, dass sich der Wohneigentümer die Miete und die Suche nach einem Zwischenmieter spart. ;-)

    Vielleicht erübrigt sich nach der Durchsicht die Diskussion, weil der Artikel und damit das Geschäftsmodell verständlicher werden?

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  14. von BerndBirnd am 05.05.2015 (22:54 Uhr)

    Seit wann müssen Wohneigentümer Miete zahlen? Verstehe ich nicht.

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